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Benutzerbild von granreserva

Also, ein wenig leichter hatte ich mir das schon vorgestellt. Nicht das Ultralaufen. Da bin ich nicht mit all zu unerwarteten Dingen konfrontiert worden, im Juni an der Zugspitze. Aber die Zeit danach, wieder in Gang zu kommen, dass das so lange dauern wurde, damit habe ich nicht gerechnet.

Ich hätte mir ja eigentlich erhofft, vergangenen Sonntag einen Angriff auf meine Marathonbestzeit unternehmen zu können. Daraus wurde nichts. Gelaufen bin ich. Über eine Stunde langsamer als vor einem Jahr an gleicher Stelle. Und ich bin damit äußerst zufrieden, es war auf seine Art ein ganz besonderer Marathon.

Ich war nach dem ZUT und meinen Urlaubsläufen im Juli sehr regenerationsbedurftig. Zunächst waren zwei Wochen Pause eingeplant, danach zwei Wochen Grundlage und Beine lockern um dann ins Training für Essen einzusteigen. Die ersten Läufe musste ich nach kurzer Zeit mit Gehpausen garnieren, in der Ebene! Schmerzen im Oberschenkel, Folge der ungewohnten Belastung. Es kamen diverse andere Widrigkeiten wie Erkältung und persönliche Blödheit dazu, die mich bis auf einige wenige Läufe bis zum 12.9. pausieren ließen. Das war genau einen Monat vor dem geplanten Essen-Marathon, also viel zu spät, um an irgendwelche Zeiten zu denken.

Also: Umdenken. Projekt Bestzeit auf Frühjahr verschieben. Lauf raussuchen: Königsforst, Mitte März. Meine Lieblingsbeschäftigung (nach laufen), Trainingsplan schreiben. Wieder nach Vorschlägen von Jack Daniels. Ein bisschen angepasst für auch Ultra laufen zu können, aber dei sind ja eh sehr flexibel planbar. Ideal für einen wie mich, der sich eh nicht dran hält. Unterdistanzläufe raussuchen, das will ich auch noch angehen, mal nen Halbmarathon, vielleicht sogar mal nen Zehner laufen (wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich mir und meinen Lungen das wirklich antun will).

Und Essen? Wird Trainingslauf werden. Ich will unbedingt laufen, aus Nostalgiegründen, war schließlich letztes Jahr mein erster Marathon. Ich strecke die Fühler aus, wer vielleicht noch einen Hasen braucht. Es boten sich diverse Varianten an, bis sich am Abend vorher im Gesichtsbuch eine Läuferin meldet, ihr Hase sei krank geworden, sie suche jemanden, der sie auf sub 4:30 Kurs begleitet. Recht spontan sagte ich zu. Pace unter 6:00, das hieße ich kann den MArathon gemütlich weitghend im Rekom-Bereich laufen. Die ideale Intensität, wenn man seit 3 Monaten Distanzen jenseits der 20km nicht mehr gesehen hat... Startnummer und Foddo ausgetauscht, Treffen für Morgens bei der Startnummernausgabe verabredet.

Dort traf man happy mit Drillsergeant, brihoha mit Trainerstab, Sportprinz mit seinen Frauen und das Pferdchen mit scharrender Hufe (war ja auch am Vortag nur rund 42 km getrabt, da wird ein Vollblut schon mal unruhig ;-) ) Und das Runninggirl, die nach 14 Jahren Sprintstrecke ihren 2. Marathon laufen wollte. Wir besprachen die Taktik, ein wenig ihr Training, was sich als hervorragend und mit Reserve für die angepeilten sub 4:30 erwies und verabredeten mit dem Pferdchen gemeinsame Sache zu machen. Happy und brihoha reihten sich weiter vorne ein, der Sportprinz startete mit uns, wollte es aber etwas gemütlicher angehen lassen.

Das Runninggirl erwies sich als supernette, topfitte und immer bestens gelaunte Powerfrau, die Koteletteandieohrenquatschend in der ersten Hälfte die Laufverpflegung sicherstellte und "wie geschnitten Brot" die erste Runde weghüpfte. Ein wenig musste man sie zum futtern animieren, ansonsten ging sie das Läufchen beeindruckend locker und souverän an. Vor Allem an den ersten VPs legga BAnänchen rein :-) hie und da auch nen Apfelschnitz.

Sorgen hätte man sich nur wegen ihres Fanclubs machen müssen: an mindstens Zwei Stellen der Runde warteten ihre Leidensgenossen auf sie und brachten ihren kompetten Rhythmus durcheinander, so sehr freute sie sich und fiel ihnen um den HAls: Menschen, die es größtenteils nicht mehr schaffen können, sowas wie einen MArathon zu bewältigen, denn sie haben wie "unser" Runninggirl auch Multiple Sklerose! Und das macht ihre LEistung vom letzten Sonntag sehr beeindruckend, abgesehen von der bei ihr zum Glück nur leichten körperlichen Beinträchtigung kostet es einiges an Mut und Willenskraft und zeugt von einer ausgesprochen positiven Lebenseinstellung. MIch beeindrucken solche Geschichten wesentlich mehr, als es irgend eine tolle Bestzeit täte, von der ich träume. Das sind die wirklich großen Leistungen im Leben, sich einer schweren und im Falle der MS gerade auch besonders schwer anzunehmenden Erkrankung zu trotzen zu stellen und mit und trotz dieser Krankheit Dinge zu tun, die sich viel Gessunde schon nicht zutrauen.

Bis km 15 blieben wir hinter den 4:30 ZUgBremsläufern. Anfangs in entspanntem Abstand, so langsam rückte unser Trüppchen aber verdächtig nahe an deren Kielwasser. Kurz e Rücksprache mit dem Pferdchen, wir glaubten beide, dass unser Runninggirl schneller kann, ohne sich plattzulaufen. So zogen wir denn nach gut dem ersten Drittel an den Ballönskes vorbei und waren auf die eigenen Tempomaten angewiesen, ich war der Einzige mit Uhr, die aber hete mal wieder grob ungenau die Pace präsentierte. Blieb aber wohl einigermaßen glaichmäßig und sackte von einer 6:10 - 6:15, die die PAcemaker vorlegten, auf etwa 6:00- 6:05.

Bei der HM MArke stieg dann noch Betty bei uns ein, die wegen eigenem Wettkampfplan spontan keinen vollen Marathon laufen wollte sondern auf diese Art und Weise Runninggirls Anfrage gefolgt war. Bei dem teils schmalen Kurs mussten wir ein wenig aufpassen, dass wir uns nicht gegenseitig auf die Füße traten so in der 4er Gruppe. Aber ein paar Spurwechsel und entsprechende Aufmerksamkeit reichte, um Kollisionen und Rempeleien zu verhindern ;-).

Als es zum 2. Mal auf die Gegengerade ging wurde es etwas stiller im Trüppchen. 30 km waren raus, jetzt fing der Marathon an. Aber nix Hammermann oder Ähnliches, bei uns liefs weiter, wie ein UHrwerk gleichmäßige kmeterchen... Und seit wir vor den Ballons liefen waren wir echt ganz schön am Sammeln. Was sich erstaunlicherweise auch auf den letzten 6 km nicht änderte, obwohl unsere Pace nun doch anstieg...auf rund 6:30 pro km. DAss viele sich verkalkuliert hätten und einen Einbruch erleiden müssten, das war klar. Aber erstaunlich war, dass uns auf der ganzen Strecke exakt eine Läuferin mit ihrem Hasen überholte- selbst haben wir ganz ordenlich gesammelt...

Der Zieleinlauf wurde dann eine ganz emotionale Angelegenheit, habe mich mit Claudia ähnlich gefreut wie über meinen eigenen ersten Maraton im Vorjahr.

Trainingstechnisch war dies der Abschluss meines ersen Belastungszyklus- leicht erkältet angetreten (aber wirklich nur leicht), mit ein wenig Ziepewaden aus den schnellen Einheiten zuvor- die Erkältung habe ich rausgeschwitzt, die Verhärtung rausgelaufen und die Trainingsreize der Vorwochen scheinen auch gut verarbeitet zu sein, es läuft wieder bestens diese Woche. Der Marathon hat wohl nicht nur motivationstechnisch sondern auch körperlich einen schönen Schub gegeben. Und so freue ich mich sehr auf das Wintertraining. Und auf meinen ersten Halbmarathon vermutlich Ende November an gleicher Stätte...

4.833335
Gesamtwertung: 4.8 (6 Wertungen)

Ich glaube...

ein Bild sagt es genau so, wie Deine schönen Worte! :o)

Es war ein richtig toller Lauf mit Euch und es freut mich sehr, Dich auch wieder fit auf der Strecke zu sehen. Es war mir eine große Ähre, Euch begleiten zu dürfen!! :o)

Lieben Gruß Carla

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Tolles Foto, schöner Bericht

Ja, auch Hasen macht das Hoppeln Spaß!

Die HM-Strecke am Baldeneysee ist übrigens mein erster HM gewesen (Blumensaatlauf).

Geben und nehmen

Ein grandioses Gemeinschaftserlebnis, herzlichen Glückwunsch dazu!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Topserviceleistung

eines grandiosen Hasen. So müssen Hasen sein. Gratulation an allen Beteiligten. Klasse Leistung mit einer schönen Geschichte. Marathon kann so schön sein.......

LG
Many

Gemeinsam zum Ziel,

denn gemeinsam geht alles leichter, überhaupt die zweite Runde. Und wenn man dann noch einsammeln darf, hat man wirklich aber auch alles richtig gemacht! Ein tolles Event und ihr sprüht vor Energie und Spaß! Na dann viel Spaß beim Wintertraining:-)


Lieben Gruß
Tame

so schön beschrieben...

...und was für eine grandiose leistung vom runninggirl, vor der ich demütig meinen imaginären hut ziehe!
und dir, lieber granreserva, wünsch ich ne fluffige weitere vorbereitung!
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laufend findet das foto ganz klasse: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Was sind schon Bestzeiten,

Was sind schon Bestzeiten, gegen das glänzen in den Augen eines Schützlings. Wie schon oben geschrieben, geben und nehmen. Nur das man oft mehr bekommt als man gefühlt gegeben hat.
Wiedermal ein sehr einfühlsamer schöner Bericht. Ja mann weiß nie welche Geschichten hinter einem Läufer/rinn steckt. Zeiten sagen so wenig über einen Läufer aus. Eigentlich nur das Messbare. Aber was für ein Mensch, welche Geschichte, oder welche Schicksale hinter einem Läufer stecken, sagt eine Zeit gar nichts.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

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