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Benutzerbild von Schalk

Die harten Fakten sagen einem so etwas.
330km.
24.000Hm.
Vorher hatte ich sehr viel Respekt vor dem Lauf. Allein die Tatsache selbst Leute zu kennen, die diesen Lauf schon absolviert hatten, gab mir eine gewisse Ruhe. Wenn das mit deutlich weniger Trainingsbasis, als bei mir üblich und sonst leicht langsameren Zielzeiten gehen sollte, dann muß das bei mir auch gehen.
Das komische ist, dass nun nachdem der Lauf beendet ist, alles gar nicht mehr so schwer und gigantisch erscheint – die letzten Kilometer, der Zieleinlauf, da war schon alles gar nicht mehr so gigantisch - eben beherrschbar. Man muß es wollen und dann die nötige Ruhe haben das auch durchzuziehen. Dann kann eigentlich nix mehr schief gehen. Eigentlich! Genau der Läufer mit dem ich mich im Vorfeld eingehend über diesen Lauf unterhalten hatte, mußte in Cogne die Reißleine ziehen. Eine andere Ultragröße saß uns in Donnas beim Frühstück gegenüber. Er wartete auf den Bus nach Courmayeur während wir uns fertig machten auf die vierte Etappe weiter nach Cressoney. Vor einer Verletzung ist in der Tat niemand gefeit. Ich sollte davon verschont bleiben. Doch so ganz klar war mir das am Start noch nicht wirklich.
Zu dritt standen wir am Sonntag, dem 07.09.2014 in Courmayeur mit einer ganzen Menge anderer Verrückter und warteten auf den Start. In mir war eine tiefe innere Ruhe. Hatte ich doch im Vorfeld alles getan, was mir möglich war. Es gab nichts mehr zu tun. Es galt diese 10min noch im Feld der Läufer zu stehen. Dann würde es auf eine ziemlich lange Reise gehen.
Wie wird es mir da ergehen? Wie wird der Lauf laufen? Wie reagiert der Körper auf diese Belastungen? Welche Systeme werden sich wie als erstes beschweren? Schaffe ich es zu Beginn nicht zu überziehen?
Schön sachte los, Schalk! Laß sie alle heizen. Du gehst es ruhig an!
Noch fünf Minuten.
Wir wünschen uns viel Glück!
Wie werde ich mit der Verpflegung klar kommen? Ohne Mampf keine Kampf. An den großen Verpflegungsstationen gibt es ordentlich. Aber die liegen immer so 35-52km auseinander. Bei einer angepeilten „Pace“ von allerhöchstens 12h/42km ist man da doch ne Weile von Hauptmahlzeit zu Hauptmahlzeit unterwegs und in dieser Zeit läuft der Diesel ja nicht zwingend im 6. Gang bei niedrigster Drehzahl. Da wird eher reichlich Energie verbrannt. Bergauf muß man bei ziemlich jedem Auto runterschalten. Das erhöht schon Drehzahl und Spritverbrauch.
Meine ersten großen Erfahrungen mit Blasen habe ich bei der Diagonale gemacht. 15h Regen und einfache Socken waren eine komische Kombination. Die folgenden 100km waren vor allem bergab eine wirkliche Qual. Socken hatte ich nun andere. Für Regen war ich mit Sealskin-Socken ausgerüstet – ein Paar. Würde es reichen? Bleibe ich diesmal wie auch beim UTMB schon von Blasen weitgehend verschont?
Die spannendste Frage ist aber vor allem die, wie sich so die vor drei Wochen zugezogene leichte Wadenverhärtung rechts auswirken wird. Bei einem ZUT hatte ich mir so was auch schon rausgelaufen. Würde das auch diesmal funktionieren? Noch war da nix wirklich schlimmes. Eigentlich kaum nennenswert. Aber wenn man so ein Ding vor der Brust hat, macht man sich schon um so eine leichte Verhärtung Gedanken.
Ich werde es sehen. Wieder gingen mir diese Fragen durch den Kopf. Bald würde es Antworten geben. Der Puls muß auf Ruhe liegen. Wir stehen einfach nur und warten, dass die letzten Sekunden bis zum Start verrinnen. Warum bin ich so ruhig? Muß man nicht voller Erwartungen völlig unter Strom stehen? Vielleicht ist es die Größe des Folgenden. Es ist so irreal viel, was da vor mir liegt. Ich kann es nicht greifen. Ich kann es in kleine handliche Häppchen teilen. Denken im Großen von Sektor zu Sektor und im Kleinen von VP zu VP, von VP zum nächsten Sattel und von Sattel zum VP. Das kann man greifen. 330km kann ich nicht begreifen. Das ist viel zu viel.
Dieci, nove, otto, sette, sei, cinque, quattro, tre, due, uno, und los!
Die ersten setzten sich vorn in Bewegung. Wir stehen vielleicht 10m hinter der Startlinie. Noch mal die Hand drücken und weg. Ich verliere Florian sofort aus den Augen. Andreas ist hinter mir. Keine Ahnung wo. Durch den Ort ist Alarm bis zum Anschlag. Haufenweise Leute säumen die Straßen und jubeln uns zu, machen richtig Alarm. Durch Courmayeur laufen ist nun doch ziemlich emotional. Diese Ungewißheit drückt mächtig auf die Tränendrüsen. Ich empfinde das fast wie einen Zieleinlauf. Ziel? Wie das denn? Ich habe keine Ahnung ob ich hier wieder ankommen werde, ob ich da diesen Jubel genießen kann. Dann besser jetzt. Es ist halt der Start auf eine große Reise.
Völlig bescheuerte Sachen gehen mir durch den Kopf. Wurden nicht die großen Reisenden auch immer so auf eine große Reise verabschiedet? James Cook, Magellan. ‚Schalk, du bist doof. Das ist der fünfte TdG. Das haben schon ne Menge Leute gemacht. Es gibt noch weitere Läufe und das nicht erst seit gestern.‘ Natürlich ist das nicht vergleichbar. Aber für mich war es eine nicht faßbare große Reise. Das darf auch ein wenig die Tränendrüsen anregen.
Durch den Ort geht es zügig, aber eigentlich ganz entspannt. Hier wird nicht so losgekachelt wie beim UTMB oder der Diagonale. Ich finde es jedenfalls eine angenehme Geschwindigkeit. Noch im Ort geht es leicht hoch und unmittelbar nach dem Ort geht es auch schon in einen schmalen Trail steil nach oben. Schon im ersten leichten Anstieg wird aus dem Laufschritt in zügiges Gehen gewechselt. Rhythmus finden. Hier wundere ich mich schon wer so welches Tempo hier hoch geht. Selbst bin ich geneigt etwas rauszunehmen. Und da ziehen Mädels mit… Aber holla! Klar, das ist hier nicht ZUT oder Rennsteig, wo ich vor der ersten Frau ankommen kann. Hier laufen andere mit. Aber sind die das? Egal. ‚Konzentrier dich auf dein Ding, Schalk.‘
Den ersten Teil erlebt man noch ziemlich intensiv. Man speichert die Meter nach oben ab, registriert wer neben einem ist, wer überholt, wen man überholt. Wird man sich später noch öfter sehen, oder eher nicht mehr?
Die Wade bleibt sehr ruhig. Eher ist es so, dass ich die linke Wade etwas mehr merke, als die Rechte. Aber da kann nichts sein. Also ist beidseitig alles ist alles im grünen Bereich.
Der erste Sattel ist geschafft. Oben stehen haufenweise Zuschauer, schreien und tuten und trillern und pfeifen einen hier hoch. Das jetzt noch 23Mal oder weiß ich wie oft? OK, Zuschauer werden es später weniger werden. Auch Läufer wird man später seltener treffen. Noch ist der Abstand nicht groß. Man muß zumindest nicht den Weg suchen. Jetzt janz ruhig runter. Klar werde ich überholt. Egal. Macht mal. Wir haben noch reichlich Zeit uns zu überholen. Wir werden noch so viel Zeit zum Quatschen auf der Strecke haben. Die Italiener quasseln teilweise am laufenden Band. Man kennt sich, fragt wie es gehen wird und weiß ich was da nicht alles erzählt werden wird. Ich suche mir ne ruhige Position im Feld.
Immer wieder ein Systemcheck. Alles i.O. Immer wieder der Abgleich, ob die Geschwindigkeit paßt. Jup. Alles bestens.
Erster VP. Wir hatten zum Frühstück noch mal ordentlich gefuttert. Kartoffeln und Quark und weiß ich was noch. Hunger war noch längst nicht zu erwarten, aber zum einen ist sachtes und stetiges Nachfüllen sicher nicht verkehrt und zum anderen kann ich dann schon mal sehen was geht und was eventuell nicht. Ich schnappe mir Bagette, Käse und Wurst auf die Faust und weiter geht es. In den nächsten Tagen wird noch viel gegangen werden. Da kann ich jetzt auch schon mal im Gehen futtern. Immer mit der Ruhe. Bloß keinen Streß. Das ist noch weit. Bis km42 (Planaval) kannte ich die Strecke nicht. Ab da würde ich bis km270 (Oyace) wieder wissen wo es lang geht, bzw. vor allem was wo wie kommen würde. Die km bis Planaval flogen dahin. Auf dem Weg von La Joux zum Refugio Beffeyes ging es einen ordentlichen Anstieg hoch. Das Feld hatte sich längst entzerrt. Wo ich stand wußte ich nicht und es war mir auch egal. Es lief einfach irgendwie ganz gut. Dass ich zu schnell war, war klar. Es war vielleicht zu schnell gemessen am späteren Durchschnittstempo. So war es völlig OK.
Von La Thuile nach Valgrisanche komme ich mit Roberto ins quasseln. Er will es auch janz jemütlich angehen lassen. Ziel ist ankommen. Wenn er müde ist, wird geschlafen und wenn‘s läuft, kann man ja laufen. Das Dembo hoch wie runter paßt. Dann ziehen wir eben so lange es geht zusammen weiter. Im Abstieg hinter dem Refugio Beffeyes oder nach dem Passo Alto Haut Pas laufen wir auf eine Steinpyramide zu wie sie normal nur auf en Satteln stehen. Nur steht diese mitten im janz normlaen Abstieg. Eine größere Platte mit chinesischer Schrift ist angebracht. Das muß der Gedenkstein für den im letzten Jahr tödlich verunglückten Läufer sein. Und wir finden die Bestätigung an den anderen Seiten der Pyramide. Dort sind Inschriften auch in Englisch und Italienisch angebracht. Einen Moment halten wir am Stein inne und dann geht es weiter. Bis dorthin hatte ich keine genaue Ahnung zu den Umständen des Unglücks und wo es genau passiert war. Roberto und ich waren uns aber beide einig, dass der Weg ganz sicher nicht aussetzig oder schwierig gewesen ist. Es muß ein tragischer Unfall losgelöst von der Belastung dieses Laufes oder der Strecke gewesen sein.
Der nächste VP. Kurz ran und weiter. Es ist nicht mehr weit bis Planaval. Ich könnte mir vorstellen geradeaus den Berg runter und dann sind wir auch bald da. Raus aus dem VP und es ging wieder rechts weg. Hmm. Dumm nur, dass da eigentlich rundrum hohe Berge waren. Und es ging hoch. Ups! So ist das, wenn man die Strecke und das Profil nicht im Kopf hat. Ich dachte tendenziell ging es jetzt runter. Aber erst mal ging‘s noch ein paar Meter hoch. Egal. Dann ist das jetzt so. Auch der Hügel war mit Roberto zusammen gut gemeistert. Und dann ging es wirklich runter. Planaval und bald darauf Valgrisenche im Blick. Dann ist der erste Sektor auch schon geschafft. Runterzu vertritt sich Roberto und es zieht mächtig links im Oberschenkel. Er kann noch Laufen, aber schickt mich vor. Schade! War gut die letzten Stunden. ;-( So schnell geht das. Kurz vor Planaval ist er noch mal ran und in Valgrisenche auch, aber ab jetzt werden wir uns nur noch öfter sehen – nicht mehr zusammen Laufen. In Valgrisenche wird erst mal ordentlich gefuttert. Der nächste Sektor wird knallhart. Der erste Sattel geht noch, aber schon der Col Entrelor ist heftig und dann hoch zum Col Loson sind wir auf dem Weg zum höchsten Punkt der Strecke. 3.300m sind ne Ansage. Und der letzte VP in Eaux Rousses liegt 10km davor und 1.600Hm tiefer. Das wird zehren. Also Essen und Ruhe bewahren!
In Valgrisenche wurde mir im Ausgang die Platzierung mitgeteilt. Das war ne doofe Idee. Ich lag an 51. Klar bin ich deutlich unter Plan, aber es geht wirklich gut und somit mache ich mir keine Gedanken darüber. Paßt. Na, und die Platzierung sieht doch schon mal gut aus. Weiter vorn hätte ich mir Gedanken gemacht.
Hoch zum Refugio l Epée bin ich zügig unterwegs. Ich weiß wo es keinen Sinn macht in ner kurzen flachen Passage zu laufen und wo es sehr wohl Sinn macht zu laufen. Es macht Spaß! L’Epée, in der Hütte hatte ich übernachtet. Es war die beste Hütte der damaligen Tour. Dem Wirt kurz Hallo gesagt, nen Kaffee getrunken etwas gegessen (hatte ja grad erst ne ordentliche Portion in Valgrisenche) und weiter.
Zum Col Fenetre waren es nur noch 300Hm. Die waren schnell absolviert und ab in den Abstieg nach Rhemes. Den lies ich sachte angehen. Bloß nicht im Abstieg zerschießen! In Rhemes machte ich etwas länger Pause. Ich wollte Essen. Leider gab es nur diese normale Laufverpflegung. ;-( Brühe gezogen und Orangen und bissl Wurst. Aber dolle war das alles nicht. Egal. Für die anderen Reichte es. Dann mußte es für mich auch reichen. Also ab zum Col Entrelor. Der war Anstrengend, aber auch das war bald geschafft. Ich war weitgehend allein unterwegs. Das war gut. Ich konnte mir meinen Lauf selbst einteilen. Die Konzentration war hoch. Es lief einfach alles in Ruhe und doch der vollen Kontrolle ab. Ein tolles Gefühl. Auch runter nach Eaux Rousses ließ ich es langsam angehen. Aber halt, bevor ich auf dem Col Entrelor (3.000m) bin, noch ein Wort zu den Ausblicken. Klar kenne ich dies von vor drei Wochen. Nur diesmal war Nacht – und es war Vollmond (oder zu mindest ein recht voller Mond. Der Himmel war wolkenfrei und so leuchtete der Mond das gesamte Tal und die Berge dahinter aus. Der Anblick war einfach nur gigantisch! Solche Nachtbilder aufnehmen? Da brauch man mit nem Handy nicht drüber nachdenken. Vielleicht gibt es ja Bilder davon. Das war wirklich irre. Auf dem Weg hoch zum nächsten Berg konnte man wunderbar diese die Lichter der Läufer vor einem sehen. Das war in Richtung des Mondes. Die Bergkette war eine dunkle Silhouette im Schatten des Mondlichts. Beim Blick zurück war das Tal unter einem und der bereits absolvierten Abstieg vom Col Entrelor vom hellen Mondlicht ausgeleuchtet. Im Abstieg sah man wieder die Lichterkette der Läufer im dortigen Abstieb. Das war in der Tat Gigantisch! Beruhigend war, dass die Lichterkette doch nicht so viele Lichter hatte. ;-) Schließlich war das hier kein Sightseeing. Col Entrelor, der zweithöchste Berg des Laufs ist geschafft! Der Abstieg nach Eaux Rousses zog sich. Ich kannte es. Irgendwo sammelte ich einen anderen Läufer ein. Er kam mit mir mit. Wir quatschten ne Runde. Für ihn muß sich das wie Kaugummi gezogen haben. Gut, wenn man weiß, was kommt. ;-) Allerdings muß ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich ihm sagte, wie es sich ziehen wir, wo wir erst lang müssen und dass es gaaaanz langsam nur nach unten geht.
Eaux Rousses endlich erreicht. Hier muß gut getankt werden! Janz wichtig. Ordentlich Essen ist jetzt wichtiger als alles andere! 1.600Hm auf 10km ohne weiteren VP und hoch bis auf 3.300m. Das ist ne echte Ansage. Aber hier gab’s wirklich nur den üblichen Schmarrn. Ich hab ne Suppe mit Sternchennudeln gefuttert und noch ne Ladung. Irgendwann fängt dann der Magen an zu pluppern. ;-( Also noch Schalkolade und getrocknete Aprikosen rein. Der Magen war voll. Also weiter. Hoch ging es dann doch recht zügig. Der Anstieg ist halt lang und erst mal nicht sehr steil. Kurz nach mir sind mehrere ebenfalls in Eaux Rousses los. Ich sah die Lichter. Der Abstand blieb. Langsam schraubten wir uns nach oben. Lange ging es erst durch Wald. Endlich kam die Tendenz nach links hinten weg. Jetzt geht es endlich in ein Seitental und an dessen Ende geht es hoch zum Col Loson. Regelmäßig alle halbe Stunde trinke ich, mache einen kurzen Stop, um gleich darauf wieder den richtigen Rhythmus für den Aufstieg zu suchen. Alles gut! Klar, es wird anstrengend. Das Ziel ist noch in sehr weiter ferne. Aufgrund der mondhellen Nacht sieht man den Col von der Ferne. Ab und an kann man auch einzelne Lichter von Läufern sehen. Viele sind es nicht. Mein Gott müssen die anderen weit vorn sein. Janz langsam schraube ich mich nach oben. 2.800m, 2.900m. Es wird irgendwie immer schwerer. Von hinten sehe ich die Lichter näher kommen. Wie das denn? Das kann nicht sein. Und doch kommen sie näher. Ich habe zu tun meinen Rhythmus zu halten. Nein, es geht nicht steiler. Und doch fällt es immer schwerer. 3.000m. Zwei Läufer haben mich ein. Ich bin fertig, habe kurz vorher ein Gel eingeworfen. Doch, ich kann mit beiden mitgehen. Puh, was gehen die hier für ein Tempo hoch? Haben die die teuren Duracell gegessen? Das is wohl auch mal ne Ernährungsvariante.
Zwanzig Minuten, vielleicht ne halbe Stunde kann ich mit beiden mitgehen. Dann ist das Gel verdampft und der Stecker wohl endgültig gezogen. Ich bin leer. So weit ist es gar nicht mehr bis zu diesem drecks Hügel da hoch. Aber es wird noch seeehr weit werden. Langsam kommen auch die anderen ran. Ich schleiche der Höhe entgegen. Auch als die nächste Truppe vorbei zieht versuche ich eine Weile dran zu bleiben, versuche mich diesem Col zu nähern. Wenn ich einmal da oben bin, ist alles gut. Dann ist es nicht mehr so weit bis Refugio Sella. Da gibt’s wieder was zu futtern. Dort kann ich auftanken. Aber erst einmal gilt es dem Sattel näher zu kommen. Erst einmal heißt es die Serpentinen hinter sich zu lassen. Man entfernt sich erst einmal nach links vom Col, um sich nach oben zu schrauben. Kurz bevor man die Höhe erreicht, vielleicht bei 3.200m geht man dann auf den Col zu ohne noch nennenswerte Hm zu machen und dann geht es direkt im Anstieg noch einmal ein paar Meter hoch. Ich sah langsam ein Licht nach dem anderen oben entschwinden. Durchhalten! Langsam und gleichmäßig nach oben. Und jetzt ist Schluß mit dieser Hetzerei. Den Sturm zum Col Loson haste schon mal verloren. Jetzt ist Schadensbegrenzung angesagt! Je höher man kam, desto kälter wurde es. Keine Ahnung mehr was ich alles an hatte. Aber die Hände waren in jedem Fall oben eiskalt. Ich glaube die Handschuhe hatte ich gar nicht rausgeholt. Oben stand jemand und meinte ein paar Minuten weiter unten ist ein Biwak-Punkt. Dort zog ich dann glaube ich auch meine Jacke an und trank zwei Tee. Die wärmten zwar die Hände. Dem Magen halfen sie aber irgendwie gar nicht. Der rebellierte. ;-( Egal jetzt! Das nächste Ziel war Sella. Sella ist km95 und ich war eigentlich schon mal komplett im Eimer – eine hervorragende Aussicht auf die noch folgenden 235km…
;-)

5
Gesamtwertung: 5 (10 Wertungen)

Erster

Nochmals fetten Glückwunsch zum erfolgreichen Finishen dieses Hammerlaufes. Wir alle haben im Forum kräftig mitgefiebert. Und das Endergebnis war einfach der Hammer.
Deine Beschreibung ist mal wieder super. Freue mich auf die nächsten Teile.

Alex

der Schalk im Eimer?!

Irgendwie glaube ich das nicht....
Los, weiterschreiben!
LG, KS

Wieder einmal

ein gigantischer Laufbericht. Bin auch schon auf Teil II gespannt.
----------------------------------
LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Ich weiß ja, wie schwer das ist,...

nach so einer (natürlich weiß ich das explizit DIESER Geschichte überhaupt nicht!!!) Mega-Geschichte die richtigen Worte und Reihenfolge zu finden....aber....is egal, schreib...SCHREIB!!!!! ;o)
Ich saug jedes Wort auf...JEDES!!!
Bei 95 schon platt...puh...und nu???
Na?
WEITER BITTEEEEEE....:o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Bitte...

... lass uns nicht so lange auf die Fortsetzung warten ;)

LG LS

"Wenn du eine Düne erklimmst, verschwende deine Energie nicht damit zu beschreiben, was auf der anderen Seite sein könnte, warte, bis du oben bist, um es zu entdecken." Maxime Chattam

Als wäre es

live nicht schon spannend genug gewesen ...! Jetzt aber hurtig, nochmal 110 h halten meine Nerven nicht aus ;-)
LG kk

also fürs erste

bin ich sehr froh, dass du verletzungsfrei durchgekommen bist !

Sag mal, wie merkst du dir das alles zu so einem Trip ? Hast du ein Diktiergerät im Gepäck ? Du bestätigst meine Vorfreude auf deine(n) Bericht(e) ! Danke du Riese mit 1.72 ! :-)

Oh Mann, da isser!!!

Endlich, darauf habe ich gewartet - aber: gerade jetzt!!! Mein Kurs wartet. Ich kann jetzt wirklich nicht lesen, die sind diese Woche immer superpünktlich. Ich muss nach oben....
Naja, dann habe ich jetzt etwas, worauf ich mich freuen kann!

Bis später
yazi

Auch von mir

...herzlichen Glückwunsch zum Finish

Bin auch schon ganz gespannt, wie es dir weiter ergangen ist.

LG
Rosamia

Wieso machst Du...

..in der Überschrift ein Fragezeichen?
Nicht nur der Lauf, auch Du bist gigantisch!
Und nicht nur ziemlich.

Glückwunsch zum finish!

Immer diese spannenden Enden von Kapiteln...
Zum Glück wissen wir, dass du angekommen bist, aber wie geht es denn nu weiter?????
Ich warte gespannt!!!

Verfolgung aufgenommen ...

Ich habe ja fast stündlich deinen Weg verfolgt und mich immer wieder gefragt:

Wann kommt er denn zur nächsten Zeitmessung?
Ist er noch dabei?
Läuft er noch im Team oder wieder einsam?

Nun kommen schon wieder 2 Fragen hinzu:

Wann kommt das zweite Kapitel? und
Hatte er Zeit am Tage zu fotografieren, wenn's in der Nacht leider nicht möglich war?

... und noch nicht beendet!

Angus Schuan.

Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

Schalk,

der Gigant! Das willst du nicht hören, ich weiß. Das macht dich ja gerade so sympathisch. Schalk, der sympathische Gigant;-)
Ist schon sehr erstaunlich, wie sich die Eindrücke verschieben, wenn man sie erstmal tatsächlich erlebt hast. Da wird Großes plötzlich greifbar und machbar... Schrecklich, wenn der Magen rebelliert. Daran kannst du aber auch sehen, wie sehr sich der Körper anstrengen muss. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt, denn wenn du nach km95 völlig im Eimer warst, kann es ja nur besser gekommen sein:-)

Lieben Gruß
Tame

komplett im Eimer

und die folgenden 235km. Ich sach jetzt jar nischts mehr, jawoll....

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Also ich versteh das ja vollkommen,

dass man nach 95km mit diesen Höhenmetern total kaputt ist. Vollkommen nachzuvollziehen. ;-)
Ich freu mich auf die Fortsetzung. Wie ist es dir gelungen, aus diesem Tief wieder rauszukommen und weiterzumachen?
Arbeitest du eigentlich schon wieder?

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Schalk

Schalk ssssccccchhhhrrreiiiibbbb. Da lässt uns der Kerl doch glatt schon wieder mitfiebern.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Schön das du durchgekommen

Schön das du durchgekommen bist... dicken Glückwunsch. Für mich nicht nachzuvollziehen wie man so was schaffen kann.. erhole dich gut. Und ich warte gespannt auf Teil2

Merkwürdig wie sich die Gedanken und Gefühle gleichen

wobei ich ja "nur" einen Bambinilauf dagegen mitgemacht habe. Aber ich habe die Nacht und die Lichterketten auch bewundert - ohne Mond, im Regen und Nebel. War auch total spannend. Habe - genau wie Du - bedauert das man da keine Fotos von machen kann. Aber es ist auf meiner Festplatte gespeichert und ich kann die Bilder jederzeit wieder hervorkramen.

Und dass man bei so einer "Ochsentour" alles Glück der Erde braucht und sich nicht auf die eigene Leistung allein verlassen kann weiß ich inzwischen auch. Da muss schon alles passen - Kopf und Körper, Wetter und Umgebungsvariablen, Essen und Trinken.

Erzähl weiter. Hab die ganze Zeit mitgefiebert. Irgendwie scheint es hinterher so einfach... Nur von VP zu VP, von Sektor zu Sektor - war es das wirklich? Ist das das Geheimnis? Dieses Leben im Hier und Jetzt ohne Gedanken an Plätze, Zeiten, war kommt noch (außer auf den nächsten x km), ...?

Ich kann meins immer noch nicht einsortieren - und ich fürchte für Dich ist es noch viel schwerer, da es viel größer ist.

Gigantisch eben - so wie Du.

So, ...

... Jezz ist erst mal Zeit zum Antworten. Ich wollte doch alles zusammenschreiben so lange es noch frisch im Kopf ist.
Dnake fürs Mitfiebern Alex. Auch wenn wir es nicht gesehen haben, so wußrten wir das doch und das hilft!
Glauben oder nicht, KS. Doch, es war schon so.
Ging ja dann weiter, Ines, Pferdchen, Laufspaß, kk, Rosamia,Kikkilotta, Linzgaurunner
Eigentlich geht man den Lauf nur noch einmal in Gedanken durch, RitterEd. Das ist ganz einfach. Und Orte und Zeiten, die kann man nachträglich nachsehen. Episoden verbindet der Kopf mit Bildern und die verknüpft man mit Orten und schon bist du in Gedanken wieder drin.
Da waren wohl noch ein paar Kurse, Yazi? Tschuldige.
Immer schön die Füße am Boden halten, Uwe. Also ich, meine ich.
Nein, Angus Schaun. Bildert hab ich auch am Tag nicht gemacht. Aber die Bilderserie findest du in den Bolgs vor dem TdG. Die Berge haben sich nicht verändert. Nur die Licht- und Wetterverhältnisse waren teils anders. Vieles bin ich in der Nacht gelaufen. Da war ich froh die schönen Bilder vom Tag in mir zu tragen.
Es wurde besser mit dem Magen, Silvia. Aber das weißt du ja nun schon.
Dnake fürs Festhalten deiner Signatur, Strider. Immer wieder gut das noch mal zu lesen.
Erholt bin ich längst, Sonnenschein2010. Hängt vielleicht auch mit meiner späten Antwort hier zusammen. ;-)
Bambinilauf. Ich glaubs ja wohl nicht, Fazer! Das war nicht Bambini! Und es sind viele Parallelen. Aber eins ist ganz anders zu CCC oder UTMB. Die Bedeutung des Schlafens! Die Dinger bis 170km gehen auch mal ohne Schlaf weg. Hier ist die richtige Schlafpause zu mindest für meinen Körper enorm wichtig.
;-)

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