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Benutzerbild von dietzrun

Laufen macht die Birne frei sagt man, es kommen einem Gedanken, Ideen.
Kann laufen auch doof machen, oder andererseits philosophische Betrachtungen hervorrufen?
Ich bin verunsichert.
Zum Beispiel dachte ich während des Laufs; wer ist der "Erfinder", war es die LG Mauerweg, oder war es 1961 ein gewisser Walter U.
Walter U. kann es nicht gewesen sein, denn er sagte: "NIEMAND hat die Absicht eine Mauer zu errichten."
Dann war es also dieser NIEMAND, der zumindest die Mauer errichten ließ und soviel Leid in unser Volk gebracht hat.

Leider existiert diese Mauer noch in einigen Köpfen, und ein kleiner Beitrag dies zu beseitigen hat die LG Mauerweg geschafft, indem sie diesen (Gedenk)Lauf schuf.

Der Mauerweglauf fand am vergangenen WE zum 3. mal als Nonstoplauf statt, ich war zum 2. mal dabei.

Hitze im vorigen, eher angenehme Temperaturen in diesem Jahr.
Letztes Jahr links rum, diesmal im Uhrzeigersinn.

27 VP`s im maximale Abstand von 7km (VP1 nach 9km) machen das Laufen angenehm.
Für einen eventueller Kleider-oder Schuhwechsel, sowie um Eigenverpflegung zu konsumieren, waren 3 dropbag Punkte (km58/km91/km128)eingerichtet.
Neuer Start-und Zielbereich ist der Ludwig Jahn Sportpark.
Nach Pastaparty, Briefing und Startnr.ausgabe am Freitag ging es am Sa.16.08. um 6:00 los.
Da ich es im letzen Jahr unter 24 h schaffte, hatte ich mir das auch für dieses Jahr vorgenommen.
Samstags um 6.00 ist Berlin noch sehr verschlafen, man musste sich nicht durch Touris durchschlängeln, die roten Ampeln (grüne Welle bei ´ner 5er pace?)sorgten für ein morgendliches Intervalltrainig.
Daß es an den 2 ersten VP´s nur Wasser gab störte mich nun wirklich nicht.
Ab dem 3.VP konnte dann das große Fressen beginnen.
Am Teltowkanal rechts und Stadtautobahn links ging es dann ~6km eintönig geradeaus.
Hier bei km 25 war das Feld natürlich schon auseinandergezogen es bildeten sich Grüppchen und man plauderte natürlich über´s Laufen, und den Mauerlauf speziell.
Meine perönlichen Zwischenschritte waren immer die ~5-7km von VP zu VP an denen ich immer getrunken habe und bei Käse-und Salamihäppchen zulangte. Immer wieder auch Salzstangen, Gurke oder Kuchen. Mein Magen sagt zu Allem Ja.
Später wurden die angebotenen Kartoffeln von mir bevorzugt.
Die größeren Zwischenziele waren für mich die dropbag Punkte, die auch die Wechelpunkte für die Staffeln waren.
Der 1.dieser Punkte war der Sportplatz Teltow nach 58km; bis hierhin hatte ich einen 7:45 Schnitt eingeplant, also eine Laufzeit von 7:30h, es waren 7:18h.
Besser gehts nicht!
Hier ist auch eine ~1km lange Begegnungsstrecke(andere Strassenseite) und man winkte sich freundschaftlich zu.
Bei km 65 beginnt der Königsweg, ein gut 5km langer, welliger Waldabschnitt, der auch kein Ende zu nehmen scheint.
Nach der Gedenkstätte Griebnitzsee, geht es auf der Straße entlang an diesem, aber man kann ihn nur erahnen, da hier Prachtvillen stehen, und deren Besitzer "ihr" Ufer nicht frei zugänglich machen wollen.
Es ist 15.30 Uhr und es beginnt zu schütten, Regenschutz raus und weiter.
Glücklicherweise nur ein Schauer, später nochmals, aber alles erträglich.
Sofort hinter der Glienicker Brücke muss man scharf rechts in den Park "Neuer Garten" abbiegen. Abzweig fast verpasst! Spaziergänger machten mich darauf aufmersam.
Danke!
Ich näherte mich Schloß Sacrow meinem 2.Zwischenziel bei km 91.
An diesem Wechselpunkt sollte eine Kamera das Geschehen life übers Internet übertragen.
Ich rief meine Tochter kurz vorher an, damit sie ihren alten Vater von ferne bemitleiden konnte.
Später sagte sie mir, daß ich eher recht vergnügt gewesen sei.
Hier legte ich Gele nach, wechselte die Oberbekleidung und hängte mir die Stirnlampe um.
Diesen Streckenabschnitt hatte ich mit 8:15/km kalkuliert, was einer kummulierten Gesamtzeit von 12:03h entsprach. Es waren 12:05h. Unfassbar!
Ich wollte mir so viel merken unterwegs, aber ich weiß nischt mehr.
Irgendwann wurde es jedenfalls dunkel und die Stirnlampe kam zum Einsatz.
Damit begann das kleine Debakel bis km 128 = 3. Zwischenziel= Wechselpunkt3.
Ich hatte für diesen Teil nur die kleine, leichtere aber funzligere Petzl tikka der 1.Generation eingesteckt und dachte das wird reichen für die paar dunklen km.
Gerade dieser Streckenabschnitt ging aber durch dustersten Wald mit einigen Unebenheiten.
Und in dieser Kombination habe ich so einen Horror zu stürzen, dass an Laufen für mich kaum zu denken war. Und keine Lampe weit und breit an die ich mich anhängen konnte.
Das es jetzt auch wieder anfing ganz leicht zu regnen war nicht tragisch, Kälte vertrag ich ganz gut.
Ob es nur an meiner Funzel lag, dass ich den Ruderclub Oberhavel 30 min.später erreichte als geplant (nach 18:16h statt 17:44h) weiss ich nicht.
Eigentlich wollte ich mich hier richtig umziehen (längere Hosen, frische Unterwäsche und Strümpfe);wozu eigentlich, bin ich bei `ner Hochzeit?
Aber andere Schuhe mussten an die Füsse, Socken traute ich mich nicht zu wechseln, da ich Blasenansätze spürte, die ich jetzt nicht aufreissen wollte.
Schnell noch ein Shirt, eine dünne Laufjacke und natürlich Austausch der Stirnlampe.
Den Beutel dem freundlichen Helfer in die Hand gedrückt damit er sie zuknotet.
Auch hier Danke!
Festes Essen bestand nur noch aus Minibrothäppchen. Es ging nichts mehr rein.
Eigene Gele halfen mir!!
Ich hatte wie gesagt 30min. verloren, das hiess meine errechnete Endzeit von 23:31h erhöhte auf 14:01h. Das ging gar nicht!
Ich sagte Andrea, mit der ich den letzten km zusammen war, ich geh mal schon, du holst mich sowieso wieder ein.
Ich sputete mich, noch 33km.
Glücklich mit der neuen Lampe lief es wieder.
Bald erreichte ich die Ausläufer von Frohnau den äussersten nördliche Zipfel des ehemals eingemauerte Berlin: Meine alte Heimat! 24 Jahre habe ich hier gelebt.
Das machte die Wegbeschaffebheit auch nicht besser:"Schlechte Wegstrecke, Fahrradfahrer bitte absteigen."
Es zog sich, nach dem Naturschutzturm(VP23 km~138) ging es durch den stockdunklen Wald am Hubertussee mit teilweisem Kopfsteipflaster.
Jetzt kam auch Andrea wieder, immerhin 10km hat sie gebraucht um mich wieder einzuholen.
An der Oranienburger Chausse in Frohnau überholten uns Conny und Kalle, die konnten noch richtig zulegen.
Langsam schwanden auch meine Kräfte, Andrea wurde unruhig, eine PP meinerseits nutzte sie um davonzuziehen. Recht hat sie.
Nach den Feldern von Lübars holte ich sie wieder ein, ihre Lampe hatte den Geist aufgegeben und sie war gestürzt, hatte aber nicht ihren Humor verloren, denn sie erwähnte, daß sie den Sturz überlebte, aber nicht einige Nacktschnecken.
Jetzt blieben wir zusammen.
Noch einige dunkle Wege dann S-Bahnhof Wilhelmsruh, noch 6,8km.
Rechnen, ja wir schaffen es leicht unter 24h.
Die Stadt begann, Brücken hoch Brücken runter, nur nicht jetzt verlaufen.
Dann die Flutlichtmasten des Stadions in Sicht.
Links rum an der Max Schmeling Halle vorbei noch 200m bis zum Sportplatz rechts auf die Tartanbahn 300m bis ins Ziel: 23:44:03! Kaputt aber Glücklich.

Siegeszeit (m) Mark Perkins 13:06 (unfassbar)
Siegeszeit (w) Grit Seidel 18:16

PS: Eine Riesenblutblase am Hacken liess ich mir noch aufstechen.
Man soll mir nichts mehr von Endorphinen erzählen, hab ich nie gespürt oder gesehen.
Ich sehe mich nur nach dem Duschen, an einem Fuss einen Sportschuh am anderen Duschlatschen ohne Strumpf, mein Sportköfferchen hinter mich herziehend die
800 m zu meinem Zimmer, duch die Strassen Berlins schlurfen.
Dort angekommen in Ermangelung eines Bettes auf eine Matratze sinken und von dieser nach 3 Std. unter grössten Anstrengungen wieder hochzukommen.
Dann 500m zur U-Bahn und zur Siegerehrung fahren.
Alle sind lustig und aufgekratzt. Die haben scheinbar eine Endorphinschwemme.
Nur ich nicht, da muss ich noch üben. Packmas!

Übrigens: Die demilitarisierte Zone zwischen Nord und Süd Korea ist 248 km lang.
Das wird ein Ultra!!

5
Gesamtwertung: 5 (8 Wertungen)

Endorphine

werden total überbewertet und Mitleid von Töchtern auch; ich kenne beides nicht und habe noch nie so eine Leistung wie du abgerissen!! Meinen allerhöchsten Respekt und Glückwunsch!!!

P.S.: Umziehen für eine Hochzeit muss auch nicht sein ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Herzlichen

Herzlichen Glückwunsch!!!
Hihi, dein Töchterlein kennt eben ihren Dad. :-) Sie weiß ganz genau das du das so oder so rockst. ich hoff doch das weningstens deine Frau, angesichts der Blutblase ein wenig Mitleid mit dir hatte.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Du kennst die Endorphine nicht?

Ohne tät ich wahrscheinlich gar nicht mehr laufen...
Und du läufst einen Ultra nach dem anderen. Lauf ich wegen der Endorphine vielleicht KEINEN Ultra?
Aber egal, Riesenglückwunsch zu deiner Wahnsinnsleistung in Top-Zeit!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

NIEMAND

hat die Absicht, dir zu dem tollen Lauf zu gratulieren.
NIEMAND findet, du hast mal wieder eine grandiose Leistung abgeliefert.
NIHMAN ist beeindruckt von der Ruhe, mit der du einen großen Ultra nach dem Anderen genießt.
IHMA bedankt sich, dass du uns auf dieses Ründchen mitgenommen hast.
ICH bin dann mal trainieren.....

granreserva


___________________________
Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

Mööönsch, Uwe! ...

... den Weg an der Glinicker Brücke kennste doch! Da sind wir zusammen lang. OK, wir sind andersrum gelaufen. Aber den schmalen Waldweg hab ich vor Augen. Also von da, wo das Bild entstand ist es nicht weit zur Glinicker Brücke.

Für dich ging's da am Wochenende ja bergab.
Haste wieder nen klasse 100er abgerissen. Also Meilen natürlich, klar. Riesen Gratulation zu diesen fast schon inflationären langen Kanten! Und Reschbeggd zur Planerfüllung. Wolltest ja was zur Völkerverständigung beitragen. Pläne hatten wir immer gute! ;-)
Wäre ich in der Stadt gewesen, hätte wir uns bestimmt gesehen. Schaade!
Näxtes Mal.
;-)

Irgendwie bisse ja doch stolz, ne?!

...auch ohne Endorphin.
Komm, gib´s zu!! :o)))
Das Zeug bringt halt nicht jeden zum Ausflippen! ;o)

Bei manchen erzeugt es einfach nur eine gewisse Zufriedenheit,
wenn man so einen Mordslauf
in solch einer Mordszeit wie Du geschafft hat,
eine gewisse Schmerzresistenz,
eine gewisse Stärke und Kraft,
die nur sehr wenige überhaupt haben,
um so etwas unglaubliches zu schaffen!!

Und nun haste das auch noch umgekehrt und zum zweiten Mal geschafft!
Hammer!!!
Und nächstes Mal rückwärts und auf einem Bein??? ;o))

Man, Dietzi, Du bist echt der Hammer und ich mag Deine trockene Art...vor allem jetzt grad bei dem Regen! ;o)

Hey, gratuliere Dir ganz herzlich! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

"Bin ich auf ner Hochzeit?" Sehr schön!!! =D

Umziehen muss wirklich nicht sein und manchmal brennen Blessuren und Schurfstellen erst dann, wenn man sie entdeckt oder der neue Stoff an ihnen rumruschelt. Ich habe bei meinen langen Läufen immer ein Zweitpaar an Socken im Rucksack und mich auch noch nie getraut, zu wechseln.
Ich weiß wirklich nicht, wie man nach 128km sich sputen und das Tempo anziehen kann!?!? Du bist wieder unter 24 h reingekommen, unglaublich, für mich wirklich eine Glanzleistung!!! Ich versuche das mit meinem 24h-Lauf in Rüningen, ohne Regen, mit Verpflegungspunkt jeden Kilometer, mit Licht und jeder Menge Freunde zu vergleichen. Ich schaffte in der Zeit 101km und war völlig platt. Wie du zum Hotel und zur Siegerehrung "geschlurt" bist, kann ich absolut nachempfinden. Dieses Aufgekratztsein hat man auch immer nur eine gewisse Zeit, dann breitet sich die Erschöpfung über den Körper aus. Die Freunde, der Stolz und die Gedanken, was man da eigentlich geschafft hat, kommen oft erst später, es sei denn, man ist Ersttäter! Riesenrespekt Uwe!!! Du kannst und solltest wirklich sehr, sehr stolz auf deine Leistung sein!!! Und danke für deinen ehrlichen Blog!

Lieben Gruß
Tame

unfassbar

sind für mich auch deine Läufe ! und das einen nach dem anderen ...
und das Ding mit der Endorphinschwemme :-) ist doch schön, wenn auch du noch ein Ziel hast, wofür du üben musst !
Klasse Leistung ! Höchsten Respekt !
VG
Uwe

Das ist aber auch meine Erfahrung ...

... nach diesen langen Dingern. Da kommt man nicht völlig Euphorisch ins Ziel. Man freut sich - aber man ist in dem Moment auch irre Kaputt und ist Froh, dass das ein Ende hat.
Das Geleistete realisierte ich immer erst später.
Find ich jetzt aber eher nicht schlimm.
;-)

zum Glück

biste nich jeflogen, hattest nette Begleitung und am Ende ne neue Schnalle. Jezz brauchste nur nochn Jürtel. Bei welchem Lauf jibbet die denn? ...und diese Endorphine habb isch auch noch nedd jesehen. (In deinem Fall sind 100 Meilen vielleicht zu kurz...öhm). dietzi, das hast du wieder mal wahnsinnig gut durchgezogen. Während du unterwegs warst habe ich immer überlegt, welchen Plan du gerade 'abläufst' und ich muss gestehen, ich hatte den Computer mit ins Bett genommen, um zu sehen, wie weit du bist und konnte erst schlafen, nach dem du im Ziel warst. Jawoll. Ich verneige mich in Erfurt. Chapeau!
...going beyond the mind -it's where the magic happens...

Gefühlt noch gar nicht richtig im Ziel und...

...schon in Gedanken den oder die nächsten Ultras am planen, 100 Meilen sub 24 und immer einen trockenen Spruch auf den Lippen - das ist dietzrunning. Absolut einmalig!!!
Als ich am letzten Wochenende unterwegs war, habe ich viel an euch 100-Meilen-Läufer gedacht und gehofft, dass es einigermaßen trocken bleibt.

Zwei Schauer, eine ordentliche Blase, einmal Mauerweg im Uhrzeigersinn, ab und zu nette Begleitung - hey, wozu braucht man da noch Endorphingedöns ???

Ja, nach dem Punkt 'Schluss mit lustig' (der irgendwie immer kommt und dann auch noch häufig seine Kumpels dabei hat) will man das 'Ding' dann nur noch zu Ende bringen - im Zeitfenster. Höhö - ich glaub' nach dem Thüringen-100-Meiler hast mal geschrieben, so eine Distanz nicht mehr laufen zu wollen.
Riesenrespekt, dass Du nun schon zum wiederholten Male und in einer phänomenalen Zeit auf dieser Distanz unterwegs warst sowie vielen lieben Dank, dass wir Dich - mal wieder - im Nachhinein begleiten durften!!!


Danke für den schönen

Danke für den schönen Bericht und herzlichen Glückwunsch zu deiner Leistung. :-)
Jetzt kann ich mir das ein wenig vorstellen, was da nächstes Jahr auf uns zu kommt, wenn wir den Mauerweg als Staffel laufen.

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