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Benutzerbild von Fadenschnecke

Der Platzregen hat aufgehört.
Der Morgen tropft, die Sonne ist noch hinterm Horizont.
Über der Fils liegt ein watteweißer Lindwurm und schläft.
"Tschüß, Mama!"
Da hab ich mich nun ausgesetzt und stehe in Laufklamotten auf der Straße, das kleinere Schulkind wird immer kleiner, und ich bin immer noch unschlüssig. Müde, ohne Frühstück, gerädert vom durchgetakteten Multitasking der letzten Tage. Zum Stehenbleiben ist es zu kühl, und außerdem habe ich es ja geschafft, meinen MP3 Player nochmal zu überreden, seinen Dienst zu tun. Also los. Ich bin ja eine (Faden-)Schnecke, da kann ich es ja auch langsam angehen lassen.
Die kühlfeuchte Luft streicht am Körper entlang, der Sauerstoff füllt die Lungen. 5km? Das schaffe ich.
Die Füße entscheiden sich anders und wählen eine neue Richtung. Was ist schon Geschwindigkeit? Schnell komme ich in einen ruhigen, regelmäßigen Trott. Die Größe der Runde interessiert mich nun nicht mehr. Einfach laufen. Alles hinter mir lassen. Den Kopf frei laufen. Kann man eigentlich mit dem Kopf laufen? Die Füße abschalten?
Ein junger Hirsch quert 10m vor mir und jagt mir einen ordentlichen Schreck ein.
Vorbei an den Wochenendgrundstücken. Es riecht nach liegengebliebenen Mostäpfeln. Als ich die Bäume hinter mir lasse, sehe ich die weiß blinkenden Mauern der Teck auf ihrem Bergkegel. Dahinter strahlt behäbig der Hohenneuffen weithin sichtbar. Ein rotes Eichhörnchen von rechts hat es eilig, hat vergessen, wo es die Vorräte gestern vergraben hat. Auf dem höchsten Punkt sehe ich bis nach Degerloch und sogar noch etwas weiter, auch wenn im Vordergrund das Kraftwerk Altbach im blauen Dunst versinkt. Es geht auf den Rückweg, die warme Luft riecht nach raschelnden Blättern.
Auf dem Feld neigen sich gelbbraune Sonnenbrausen wie altmodische Freibadduschen.
Ich überlege kurz, ob ich den letzten Stich hoch gehen soll. Mist, da kommt ein Spaziergänger. Den kenne ich auch noch. Also keine Blöße geben! Es geht erstaunlich leicht, und dann kann ich auch schon zu meinem berühmten Endspurt ansetzen. Die Ente ist am Popo... und so weiter ;-) Dem MrProbz seine Waves tragen mich nach Hause. Fuchur bläht sich nochmal auf, bevor er sich träge erhebt und davonschwebt.
Ich bin tatsächlich mit dem Kopf gelaufen. Ich kann mich gar nicht erinnern, auf den Weg gesehen zu haben. 9km! Es fängt an zu regnen. Zeit für Speed-Duschen und Home Office! Und FRÜHSTÜCK...
Das nächste Mal suche ich eine Ausrede, um zu Laufen, und nicht, um es nicht zu tun!

4.8
Gesamtwertung: 4.8 (5 Wertungen)

Jupp,

genau so. Laufen befreit den Kopf. Ohne bin ich auch ganz unausgeglichen, leicht erregbar und unausstehlich.

Raus, die Natur genießen, auch mal den Regen und Nebel durchleben - man kann auch dabei so schöne Momente erleben. Einfach unbezahlbar.

Also die nächste Ausrede gesucht! Und los.

So schöne Bilder

Die gelbbraunen Sonnenbrausen haben mir besonders gut gefallen :-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Der Herbst

lacht aus deinem Bericht. Er war sehr schön und viele kennen das. Man schwankt zuhause "geh ich? geh ich nicht?" und wenn man dann endlich die Laufklamotten an hat und raus geht ist es brrrr kalt und man denkt "oh neee". Und dann läuft man los, der Körper wird warm und es ist gut, wie es ist. Und hinterher ist es doch IMMER gut, dass man draußen war.

Im Ernst: wie oft hat man schon gesagt "schön, dass ich nicht gelaufen bin" und wie oft sagt man "Dreckswetter, aber der Lauf war trotzdem gut"?

Genau!

Jau!

He, ich habe dich und deine Blogs vermisst! Sehr motivierend und jaaaa, man kann mit dem Kopf laufen, ganz, ganz bestimmt!;-)


Lieben Gruß
Tame

Juhu,...

... die Fadenschnecke ist wieder da! Ich mag wie Du schreibst. Die Sonnenbrausen sind klasse, und das Fazit auch.
Noch viele schöne Herbstläufe wünscht

yazi

Ich habs schon vermißt!

Endlich mal wieder eine treffende Beschreibung für den gewonnenen Kampf mit dem Schweinehund! Ein Hoch auf uns! ;-)

Eine Idee fürs nächste Jahr

Lege Deinen wöchentlichen Call mit Deiner Managerin auf einen Home-Office Tag.
Falls es Dir nach dem Telefonat danach ist, ziehe die Laufschuhe an und lass die Arbeit und Familie für Deinen! Moment hinter Dir.

Und wenn Du dabei dann auch mal reden willst, von unserer Königin Katharina bis zu Dir ist es nicht weit. :-)
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