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Benutzerbild von Don Schultze

hat jemand einen Tipp woher es kommt und wie man´s weg kriegt? Seit einiger Zeit bekomme ich am linken Fuß, mittleren Zeh nach etwas Belastung ein blödes kribbeln. Etwa nach 15 bis 20 km, egal welche Schuhe, also fast. Je direkter der Schuh, meine ich, desto früher setzt es ein. Wenn ich ein Stück gehe geht es auch wieder weg oder lässt nach. Hat mal jemand was ähnliches gehabt oder weiß jemand eine medizinische Begründung? Danke schon mal für eure Tipps.
Gruß Don, bei dem auch mal wieder was zwickt.

Viele Ursachen möglich

da kann was eingeklemmt sein (Nerv o.ä.), u.U. kommt es auch von ganz woanders (Wirbelsäule, ISG-Gelenk).

Zunächst würde ich mal mit der Schnürung experimentieren: zu eng? Drückt u.U. auf den Spann? Schuhgröße überprüfen? (kein Mensch hat zwei gleich lange Füße!)

Ich kenne das mit "eingeschlafenen" Füßen - auch Fußteilen, auch Zehen. Ursachen waren meist Kälte, krampfende Zehen (Überbelastung, Kopfsteinpflaster, runtergelaufene Dämpfung; häufiger auch beim Laufen nach Radfahren), dann "kribbeln" die gerne mal wenn sie wieder "aufwachen".

Sonst deutet Kribbeln eher auf eine Einschränkung hin: Blutbahn oder Nerven. Aber da kann dir ein Arzt oder Physio eher weiterhelfen.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Plattfüße?

Ich hab das, wenn ich ohne Einlagen laufe. In meinem Fall an Zeh Nr. 2 und 3. Abhilfe schafft eine Pelotte.

Ok,

@Strider: das mit Schnürung und so schließe ich mal aus, weil ich zig Schuhe habe und immer das Gleiche am selben Zeh auftritt. Letzteres mit Blutbahn und Nerven scheint mir treffender. Werde morgen mal zur Physio traben. Hatte ja erst Anfang des Jahres irgend solch pseudoradikuläres Lumbalsyndrom oder so, vielleicht schießt mir das jetzt in die Mittelzehe.
@WWConny: Pelotte hab ich eben mal gegoogelt. Das Ding könnte Sinn machen. Wenn ich anders auftrete und den gereizten Bereich weniger belaste geht das weg. Nur daß ich dann recht verkorkst rum eiere, von Tempo wollen wir gar nicht erst reden.
Danke für die Tipps, mal gucken was morgen raus kommt.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Morton-Neurinom

Vermutlich wird durch mangelndes Fußgewölbe zwischen 3. und 4. Mittelfußknochen der Nerv eingeklemmt, die Verdickung die sich dann meist um den Nerv bildet nennt man Morton-Neurinom. Abhilfe schafft tatsächlich eine Einlage, die das Quergewölbe stützt. Kurzfristig. Langfristig macht es vermutlich Sinn, sich mal gründlich um die Beinachsen zu kümmern, meistens geht in solch einem Zusammenhang das Knie zu weit nach innen, in der Hüfte fängt das meist an. Die Fußmuskulatur ist somit völlig überfordert, den Schwung von oben abzufangen und das Fußgewölbe flacht nach innen ab.

Langfristige Behandlung sollte ein guter Physio machen können (sodass irgendwann evtl. Einlagen überflüssig werden), kurzffristig halte ich in diesem Falle allerdings den Besuch beim Orthopäden für sinnvoller.

Alles Gute

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

@granreserva

Danke, das klingt schlüssig. Denke meine Physio wird mir das heute in der Form bestätigen. Beinachse ist tatsächlich etwas aus dem Ruder, ob das so einfach zu richten geht. Na mal sehen...

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

@granreserva

Kannst Du einfache Übungen dazu empfehlen? Ich habe ebenfalls ein plattes Vorfußgewölbe (einseitig links) und dazu einen (operierten) BSV L5/S1, linksgelagert. Denke definitiv, daß bei mir das Fußproblem weiter oben liegt und würde das gerne mal ausprobieren. Habe bisher leider keinen Physio gefunden, der mir damit hätte weiterhelfen können.

Hallo Beffi,

wenn das mit ein paar (leichten) Übungen zu machen wäre könnten es mehr Physios ;-). Aber ich versuche mal die wichtigsten Punkte zu erklären:

Punkt 1 ist Fuß- und Unterschenkel. Sackt der Bogen zwischen Ferse und großem Zeh ab (Längsgewölbe) kippt automatisch das Sprungbein und damit der Unterschenkel nach innen ab. Nicht in einer reinen Seitwärtsbewegung sondern einer Mischung aus Seitneigung und Innendrehung des Schienbeins.

Punkt 2 ist das Knie: In STreckung ist keine Drehung möglich, in Beugung kann der Unterschenkel gegen den Oberschenkel drehen. Wenn das Knie aber unter Torsionskräften gestreckt wird, kann es passieren, dass es verdreht in der Streckung landet, meistens ist der Unterschenkel gegen den Oberschenkel noch nach außen verdreht (dann ist eine Behandlung über die Hüfte der wichtigere Ansatz, steht das Knie gerade oder der Unterschenkel zu weit nach innen gedreht ist eher eine Behandlung über den Fuß erste Wahl, in fast allen Fällen lohnt es sich, von beiden Seiten ranzugehen.)

Punkt 3 die Hüfte: Hier sind die Möglichkeiten der Fehlkoordination durch die große Beweglichkeit derselben sehr vielfältig. In einem "typischen" Fall wie oben beschrieben kann das Becken nicht gut seitlich gehalten werden, es sackt zur Gegenseite ab, gleichzeitig dreht der Oberschenkel nach innen weg (ähnlich dem Unterschenkel, wenn der Fuß kippt).

Wie schon gesagt, die Fehler die hier passieren können sehr vielfältig sein. Meine Aufgabe als Physio ist es, hier die Probleme zu erkennen und individuelle Lösungen zu entwickeln.

Wenn jemand eine gute Selbstwirksamkeit im Lernen hat, sich also gut selbst korrigieren kann, dann ist folgende Übung manchmal ausreichend:

Man richtet im Sitz das Bein aus. Knie senkrecht über der Ferse, Oberschenkel und Fuß zeigen in die gleiche Richtung. Um nachher nicht zu breit oder zu schmal dazustehen sollten die Füße und Knie etwa Hüft- (=Leisten-) bis Schulterbreit auseinander stehen. Dann steht man langsam auf und kontrolliert, dass die Beine gerade bleiben, vor Allem nicht wegdrehen. Ist am Anfang manchmal schwer zu erkennen, vor Allem aber schwer so langsam aufzustehen, dass man es erkennt. Wenn es irgendwann nicht mehr zu halten ist, nicht weiter hoch gehen sondern wieder hinsetzen! Wenn das klappt, gleiches einbeinig im Ausfallschritt, dann auch aus der Streckung in die Beugung bewegen, von Anfang an (also vor Bewegungsstart) die Richtung haben und in der Endstellung kontrollieren obs geklappt hat. Dann die einbeinige Kniebeuge mit gleicher Aufgabe, später auch eingesprungen, bei manchen Sportarten halt auch sportartspezifische Bewegungen trainieren.

Habe einen Hockeyspieler behandelt, der musste nur den seitlichen Ausfallschritt lernen, braucht kein Mensch außer einem Eckenschlenzer beim Hockey. Genau dabei hat er aber mörderische shin splints bekommen (Lauftraining ging trotzdem immer problemlos, da Einlagen genutzt, die versagten aber für die spezielle Bewegung).

Hatte auch eine junge PAtientin (17), die mit der obigen Übung nach 2-3 Wochen ein scheinbar im Knie anatomisch fixiertes X-Bein abtrainiert hatte. Das ist aber die absolute Ausnahme, meistens dauert es länger und braucht auch noch einiges Anderes an Input und Übungen. Von daher bin ich skeptisch, ob das mit "mal ausprobieren" möglich ist.

Von der Übung gibt es übrigens noch keine Bilder, da von mir selbst entwickelt ;-).

Eine Empfehlung was Therapeuten angeht ist recht schwierig, es gibt in Schwalbach einen recht guten Kollegen wie ich meine, der allerdings inzwischen auch auf den Osteopathie-Hype aufgesprungen ist, das kann in dem Kontext kontraproduktiv sein. Die Verbindung trotzdem: Lierke Physiotherapie Main-Taunus

Alles Gute,

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

Buchtipp

Ein lebenlang gut zu Fuss. Da gibts viel Fusuebungen fuer solch langwierige Dinge. Ich Tippe auf Spreitzfuesse.

@granreserva

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung und auch für den Physio-Tip. Osteopathen hab ich auch schon zwei durch und mir eigentlich mehr von deren (angelblich) ganzheitlichem Ansatz versprochen.
Hab früher mal in Essen gewohnt und wäre schon längst bei Dir vor der Tür gestanden, wenn's inzwischen nicht so weit wäre :-)

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