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Benutzerbild von Papa Guido

Nach diesem einzigartigen Wochenende in Kopenhagen muss ich auch mal ein paar Zeilen loswerden.
Vor fast genau fünf Jahren habe ich angefangen, Ausdauersport zu betreiben und binnen eines Jahres den ersten Marathon ins Ziel gebracht (4:17:xx). Die Schallmauer vvon 4 Stunden wurde beim zweiten Marathon gebrochen und es kam die Erkenntnis, das Laufen nicht alles sein kann. Schwimmen mochte ich sowieso, also reifte der Plan für den ersten Triathlon (Sprintdistanz). Dre zweite folgte sogleich (OD). Das folgende Jahr habe ich dann 7 OD's erfolgreich gefinished. Und es passierte. was passieren musste. In meinem Kopf hat sich eine Idee eingenistet. IRONMAN. Mit viel Demut und Vorsicht bin ich den Plan angegangen und habe in 2013 ertsmal 2 Mitteldistanzen in Angriff genommen und diese erfolgreich absolviert. Dann war das Ziel klar. Kopenhagen 2014. Leider habe ich im ersten Anmelde-Showdown etwas Pech gehabt und alle Plätze waren weg. Ich saß im Seminar und hatte keine Möglichkeit, mich anzumelden. An meinem Genurtstag im Januar hatte ich die Idee, den Veranstalter per E-Mail zu kontaktieren. Meinen Wunsch, irgendwie noch ins Starterfeld zu rücken, haben sie wahr gemacht, und mir als Geburtstagsgeschenk den Anmelde-Link gesandt. Das beste Geschenk was ich mir in dem Moment vorstellen konnte. Leider hat es auch ne Menge gekostet, aber was ist schon umsonst. Also nur noch Hotel und Fähre gebucht, und der Traum nahm Konturen an. Mit dem Langdistanz-Training hatte ich vorsorglich schon im Dezember begonnen, da ich als Alternative Glücksburg auserkoren hatte. Seit Dezember hieß es also täglich trainiern, mal 15 Minuten, mal 5 Stunden. Der Plan war selbst zusammengestellt, wobei ich hier und da fachkundige Freunde um Rat gefragt habe.
Am Freitag begann dann der Weg zum Ziel. Mittags Abfahrt mit der Fähre gen Dänemark und 15.30 Uhr Ankunft im Hotel. Dann habe ich zugesehen, das ich am Freitag noch die organisatorischen Dinge erledigen konnte. Anmeldung, Race Briefing und Expo. Es war schon ein super Gefühl, unter den 3000 internationalen Startern zu sein. Samstag morgen habe ich dann die letzte Laufrunde (13 km) absolviert und mir unterwegs den Schwimmstart und die Wechselzonen angesehen.
Nachmittags war dann ab 17 Uhr der Bike-CheckIn ffür meine Startgruppe. Da wurde die Rakete noch mit allerlei Technik-Ersatz präpariert. Die Radstrecke in Kopenhagen ist aufgrund der sogenannten Flintstones (kleine fiese Kieselsteine) sehr materialtötend.
Und dann war er da. Der längste Tag:
Morgens 3:45 Aufstehen, 4 Uhr Athletenfrühstück im Hotel. 6 Uhr CheckIn in Wechselzone 1. Das Rad wurde noch mit Gel und Riegeln tapeziert. Sah schon komisch aus. Aerodynamik war nicht mehr von Bedeutung. Dann wucchs die Spannung ins unermessliche. 7 Uhr war der Start der Profis. Timo Bracht als deutscher Vorzeige-Profi hatte meine besonderen Sympathien. Wir haben uns Samstag kurz beim Bike-CheckIn getroffen. Ein echt cooler Typ.
7:35 Uhr ging es dann für meine Startgruppe los. Sirene und der Kopf hat abgeschaltet. Rein ins 18 Grad kalte Wasser und Prügeln was der Körper hergab. Mann habe ich ordentlich auf die Mütze bekommen. Unglaublich. Bin aber schnell auf Austeilen umgestiegen. Nach 500 Metern habe ich mich dann an die Seite orientieren können, um endlich freie Bahn zu haben. An den Brücken wurden vom Veranstalter Banner mit den zurückgelegten Metren angebracht, so dass man eine gute Orientierung hatte. Nach ca. 1000 Metern kamen dann die ersten andersfarbigen Badekappen der vorherigen Startgruppe in Sicht. Weiträumig umschwimmen war angesagt. Danach folgte eine elendig lange Strecke von ca. 1800 Metern geradeaus. Die Farben wurden vielfältiger, da Schwimmen für die meisten Starter nur der Weg zum Rad ist und diese sich viel Zeit nahmen. Die Cracks der nachfolgenden Startgruppe kamen so nach ca. 2500 Metern an mir vorbei. Kurz vor Ende der Schwimmstrecke dann die erste neue Erfahrung, Magenkrämpfe. Das kannte ich in der Form beim Triathlon noch nicht. Die Ursache kann ich mir bis heute nicht erklären. Bin trotzdem gut aus dem Wasser gekommen.
Swim 3,8km 1:11:xx
In der Wechselzone habe ich mir dann Zeit gelassen. Da Kopenhagen auf herbst umgeschaltet hat, habe ich Trikot und Armlinge mitgenommen. Gute Entscheidung für die Radstrecke. Dann erstmal auf den Magen gehört und ab in die Kunstsstoffkabine. Wechselzeit egal!
Die Radstrecke war für mich der spannendste Teil. Ich hatte keine Erfahrung jenseits der 100 km. Bin lieber mehrere Tage nacheinander 90 km gefahren als einmal 4-5 Stunden. Das war deutlich familienfreundlicher.
Und es war verdammt kalt. Wind ohne Ende, aber wer an der Küste wohnt, war darauf eingestellt. Das Streckenprofil kam auch eher uns Flachländlern entgegen. Dafür können wir aber nicht nur Wind, sondern auch Sturm. Genau dieser entwickelte sich auch wieder in meinem Magen. Nach 100 km musste ich mich geschlagen geben. Wieder Kunststoffkabine und nach 130 km gleich nochmal, jetzt aber mit Anstehen. Ich war nicht allein. Gut war, dass ddie Beine immer noch locker waren. Plan war ein Radsplit vo 6-6,5 Stunden mit hoher Trittfrequenz. Im Training hat sich ddas für mich als der richtige Weg erwiesen. Durch ddie Kabinenaufenthalte ging der Radsplit dann letztendlich mit 6:30:xx zu Ende. Alles im Plan. Pannen gab es im Feld in Massen, wie angekündigt, leider auch zahlreiche Stürze. Der tragischste passierte ungefähr 2 km vor der Wechelzone. Die Starterin hat es leider so erwischt, dass sie nicht mehr so aussah, das Rad wenigstens noch in die Wechselzone schieben zu können.
Jetzt nur noch Marathon. Ich wusste, Marathon kann ich. Also ab! Mangels Langdistanzerfahrung wusste ich allerdings nicht, was ich an Zeit einplanen sollte. 4:30:xx hielt ich für machbar, 5 Stunden hätte ich auch genommen. Hauptsache Ziel erreichen. Gesamtzeit unter normalen Umständen war um die 13 Stunden geplant, obwohl ich schon gern die 12 am Anfang haben wollte. Aber was ist schon normal. Mein Körper war es Sonntag nicht. Der Film, der mit mir in der Hauptrolle um 15:37 Uhr Ortszeit startete, war alles andere als normal. Die Beine meinten, sie wären beim 10km-Rennen. Jeder Kilometer unter 5 Minuten. 10,5 km hatte ich nach 50 Minuten hinter mir inklusive des ersten Rundenbandes. Ich liebe Zopfgummis seit Sonntag. Der Kopf fing langsam an zu rechnen. 12:30:xx als Zielzeit schien machbar. Der Mann mit dem Hammer war mit Sicherheit irgendwo in Kopenhagen unterwegs. Mich müssste er sicher auch noch kriegen. Also Runde zwei war die nächste Etappe. Die Zeiten wurden langsamer, jedoch noch keine Probleme muskulärer Art waren in Sicht. Der Magen rief sich nochmal in Erinnerung, obwohl ich ihm schon an den AidStations mit Salzgebäck und Cola den Krieg erklärt habe. Zwei Kabinenstopps später ging die Rennerei dann weiter. Drittes Rundenband ergattert und ab Richtung 4. Runde. Die Laufstrecke führte immer schön durch die Stadt Richtung Hafen an der kleinen Meerjungfrau vorbei. Die Zuschauer waren auch fantastisch. Und dann war ich endlich in der 4. Runde. Das Gehirn kommunizierte noch einmal kurz mit den Beinen. Die waren aber immer noch im Wahn. Die wollten nicht reden, nur laufen. 10,5 km Rest und noch 1 Stunde Zeit, um sogar unter 12 Stunden zu finishen. Da war klar, Sieg oder Sanitäter. Das muss schon komisch ausgesehen haben. Alle, die noch auf der Strecke waren, haben mit sich und ihren Körpern bzw. körperlicchen Problemen gekämpft. Ich hatte meine in der Kabine gelassen. Gefühlt flog ich durch das Feld. 4. Rundenband und noch 4,5 km. Nochmal den Turbo an und Feuer. Wozu noch Kräfte sparen. Mach ddem Ironman kommt ffür mich eh nichts mehr. Also volle Kraft voraus.
Und dann das geilste Gefühl, dass ich als Sportler je hatte (in mehr als 25 Jahren). Die FinishLine des IRONMAN und der Satz der Sätze: You are an IRONMAN. Da war es aus mit mir. Die Gefühle fuhren Achterbahn. Tränen, Schreie, Jubelposen und alle bekloppten Dinge, die man machen kann. Dafür habe ich gekämpft, der Familie wertvolle Zeit geraubt, auf ganz viele Dinge verzichtet und mich gemartert, um dieses Erlebnis haben zu können.
Jetzt zwei Tage später geht es meinem Körper immer noch super. Erschöpfung ist natürlicch da, aber keine Krämpfe, kein Muskelkater. Ich habe wohl noch Reserven.
Achso: Zielzeit 11:53:45 . Marathon 3:51:xx.
Das habe ich vorher nur in den kühnsten Träumen für möglich gehalten.
Im Kopf ist sportlich gesehen jetzt erstaml absolute Leere, Ziele habe ich nicht mehr. Jetzt will ich endlich wieder voll und ganz Papa sein, oder IRONDAD.

Übrigens der emotionalste Moment des Tages war der Zieleinlauf von Team Tvilling. Zwillingsbrüder (einer schwertsbehindert im Rollstuhl und der andere topfit) haben den IM absolviert. Der gesunde hat seinen Bruder wie im Film "Mit ganzer Kraft" im Boot über die Schwimmstrecke gezogen, auf einem extra präparierten Fahrrad gefahren und über die Marathontsrecke geschoben. Da hatten alle feuchte Augen. Die Jungs waren unglaublich. Während des Marathons habe ich mich kurz mit Steen unterhalten können. Der ist so positiv gewesen. Und Peder hat 15 Stunden wie eine Mumie verbracht, auch dafür meine größte Hochachtung.

So, ich habe fertig. Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen. Ich habe keine Lust, noch Korrektur zu lesen.

Bin erschlagen

Kopenhagen hatten wir auch überlegt, aber wegen der langen Anfahrt Köln den Vorzug gegeben. Meine Güte, hast du ein Rennen geliefert! Keine deiner Zeiten werden ich auch nur annähernd schaffen, und das mit Magen, ich bin echt erschlagen, was du da geleistet hast!

Das mit den Zwillingen erinnert mich an das berühmte Team Hoyt aus den USA: Vater und Sohn, letzterer schwerstbehindert, traten mehrfach auch in Hawaii an. Find ich ganz große Klasse.

Aber zurück zu dir: meinen allerherzlichsten Glückwunsch! GAnz großes Kino, und dass da ein Traum in Erfüllung gegangen ist, kann ich absolut nachvollziehen.

Und deine Tipps bezüglich Armlinge und Trikot nehme ich mit, denn Deutschland hat ja auch auf Herbst geschaltet, und da ich minimun eine halbe Stunde länger schwimme als du hege ich schon starke Befürchtungen, was das Auskühlen anbetrifft.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

In der ...

Nachbetrachtung waren die Kabinenpausen ja vielleichtz auch Erholungspausen, die der Körper sich geholt hat. Wer weiß! Du wirst Köln schon rocken! Kopenhagen kann ich nur empfehlen, auch als Stadt. Ganz toll! Das Rennen kann man echt mit nem kurzen Urlaub verbinden.

Super gemacht. Für die

Super gemacht. Für die erste Langdistanz hat alles gestimmt.
Ooohje, wir stehen noch davor.
Respekt vor der Leistung den Marathon dann noch so schnell zu Laufen ohne Beschwerden.
Da hast du dir deine Kräfte perfekt eingeteilt.

LG

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

Ihr...

packt das mit Sicherheit. Genug Kilometer habt Ihr gesammelt in diesem Jahr.
Ich habe am Samstag eins gelernt.
Vergesst alles was über Ernährung, Technik, Trainingsmethoden und sonst was geschrieben steht. Es entscheidet sich alles im Kopf. Und da war bei mir nur die Ziellinie. Und ich hatte einen Rat von einem Bekannten angenommen. Kappe mit IM-Logo zum Laufen aufsetzen, damit man das Ziel immer vor sich hat. Hat geholfen.

Euch viel Erfolg in Köln!

Irondad!

Wow, was ein Erlebnis!

Super vorbereitet ins Rennen gegangen, und dann kommt es doch anders als man denkt. Den Marathon in der Zeit - Hammer! Da hast Du ja einen super Tag erwischt!

Gratuliere Dir ganz herzlich zu diesem Spagat zwischen Arbeit, Familie und Training, den Du mit so einem hervorragenden Ergebnis beenden konntest.

Das mit dem Magen kenn ich auch von der LD - bin aber kein "Ironman" (dafür war's billiger und ebenfalls familienfreundlich mit Urlaub verbunden).

Ich hab übrigens die langen Radeinheiten einmal pro Woche als familienfreundlicher empfunden. Tochter durfte ausschlafen und wenn ich zurückkam hatte sie schon gefrühstückt (so gegen 15h) und das gemeinsame Wochenende konnte beginnen :lach:.

Und was ist dein nächstes Ziel? So für 2015?

Hin und weg...

von deinen Erlebnissen und vor allen Dingen... einen ganz fetten Glückwunsch da lassen möchte. Hut ab vor deiner Hammer Leistung! Danke fürs mitnehmen. :-)

Warum ich auch schreibe... hast du dabei viel Wasser geschluckt? Das würde deine Kunststoffboxenbesuche erklären... Nachzulesen in der neuen TriathlonTraining, Seite 7.


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

danke, danke!

@fazerbs

leider frühstücken meine kiddies früh zwischen 7 und 8, auch am wochenende (3 und 8 Jahre alt). das wird aber besser, hoffe ich.

@lonelysoul

ich kann die frage nach dem salzwasser nicht wirklich beantworten. eigentlich "trinke" ich während des schwimmens nicht. ich denke, ich habe das problem entdeckt. isodrink high5 ohne zucker. ist mir im training nie so aufgefallen, weil selten benutzt. vor dem rennen habe ich aber ausschliesslich den am morgen zu mir genommen. ich denke, den habe ich nicht vertragen. zumindest hat er mir ruhe verschafft. daher bin ich eher dankbar. hat ja ein gutes ende genommen.

der flash ist übrigens immer noch da. am we kamen die fotos und videos zum download. seitdem schaue ich mir das alles regelmäßig an, und gänsehaut und feuchte augen sind dauerzustände.

frühstückende Kinder

in zehn Jahren sehen die Frühstückszeiten anders aus ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Super

Welch ein schöner Bericht. Gut vorbereitet und gut durchgezogen.

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