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Benutzerbild von sarossi

Eine struppige graue Ratte quert meinen Weg. Hässlich. Schnell vorbei. Mit kurzen flinken Schritten. Eine gebeugte alte Dame kommt mir am Flussufer entgegen. Versetzt mich kurz 100 Jahre in die Vergangenheit mit ihrem altmodischen Kleid. Ein freundlicher Gruss und weiter mit weit ausholendem Armschwung Richtung See. Ich gehe. Ich gehe schnell. Walking nennt man das. Warum?

Weil ich einen Halbmarathon laufen will. So. Jetzt ist es raus. Im April will ich mitlaufen. 21 Kilometer in kupiertem Gelände. Mit meinen Kollegen. Und Spaß soll es machen. Dazu muss ich aber noch einiges tun. Mein 13 Kilometer Lauf vom Wochenende hat mir doch einen gehörigen Respekt vor der Strecke eingeflößt. Wenn diese 3 Kilometer über 10 schon so anspruchsvoll waren, wie soll ich dann noch mal 8 schaffen? Ein halbes Jahr ist noch Zeit. Das gilt es zu nutzen.

Ich biege in das Naturschutzgebiet ein. Vom nahen Campingplatz weht Pommes-Geruch rüber. Die Sonne neigt sich rotglühend zum Horizont. Und warum gehe ich jetzt, wenn ich den Halbmarathon doch laufen will?

Geschwindigkeit und Grundlagenausdauer gilt es zu verbessern. Tempo, damit ich das aktuelle Tempo auch über 21 Kilometer halten kann. Und dann gilt es einfach die lange Laufdauer durchzuhalten. Tja, und alles steht und fällt damit, die Orthopädie gesund zu halten. Deswegen gehe ich. Lang und weit. Und ich laufe. Kurz und flott.

Das Geschwätz sich sammelnder Stare trägt mich aus dem Naturschutzgebiet in Richtung Hafen. Auf der Kaimauer höre ich einen Schlagmann rufen „Jetzt schlagt schneller“. Eine Jugendgruppe trainiert für eine Ruderregatta. Irgendwie trainieren die strukturierter als ich.

2-3 Monate möchte ich diese Walk-/Run-Kombination trainieren. 3-4 Einheiten die Woche. Bis ich auf die lange Strecke langsam auf Laufen umstelle. Mein Walking Training in diesem Frühjahr hatte richtig gut getan und mich läuferisch von der Kurz- in die Mitteldistanz katapultiert. Ungeplant aber sehr willkommen. Jetzt versuche ich das noch mal mit System.

Zurück von der Kaimauer höre ich das laute Stöhnen einer jungen Ruderin vom See „Ich kaaann nicht mehr!“ Ich kann noch und beschleunige mein Walking Tempo. In der Stadt eine Fülle von Stimmen und Gerüchen. Bei dem milden Wetter sind die Straßen voll. Die See-Promenade entlang grübele ich über meine Strategie nach.

Einen Halbmarathon zum Jahresende Gehen wäre doch eine gute Übung. Um ein Gefühl für die Streckenlänge zu bekommen… und für die Langeweile auf längeren Strecken. Denn auch laufend werde ich ziemlich lang unterwegs sein. Im März dann einen 16 Kilometer Testlauf. Wenn der locker und mit einem Lächeln funktioniert sollte ich gerüstet sein. Wenn nicht, dann freue ich mich auf das Viertele im April.

Wieder daheim schreibe ich mir meine Trainingsideen auf. Irgendwie verrückt, was man sich auf längeren Strecken so alles ausdenken kann. Aber jetzt probier ich’s halt mal.

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Guter Plan!

Bei der Überschrift habe ich mich ja schon gefragt, was da jetzt wohl kommt.

Ein Halbmarathon ist ein schönes Ziel, und mir kommt Dein Plan sehr plausibel und ausreichend vorsichtig vor. Sehr schön! Lass uns weiter mitlesen und die Daumen drücken, dass es ein rundum schönes Lauferlebnis wird.

Herzliche Grüße und viel Erfolg beim Umsetzen
yazi

Schön das es wieder

Schön das es wieder aufwärtsgeht. Im Frühjahr ein Halbmarathon, seh ich keine Probleme. Auch dein Fahrgestell dürfte sich bis dahin an die längeren Strecken gewöhnt haben. Die kurzen Strecken, laufen die langen Strecken walken? Klasse Idee!!! Nicht die Strecke macht kaputt, nur das Tempo. In ein paar Wochen denkst du nur noch mit einem Lächeln an die "Mehrkilometer"

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Vielen Dank ...

... für die Motivationsspritze, die mir Dein Betrag gegeben hat.
Seit langer Zeit kann ich mich kaum motivieren, denn auch ich hatte das Ziel, eigentlich in 2014, mal an einem Halbmarathon teilzunehmen. Allerdings hat mir die Strecke schon ziemlich Respekt eingeflösst, zumal ich bei km 13 immer - aber auch wirklich immer - eingeknickt bin. Von Knie über Rücken bishin zur Erkältung nach so einem Lauf war alles dabei. Ja, und so kam es, dass ich fast garnicht mehr gelaufen bin. Aber nun ...
... Dein "Trainingsplan". Perfekt!!!

Ups...

... vielleicht sollte ich dazu sagen, dass meine laufenden Kollegen meinen Plan für Schwachsinn halten. Walken wird in der HM-Vorbereitung nicht ernst genommen.

Es freut mich aber, dass es Dich motiviert. Falls wir beide es trotz der Unkenrufe schaffen mit den Walking Strecken den Spass am Laufen zu halten und unser Ziel zu erreichen, dann machen wir eine virtuelle Flasche Sekt auf. Einverstanden?

@favoritin2011: Schon mal Galloway probiert?

In diesem Beitrag wird seine Run-Walk-Run-Methode sehr ausführlich diskutiert. Mich hatte er nach langer Verletztungspause wieder ans Laufen gebracht.... mit Spaß und Lächeln.

Die Idee mit dem Langstrecken Walking ist bei mir jetzt zur weiteren Pulsreduktion dazugekommen. Wenn ich die Walks auf Laufen umstelle, dann auf jeden Fall wieder mit Galloway.

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