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Benutzerbild von Uhrli

Herrlich – Höher – Härter: so lautet das Motto des 2. Gelita-Heidelberg-Trail-Marathons.

Ich war lange nicht mehr in Heidelberg gewesen. Grund genug, wieder einmal ein Wochenende in der kurpfälzischen Residenzstadt zu planen.

Und liegt etwas näher, als ein solches Wochenende mit einem Laufevent zu kombinieren? – Mir fällt nichts ein.

So kommt es, dass meine Frau und ich das lange Wochenende vom 3. bis 5. Oktober für den Besuch in Heidelberg planen.

Schon nach der Ankunft stellen wir fest, dass wir die Stadt mit unterschiedlichen Augen wahrnehmen. Während meiner Liebsten (neben Handtaschen- und Schuhläden) architektonische Besonderheiten und die schöne Lage auffallen, bin ich gefesselt von den steilen Anstiegen des Odenwaldes auf beiden Seiten des Neckarufers und der bergigen Umgebung. Ein kleiner Spaziergang über den Philosophenweg ist sogar im Stadtbummeltempo schon recht anstrengend.

Aber ich bin ja schließlich gut vorbereitet. Nicht nur, dass ich in den letzten beiden Monaten einmal wöchentlich auf den Rosskopf gelaufen bin – einen der Freiburger Hausberge (737m) – vor allem habe ich auch mehrfach das YouTube-Video des LiDo(Laufen-in-Dortmund)-Teams über die Premiere des Gelita-Trailmarathons 2013 angesehen. Echtes Mentaltraining und zur Nachahmung empfohlen. Danke an dieser Stelle an LiDo.

Es ist ja nachhaltig bekannt und hat sich ganz offensichtlich bis weit nach Asien herumgesprochen, dass Heidelberg eine sehenswerte Stadt ist. Deshalb überspringe ich den touristischen Teil unseres Wochenendtrips und komme gleich zum Lauftag.

Wir stehen an der Bushaltestelle der Linie 33, die direkt zur Bergbahn fährt. Der Bus hält zwar, ist aber dermaßen überfüllt, dass keine Chance besteht, ihn noch zu betreten. Da er nur halbstündlich fährt, musste rasch ein Taxi her. Für meine Supporterin, die mir erneut um ein Rundum-Sorglos-Paket beschert hat, eine Kleineigkeit. Das Taxi bringt und dann fast bis zum Schloss hoch.

Der Startbereich war oberhalb des Schlossgartens. Erfreulich: der Dixiehäuschen/Laufteilnehmer-Quotient war mit zirka 0,02 so hoch wie noch bei keinem anderen Marathon, an dem ich teilnahm. Ein Problem weniger.

Um 11.07 Uhr geht es mit dem zweiten Startblock los. Über steile Serpentinenwege und Kopfsteinpflasterstraßen geht es erstmal gut 100hm hinab in die Stadt. Auf der Alten Brücke über den Neckar und nach einer kleinen Schleife dann in den Anstieg zum Philosophenweg. Immerhin 3,4 Kilometer habe ich durchgehalten. Jetzt kommt die erste Gehpause. Der Weg ist steil und steinig, ein Trail halt, und für Läufer meiner Preisklasse nicht im Laufschritt machbar. Nachdem der Philosophenweg erreicht ist, geht es sachte abwärts mit herrlichem Blick nach links über das sonnige Heidelberg – ein sehr schöner Streckenabschnitt. Dann knickt der Weg in den Wald ab: steil, steinig: wieder Gehpause. Die gigantistische aber durchaus imposante Thingstätte, eine bauliche Hinterlassenschaft aus der Nazi-Zeit, bietet eine lange aber gut laufbare Treppe. Bis zum Weißen Stein etwa bei Kilometer 19 geht es auf und ab. Mein subjektiver Eindruck ist der einer Wanderung mit einzelnen Laufabschnitten. Auf der Homepage des Veranstalters liest sich das so: „Über einen engen, verblockten, sehr steilen Trail geht es die „Direttissima“ hinauf Richtung Weißer Stein“. Danach kommt der einfachste und flüssigste Streckenabschnitt. Es geht elf Kilometer lang auf verhältnismäßig guten Waldwegen wieder hinab ins Tal. Hier kann ich problemlos eine 5er-Pace laufen, so dass ich nach 3 Stunden 10 Minuten bei Kilometer 30 bin. So schlimm ist es ja gar nicht, die Trails sind doch gut machbar – denke ich mir zu diesem Zeitpunkt. Wir überqueren den Neckar, sind also wieder ganz unten.

Ich bin überrascht, dass ich den Anstieg auf der anderen Neckarseite laufend zurücklegen kann. Die Wegstrecke geht auf und erstaunlicherweise auch wieder ab, noch ehe der gefürchtete Königstuhl erreicht ist. Nach dem Flachstück kommt sie dann aber: die Himmelsleiter. Und sie hält, was sie verspricht: zu viele, zu unregelmäßige, zu felsige, zu steile, zu hohe, zu wackelige, zu schräge Steinstufen. Aber ich bin gewappnet: konsequentes Beinkrafttraining, etliche Treppentrainings, Einbeinsprünge treppauf und ähnlich grausame Übungen, mit denen unsere Trainer meine Laufgruppe Woche für Woche gequält haben – jetzt bin ich für jede einzelne dieser Übungen dankbar und komme die Himmelsleiter halbwegs flott rauf, vorbei an vielen von Krämpfen geplagten Mitstreitern. Dennoch brauche ich für Kilometer 37 genau 16 Minuten.

Dann endlich am Gipfel des Königstuhls. Der höchste Punkt der Strecke bei Kilometer 37,2. Und wo bleibt der Lohn? Wo es aufwärts geht, geht es irgendwann auch abwärts. Aber hier folgt ein extrem verblockter sehr steiler Abstieg, wo ich wachsam jeden Tritt setzen muss und den ich meist nur in einer 7er-Pace laufen kann.

Erst auf den letzten beiden Kilometern wird es endlich wieder flach und flott, man hört schon die Lautsprecher aus dem Zieleinlauf, Kilometer 42 schaffe ich immerhin nochmal in 4:50. Das Heidelberger Schloss kommt in Sicht. Finish in 4:43:56.

So schlimm war‘s doch gar nicht. Nein: schön war‘s. Großartig. Super. Meinen bisher härtesten Marathon gefinisht. 42,2km und viele Höhenmeter (laut Veranstalter 1500, laut meiner Garmin 1830).

Als Fazit möchte ich noch einmal die Streckenbeschreibung des Veranstalters zitieren: „Liebe Läufer, wir haben uns viel Zeit genommen und uns viele Gedanken gemacht, um eine optimale Strecke für Euch zu entwerfen. Der Marathon macht jetzt seinem Namen alle Ehre. Es ist ein echter „Trail-Marathon“ geworden.“

Danke an die Veranstalter für einen wirklich tollen Wettkampf.

Uhrli

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (4 Wertungen)

"für Läufer meiner Preisklasse"

Uli deine Preisklasse hat 3 Sternchen. Bei solchen Läufen zeigt sich, was eine gute Vorbereitung wert ist. Gut gemacht und danke für den Bericht. Du bist doch immer wieder für eine läuferische Überraschung gut. Für dich müßte man "bo ey!" neu erfinden. ;-)

LG Heiner


nordisch by nature

Klasse Uhrli...:o)

und danke für den schönen Bericht!!
Habe vor kurzem auch einen Mara gespickt mit 1500 Hm gelaufen in 5h und ich kann gut nachvollziehen, wie anstrengend das gewesen sein muss.
Solche "Trail-Marathons" sind ja auch viel schöner, als nur Stadt und Asphalt, wobei die ab und zu auch ihren Reiz haben! ;o)
Gratuliere zu diesem schönen schwersten Mara. :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Glückwunsch zu diesem

Glückwunsch zu diesem tollen Laufergebnis.
Solche Laufzeit ereiche ich man gerade auf flacher Stecke :-)
Das schöne am Laufen das man immer wieder neue Möglichkeiten sich auszuprobieren.
Bin gespannt was als nächstes bei dir ansteht.
Schöner Bericht auch ohne Fotos ;-)

Ein sehr schöner Lauf

mit einem Super-Ergebnis! Schön, dass Du diezrun da mit einer detaillierten Streckenbeschreibung unterstützt.

Du bist ein Läufer der

Du bist ein Läufer der Extraklasse. Super gemacht, Uli, mein Respekt ist Dir sicher. Ich weiß, wie schnell Du auf einer flachen Strecke unterwegs bist, so kann ich mir vorstellen, wie anstrengend dieser Marathon war.
Habe vielen Dank für den Bericht; so können wir zumindest lesend dabei sein.

Liebe Grüße an euch beide
Gina.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

hach, eeendlich...

...der lang erwartete blog. aber wo sind die fotos? *kicher und schnell wech*
danke uhrli, das liest sich sehr schön und klingt so, als ob man diesen lauf mal auf die to-run-liste als special-event setzen sollte. mal ganz abgesehen davon, dass heidelberg wirklich immer eine reise wert ist...
____________________
laufend gratuliert uhrli zum "harten" finish: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

so schlümm war es doch gar nicht

das ist der Merksatz für mich aus deinem "Aufsatz".

Und:Mein Respekt vor deiner Hochleistung sei dir gewiss.

Erhol dich gut, und liebe Grüße an Euch beide.

Herrlich, hoch, hart, das wartet noch auf mich

Gruß vom Berglurch

JogMap Schleswig-Holstein, die Neongelben aus dem Norden.

prima Laufbericht,

noch viel besser ist aber deine Leistung, insbesondere wenn man deine sonstigen Zeiten kennt!
für mich sind diese Höhenmeter aber wohl nichts, ich bleib lieber beim Gegenwind ;-)

Gruß, Dominik
_____________________
"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

In diesem Blog bedarf es gar keine Fotos....

.....denn die entstehen beim Leser im Kopf. Danke für diesen bunten Bilderblog;-) Das hört sich alles so spannend an, dass sich für uns "Normalos" eine "Wanderung" auf der Strecke bestimmt lohnt.
Uli, das war ganz großes Kino, Donnerwetter! Diese Himmelsleiter wäre mein Absturz gewesen. Ganz fetten Glückwunsch zu deiner Zielzeit! Wie kann man nur auf solch einer Strecke eine 4:43:54 raushauen? Respekt!

Lieben Gruß
Tame

16min pro km hoch ...

... und schnell in einem 7er Schnitt runter. Hach, das klingt so vertraut. ;-)
Vielen Dank für diesen schönen Bericht. Das klingt, wie wenn es neben dem Brocken-M im Oktober noch andere hübsche Läufe mit Höhenmetern gibt.
Glückwunsch zur Erkenntnis bezüglich der Preisklasse. Aufgrund der Paceangaben würde ich die jetzt mal nicht so schlecht einschätzen. Sehr schön auch die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Gegend. Einfach köstlich. Dnake dafür.
;-)

Dominik ist aus der

Dominik ist aus der Versenkung gekommen... wo warst du bloß die ganze Zeitßß Tztz

Danke für die Wunscherfüllung!

Das liest sich schön und anstrengend. Und fast gar nicht nach Kampf. Da hat sich dein konsequentes Training gerecht ausgezahlt.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Auch von mir...

allerherzlichsten Glückwunsch!! Super Leistung und super Bericht - vielen Dank fürs Mitnehmen!!

Viele Grüße!

Glückwunsch zum FINISH ...

... deines "bislang härtesten gelaufenen Marathons",
obwohl es sich bei dir irgendwie gar nicht so schwer anhört.

Wenn ich mal gross bin, dann würde ich sowas auch ...
... doch vorher geh ins richtige Traininglager ;-)

Ganz starke Leistung von dir.

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden
der sich auf den 1. Advent freut

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