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Benutzerbild von dfrobeen

Ich hatte mir für diesen Lauf so eine Art Entscheidungshilfe gebastelt. Als ich vor ein paar Wochen meldete, war er noch als ganz normaler Testwettkampf auf dem ganz normalen Weg der Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon gedacht. Mit "ganz normal" hatte aber die Vorbereitung in den letzten Wochen nur noch ganz wenig zu tun. So sollte dieser 10er plötzlich zur Entscheidungshilfe mutieren, ob ich Frankfurt überhaupt laufe oder sofort in eine 4-6wöchige Sportpause übergehe um mein deutlich erkennbares Übertrainingssyndrom loszuwerden. Laut Trainingsplan war für diesen Lauf eine Zielzeit von 38:30 Minuten vorgesehen, in der Marathonvorbereitung im Frühjahr donnerte ich zur selben Vorbereitungsphase eine 37:31 raus und für diesen Lauf sagte ich mir, dass sobald die Zeit über 40 Minuten betragen wird, würde ich Frankfurt Frankfurt sein lassen. Der Wolfsburg-Halbmarathon eine Woche zuvor hatte mich sehr nachdenklich gemacht, schließlich verpasste ich die Zielzeit um 12 und meine persönliche Bestzeit um 14,5 Minuten. Sofern sich dieser Trend fortsetzen würde, wollte ich es in Frankfurt nicht auf die Spitze treiben und die ganze Vorbereitung durchziehen um dort meine Bestzeit um 30 Minuten oder mehr zu verfehlen.

Neben dieser persönlichen Betrachtung, gab es beim diesjährigen Sportschecklauf aber auch eine weitere Komponente. Wir sind dort als Team aufgelaufen. Letztes Jahr hatte ich noch herbe Kritik in meinem Triathlon Team geerntet, warum ich an diesem Lauf teilnehme. Diese Veranstaltung ist überteuert (25 EUR Meldegebühr), überkommerziell, das Shirt (in dem man laufen und zur Siegerehrung MUSS) hässlich und der Lauf sowieso die Personifizierung des Bösen. Dennoch fand und finde ich auch, dass es ein flacher, schneller 10er-Wettkampf durch die City unserer Heimatstadt war und wir da als Team auch ein wenig Werbung für uns machen können. Also motivierte ich insgesamt 8 weitere Teammitglieder diesen Anti-Lauf mit mir gemeinsam zu bestreiten. Mindestzielsetzung war es die Teamwertung zu gewinnen. Es werden die schnellsten 6 Akteure eines Teams gewertet - im Vorjahr bedurfte es eines 40:12 Minuten-Schnitt um eben diese Wertung zu gewinnen. Wir sollten die Mindestzielsetzung erfüllen...und viel viel mehr - aber dazu später mehr im Blog.


Janek wollte beim Kinderlauf auch mitlaufen, bekam aber leider vorher noch Fieber

Bevor ich ans Team dachte, musste ich mich dann doch erstmal um meinen eigenen Lauf kümmern - und am Sonntag um 15:45 Uhr ging dann der Startschuss. Wir waren zum Einlaufen die 2,5km-Schleife schon einmal abgelaufen und wussten spätestens dann, dass die Strecke erstens sehr verwinkelt, vor allem aber fast ausschließlich über Kopfsteinpflaster führen sollte. Als sich nach ca. 100m vor der ersten Kurve erstmals das Feld sortierte, war ich an etwa zehnter Stelle. Robin, mit dem ich mich gemeinsam auf den Marathon vorbereite, war hier schon knapp 20m dem Rest des Feldes enteilt. Er lief den ersten Kilometer in 2:50-Pace an...zu schnell für alle anderen Teilnehmer. Dahinter folgte ein uns unbekannter Läufer in stylischer Sonnenbrille und auch sonst perfektem Läuferoutfit. Wenn er mit dem Outfit nicht auch schnell gelaufen wäre, hätte er sich wohl zur ziemlichen Lachnummer gemacht, aber er wurde letzlich Vierter und hielt damit, was sein Outfit versprach.

Mein erster Kilometer endete nach 3:36 Minuten - genau dem Tempo, in dem ich am Mittwoch noch 5 1000m-Intervalle gelaufen war. Mir war aber klar, dass ich das nicht 10km am Stück durchlaufen würde. Meine Pace pendelte sich für die nächsten 3km bei 3:52 ein. Mittlerweile hatte ich noch ein paar andere Läufer überholt, die noch mehr zu schnell starteten und lag zwischenzeitlich auf Rang 6 des Teilnehmerfeldes. Meine erste Runde absolvierte ich in 9:14 Minuten - 4mal dieses Tempo und ich hätte eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt.

Tatsächlich war aber meine Sorge eine andere. Auch beim Halbmarathon in Wolfsburg hatte ich einen schnellen ersten km (3:45), dann wollte ich mich bei 4:00-Pace einpendeln, brach dann aber nach dem vierten Kilometer dermaßen ein, dass ich zuletzt sogar gegen die 5:00-Pacemarke ankämpfte und diesen Kampf dann auch noch bei zwei Kilometerteilstücken verloren geben musste. In Wolfsburg musste ich mich dabei auch um sechs Minuten einem Läufer geschlagen geben, den ich zuletzt eigentlich immer deutlich hinter mir lassen konnte. Zum ersten Mal übrigens beim Sportschecklauf exakt ein Jahr zuvor.

In diesem Jahr gehörte er zu denjenigen, die ich im Verlauf der ersten Runde überholte, wartete jetzt aber darauf, dass ich einbreche und ich vergebens wieder seinen Hacken hinterher laufe. Tatsächlich kam ein kleiner Einbruch im Verlauf des fünften Kilometers und dieser sollte in 4:07 rausgehen. Auch danach blieben die Kilometerzeiten leicht über 4:00, aber ich war erleichtert, dass es diesmal kein deutlicher Leistungseinbruch wurde. Die zweite Runde endete für mich nach 9:51 Minuten, im Schnitt immer noch unter 4 Minuten pro Kilometer. Dies sollte in der dritten Runde nicht mehr so sein, die in 10:01 endete. Mittlerweile wurde ich auch ein paar Mal überholt - ich lag mittlerweile etwa auf Rang 12 bis 14. Mein Dauergegner war aber nicht dabei und kam letztlich 55 Sekunden nach mir ins Ziel. Ab der dritten Runde war man auch kräftig mit Überrundungen beschäftigt, sodass es immer schwieriger wurde zu beurteilen, wo ich tatsächlich im Rennen lag.

Was mich am meisten freute war, dass ich in der vierten Runde nochmal beschleunigen konnte. Diese endete nach 9:53 Minuten, was einer Endzeit von 39:02 Minuten entsprach. Ich war wieder mit meiner Welt im Reinen. Es war weit weg von Bestzeit, sogar die vorgegebene Zeit des Trainingsplan verpasste ich um 32 Sekunden. Aber nach der Erfahrung von vor einer Woche, war dieser Lauf eine Art Lottogewinn. Die Zeit war ok, vor allem war ich nicht erneut eingebrochen. Ich war in Feierlaune.

Um diese auch aktiv auszuleben gab es einen Haufen Gründe in unserem ganzen Team. Erst einmal hatte ich mit meiner Zeit (die zu Gesamtrang 14 reichte), meine Altersklasse gewonnen, was aber leider in der Siegerehrung keinerlei Berücksichtigung fand. Die Teamwertung hatten wir gewonnen, und zwar mit 29:58 Minuten (!!!) Vorsprung auf das zweitplatzierte Team. Diesen Erfolg konnten wir der Gesamtleistung meines (sensationellen) Teams verdanken. Markus, der dritte im Bunde, mit dem Robin und ich gerade die Frankfurt-Vorbereitung machen, gewann den Lauf, Robin wurde zweiter. Auch die Ränge 3, 5, 12, 14 und 17 wurden vom Triathlon-Team Braunschweig belegt. Das Siegerpodest des Einzelwettbewerbes war damit fest in TTB-Hand.

Wir hatten alle phantastische Laune und Markus lud in der Siegereuphorie gleich zum gemeinschaftlichen Grillen bei ihm im Garten ein. Auf dem Weg dahin leerten wir das gefüllte 3-Liter-Glas Erdinger alkoholfrei, was er als Sieger in die Hand bekam. Beim Grillen konzentrierten wir uns dann auf echtes Bier. Ein sehr, sehr gelungener Nachmittag.

Von der Team- wieder zur meiner persönlichen Perspektive gewechselt, habe ich neuen Mut gefasst die Vorbereitung auf Frankfurt noch durchzuziehen. Es sind noch 5 Wochen und dann mache ich eine komplette Ruhepause. Aber auch die 5 Wochen werde ich mit sehr sensiblen Sinnen gestalten. Dieser 10er ging meines Erachtens nur deshalb so schnell, weil ich die komplette Woche nur zwei Einheiten gelaufen war, einen ganz lockeren 70Minuten-Regenerationslauf zum Beine lockern und einer Intervalleinheit 5x1000m. Ich brauche Erholung und die werde ich mir nehmen. Es wird weiterhin ein schmaler Grat auf dem ich mich bewege. Die Grundschnelligkeit stimmt jetzt, dennoch muss ich für Frankfurt jetzt nochmal lange Kanten machen. Diese muss ich jetzt so einbauen, dass ich tatsächlich Trainingseffekte mit anschließender Erholung schaffe und mich nicht erneut übermüde. Es wird spannend, aber ich freu mich (wieder) drauf!

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Lottogewinne

sind ein Zufallsprodukt, du hast dir deine Zeit hart erarbeitet. Schön, dass es für dich wieder läuft! Und Grüße an meine Heimatstadt ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Gratulation zum

super Ergebnis für das ganze Team! Habt ihr toll hinbekommen - und für Dich war es ein Lottogewinn. Auch das liest sich positiv. Weniger ist mehr - wenn Du Frankfurt eben nicht auf Bestzeit angehen willst kann das noch gut gehen. Eine Erholung wird Dir dann auch gut tun. Du bist ja noch jung, da kann das noch schnell gehen!

Bleib gesund und trainiere mit Kopf und Augenmaß. Viel Spaß! Wir sehen uns dann vielleicht in Frankfurt, wo ich aber an der Strecke stehen werde. Bei mir ist nämlich leider JETZT Pause angesagt, aber ich bin ja schon ein alter Knopp.

Glückwunsch ...

zum tollen Ergebnis und zum mal wieder fantastischen Blog! Du schreibst wie ein Krimi-Autor und spickst die Berichte auch noch mit tollen Fotos. Insbesondere das Foto mit Deinem Sohn hat mich sehr berührt. Das ist ja ein ganz Süßer!!!!!
So, jetzt zu Deinem Plan mit dem Frankfurt-Marathon. Ich wohne in der Rhein-Main-Region im wunderschönen Hofheim am Taunus und kann den FFM-Marathon nur empfehlen, würde Dir allerdings aufgrund Deiner letzten Blogs abraten, ihn dieses Jahr zu laufen! Du hast dieses Jahr deutlich überpaced und dieses Ergebnis in Braunschweig bestätigt dies ja letztlich auch noch mal! Die Wahrscheinlichkeit, dass Du nach 20 km einbrichst halte ich für sehr sehr groß und Du wirst m.E. in keinen Fall Deine gewünschte Zeit erreichen!!!!! Somit kann der FFM-Marathon nur ein Saisonabschlussfrusterlebnis für Dich sein. Zudem ist nach den Belastungen in diesem Jahr das Verletzungsrisiko hoch. Nimm doch einfach das sehr gute Ergebnis in Braunschweig als positiven Saisonabschluss und plane Dein Lauf- Triajahr 2015 und erarbeite entsprechende Pläne. Du hast ganz viel erreicht, tolle Wettkämpfe gefinished und vor allem ganz ganz viele Möglichkeiten in 2015. Gefährde das nicht indem Du jetzt zerschießt!!!!!!!!!!
Das ist nur ein persönlicher Rat auf Grundlage Deiner tollen Blogs. Letztlich muss Dein Gefühl entscheiden!
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg, falls Du am FFM-Marathon teil nimmst.
Mit schönen Grüßen
Daniel

Hmm, also das Ergebnis klingt erst mal ganz gut, aber ...

... bei so nen 10er merke ich jedenfalls immer wieder wie sehr der erste und zweite zu schnelle km doch auf die restlichen km nachwirkt. Kann sein, das ist bei dir anders. Mir geht es so. Nach deinen Zwischenzeiten hintenraus, sieht das jedenfalls genauso aus. Wir laufen sehr ähnliche Zeiten im Flachen. Da fällt der Vergleich sehr leicht. Was ich nicht kenne, sind deine Trainingsumfänge. Vergleichen kann man die sicher nicht. Triathlon ist doch was ganz anderes im Trainingsaufbau, als nur durch die Gegend trotten.
Für mich liegt ein Schlüssel in der Kurzstrecke konstant und schneller zu laufen in einem bewußt langsameren ersten km. Das ist grad im Sprint (10km) ziemlich schwer. Zu Mal einem da eine 3:50min/km wirklich sehr, sehr lamngsam vorkommt. Die 3:50 hilft aber in Summe nicht langsamer zu werden. Du "vergeigst" vorn 15 bis 25sec auf den ersten ein bzw. zwei Kilometern und legst dann aber hintenraus aus einem langsam an den Anschlag gefahrenen Tempo (gleiche Geschwindigkeit bei gleichzeitiger Ermüdung - deshalb an den Anschlag) noch zu oder verlierst zu mindest nicht.
Wenn ich jetzt auf deine ersten drei km von Braunschweig und die weiteren km schaue, könnte das genauso auch passen. Da ist das aber sicher nicht so. Auf der Strecke verliert sich das.
So wie du im ersten Teil des Braunschweig-Blogs schreibst, würde ich dir ne veränderte M-Vorbereitung empfehlen. Normal stehen jetzt noch zweieinhalb Belastungswochen, eine Woche Runterfahren (Tapern) und eine Woche Powertapern (fast doddale Ruhe) an.
Nach zweieinhalb Wochen Belastung ist der Haken am M. Da bist du alle und erholst dich auch nicht mehr ausreichend. - So liest sich das jedenfalls!
Mach doch mal eine komplette Woche (inkl.Wochenende!) richtig die Füße hoch und starte dann in eine letzte Belastungswoche (KW41). die letzten zwei Wochen dann eh das normale Programm durchziehen. Und wenn du dich dann nicht fit fühlst, dann kannste immer noch den Haken dran machen, oder einfach mal defensiv in F starten (4:30min/km auf den ersten drei km los und dann einen schönen sachten Steigerungslauf hinlegen).
;-)
PS: In deinem Profil fehlen die 2014er Zeiten. ;-)) Andererseits, alles was da schon steht war eh im Frühjahr und genau dazwischen ist ja die Differenz.

Vielen Dank mal wieder für

Vielen Dank mal wieder für Eure Antworten und Anregungen!

@Schalk, Profil ist aktualisiert :-). Flach sind wir glaub ich tatsächlich in einer Liga unterwegs, aber sobald es etwas länger oder hügeliger wird, kann ich bei Dir nur begeisterter Zuschauer sein. Was ich wohl nicht so transparent rüber gebracht habe ist, dass ich in Frankfurt in keinster Weise auf Bestzeit gehe. Die 2:49h aus Boston steht und das einzige Minimalziel, was ich verfolge ist eine Zeit, mit der ich sicher auch für Boston 2016 melden kann. Gestern wurden die tatsächlichen Cutoff-Zeiten für 2015 bekannt gegeben und da wäre es eine 3:08:58, also schlanke 19 Minuten über meiner Bestzeit. Erst wenn mir absolut klar wird, dass ich keine Chance habe dies zu laufen, würde ich die Vorbereitung abbrechen.
Das mit den schnellen ersten Kilometern ist so eine Sache - ich mache es immer wieder. Mittlerweile habe ich es aber auf ein Maß reduziert, wo ich das Gefühl habe nicht nachhaltig darunter zu leiden. Die letzten 3km in Braunschweig wurden wieder schneller, da waren also noch Reserven. Aber ich müsste den progressiven Wettkampf-10er tatsächlich einfach mal probieren.

@phi65: Danke für Deinen Rat, aber ich hoffe in den verbleibenden 4,5 Wochen sicherstellen zu können, dass ich nicht bei km20 einbreche. Ich werde Frankfurt zu 99% laufen, allein um noch einen der großen Stadtmarathon im "Haben" zu verzeichnen. Startgeld ist bezahlt, Hotel gebucht...nur wenn ich das Gefühl habe ein echtes gesundheitliches Risiko einzugehen, würde ich den Vernunftengel siegen lassen.

@fazerBS: Genieß die Laufpause...ich freu mich wie Bolle auf den 27.10.2014, wenn im Trainingsplan für die nächsten 4 Wochen steht: NIX!

@strider: Deine Heimatstadt ist gegrüße...tue ich jetzt nochmal bei einem 120Min-GA1-Läufchen :-)

Mein Boston-Blog: danielssichtderdinge.wordpress.com/boston-marathon

Freut mich sehr

1. für dein Team und 2 für dich, wie das mit den orangenen Shirts da gelaufen ist.
Ich drück dir die Daumen, dass es klappen wird, in Frankfurt die Boston-Quali zu laufen!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

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