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Hallo,

ich frage mich im Zuge des ganzen Hypes um Barfußschuhe, ob das wirklich so gesund ist, ständig und überall Barfuß zu gehen/laufen.

Ist es für den ganzen Bewegungsapparat, besonders für die Fußgelenke, die Knie, die Hüfte und die Wirbelsäule nicht besser, wenn man mit gedämpften Schuhen geht und läuft, um somit verschleißende Stöße von diesen Gelenken zu nehmen? Besonders beim Treppensteigen oder besonders -hinabgehen oder beim Berghinuntergehen.

Zwar sollen wohl Fuß- und Rückenmuskulatur durch solche Barfußschuhe trainiert werden, aber diese Muskulatur kann man ja auch ohne diese Schuhe trainieren.

Sind vielleicht solche Barfußschuhe nur für Menschen geeignet, die keine Gelenkschäden haben?

Wie sieht es z. B. aus, wenn man einen BSV in der LWS oder andere WS-Probleme oder ein sog. Läuferknie hat? Wie sieht es bei Fußfehlstellungen aus? Wenn man solche hat und z. B. sensomotorische Einlagen tragen sollte, dann kann und sollte msn wohl keine Barfußschuhe tragen, zumindest nicht mit solchen Einlagen, da dann das Barfußgefühl, also der Sinn und Nutzen solcher Schuhe hinfäliig ist!?

Welche Menschen sollten möglichst keine Barfußschuhe zum Gehen und Laufen tragen und auch möglichst wenig barfuß gehen oder laufen?

Grüße

Terence

Dämpfung durch Muskulatur

jr Wer sich langsam an solche Schuhe gewöhnt hat,hat Muskulatur aufgebaut,die die Stöße auffängt.Man muss dafür lernen,mit dem Mittelfuß zuerst aufzutreten,denn beim Fersenauftritt wird keine Dämpfung erzeugt.Wer nur mit gedämpften Schuhen unterwegs schwächt diese Muskulatur bzw. diese ist kaum noch vorhanden.Bei Vielen(war auch bei mir bis vor 3 Jahren der Fall)ist zusätzlich die Stützmuskulatur im Fußgelenk geschwächt,weil gestützte Schuhe und oder orthop. Einlagen diese Muskulatur ruhigstellen,starkes Einknicken (Pronation)und Einsinken des Fußgewölbes bei jedem Schritt ist die Folge.Fast Jeder(außer Schwergewichtige)kann nach einer mehr oder weniger langen vorsichtigen Aufbauphase(zusätzlich Stabiltäts-Balanceübungen) mit Minimalschuhen laufen.Ich laufe derzeit im Wechsel mit Minimalschuhen(flottere Läufe,geht nicht mit Einlagen)und leichten vorne flexiblen Normalschuhen(meist mit leichten Sporteinlagen) mit Sprengung um 4mm(Unterschied Sohlenhöhe Vor-Hinterschuh),denn die Dämpfungs-und Stützmuskulatur kann bei zuviel Läufen in Minimalschuhen ermüden.

Ich wage mal die Aussage

dass wir mit sage mal 40 Jahren wohl kaum noch unsere Füße auf komplett barfußlaufen umstellen können. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Aber ich kann von mir berichten, dass ich erst mit 35 mit Sport überhaupt, heißt Laufen, angefangen habe mit stark gedämpften und gestützten Schuhen, dann kamen Einlagen, noch stärker gestützte und gedämpfte Schuhe, noch höhere EInlagen, bis ich am Ende der Fahnenstange angekommen war. Diagnose: Senk-Spreizfuß.

Richtige Barfußschuhe (Vibrams Fivefingers) nutze ich nur für kurze Läufe z.B. auf der Bahn (bis 10km). Aber inzwischen laufe ich ohne Einlagen leichte Neutralschuhe, und das schmerzfrei. Für lange Strecken (Ultras) nutze ich nach wie vor gedämpfte Schuhe mit vergleichsweise hoher Sprengung (10mm; Mizuno Wave Precision), Halb- bis Marathon Saucony Kinvara (ein leichter Schuhe, 4mm Sprengung), alles darunter und bis HM Schuhe ohne Sprengung (Saucony Typ A 5 oder Virrata). Das geht.

Im Alltag nutze ich leidenschaftlich gerne die Nike free. Ein letzter Test auf einem Laufband (und die Abnutzung meiner Schuhe) bescheinigen mir inzwischen sowohl eine Aufrichtung meines Fußgewölbes als auch eine Umstellung auf Vor- und Mittelfußlaufen. Es geht also.

Übers Knie brechen würde ich allerdings nichts. Es ist schon gut wie es ist: dass es Schuhe für jeden Läufer gibt.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Dämpfung runter fahren

Kennst du die sogenannten Giraffenhalsfrauen? Ein kleiner Stamm die sich von klein auf so Ringe um den Hals machen und damit selbigen immer weiter strecken, automatisch die gesamte Stützmuskulatur vom Hals entlastet. Wenn du denen dann mal die Ringe einfach abnehmen würdest, würden sie sich das Genick brechen. So in etwa ist das mit künstlichen Stützen. Sie entlasten, ja, machen aber damit die natürliche Muskulatur kaputt und wenn du die dann mal brauchst, geht nichts mehr. Kurzum, viel Dämpfung macht den Bewegungsapparat kaputt. Wie aber auch schon die Vorredner gesagt haben - man kann nicht einfach von heute auf morgen umstellen. Das braucht Zeit und je älter du bist, desto mehr eben. Vor allem die kleinen inneren Muskeln sind es die trainiert werden müssen, da können dir sicherlich einige Experten hier mehr Tipps geben und ob du ganz auf Barfußschuhe kommst ist fraglich, ob man das sollte auch. Ich bin nun nach Jahren auf ähnlichem Level wie strider und damit recht zufrieden. Mal gucken ob ich mit den Typ A5 bzw. A6 mal noch den Marathon hin kriege, das wäre so mein Ziel. Die Dinger sind so schön leicht, das dreht nochmal ordentlich an der Uhr. Natürlich sind die Vibran leichter, aber da müsste ich wohl täglich irgendwelche Fußübungen machen, da bin ich einfach zu faul. Also sachte runter fahren, es braucht Zeit, dann aber macht´s Spaß.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Barfuß GEHEN

...sollte niemandem schaden.
Beim Laufen halte ich es ungefähr so wie Strider, nur auf deutlich niedrigerem Niveau.
Ich hab derzeit 2 Paar Schuhe mit 0 mm Sprengung, 2 Paar im Bereich 4-8 mm und 1 Paar mit 12. Die anderen (gestützt mit noch mehr Sprengung, 3 Paar) habe ich gestern entsorgt.
Kniebeschwerden hatte ich übrigens ganz am Anfang meiner Lauferei: mit gestützten dicksohligen Laufschuhen (Kayano etc).

nicht immer sind es die Schuhe

Hallo Terence,

zu Beginn meines Läuferlebens (in meinem 50zigsten Lebensjahr) hatte ich Schmerzen in den Knien und in der Hüfte. Bekam dann nach einer sogenannten Laufanalyse auf dem Laufband (in einem Sanitätshaus mit breitem Laufschuhangebot) Schuhe für Überpronation mit orthopädischen Einlagen verpasst. Wenige Jahre später war ich dann bei einer meines Erachtens wesentlich professionelleren Bewegungsanalyse. Dass ich Schuhe für Überpronation mit Einlagen trug stieß dort auf Unverständnis. Der Vergleich der Videobilder mit Schuhen auf dem Laufband und barfuß war eindeutig.
Ich bekam von dort die Empfehlung Neutralschuhe zu tragen (ohne orthopädische Einlagen) und Stabilisationsübungen mit auf den Weg und seither bin ich - mittlerweile bald 56 Jahre - weitgehend schmerzfrei.

Gruß Jo

Ich kann mich meinen

Ich kann mich meinen Vorrednern anschließen. Ich bin vor einem Jahr mit Minimalfußschuhen angefangen, habs sofort übertrieben und konnte die erste Zeit quasi nur rückwärts die Treppe runter. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und trage auch im Alltag flache Schuhe (Sprengung 4->0mm zb Solerunner) Ich komme damit prima durchs Leben.
Aber es ist grundlegend etwas anderes wenn man wirklich barfuß läuft. Die Sensorik und der Gang sind anders, wenn der Körper weiß das da nichts ist. Selbst mit Sockwa´s die nur 1,2mm Sohle haben laufen ich anders als blank. Ich schaffe 5km ohne, dann schlagen meine Füße Alarm. Aber es ist ein wirklich herrliches Gefühl, Kälte, Wärme, Nässe zu spüren. Aber dafür brauchts halt.

Wie es dazu kam? Ich bin nach 2 Jahren Pause wieder angefangen zu laufen und da meine kpl. Muskilatur und die Bänder dem Stress nicht mehr gewachsen waren habe ich plötzliche Schmerzen in der Wade bekommen. (...)Der Orthopäde verschrieb mir Einlagen die das Fußgewölbe stützen sollten. Gleichzeit bin ich auf das Buch Born to run gekommen ( ohne Tipp o. Hinweise, mir hat das Cover gefallen) und das hat mich dann in den Minimalschuhlauf getrieben. Also Einlagen raus, Sprengung verringert in das Thema eingelesen.
Gebe gerne noch Tipps...

Christian

Lauftechnik!

Auf den kommt es an, erst in zweiter Linie auf die Frage ob Dämpfung oder nicht. Und zwar schützt ein aktiver Vor-/ Mittelfußlauf vor den Belastungsspitzen beim Aufprall.

Gepolsterte Schuhe haben zwei Risiken:

Erstens verleiten sie wenn sie eine Sprengung besitzen (geht nicht immer einher, gibt mittlerweile einige Luftkissenboote ohne drop) dazu, auf die Ferse zu knallen, was die Stoßbelastung von den Sprunggelenken bis in die Wirbelsäule erhöht.

Zweitens spürt man durch die Polsterung die Stöße weniger an der Fußsohle, der Körper wird sozusagen getäuscht was die wahren Belastungen angeht. Die Polsterung ist aber nicht in der Lage, die Zeit des Aufpralls deutlich zu verlängern. Mach mal einen Strecksprung und schätze ab, welchen Bremsweg die Muskulatur braucht! DAs ist bei einem kleinen Sprung schon ganz beträchtlich, ein Schuhpolster schafft lediglich ein paar mm. Will man die Spitzen aus den Aufprallkräften kriegen muss man Bremsweg verlängern, der ist umgekehrt proportional zur Maximalkraft in den Gelenken. Die paar Millimeter aus einer Schuhdämpfung sind da eher zu vernachlässigen und die Effekte, dass man weniger aktiv dämpft, also härter läuft, weil man den Aufprall weniger spürt überwiegen.

Man kann aber lernen, auch in gepolsterten Schuhen aktiv zu laufen, muss sich nur immer wieder dran erinnern, also hilft regelmäßiges Laufen in Minimalschuhen oder Barfußschuhen auch, wenn man dann für längere Strecken einen gedämpften Schuh nimmt, weil man den Komfort schätzt oder man noch nicht in der Lage ist, den Minimalschuh über eine lange STrecke zu laufen.

Minimalschuhe uund Barfußlaufen haben aber auch Risiken:

Eine Dämpfung verteilt die Aufprallkräfte auf eine größere Fußfläche. Zumindest, wenn nicht segmentweise gedämpft wird wie in vielen gedämpften "natural"-Schuhen. Ich denke, der Effekt ist beim Barfußlaufen wieder ganz weg, da man gerade den Fuß dann nochmal ganz anders setzt.

Vorfußlaufen erhöht die Belastung auf die Achillessehne. Wer gerade damit Probleme hat sollte die Sprengung erstmal nicht reduzieren, wer zu Achillessehnenbeschwerden neigt kann dies tun, sollte es aber langsam tun, in 3mm Schritten z.B. und über einen langen Zeitraum. Darüber wurde ja schon geschrieben.

Gelenkprobleme in Knie und Hüfte sind selten ein Hindernis was den Umstieg angeht, es sei denn sie stehen im Zusammenhang mit einer schlechten Beinachse und Problemen mit der Fußstatik. Dann kann aber die Kombination von Einlagen in flachen Schuhen oft sehr hilfreich sein. Mit der Zeit und wenn ggf. jemand zeigen kann wie, kann man manchmal durchaus das Fußgewölbe auch wieder aufbauen und Einlagen irgendwann überflüssig machen, siehe Strider.

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

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