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Benutzerbild von langsamer Lurch

Mein Jahreshighlight 2014 ist somit auch gelaufen, und wie.....

Am letzten Sonntag (03.10.14) noch den Bremer Marathon als Hase begleitet, und die Woche wirklich sehr aktiv regeneriert, ging mir am Donnerstagabend dann doch plötzlich die "Düse". Beim Sachenpacken überkamen mich doch ernsthafte Zweifel. Aber es gab kein zurück mehr.

So fuhren wir, also GöGa und ich, am Freitag gemütlich nach Wernigerode um liebe, alte Bekannte dort zu treffen und die Startunterlagen abzuholen. Dort schon die erste "Panne", es gab kein Langarmshirt mehr in meiner Größe, grrrr.
Zweiter fauxpas: Der Rest der "Soltau-Fraktion" kam nicht pünktlich, sondern erst gaaanz spät am Abend, so das ein gemeinsames "Einhibbeln" auch entfiel.
Und das Dritte Manko: die Wetteraussichten für den Lauftag verschlechterten sich von Stunde zu Stunde. Man, das kann ja nix werden.

Samstagmorgen, 06.30Uhr, und der Regen prasselt leise auf das Dach und gegen die Scheiben. Suuuper! Also entsprechend der Witterung "angeplünnt" und mit dem Rad zur Himmelpforte gefahren und das Eventgelände nach bekannten Gesichtern abgescannt. Irgendwann tauchten auch die drei anderen Heidjer auf, die letzten Blaue-Buden-Gänge wurden erledigt und wir versammelten uns vor dem Starttor. Nach dem obligaten warm-up erfolgte auch schon der Startschuss, sich kurz Glück und Erfolg gewünscht und auf in die Spur. Die ersten 10km kannte ich noch aus 2010 vom HM, meinte ich, aber das es dort schon sooo wellig war, muß mir irgendwie entfallen sein. Auch die Qualität der Strecke hatte in den letzten 4 Jahren offensichtlich stark gelitten und glich zum Teil echten Trailpfaden, aber es sollte noch viel besser kommen. Ich versuchte trotzdem ein 6erSchnitt zu halten um nicht schon zu früh alle Körnchen zu verkippen. In Ilsenburg bei km 8 gab es die erste Verpflegungsstation, u.a. mit dem berühmten Haferschleim. Er soll der Beste sein, den es gibt. Und es stimmt. Warm, etwas salzig, süß, genau das Richtige für einen nassen und kalten Läufer.

Bei km10 trabten locker schwatzend zwei Läufer neben mir her, und ich erkannte unbekannterweise sofort scooby. Mit diesem Namen angesprochen schaute er schon sehr verduzt und als ich ihm meinen Namen sagte, war es, als träfen sich alte Bekannte. "Ob ich mich verlaufen hätte" witzelte er noch,und da die Beiden etwas schneller unterwegs waren trennten sich unsere Wege dann doch sehr schnell. Denn von jetzt an ging es nur noch bergauf. 10km lang von 250Höhenmetern auf 1142m oben auf dem Brocken. Mit kleinen Schritten wo es möglich war, ging es weiter in Richtung Gipfel. Und ab km16 begann der berüchtigte Kolonnenweg, Betonplatten die steil in die Höhe führten, an laufen war hier nicht mehr zu denken, fast alle Teilnehmer gingen dieses 3km lange Teilstück. Und es wurde richtig kalt hier oben.
Nach 2:31Std und 19,25km hatten wir den Brockenstein erreicht, schwer schaufend wie die Brockenbahn, aber fit genug für ein Fotoshooting am Stein.

Mein Plan war Aufstiegszeit x2 minus 10 Minuten, also ab jetzt 4:50Std.

Das ich die Hälfte noch gar nicht hatte, wurde mir erst später bewußt!

Dann ging es an den "Abstieg". Und wer der Meinung war, es sei nass gewesen, der wurde Lügen gestraft und erfuhr eine deutliche Steigerung der Wassermengen die der Südwestwind mittels Wolken gegen den Brocken schob. Die asphaltierte Strasse glänzte wie eine polierte Schweineschwarte und war ebenso glatt. Von der Mütze und den unterwegs bereitgestellten Leibchen lief das Wasser nur so runter. Das machte die Talfahrt richtig spannend. Irgendwann brannten meine Oberschenkel wie Feuer, jeder Schritt bergab wurde zur Qual, 13 lange Kilometer bis km32. Da ging es plötzlich wieder bergauf, für das Fahrgestell ein quasi fast neues Erlebnis. Und die Beine wurden immer schwerer, die Schritte noch kleiner, die Gefahr durch Steine und Geröll auf den Wegen wuchs. Aber an Aufgabe wurde nicht ein Gedanke verschwendet. Immer wieder wurde dem inneren Schweinehund in Arxx getreten. Bei km 35 eröffnete sich ein unglaublicher Blick ins Tal gen Wernigerode, da unten mußte das Ziel sein, dieser Gedanke gab nochmal Feuer, und nach der nächsten Kehre: wieder bergauf, nochmal fast 1km Anstieg, zum kotzen diese Gemeinheit. Und dann DAS Schild: noch 5km bis zum Ziel. Doch davor hatte der Veranstalter noch ein richtiges Stück Weg gelegt, und mit:!! Schlechte Wegstrecke !! beschildert, und so war es. Steil, steinig, nass. Und das mit fast leergelaufenem Tank, die Füße brannte, die Oberschenkel taub und gefühllos. So tastete ich mich dem Ende entgegen, immer in 1Kilometeretappen.
2 Kilometer vor dem Ziel, nach meiner Rechnung konnte ich die sub 5 noch schaffen. Die Strecke war zwar "uneben" und matschig, aber gab es kein Halten mehr. Ich drehte auf und haute raus was ich konnte, mindestens 5 Läufer sackte ich noch ein, den Blick stoisch nach unten gerichtet, hinter jeder Biegung das Zieltor erhoffend. Der letzte Kilometer war dann der längste und härteste Kilometer den ich je gelaufen bin, ich im roten Bereich, am Limit, und er wollte einfach nicht enden. Dann ging es plötzlich ganz schnell, das Tor kam in Sicht und wie im Film "flog" ich förmlich über die Zeitmatte, bekam die Medaille umgehängt und hatte es geschafft.
42,2km mit 1000Höhenmetern waren zu Ende.
Da blieb mir förmlich die Luft weg und die Emotionen fuhren mit mir Achterbahn. Es brauchte einige Zeit bis ich wieder normal denken, handeln und sprechen konnte. Zum Glück bekam ich schnell meine dicke, warme Jacke gereicht, mir war scheixxkalt, zumindest hatte ich eine richtige Gänsehaut.

Nach 2Bechern "Auerhahntee" und einem Gang über die matschigste aller Wiesen ging es mit dem Rad ( wieder Erwarten sogar ziemlich gut) zum Hotel unter die heiße Dusche. Eine echte Wohltat.

Am Abend wurde dann mit den anderen 3 Läufern aus Soltau richtig gefeiert, wir hatten wahrlich allen Grund dazu!

Im Nachhinein kann ich sagen: Eigentlich lief es doch beser als gedacht, für mich ist bergauf einfacher als bergab, und es war der härteste Marathon den ich je gelaufen bin. Aber das Gefühl diesen Lauf geschafft zu haben, ist überwältigend.

Und nun freue ich mich auf einen entspannten Jahresausklang.

Es grüßt der Lurch, der nicht nur langsam, sondern auch hoch kann.

JogMap Schleswig-Holstein, die Neongelben aus dem Norden.

4.4
Gesamtwertung: 4.4 (5 Wertungen)

Boah, Lurchi,

Boah, Lurchi, was bist Du da bloß gelaufen! Hut ab und dreifache Verneigung; welch eine geniale Leistung und dann auch noch im Dauerregen. Als hätten die Höhenmeter nicht schon gereicht.
Klasse gemacht, Du Rennregenlurch.

Liebe Grüße aus der (wieder) trockenen und höhenmeterbefreiten Elbmarsch.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

Boa

Olaf mein Held, danke für den Bericht. Das hast Du gut gemacht. Ganze Kerl ... äh ... Regenlurch eben. ;-)

Viele Grüße
Heiner

nordisch by nature

Ui,

wusste gar nicht dass Lurche sich in den Bergen rumtreiben und da bei Regen rauf und runter rennen und so. Normalerweise sitzen die doch auf sonnigen Steinen.

Welch ein Wille, was eine Leistung als Lurch bei so einem Wetter da rumzurennen und das Ding ins Ziel zu bringen!

Die Feier habt ihr euch verdient.

Und nun erhol Dich gut!

Ich habe schon sehr auf deinen Bericht gewartet

und er ist genauso ausgefallen, wie ich es mir dachte. Erstmal vorweg: du bist Hammer gut gerannt, ganz fetten Glückwunsch, eine sehr, sehr große Leistung!!!
Dass es hart wird, war mir total klar. Bin ja nun selbst Ottonenlauf- und sogar Rennsteig erprobt. Und mir gings immer genau wie dir, bergab ist doppelt schlimm. Und genau wie du es schreibst, anschließend brennen die Beine wie Feuer! Ich hatte nun jedesmal große (beim Otto 37°) Hitze und bin mir sicher, dass diese Kälte, die du erfahren musstest, mich echt zerlegt hätte. Ganz großes Lob lieber Lurch und Riesenrespekt vor deiner Leistung!!! Der Brockenmara ist einer der schwersten Maras überhaupt. Bergauf-, bergab im Wechsel ist die eine Sache, aber steil hoch und steil runter....mein lieber Scholli!!!

Lieben Gruß
Tame

Läuft doch...

Hast doch alles richtig gemacht, genau so muss man das Ding angehen...
Glückwunsch!

Nur die schlechten Wege habe ich gar nicht gesehen - wo bist du lang gelaufen? :-)

"Ein Leben ohne Brocken ist denkbar, jedoch sinnlos"

Schleswig-Holstein im Herzen,
BORN im Kopf

Kaum zu glauben

welch einen Kraftakt du dahin gelegt hast. Und das eine Woche nach dem "Brementrainingsmarathon" ;-)

Eine ganz tolle Leistung und dann auch noch sub 5!
Ganz herzlichen Glückwunsch und meine größte Bewunderung!!!!! :-)

Liebe Grüße von der

Yellowcat

Man sieht nur mit dem Herzen gut

Bleibt nur die Frage ....

... die noch einer Antwort bedarf.

- es war wahresund somit optimales "Lurch'n-Wedda" , so als Regenfeti
- du hattest eine super Vorbereitung inklusive "warmlauf" Marathon ( in Bremen )
- es war dein selbst ausgesuchtes "zweite Jahreshälte High-Light"
- an Motivation hat's dir nicht gemangelt
- man könnte auch sagen du warst richtig "Heiss" auf diesen Wettkampf
- du bist in Bremen, als auch über'n Brocken je 42.195 Meter gelaufen
- hast auf'm Brocken-Gipfel-Weg ne'n weiteren "Neongelben" und ne'n "Spartathlon 2014-Finisher" getroffen
- ... usw., usw. ...

In ganz klaren Worten: ES WAR GENAU FÜR DICH ANGERICHTET !

Warum, Wieso, Weshalb, warst DU , trotz IGEline / Marathon-Debutantin in Bremen ,
beim Marathon schneller als bei diesem Marathon eine Woche später, ohne Igeline ?

... oder kannst'e nur schnell, wenn du als HASE unterwegs bist ?

[ * Spass-Modus aus* ]

Meine aller respektvollsten Glückwünsche an dich zum BROCK'n-ROCK'n !!!
Du kannst zurecht sehr stolz auf dich sein - da dürfen die Gefühle auch mal Achterbahn fahren ;-)

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Saustarke Leistung!!!

Lass dir allerherzlichst gratulieren zu diesem harten Stück Arbeit! Und jetzt erhol dich gut!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

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