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Kurzer Lauf, langes Leben

Hier Auszüge aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung (29.7.2014) von Dr. Werner Bartens zu den neuen Ergebnissen einer Studie der Iowa State University an 55.000 Erwachsenen mit Studiendauer von 15 Jahren und Auszüge aus der Original-Studien-Veröffentlichung "Minimal Amount of Exercise to Prolong Life: To Walk, to Run, or Just Mix It Up?" (Wieviel körperliche Aktivität braucht es mindestens zur Lebensverlängerung).

"During a mean follow-up of 15 years, 3,413 all-cause and 1,217 cardiovascular deaths occurred. Approximately 24% of adults participated in running in this population. Compared with nonrunners, runners had 30% and 45% lower adjusted risks of all-cause and cardiovascular mortality, respectively, with a 3-year life expectancy benefit."
Läufer (Durchschnitt aller, die angegeben haben, dass sie irgendwie regelmäßig laufen, egal wie lang/schnell, etc.) konnten ihr allgemeines Risiko, an irgendetwas zu sterben, um 30 % senken, das Risiko, an einer Herzkreislauferkrankung zu sterben war um 45 Prozent reduziert, was umgerechnet ca. 3 Jahre längeres Leben ergibt.

Dr. Bartens kommentiert dies in der SZ so: "Es stimmt schon, mit Ausdauersport lässt sich die Lebenserwartung beträchtlich steigern. Je nach Untersuchung sind im statistischen Mittel drei, fünf oder sogar neun Jahre mehr drin für den, der regelmäßig läuft, schwimmt, radelt, rudert oder anderweitig seine Langstreckenfitness schult. Allerdings sollte man die gewählte Sportart wirklich gerne mögen und sich nicht dabei quälen, kalauern Sportmediziner, da die gewonnene Lebenserwartung fürs Training draufgeht."

Interessant, wie wenig/kurze, aber zumindest leicht schweißtreibende Herz-Kreislauf-Aktivität es unter durchschnittlichen Gesundheitsaspekten nur braucht:
" Bisher galt der Satz, dass erst dreimal wöchentlich 45 Minuten Ausdauertraining Herz und Kreislauf stärken. 150 Minuten Sport in der Woche, am besten noch mehr, lautete jahrzehntelang die Empfehlung. Viele Menschen spornte das nicht an, sondern hielt sie von regelmäßiger Bewegung ab, da sie vor diesen hohen Ansprüchen von vornherein kapitulierten. Nun zeigt eine Untersuchung im Journal of the American College of Cardiology, dass bereits weniger Sport segensreich für Herz und Kreislauf ist.
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"Schon ein paar Minuten am Tag oder mit langsamem Tempo (Anmerkung waldboden: regelmäßig!) zu laufen, senkt das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod erheblich", sagt Duck-chul Lee, der Hauptautor der Studie. Sein Team von der Iowa State University kommt auf die griffige Formel, dass bereits ein (Anmerkung waldboden: regelmäßiger) Lauf von fünf Minuten täglich der Gesundheit nutzt. Die Forscher hatten mehr als 55 000 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 100 Jahren über einen Zeitraum von 15 Jahren untersucht.
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Selbst wer nur auf 35 bis 50 Minuten Ausdauersport pro Woche kam, in einem Tempo unter zehn Stundenkilometern joggte oder nur kurze Strecken absolvierte, profitierte gesundheitlich.
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Nach der langen Studienphase zeigte sich, dass jene, die auch nur ein bisschen liefen, ... länger lebten als die Nichtläufer. Das Risiko, an Herz-Kreislauf-Problemen zu sterben, wurde sogar um 45 Prozent gegenüber den Bewegungsmuffeln gesenkt.
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"Fehlende Zeit ist eines der größten Hindernisse für die Leute, sich regelmäßig zu bewegen", sagt Lee. "Vielleicht motiviert unsere Studie ein paar Menschen, mit Sport zu beginnen, weil diese gesundheitlichen Ziele locker erreicht werden können." Die Wissenschaftler halten einen Lauf von fünf bis zehn Minuten täglich für wirkungsvoller als 15 bis 20 Minuten zügiges Gehen, was vielen ja schon zu zeitaufwendig ist
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Der größte Nutzen für Herz, Kreislauf und Lebenserwartung stellt sich offenbar dann ein, wenn ein paar schweißtreibende Minuten in den trägen Alltag eingebaut werden."

Herzliche Grüße,
waldboden

nach deiner Überschrift

hatte ich schon befürchtet, dass wer länger läuft kürzer lebt...

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Kurzer Lauf - langes Leben, Langer Lauf - noch längeres Leben

passt es so ;-)

Kurzer Lauf - langes Leben, Langer Lauf - noch längeres Leben

waldboden

Danke für diese interessanten Infos!

Mich würde aber auch interessieren, ab welcher Laufdauer/ welchen Wochenkilometern/ welchen Wettkampfdistanzen das Ganze vielleicht wieder ins Negative kippt. Aber ich glaube, das wurde noch nicht untersucht. Ich stelle mir dabei aber durchaus eine Glockenkurve vor, mit den Laufkilometern/ Woche auf der x-Achse und den gewonnen Lebensjahren auf der y-Achse.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

spannende Frage

Hallo Sonnenblume2,
ich kenne keine Studien, die z.B. Ultra-Läufer, Marathon-Läufer und Läufer mit Wochenpensum 20-40 km verglichen haben hinsichtlich Lebensverlängerung.

Ich glaube dennoch eher nicht an eine umgekehrte U-Funktion, sondern dass (wenn kein Doping, Selbstüberschätzung, bei Infekt laufen, etc. im Spiel ist) weiterhin gilt: je mehr körperliche Aktivität, desto länger das Leben.

Es gibt vom Sportmedizinier Dr. Kleinmann drei spannende Einzelfallberichte:
Marathonlauf bei Koronarer Herzkrankheit – Langzeitbeobachtungen aus der Praxis
Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin Jahrgang 61, Nr. 11 (2010), S. 272ff.
hier der Artikel online als PDF

Dr. Kleinmann schreibt in der Zusammenfassung zu den drei Läufern, darunter Ultras (zwei von den Läufern hatten eine erhebliche familiäre Vorbelastung für Herzerkrankung, waren jahrelange starke Raucher):
"Anhand dreier Kasuistiken mit unterschiedlicher Ausgangslage und über 20-jähriger Beobachtungszeit wird gezeigt, dass Marathonlaufen mit guter Vorbereitung bei geeigneten Patienten trotz Koronarer Herzkrankheit hinsichtlich geistiger und körperlicher Fitness, allgemeiner Lebensqualität sowie Lebensverlängerung vorwiegend Vorteile hat. Der arteriosklerotische Prozeß scheint verzögert zu werden.

Auch kenne ich seit meiner Jugend einige wenige Menschen, die Geburtsjahrgang ca. 1930 sind, die ab dem Alter von ca. 45-50 Jahren viele Ultras gelaufen und geradelt sind: alle sind sie sehr alt geworden, über 80 Jahre, für die damalige Kohorte - auch korrigiert um die durch den zweiten Weltkrieg verkürzte Lebenserwartung - sehr alt.

Aber das sind alles Einzelfälle ;-)

Grüße,
waldboden

Wenn ich laufe, laufe ich

Wenn ich laufe, laufe ich weil ich Spaß daran habe und nicht um mein Leben zu verlängern.
Halte von solchen Untersuchungen überhaupt nichts, da es mir zum Schluss egal ist ob ich 86.87, oder 88 werde.

Ich habe

mal den Plot einer Kurve gesehen, bei der das Herzinfarktrisiko gegen die wöchentliche Ausdauerleistung gezeichnet wurde. Das war tatsächlich eine Kurve, die zu Anfang recht stark absackte, dann natürlich flacher wurde, ein Minimum bei einer Leistung von 50-70 Wochenkilometern, danach wieder ein leichter Anstieg. Ob das lediglich an den Umfängen liegt oder auch daran, dass Vieltrainierer tendenziell leistungsorientierter trainieren? Auch war nicht die (Gesamt-) Sterblichkeit untersucht sondern nur das HI-Risiko.

Die Quelle dazu kann ich leider nichüt angeben, das war in der Ausbildung eine Folie von unserem Psychiater und Schulmitbegründer, der ein Fach "ganzheitliche Medizin" (hieß anders, aber darum ging es ihm) hatte in dem er uns mit Folien bombardierte. Einige sind sogar hängengeblieben, lag wohl am Interesse ;-). Müsste also schon so 10-20 Jahre alt sein, die Studie...

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

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