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Benutzerbild von Schalk

2:09Uhr. Wir checken an der vierten Base Vita des TdG in Cressoney bei km200 aus. In zwei Stunden haben wir uns beim Essen und Ausruhen von Platz 150 auf 100 vorgearbeitet. Der Schlafraum muß voll sein. Aber Schlafen wird deutlich überbewertet. Ich bin nicht müde und den nächste Sektor ist vergleichsweise zum einen kurz und zum anderen leicht "laufbar". Vielleicht geht der in 10h und dann können wir immer noch überlegen, ob wir den sechsten Sektor gleich noch hinten dran hängen.
Der Sektor 4 ist nach den knapp 2:30h Pause ganz gut verdaut.
Streß müssen wir keinen machen. Der letzte ist vor ner Weile hier los Richtung Col Pinter und es sieht auch nicht so aus als würden in der nächsten halben Stunde fünfzig Leute aufbrechen. In der Base Vita sieht grad keiner so aus, als würde er bald los machen. Und alle die Reinkommen verschwinden gleich zum duschen (?) und pennen.
Anders wir! Wir können das!
Die Nacht ist mild. Längst hat es aufgehört zu regnen. Die Sealskin-Socken sind nicht mehr am Fuß, der Laufrucksack ist hinsichtlich Gewicht optimiert. Beim Loslaufen in Donnas merkte ich, dass in der linken Armbeuge beim Abdrücken mit den Stöcken Schmerzen waren. Also hatte ich noch in Donnas die Stöcke wieder zusammengeklappt und am Rucksack festgemacht. Die 500g Gewicht trug ich bis Cressoney sinnlos mit mir rum. Dort verschwanden sie dann aber im Drop bag. Ich glaube, dass große Akku für die Stirnlampe verschwand auch im Drop bag. Für die nächsten 4h reicht auch der kleine Akku der Stirnlampe.
Der flache "Anlauf" bis zum nächsten Anstieg war vielleicht 2km. Wir liefen durch eine sehr ruhige, menschenleere Gegend. Also Häuser waren schon da. Aber irgendwie schlief wohl doch alles. Wir spielten die Strecke durch und welche Optionen wo wie bestünden, unterhielten uns über den letzten Sektor und grübelten wie es wohl denen gehen würde die wir bisher so auf der Strecke getroffen hatten.
Und nach einem Stück Straße ging es dann auch schon links weg hoch. Ein schöner Knaller, der Einstieg in den Berg. Aber wenn man das weiß, kann man sich ja drauf einrichten. In aller Ruhe zogen wir nach oben. Nach 300hm kam der nächste VP Alpenzu. Hier hatte ich mir vor vier Wochen zwei Panini mitgenommen. Dort angekommen waren wir eigentlich noch satt. Ein wenig von diesem Laufverpflegungsdreck wurde eingeworfen, Andreas nutzte das deutschen Normen entsprechende Tö und es gab einen leckeren Kaffee. Also richtigen Kaffee meine ich. "Due Kaffee per favore!" ist da die Zauberformel. Bei Italienern ist klar was die wollen. Wir Ausländer werden meist noch mal gefragt, ob wir Espresso oder "Amerikano" haben wollen. Ich antworte dann immer "Kafffeeee." Wenn man das richtig ausspricht, ist das als Antwort eigentlich ausreichend. So ein Kaffee ist immer extrem lecker. Und um die Uhrzeit (laß es vier Uhr gewesen sein) ist das noch leckerer.
So ist der restliche Aufstieg ja quasi ein Kinderspiel. Naja, vielleicht doch nicht übertreiben und übermütig werden. Über 1000hm sind schon noch eine ernst zu nehmende Größenordnung. Wie immer zogen wir langsam nach oben. Die Jungs, die Refugio Alpenzu verließen just als wir ankamen, sahen wir nicht. Aber wer weiß hinter welchen Hügel die im Aufstieg steckten, wenn wir grad mal hoch schauten. Spektakuläres ist vom Aufstieg nicht zu berichten. Wir waren einfach nur allein. Irgendwann tauchte weiter unten mal ne Stirnlampe auf. Anfangs schien es auch die käme näher. Später aber eher nicht mehr so.
Endlich oben. Andreas macht nach jedem Berg nen Haken. Ich mach den wenn wir unten sind. ;-) Aber das kommt ja jetzt. Dieser Abstieg zum Refugio Crest ist gut laufbar. Naja, ich würd mal sagen stellenweise laufen wir da auch. Je weiter wir runter kommen, umso mehr kündigt sich der neue Tag an. Es kündigt sich noch was anderes an. Andreas ist "todmüde". Er hat arge Bedenken schon im Gehen einzuschlafen. Während ich in Donnas meine vier Stunden schlief, konnte er ewig nicht einschlafen. Als ich ihn geweckt hatte, war er gerade erst eingeschlafen. Na und eine Stunde Schlaf ist jetzt nicht so der Brüller. Ok, jetzt heißt es durchhalten. Kurz vor Crest meinte er ich solle mich los machen. Ich wäre eher schneller, also weg. Das erste Mal ignorierte ich geflissentlich. Ich wollte eh nicht los. Als wir immer langsamer wurden und die nächste Bemerkung kam, zog ich dann aber doch los. Es war mittlerweile Hell. Es ging einfach nur bergab.
Ich war total in Gedanken. Kann ich ihn einfach allein laufen lassen? War das so richtig? Was will ich eigentlich allein unterwegs? Auf irgend ne Platzierung laufen war eh Schmarrn. Wozu das also? Und schwupps war ich auf nem breiten Weg unterwegs, aber ich sah keine gelben Fähnchen mehr. Ich schaute mich um. Stimmt, da links unten den schmaleren Weg geht es lang. Zurück hies hoch, also quer über die Wiese.
So, jetzt aber Konzentration!
Ich muß etwas Dembo rausnehmen. So wird das nix. Wieso bin ich nicht einfach bei Andreas geblieben? Allein is doch kagge!
Und schon wieder sah ich keine Fahnen mehr. War ich zu müde? Nöö. Aber mit den Gedanken nicht bei der Sache. So wird das nix.
Ich schaute noch um die nächste Ecke, ob nicht doch noch ne Fahne käme und machte mich dann die paar Meter zur letzten Fahne auf. Und dann kam auch schon Andreas. Auch er hatte zumindest den letzten Abzweig übersehen. Ok, machen wir an den Ausflug nen Haken. Das wird nix. ;-) Wozu auch? Gemeinsam geht es weiter.
Crest.
Andreas ist müde.
Bei mir geht der Deck mit dem Magen wieder los.
Wie zwei Häufchen Elend sitzen wir im Refugio Crest. Müde, kaputt, schlaff.
Andere Läufer kommen rein. Sie sehen fit aus. Wie fit oder schnell sie sind, ist irrelevant. Die Körpersprache zeigt den Unterschied. Es war einfach ein Fehler in Cressoney weiterzulaufen. Aber da müssen wir jetzt durch.
Bei Magen hilft Pasta? Wir bekommen welche. Ok, der Brüller sind die jetzt nicht. Noch Salz dran und dann gehen sie so. Nein, sie helfen nicht wirklich. Alles bekomme ich auch gar nicht rein. Sch... Schon wieder der Müll. Ich gewinne den Eindruck, dass der Magen bei Belastung und Schlafmangel beginnt zu rebellieren. Naja, das mit dem Schlafmangel ist jetzt erst mal so. Also sehen, wie wir mit der Situation klarkommen. Ich probiere noch hier was und da. Richtig besser wird es nicht. Tee mag ich nicht probieren. Da war der Effekt am Col Loson doch zu nachhaltig.
Zwei Spanier kommen rein. Während alle anderen Läufer grüßen, würdigt der eine uns kaum eines Blickes. Für mein Gefühl ist das ein kurzes abscannen, feststellen dass wir keine Gegner mehr sind und dann den Fitten Markieren. Boah, wie hasse ich so ein Gehabe. Wie gerne würde ich es dem Ar... zeigen. Allein, ich bin nicht in der Lage dazu. Scheiße!
Ich bin nicht in der Lage? Das auch. Und neben mir schläft einer fast am Tisch ein. Wir sind zwei Experten! Und wer hatte die geniale Idee? Egal. Wir können jetzt hier noch ne Stunde rumlungern. Richtig schlafen kann man hier nicht und Ruhe in den Magen werde ich auch nicht bekommen. Es geht noch etwas hügelig bis St. Jaques und dann noch mal hoch, wieder runter und dann ist endlich Schlafen.
Wir ziehen weiter. Erst kommt Andreas nicht aus dem Knick. Ich trotte nebenher. Aber dann gibt er sich einen Ruck. Jetzt hab ich zu tun. Es geht hoch und hoch und hoch. Sachte, aber hoch. Dann ist der Scheitel erreicht und der Weg runter nach St. Jaques kommt, der nächste VP.
Wir kommen rein. Auf dem Rechner läuft ein Stream. Oder ist es Radio? Auf jeden Fall überschlägt sich gerade ein Reporter. Ich futtere was. Den Magen werd ich nicht zur Ruhe bekommen.
Dann stehen alle vom VP vor dem Rechner. Es ist der Livestream zum Zieleinlauf des Siegers der Tor des Geants. Es ist Mittwoch Früh. Wir sind km222. Aber mir geht es zu bescheiden, als dass ich mir irgendwelche Gedanken über diese Unterschiede machen würde. Auch solche Gedanken wie 'Jetzt im Ziel sein.' haben keinen Platz. Der Weg ist definiert. Danach ist Schluß. Vorher aufhören zählt nicht.
Zwei Brühen rein und weiter. Oben kurz vor dem nächsten Col kommt der nächste VP. Und wieder der normale Wahnsinn. Es geht hoch und höher. Wieder 1000hm. Irgendwie schreckt die Zahl lange nicht mehr. Das geht mehr in diesem stetigen Hoch und Runter einfach unter. Man ist von VP zu VP einfach Stunden unterwegs. Nein, du machst dir darüber keine Gedanken mehr. Das ist einfach so und gut.
Es geht ein langgezogenes Tal langsam nach oben rechts hinten um die Ecke ist der Sattel. Noch weiter rechts hinter einem Hügel ist die Hütte. Andreas weiß das alles nicht. "Wie, da hoch müssen wir?" Andreas zeigt in die richtige Richtung.
"Erst mal kommt da oben die Alm und dann ein Hügel Rechts und dahinter der VP und dann der Sattel. Eins nach dem anderen."
Gefühlt wechseln sich unsere Tiefs schön ab. Wenn's bei Andreas offensichtlich nich so gut geht, gibt's von mir nen moralischen Tritt in den Hintern und umgedreht. Und trotzdem, schön ist anders.
Am VP weiß ich, ich muß Essen. Aber ich will nicht. Der Magen will nicht. Ich ziehe ne Cola, um den Blutzucker kurz hoch zu bekommen. Wenns besser geht, kann man auch wieder Essen und dann gehts auch wieder besser. Wir essen - ich glaub - ne Polenta. Nee, wirklich gehen geht das nicht. Egal, rein.
Beim Losgehen ist es zwar nicht viel besser, aber die paar Hm nach oben müssen jetzt auch noch gehen. Und dann ist ja bis Valtournanche nur runter. Es ist wie vor drei Jahren beim TAR. Am Col ist Andreas Leiden erst mal vorbei. Dann geht meins los. ;-) So erreichen wir weit nach Mittag die nächste Base Vita. Auch dieser Sektor ging in 12h weg. Nix10h. So wie wir uns fühlten, sind wir andererseits wohl noch mal mit nem blauen Auge davon gekommen. Ne Schlafpause irgendwo und man hätte an das Geschlappe noch mal 2 oder 3h dranhängen können. Eigentlich war es ja mehr oder weniger egal. Trotzdem überlegt und rechnet man ja.
Es war Mittwoch 14:30Uhr. 96h (vier Tage) oder auch 100h waren mittlerweile klar weg. Auch die 110h würden wohl kaum noch zu schaffen sein. Jetzt wird erst mal geduscht, geschlafen und wenn der Magen wieder voll und zufrieden ist, können wir ab da mal 24h draufrechnen (je 12h für Sektor 6 und 7) und dann schaun mer mal wann das so sein könnte.
Das Erreichen von Courmayeur war jetzt gar keine Frage mehr. Ja, wir würden ankommen!
Nur das Wann war noch nicht klar. Aber auch da hatten wir ja sehr schön im letzten Sektor gelernt wie ruhig man das angehen sollte.
Auf dem Weg zum Schlafraum fragte mich ein Mädel etwas. Der Weg von den Ohren in den Kopf war etwas länger.
Ich antwortete mit "Ja."
Die nächste Frage kam eher im Kopf an: "Welche Uhrzeit?"
Ratter, ratter.
Dann kam auch die Übersetzung der ersten Frage im Kopf an: "Willst du geweckt werden?"
"Äh, nee! Nicht Wecken. Ich steh auf, wenn ich munter werde." ;-)
Duschen - seehr cool!
Auf der Liege dann der Systemcheck. Alles im grünen Bereich. Müde. Aber das wird ja jetzt. Andreas ist noch beim Duschen oder weiß ich wo. Wer munter wird, macht den anderen munter haben wir ausgemacht.
Also, Nachtruhe um 15Uhr oder weiß ich wann.
Nach dem Schlafen kommt noch mal ein janz harter Sektor bis Ollemont. Naja, und den Rest, den schaun mer dann mal.
;-)

5
Gesamtwertung: 5 (9 Wertungen)

Hut ab!

..wie Du (bzw. Ihr) das "Auf und Ab" gemeistert habt!
Mir immer wieder schleierhaft, wie man in diesen Situationen den Kopf / die Beine / den Schweinehund mobilisieren kann.
Ich glaube das macht den richtigen Ultra aus.

Wieder schön geschrieben und man konnte richtig mitleiden. Freue mich schon auf den nächsten Teil.

Alex

...vielleicht irgendwann ein Schweinehundversteher...

Oh, was für ein Kampf!

Wie wichtig der Schlaf gewesen wäre. Aber nun war die Entscheidung ja getroffen gewesen. Danke für diesen grundehrlichen Bericht! Und schlaft gut ;-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Schlafmangel

ist das, was mir vor so langen Kanten den Meisten Respekt einflößt. Scheint nicht ganz unberechtigt zu sein....

Ein packender Bericht von einem grandiosen Unternehmen.

granreserva


___________________________
Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

Unberechtigt? Hmm, ...

... Andreas meinte heute wieder. Der wichtigste Punkt ist die Notwendige Schlafpause zu erkennen und zu machen. Das macht den Unterschied. Und er hat Recht!
;-)

Oh man, ...

... dass muss hart gewesen sein! Das eine Frage zwischen Ohr und Gehirn einige Sekunden unterwegs ist, spricht Bände und den falschen Weg haben schon ganz andere in viel leichteren Situationen eingeschlagen. (Da kann ich mehrere Lieder von singen!)

Wenn ich das so lese, wird mir immer klarer, welche Kräfte ihr mobilisiern musstet und wie gut z.B. eine Dusche, ein gutes Mahl und eine Liege sein können!!! Manchmal verliert man den Blick fürs Wesentliche. Danke für die Erinnerung daran durch deinen grundehrlichen Bericht.

Andre.

Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

Genau Angus,...

das ist es, was mir auch so an seiner Schreibe über solche gigantischen Dinger beeindruckt und gefällt, dass das Wesentliche, die Basis, das sonst so Einfache im Leben wieder in den Vordergrund rückt, nein, Priorität bekommt, um zu überleben.

Jemand schrieb mir nach dem TAR, er hätte so viele "Zombis" dort herumeiern sehen, das würde doch nichts mit Laufsport und Laufgenuss zutun haben, diese Leute würden alle über ihre Grenzen gehen, sich kaputt laufen und abschalten und er würde nicht begreifen, warum man sich so etwas antuen würde. Für ihn war es so negativ behaftet, dass er nun doch nicht mehr dafür sich hochtrainieren wolle. Ok, muss jeder für sich selbst entscheiden und niemand MUSS so etwas machen.
Naja, für mich gibt es auch sehr viele Dinge im Leben, die andere Leute tun, die ich niemals begreifen werde, aber das, was z. B. der Schalk dort macht, glaube ich im Ansatz zu begreifen.
Und das beste ist, durch seine schönen Blogs weiß und lerne ich, wie man so etwas macht und tatsächlich dort mehr oder weniger heile durchkommt. An Blasen stirbt man nicht, aber es kann sich so anfühlen, hab ich auch schon gespürt, also gilt es diese zu verhindern mit allen Mitteln. Ohne stetige Energieversorgung hält man sowas nicht durch, Schlaf kann ein Neustart sein und ein Freund oder Support unterwegs können Berge flacher machen. ;o)

Bitte weiter Schalk! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Wechsel der Tiefs

deshalb ist zusammenlaufen manchmal so wichtig! Ok, es nervt, wenn immer einer Probleme hat, aber stell dir vor, ihr hättet gleichzeitig geschwächelt??? Wobei ich das Wort schwächeln bei so einem Unternehmen eh für nicht angebracht halte!!!

Irgendwie tröstet mich, dass ich nicht die einzige mit Magen bin, aber wie man damit 300km durchsteht ist mir völlig schleierhaft. Ihr seid Helden, aber wie!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Hach ja,

völlig andere Dimensionen, aber auf das Wesentliche reduziert: laufen, sich gegenseitig motivieren, essen, schlafen. Das Leben kann sooo einfach sein :kicher.

@Carla-Santana: solche Sprüche muss ich mir auch anhören und noch ganz andere. Aber die steck ich gerade weg wie nix, weil ich weiß was es mit mir gemacht hat. Und ich diese Erfahrung(en) nicht missen möchte. Nur kann man das anderen nicht vermitteln. Ich weiß aber auch was die Dinge sind, die ich NICHT machen möchte - wo sich mir quasi die Nackenhaare sträuben. Echt, das sind Dinge, die jeder für sich entscheiden muss. Nicht jeder hat das gleiche Ziel - und wenn man das gleiche Ziel hat geht man noch lange nicht denselben Weg dorthin.

Nur dieses Einfache - das hat was, oder? Essen: laufen geht wieder. So müde, dass schlafen notwendig: dann schlafen (und auch das scheint zu jeder Tages- oder Nachtzeit zu gehen). Tief: mit Freund überwinden, dafür dem Freund bei seinem Tief zur Seite stehen.

Schalk, schlaf gut. Und dann weiter im Text - das will ich lesen! Gigantenstark.

Was für eine Kalkulation!

96 h!! ... und dann noch 2 x 12 h! Krass! Dagegen mutet ja der TAR als fröhlicher Wandertag an! ;-)
Mit Magenproblemen hatte übrigens auch beim TAR eine sehr erfahrene Mexikanerin zu kämpfen gehabt, während sie beim letztjährigen TAR noch gut durchgekommen war. Ist wohl keine Seltenheit.

Über Nacht ist dann wohl die zweite Luft gekommen, gell/ne/wa? ;-))

Ansonsten kann ich mich Carla und ihrem Vorredner nur anschließen, man weiß bei/nach solchen Ochsentouren die vermeintlichen selbstverständlichen Dinge wie warme Duschen, ein warmes Essen und vor allem ein richtiges Bett so richtig zu schätzen!

:-)

*kopfschüttel*

Einfach unfuckingfassbar

Alex

Bei diesem Beitrag...

habe ich mitgelitten. Wahnsinnige Tortour!

Und das Komische ist, ...

... dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist - während man so was macht, gibt es kein "Schlimm" oder "nicht schlimm". Da gibt es nur das Hier und Jetzt und da muß man durch, also geht es auch, Uwe. Du kennst so gut wie ich diese Situationen. Die ändern sich auch nicht zwischen 100Meilen oder 200Meilen. Der große Unterschied im Herangehen an die beiden Distanzen für mich ist das Planen des notwendigen Schlafens. Es gibt Leute die können dort vier Tage am Stück ohne Schlafen durchwandern. Ich kann das nicht. Da ist jeder Körper anders und das muß man erkennen und dann beachten.
Genau das ist es, MC - Laufen, Essen, Duschen, Schlafen. Vielleicht noch die Richtige Reihenfolge und der jeweils richtige zeitliche Anteil. ;-) Und das wird bei jedem anders sein.
Jup, Fazer, bei mir ging Schlafen wirklich unabhängig von Tag oder Nacht. Man muß halt müde sein. Sonst ist das Blödsinn. Aber wenn man müde ist, schläft man dann auch.
Das mit den 330km und dem Magen ist ganz einfach, Strider. Der Magen muß sich während des Laufes bzw. in den Pausen beruhigen. Das war zumindest meine Lösung. anders geht das auf der Distanz wohl eher nicht - jedenfalls für mich. In Cogne und Valtournenche habe ich das jeweils mit eine Schlafpause überbrückt und dann ordentlich gegessen. Danach ging's immer wieder.
Leute, die "Zombis" herumeiern sehen und dann urteilen, da krieg ich Pickel von! Das ist ja fast so krass wie Fazer vom Vergleich Marathon und Ultra in Bezug auf Leistung berichtete. Ganz nach dem Motto "Dieses Rumgeschlappe ist keine Leistung. Marathon laufen ist Leistung." Da gehen mir echt die Nackenhaare hoch. Ich schau mir dann die Leute bei km39 an, die dort nach 2:50h am Bordstein sitzen und Krämpfe haben. (Ist mir übrigens auch schon so gegangen!) Tolle Leistung! Die müssen durch dieses Tief genauso durch wie wir von km200 bis 235 beim TdG. Wir saßen auch wie zwei Häufchen Unglück in Crest. Bei km260 sah das wieder ganz anders aus! Bei Ultras gibt es nun mal die Tiefs während des Laufes. Ein Halbmarathon ist dafür leider etwas zu kurz. Ich könnte mir aber fast vorstellen, dass es auf der HM-Strecke in Wettkämpfen statistisch gesehen mehr Tote durch Herzinfarkt zu verzeichnen sind, als dies bei Ultras der Fall ist. Das ist ja dann die Steigerung von "Zombie". ;-( Und dies düfte selbst dann der Fall sein, wenn man die Teilnehmerzahlen in Relation setzt. Puhh, Pikel! Aber um Mißverständnisse zu vermeiden: Nein, nicht jeder muß Ultras laufen und auch jemand, der einfach nur regelmäßig seinen Hintern vom Sofa runterbekommt und ne Runde um den Block läuft, hat meine Achtung!
Explizit so riesige Kräfte muß man da gar nicht aktivieren, Angus Schuan. Vielleicht empfindet man das auch nur einfacher eben weil man in dem Moment nur den Gedanken für das Wesentliche hat. Dieses Fokusieren machte vielleicht einfacher, läßt es normal erscheinen.
;-)

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