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Benutzerbild von dfrobeen

Die Medienberichterstattung ist sich einig – die Challenge Roth war lt. „Triathlon Magazin“ das härteste Triathlon-Langdistanzrennen, was jemals auf europäischem Boden stattgefunden hat. Bei schwülwarmen Temperaturen von bis zu 36 Grad sollten 3.600 Teilnehmer das Rennen angehen.

Am Ende des Tages wird es gut 400 Teilnehmer geben, die gar nicht erst gestartet sind. 502 Starter haben das Rennen aufgegeben - knapp 20%, so viele wie noch nich bei einer deutschen Langdistanz. Nochmal gut 400 Teilnehmer werden im Zielbereich notfallbehandelt, die hätten zum Teil auch über eine Aufgabe nachdenken sollen. In der Warteschlange zur Dusche sehe ich, wie Rotkreuz-Sanitäter einen bewegungslosen Körper aus einer der Duschkabinen tragen.

Meine Zeit an der Ziellinie dabei war eine 11:05:02 Stunden – über 17 Minuten langsamer als ein Jahr zuvor über die gleiche Distanz beim Ironman Frankfurt. Und das, obwohl ich mich deutlich intensiver, zielgerichteter und umfangreicher vorbereitet hatte als letztes Jahr. Wenn ich die Zielzeit am Tag vor dem Rennen schon gewusst hätte, wäre ich schwer enttäuscht gewesen. Warum ich nach nunmehr einigen Nächten drüber schlafen jetzt doch sehr zufrieden bin und die Challenge Roth 2014 doch als sensationelles Event in Erinnerung behalte, beschreibe ich im weiteren Verlauf dieses Blogs.

3,8km Schwimmen im Main-Donau-Kanal

Am Sonntag um 7:05 Uhr knallte der Startschuss meiner Startwelle im Main-Donau-Kanal. Dabei wurde mir klar, dass dieser ebenso plötzlich kommt, wie jedes Jahr Weihnachten am 24. Dezember. Ich hatte mich ein gutes dreiviertel Jahr gezielt auf Roth vorbereitet. Ich hatte einen detaillierten Trainingsplan nach Joe Friel hergeleitet und abgearbeitet. Dieser Trainingsplan enthielt Roth als den absoluten A-Wettkampf – es war also alles auf diesen einen Tag ausgerichtet. Und dennoch hatte ich in den Stunden, Minuten und Sekunden vor dem Start das Gefühl ungefähr alles falsch gemacht zu haben.

Aber jetzt gab es kein Zurück mehr, ich war im Wasser und da gab es nur die Option durchschwimmen oder aufgeben. Zwei Wochen zuvor in Frankfurt hatten genau 3 der 2.700 Teilnehmer im Schwimmen aufgegeben – diese Peinlichkeit wollte ich mir in Roth ersparen. Ich hatte aber die ganze Nacht zuvor Panik davor geschoben, dass genau das passiert. In Frankfurt ein Jahr zuvor war ich eine 1:22h geschwommen und damit schon im hinteren Viertel des Teilnehmerfeldes geblieben. Der Plan war dann über den Winter schwimmen zu lernen und sich mindestens auf eine 1:16h zu verbessern, was einem Schnitt von 2:00 Minuten pro 100m entsprochen hätte. Seit Mai weiß ich, dass der Plan nicht aufgeht. Aber nicht nur, dass ich in Wettkämpfen die 2:00-Schnitte nicht halten kann, ich war plötzlich auch viel langsamer als im Vorjahr unterwegs. Tiefpunkt war die Challenge Kraichgau, wo ich für die halbe Strecke über 45 Minuten brauchte. Hochgerechnet wäre es für Roth also eine 1:30h gewesen.


Main-Donau-Kanal beim Testschwimmen - im Prinzip waren nur 2 Bahnen zu schwimmen. Aber: eine davon hatte je 1,9km

Die Panik in der Nacht reduzierte sich aber nicht nur auf die Sorge vor einer schlechten Zeit. Ich hatte sogar ernsthaft Bedenken, ob ich überhaupt die volle Strecke schwimmen kann. Nach den katastrophalen Zeiten aus Mai bis Anfang Juli, hatte ich wieder auf reines Techniktraining umgestellt. Die größten Distanzen, die ich schwamm waren 200m am Stück – und nun sollten es 3.800m werden. Ich lag zwar um 22:30 Uhr im Bett, netto geschlafen bis der Wecker um 3:45 Uhr klingelte, hatte ich vielleicht 2-3 Stunden. Die übrige Zeit lag ich mit sorgevollen Schweißperlen auf der Stirn wach im Bett.

Aber im Wettkampf ist alles anders. In Roth wurde im Main-Donau-Kanal geschwommen. Erst knappe 1.500m in die eine Richtung, dann knappe 2.000m wieder zurück und die verbleibenden ca. 400m zum Schwimmausstieg. Was bei mir erst Panik auslöste, sollte dann eher zu meinem Vorteil werden. Die Teilstrecken sind zwar furchtbar lang und monoton. Aber da man in einem Kanal schwimmt, hat man nie Orientierungsprobleme und wenn man nah am Rand bleibt, kann man den Fortschritt sehr gut daran erkennen, wie sich die Grashalme der Wiese an einem vorbei bewegen.

Noch spannender als die Grashalme auf dem Weg zur ersten Boje, war aber das junge Rot-Kreuz-Pärchen, welches sich sehr angeregt unterhielt und dabei genau in meinem Schwimmtempo gemütlich am Kanal entlang schlenderte. Ihr zwei, solltet ihr das hier lesen, ich wünsche Euch beiden alles Gute und vielen Dank für die Ablenkung, die ich immer wieder bei Rechtsatmung durch Euch hatte.

So kam ich sehr guter Dinge an der ersten Wendeboje an. Für die rund 1.500m hatte ich genau 30 Minuten gebraucht – hey, das war ja auf einmal ein flottes Tempo. Mach also weiter, zumal es mich im Kopf gar nicht so sehr quälte, wie befürchtet. Leider sollte dieser Zustand nicht konstant bleiben. Schon bald auf der 2.000m Bahn, die vor mir lag, ereilten mich Zweifel, sodass ich immer wieder Pausen machte, Brust schwamm und/oder mal ganz durchatmen musste. Der Engpass war dabei gar nicht mal irgendwie muskulär oder von der Ausdauer her. Mein Kopf wollte einfach keine 1:16h am Stück monotone Schwimmbewegungen machen. Das wird meine zentrale Herausforderung bis zur nächsten Langdistanz (und die wird es definitiv geben). Punkt 1 – ich muss schneller schwimmen und Punkt 2 – ich muss lernen beim Schwimmen mal eine gute Stunde den Kopf auszuschalten. Auf dem Rad gelingt es mir weit über 5 Stunden lang, beim Laufen über 3. Warum bekomme ich das im Wasser nicht auf die Reihe?

Ich verlor ordentlich Zeit auf der 2.000m-Bahn. Irgendeine Story a la verliebtes Rot-Kreuz-Pärchen hatte ich auch nicht mehr. Schlimmer machte es sogar, dass mich jetzt die schnellen Schwimmer der hinteren Startgruppen überholten – soweit ok. Aber einige meinten für Momente, dass ich ihnen ein guter Wasserschatten-Spender sein könnte. Sie hauten mir dann einige Male auf die Füße, sodass diese jedes Mal tief absackten, bis die anderen Schwimmer dann checkten, dass sie mich wohl besser überholen und ich immer wieder darum bemüht war neue Wasserlage aufzubauen.

Trotz allem verging aber sogar diese quälende Zeit zwar langsamer als gewollt, aber immer noch schneller als befürchtet. Auf Höhe der Startlinie wusste ich ja, dass ich schon 3.000m hatte und die verbleibenden 800 werde ich noch hinbekommen. Nach der Wendeboje waren es nur noch gut 400m und jetzt griff dann doch auch die Ermüdung. Diese 400m hatte ich aber ganz gut damit überbrücken können, dass ich ein Spiel spielte. Immer 10 Brust-, gefolgt von 30 Kraulzügen. Das hätte mir vorher mal einfallen sollen, denn so war ich in Relation zur 2.000m-Bahn plötzlich nochmal recht flott unterwegs.

Im Endeffekt verließ ich nach 1:28:28 Stunden das Wasser. Soweit, so gut. Ich durfte endlich aus dem Wasser und das hatte ich in der Nacht zuvor ernsthaft bezweifelt. Die Zeit spielte in dieser Überlegung erstmal keine Rolle. Jetzt hatte ich eine 1:28…es hätte auch schlimmer kommen können – siehe Challenge Kraichgau. Also konnte ich jetzt lang genug auf dem Rad überlegen, was ich aus dieser Zeit nun mache.

Wechseln wie die Profis...oder schneller

Vorher kam aber erstmal meine neue Lieblingsdisziplin – der Wechsel. Ich hatte mir den Weg durch die Wechselzone sehr gut eingeprägt und lief ihn fehlerfrei ab. Kurz nach dem Schwimmausstieg griff ich nach meinem bereitgelegten Wechselbeutel und rannte weiter ins Wechselzelt. Dort lief ich erstmal an den Massen im Eingangsbereich vorbei und statt vorne auf einen freien Platz zu warten, gab es im hinteren Bereich massig Platz. Dort wurde der Neo abgestreift und gemeinsam mit Badekappe und Schwimmbrille in den Wechselbeutel gepackt. Jetzt weiterrennen zum Rad. Zugegeben, mein Rad zu finden war nicht schwer…viele standen im Bereich meiner Startnummer nicht mehr rum. Anschließend mit dem Rad zur Mount-Line rennen, aufspringen, Füße erstmal auf die bereits eingeklickten Radschuhe legen, Tempo aufnehmen, Radschuhe richtig anziehen und erstmal durchatmen. Diese ganze Übung dauerte bei mir 1:55 Minuten, womit ich im gesamten Teilnehmerfeld auf Rang 89 rangierte. Oder anders formuliert, 11 der insgesamt 39 teilnehmenden Profi-Triathleten brauchten für diesen Teilabschnitt länger als ich.


Mein Rad in der Wechselzone - als ich wieder dort war, waren die meisten anderen Räder schon weg

Tiefflug auf dem Rad

Nun saß ich aber auf dem Rad und mir war klar, dass ich auf diesem Teilabschnitt nicht mehr mit Rang 89 rechnen konnte. Zuletzt war meine Radform sehr gut und in Verbindung mit meiner schlechten Schwimmverfassung hatte ich vorher mal so die Überlegung aufgestellt, dass ich im Vergleich zu Frankfurt doch die Zeit, die ich im Wasser verliere, dann auf dem Rad wieder gut mache und dann einfach einen schnelleren Marathon laufe.

Ich hatte wie schon in Frankfurt meinen Tacho abmontiert und wollte nach Gefühl fahren. Dieses sollte schon nach der ersten Linkskurve sehr gut werden, denn es folgte einer meiner Lieblingsabschnitte. Es geht stark bergab am Rothsee vorbei, bevor man an der Schleuse des Main-Donau-Kanals zwei sehr schnelle Kurven fährt. Ich war am Freitag vor dem Rennen die 87km-Radsschleife mal abgefahren und konnte dort noch nicht voll rollen lassen – es war ja noch offener Straßenverkehr. Nun im Wettkampf konnte man die Kurven voll fahren und ein erster Endorphinschub durchdrang meinen Körper.

Die ersten 20km geht es recht wellig insgesamt leicht bergauf. Alles keine echten Berge, aber zumeist doch Stücke, wo man merklich nicht am gewünschten Geschwindigkeitsschnitt unterwegs ist. Dann folgt ein lang gezogenes Flachstück in Richtung Greding, wo es gilt im großen Gang zu treten und Strecke zu machen. Nach 37km, kurz vor Greding, die erste Zwischenzeit. Bis hierher war ich in einem 34,3km/h-Schnitt unterwegs. Das war ganz ok, aber auch noch nicht weltbewegend. Aber vom Wind her hatte ich auch schon so eine Vorahnung, dass bis zum Ende der ersten 87km-Schleife der Schnitt eher nach oben als nach unten korrigiert werden sollte.

In Greding ging es links ab und es folgte der einzige wirklich ernst zu nehmende Berg der Radstrecke. Das tückische am Kalvarienberg ist, dass er noch im Ort sehr steil anfängt. Dort ist ein Stimmungsnest, man wird von den Zuschauern hochgepeitscht und es besteht die Gefahr durch zu hohe Geschwindigkeit einen Überschuss Laktat in die Beine zu schießen. Hier war ich froh die Strecke schon abgefahren zu sein. Dadurch wusste ich, dass nach der steilen Rampe der eigentlich schwierige Teil des Berges kommt. Es wird zwar flacher, aber der Anstieg zieht sich scheinbar unendlich weiter. Immer wenn man gerade denkt, dass jetzt die verdiente Abfahrt kommt, geht es gleich noch ein Stückchen höher. Und wenn man dann wirklich oben ist, folgt noch eine kleine Enttäuschung. Denn es geht dann noch ein Stück auf der Hochebene weiter, bevor dann wirklich die lange, schnelle Abfahrt folgt.

Was die Rampe in Greding umgekehrt aber wiederum etwas erträglicher macht, ist der Umstand, dass dort die mittlerweile dritte Verpflegungsstation wartet. Diese sind in Roth sehr gut aufgebaut. Im Unterschied zu Frankfurt gibt es erstens fast doppelt so viele Stationen auf der Radstrecke. Darüber hinaus sind die einzelnen Bestandteile sehr gut verteilt, sodass man wirklich nach Wunsch seine „Beute“ machen kann. In Frankfurt war es teilweise recht hektisch und man musste einfach alles greifen, was man bekam und hinterher sortieren, welche Beute man wie verarbeiten wollte.

In Roth durchfuhr ich alle Stationen nach dem gleichen Schema:
- Trinkflaschen nach Beginn der Station wegwerfen (außerhalb der Verpflegungsstationen hätte dies Disqualifikation bedeutet)
- Wasserflasche greifen und in den ersten freien Flaschenhalter am Rad stellen
- halbe Banane greifen, sofort auf die Schale quetschen und alles rausquellende Fruchtfleisch in den Mund stopfen. Schale sofort wegwerfen, damit die Hand wieder frei wird
- Isoflasche greifen und in den zweiten freien Flaschenhalter stellen
- Gel oder Riegel greifen. Da war ich nicht so wählerisch – aber eins von beiden sollte es pro Station schon sein. Sofort in die Rückentasche stecken und Hand wieder frei machen
- zweite Wasserflasche greifen und solange noch nicht die Endmarkierung der Verpflegung kam, das Wasser durch die Öffnungen im Helm über den Kopf und in den Nacken schütten. Flasche rechtzeitig wegwerfen um keine Disqualifikation zu riskieren, Aeroposition einnehmen und wieder Renntempo aufnehmen.

Derart frisch gestärkt und am Kopf gekühlt, kam ich den Kalvarienberg gut hoch. A propos Kühlung am Kopf. Da es auf der Strecke insgesamt 10 Verpflegungsstationen gab und ich alle nach dem gleichen Prinzip durchfuhr, hatte ich nach dem 180km Radsplit folgende Verbräuche:
- ca. 10,5l Wasser zum Kühlen über den Kopf geschüttet
- ca. 7,5l Isogetränk getrunken
- 5 Bananen, 4 Gels und 3 ganze Energieriegel gegessen

Jetzt folgte die lange Abfahrt nach Obermässing runter. Diese machte noch mehr Spaß als diejenige am Rothsee entlang. Ich fuhr diese in einem 52,3km/h-Schnitt runter, obwohl dort auch drei Haarnadelkurven warteten. Ähnlich wie am Rothsee konnte man diese hier wegen der voll abgesperrten Strecke fast voll fahren – großer Spaß!

Anschließend kam das recht monotone, flache Überführungsstück zum absoluten Höhepunkt der Radstrecke – der Solarer Berg. Auf der Proberunde von Freitag habe ich gesehen, dass dieses Stück den Namen „Berg“ völlig zu unrecht trägt. Es ist ein kleiner Hügel. Aber gesäumt durch die zigtausenden Zuschauer am Renntag, bleibt dieses Stück das unvergesslichste an der gesamten Wettkampfstrecke. Wenn man auf den „Berg“ zufährt, sieht man kein einziges Stück Straße mehr. Die Menschen stellen einfach jede Lücke zu. Erst wenn man wirklich kurz vor der Menschenmasse ist, öffnen sie sich zu einem kleinen Spalt auf, durch den man durchfährt und unfassbar angefeuert wird. Überholen ist hier unmöglich – so hatte ich also ein paar Momente für mich um die Stimmung zu genießen und gemütlich etwas Kraft in den Beinen zu tanken.

Oben angekommen wartet dann im Kopf auch schon das Ende der ersten 87km-Schleife. Man überquert ein paar Mal den Main-Donau-Kanal und weiß, dass es gleich ab dem Schwimmstart gilt die gleiche Schleife nochmal zu fahren. Nach 90km, also kurz hinter meiner geliebten Rothsee-Abfahrt, hatte ich dann die Hälfte des Radsplits geschafft – 2:32 Stunden zeigte die Uhr. Da zeigte sich, dass der zweite Teil der Radschleife durchaus der schnellere zu sein scheint.

Jetzt packte mich ein Ehrgeiz. Meine ursprüngliche Rechnung für den Radsplit war hinfällig. Ich hatte im Wasser 6 Minuten im Vergleich zu Frankfurt verloren, gleichzeitig aber schon auf der halben Radstrecke 9 Minuten gewonnen, sowie zusätzlich den schnelleren Wechsel absolviert. Jetzt wollte ich einen anderen Benchmark knacken…die 5h-Grenze auf dem Rad. Gut möglich, dass dieser Gedanke ein schlechter war und sich später rächte.

Tatsächlich gelang es mir die ersten 37km der zweiten Runde insgesamt 1:36 Minuten schneller zu fahren, als das gleiche Stück auf der ersten Runde. Sofern ich diesen Trend fortgesetzt hätte, hätte ich wohl die 5-Stunden-Marke geknackt – was nur insgesamt 127 Teilnehmern an diesem Tag gelang. Hätte, wenn und aber hatte sich aber erledigt, als ich beim 110km-Schild kurz aufhörte zu treten und auf die Uhr sehen wollte. Exakt in diesem Moment verkrampfte sich meine rechte Oberschenkel-Innenseite derart, dass ich kurz überlegte anzuhalten.

Es ging mit reduzierter Geschwindigkeit weiter und auf einem leicht abfallenden Stück klickte ich das Bein aus und lockerte die Muskeln so gut es ging. Der Erkenntnis war dann, dass ich zum einen etwas Tempo raus nehmen sollte. Es kamen ja immerhin noch 70km-Radfahren und die Kleinigkeit eines Marathonlaufes bei 36 Grad . Darüber hinaus akzeptierte ich, dass ich ab sofort nur noch sehr eingeschränkt in Aeroposition fahren konnte – die angewinkelte Haltung führte immer wieder zu Verkrampfungen in meinen Oberschenkeln.
So lag also mein Fokus nunmehr den Radsplit noch halbwegs vernünftig zu Ende zu führen und mich im Kopf auf den Marathon vorzubereiten. Sofern dieser schneller als in Frankfurt sein würde, würde ich meine dort aufgestellte Bestzeit dennoch unterbieten können.

Vorher kamen aber noch ein paar bemerkenswerte Situationen auf den verbleibenden 70 Radkilometern. Unglücklich fand ich, dass es auf der vorletzten Verpflegungsstation, also etwa bei km150 kein Wasser mehr gab. Organisator Felix Walchshöfer entschuldigte sich für diesen Umstand am nächsten Tag auf der Siegerehrung sehr umfangreich und glaubhaft. Im Grunde gibt es auch keinen echten Vorwurf zu machen. Die Station war weit entfernt von irgendwelcher Zivilisation und wurde mit zwei 5000l-Kanistern mit Wasser ausgestattet. Es war wohl nicht vorhersehbar, dass bei 36 Grad Außentemperatur, von 3.600 Teilnehmern derart viel Wasser verbraucht wurde. Das Problem wurde sogar noch während des Rennens gelöst, als die Feuerwehr einen der Kanister zum nächsten Ort mitnahm, wieder auffüllte und zurück brachte. Für mich bedeutete dies aber, dass ich eine gute halbe Stunde lang kein Wasser hatte um meinen Kopf zu kühlen.

Nachdem ich zum zweiten Mal den Solarer Berg hochgefahren war, wusste ich, dass der Radsplit gleich vorbei sein würde. Ich nahm zum dritten Mal meine Abfahrt am Rothsee und bog in Eckersmühlen diesmal rechts in Richtung Roth ab. Jetzt war es nur noch ein knapp 6km langes Überführungsstück, bevor ich das Rad abgeben und den Marathon starten konnte.
Als dies dann geschah, befand ich mich insgesamt 5:12:40 Stunden auf dem Rad. Das entsprach einem knappen 34,6km/h-Schnitt und trotz Krämpfen an beiden Oberschenkeln einer Verbesserung meiner Zeit aus Frankfurt um fast 10 Minuten. Insgesamt bedeutete dies die 283. Radzeit des gesamten Teilnehmerfeldes und meinem mit Abstand besten Teilsplit des Rennens. Auf diesen Teil bin ich im Nachhinein definitiv am stolzesten.

Ein anderer Vergleich macht die Radleistung noch transparenter. Nach dem Schwimmen wurde ich laut Ergebnisliste auf Rang 2.318 des laufenden Rennens geführt. Nach dem Radfahren befand ich mich auf Rang 718. Ich hatte also insgesamt 1.600 Teilnehmer auf dem Rad überholt!

dicke Füße - zweiter Wechsel

Der zweite Wechsel verlief leider nicht ganz so gut, wie geplant. Ich schwang noch im Fahren mein Bein über den Sattel und sprang bei fast voller Fahrt vor der Dismount-Line vom Rad. Natürlich hatte ich vorher schon meine Füße aus den Radschuhen herausgezogen. Das Rad übergab ich einem freundlichen Helfer und rannte zu den bereitgelegten Wechselbeuteln. Den eigentlichen Fehler des Wechsels machte ich schon am Vortag. Ich hatte eigentlich geplant den Marathon in meinen Triathlon-Wettkampfschuhen zu laufen. Damit war ich schon den Ironman Frankfurt und auch alle Wettbewerbe dieses Jahres gelaufen. Einer der großen Vorteile war die Bindung mit Gummizügen, sodass ich einfach nur in die Schuhe reinschlüpfen musste. Eine innere Stimme sagte mir aber, dass ich den Marathon doch lieber in meinen Lauf-Wettkampfschuhen absolvieren wollte. Diese hatten mir allein schon auf den drei Marathons im Frühjahr zu sehr guten Zeiten verholfen, u.a. auch zu meiner 2:49 beim Boston-Marathon.

Dann hatte ich aber noch den Ratschlag meines Lauftrainers im Triathlon-Team im Ohr, der sagte, dass man auch Schnürschuhe so binden kann, dass man einfach reinschlüpft und losläuft. Eigentlich für eine Langdistanz völlig irrelevant. Der Zeitverlust von einigen Sekunden Schuhe binden, sollte auf die Gesamtzeit nur minimal Auswirkung haben. Aber allein der Spaß meine Wechselzeiten zu optimieren, verleitete mich dazu dieses Experiment zu wagen. Ich habe sogar am Vortag diesen Wechsel mehrfach geübt und die Bindung identifiziert, die weit genug war um in die Schuhe rein zu kommen, aber gleichzeitig fest genug um beim Laufen nicht im Schuh rumzurutschen.

Diese ganze Simulation beinhaltete aber nicht, dass mein Fuß nach 180km Radfahren bei 36 Grad nicht unerheblich an Volumen zunimmt und ich hatte keine Chance in den Schuh reinzukommen, ohne die fertige Bindung wieder aufzumachen. Also verlor ich kostbare Zeit, wechselte in 2:12 Minuten (Platz 332) und befand mich nun auf der Marathon-Strecke.

Ich fühlte mich schon ganz schön kaputt, andererseits hatte ich noch das vergangene Jahr in Frankfurt im Kopf. Da war auch der Gedanke, wie ich denn jetzt bitte noch einen Marathon laufen solle. Damals lief ich dann sogar komplett durch – ohne Gehpause. Es war zwar ein langsames Tempo, aber ich lief durch. Diesmal wollte ich also nach dem gleichen Schema die ersten Zweifel einfach überwinden und dann das Ding nach Hause laufen.

Spaziergang in Etappen - ein gaaaaaanz langer Marathon

Im Unterschied zu Frankfurt, wo ich einfach nur finishen wollte, kämpfte ich hier nun um eine bessere Zeit, bzw. um eine Bestzeit. Ich hatte eine Regel im Ohr, die besagte, dass man den Langdistanz-Marathon in einer Zeit von Bestzeit plus 20 Minuten laufen kann. Nach der Zeit in Boston wäre dies also eine 3:09 gewesen, aber ich blieb realistisch (dachte ich zumindest) und wollte eine 3:20 laufen.

Der erste km verlief noch nach Plan und ging in 4:45 Minuten raus. Der zweite hatte sich schon gezogen und blieb nur noch knapp unter 5 Minuten. Dann ging es ganz schnell. Sonst kenne ich die Zweifel beim Marathon ja schon, wo man erstmalig mit den Gedanken kämpft, doch mal ein paar Schritte zu gehen. Dann überlegt man hin und her um dann doch den Ehrgeiz siegen zu lassen und einfach weiter zu laufen. Bei km2,2 in Roth verlieft dieses Gedankenspiel anders. Sinngemäß verlief der Kampf gegen mich selbst wie folgt „ach ich würde gerne mal gehen…tut schon ganz schön weh. OK!“…und ich ging. Es war einfach nichts mehr zu holen. Ich war völlig leer und sofort machte sich Enttäuschung in mir breit. Das wird heute nichts mit der Bestzeit…und dafür hast Du Dich 8 Monate vorbereitet.

Die Gedanken gingen natürlich noch weiter. Was mache ich jetzt? Ich begann zu rechnen. Gehen im Marathon bedeutet so etwas zwischen 9:00 und 10:00-Minuten-Pace. 40km bis zum Ziel…macht 400 Minuten, also sollte ich in etwas unter 6 ½ Stunden über die Ziellinie spazieren. Na Prost-Mahlzeit…das wird ja noch ein langer Tag.

Diese Gedankenspiele zogen sich so über eine Gehentfernung von gut 500m, bis ich mir das erste Mal einen Ruck gab und sagte „jetzt läufst Du bis zum km3-Schild“. Das waren also etwa 300m und es hätten auch genau keine 301m sein dürfen. Ich war fertig mit der Welt und begann wieder meinen Spaziergang. Mir fiel dann der frühe Morgen ein, wie ich die letzten 400m der Schwimmstrecke überbrückte. 10 Brust- und 30-Kraulzüge…und insgesamt kam ich so in einem akzeptablen Tempo weiter. Also machte ich einen Deal mit mir selbst aus. 200m gehen und dann kommt beim km4-Schild die zweite Verpflegungsstation. Da läufst Du hin und lässt es Dir dort gut gehen.

Gesagt, getan – ich lief…zwar langsam, aber ich lief. Was mich aufbaute war die Tatsache, dass um mich herum sowieso kaum noch jemand lief. Ich war mittlerweile im Bereich um Platz 700 des größten Langdistanztriathlon der Welt und um mich herum nur noch Teilnehmer, die gingen. Da ich schon am Kanal angekommen war, konnte ich auch die Verpflegung von weitem sehen. Das war mein Ziel…da wollte ich hin…und ich erreichte das Zwischenziel.

Nun machte ich ein ausführliches Picknick. Ich habe denen die halbe Verpflegungsstation leer gegessen. Ich habe proaktiv die Kochsalzpackung aufgemacht, einen Teelöffel davon in den Mund, ein Stück Brot hinterher und einen Becher Cola. Es sollte etwas mit Geschmack sein um den Salz-Geschmacksreiz auf der Zunge loszuwerden. Es hat im Grunde funktioniert und war für den Moment auch super. Aber insgesamt würde ich die Kombination Salz und Cola nicht für den Alltagskonsum empfehlen. Ich verzehrte gefühlt eine halbe Wassermelone, drückte mir ein Gel rein, trank, trank, trank und kippte mir viele, viele Becher Wasser über den Kopf. Danach sollte es weitergehen.

Da ich zuvor 800m gelaufen war und jetzt eine lange Pause gemacht hatte, lautete die Devise, dass ich jetzt bis zum km5-Schild durchlaufe. Dort würde ich wieder 200m gehen und mich dann wieder zur Verpflegung (die kamen alle 2km) vorkämpfen. Der Plan ging auf und so hatte ich einen Rhythmus gefunden. Immer von Verpflegung zu Verpflegung denken. Und das Prinzip „1km laufen, 200m gehen, 800m laufen und dann Picknick an der Verpflegung“ wollte ich fortan konsequent durchziehen.

Dann machte mir aber die Streckenführung einen Strich durch die Rechnung. Bis dahin liefen wir stumpf am Kanal entlang. Der Parcours war grundsätzlich so aufgebaut:
- 2km zum Kanal
- 9,5km runter laufen
- Wendepunkt
- die gleichen 9,5km zurück
- weitere 8km in gleicher Richtung den Kanal entlang
- Wendepunkt
- die gleichen 8km wieder zurück
- 5km vom Kanal weg, durch Roth und über die Ziellinie

Rein von der Streckenführung passte die Verpflegung bei km10 nicht genau an das km10-Schild, sodass diese erst etwa bei 10,6 auf mich wartete. Am km10-Schild begann dann ein kurzer Dialog in meiner Gedankenwelt. Wollte ich jetzt bis zum km10-Schild laufen oder bis zur Verpflegung. Gemein, dass sich die Verpflegung einfach davon gestohlen hat. Aber ich wollte schon zur Verpflegung laufen, also beißen und durchhalten…

Dort machte ich mein gewohntes Picknick und lief weiter. Aber insgesamt merkte ich, wie ich eher Kraft gewann, als weitere zu verlieren. Ich hatte mittlerweile viel gegessen, jede Menge Salzvorräte wieder in meinem Körper aufgefüllt und getrunken, getrunken, getrunken. Am Essen verlor ich sogar etwas die Lust – ich war „satt“ und so konzentrierte ich mich an den folgenden Verpflegungsstationen darauf, das Picknick nur noch auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren, damit ich genug Kraft hatte um zur nächsten Station zu laufen.
Und da ich jetzt wusste, dass ich schon wieder 1,6km am Stück laufen konnte, entschied ich schnell, dass ich ab sofort die Stücke zwischen den Picknick-Pausen komplett durchlaufen sollte. Plötzlich verging so die Zeit auch schneller und ich war bei der Halbmarathon-Markierung. Meine Pulsuhr hatte mittlerweile akkutechnisch aufgegeben, sodass ich auch keine Ahnung hatte, wie meine Zeiten sind und was mittlerweile für eine Finisherzeit im Bereich des möglichen war.

Ab dem Halbmarathon änderte sich auch etwas meine Gedankenwelt. Statt „noch 40km“ wie hinter dem km2-Schild, war der Gedanke nun noch: „8km bis zum Wendepunkt und dann nur noch nach Hause“. Das war dann eigentlich die Story des zweiten Halbmarathon, den ich auf diese Weise sogar unter 2:00 Stunden absolvieren sollte. Verglichen mit meinem Plan zwei Halbmarathon zu je 1:40 zu laufen natürlich eine Katastrophe. Aber verglichen mit dem Gedanken einen 6,5 Stunden-Marathon spazieren zu gehen auch eine deutliche Verbesserung.
So bog ich nach rund 37km vom Kanal ab und lief Richtung Roth. Dort hörten die Schmerzen dann sowieso auf. In Roth liefen wir über den Marktplatz, wo mit Hilfe von Biertischen eine kurvige Gasse gebildet wurde, die die Laufstrecke war. Außerhalb der Tische saßen die Zuschauer mit ihren Biergläsern in der Hand und wir Läufer rannten in der Mitte durch. Tolle Idee. Das war etwa bei km40, bevor nochmal ein etwas langweiligerer km zur Überführung kam und dann erkannte ich schon die Umgebung wieder, wo ich in den letzten Tagen rund um den Triathlonpark, meine Zeit verbrachte. Ich war kurz davor in den Finisherbereich einzulaufen. Ab jetzt tat nichts mehr weh und die Ergebnisliste sollte mir testieren, dass ich die letzten beiden km in 4:36-Pace gelaufen bin.

Irgendwann läuft man auf den Finisherteppich rauf, dem man eine ganze Weile geradeaus folgt. Dabei kommt einem das Zielstadion immer näher, bevor man es durch einen kleinen Tunnel dann auch von Innen sieht. Ab hier ist Party pur und tausende von Menschen jubeln jedem Finisher entgegen. Für diesen Moment hatte ich die letzten 8 Monate gelebt und es galt ihn zu genießen.

Bis zur Siegerehrung am nächsten Tag, ging mir dann allerhand durch den Kopf. Warum hatte ich meine Zeit von Frankfurt nicht verbessert? Hatte ich mich falsch ernährt – vor und während des Wettkampf? War ich auf dem Rad zu schnell – hätten 4 Minuten schlechter auf dem Rad vielleicht einen 30 Minuten besseren Marathon gebracht? War die Vorbereitung zu lang und ich schon über den Leistungspeak hinaus (auf dem Rad bestimmt nicht, aber im Laufen ganz sicher)? Oder lag es nur am Wetter? Oder daran, dass nach der ausgelassenen Wasserverpflegung bei Rad-km 150 mein Gehirn langsam gar geköchelt wurde? Oder…oder…oder…

Hier ein paar Zahlen:
Gesamtzeit 11:05:02h (1:28:28 - 1:55 - 5:12:40 - 2:12 - 4:19:48)
Deutsche Meisterschaft: Rang 324 gesamt, Rang 59 in der AK
Für die gleiche Platzierung wäre im Vorjahr (gleiche Strecke, gleiche Teilnehmerstruktur) eine 10:29h notwendig gewesen.

Im Endeffekt ist es auch egal. Eine Langdistanz ist etwas ganz besonderes und hat ihre eigenen Gesetze. Es ist halt nicht ein 10km-Lauf, den man versemmelt und beim nächsten, wenigs Wochen später einfach alles besser macht. Eine Langdistanz erfordert eine aufwendige Vorbereitung und bis zur nächsten gilt es einiges zu tun. Und dann kann es wieder passieren, dass irgendein Zahnrädchen im Gesamtkonstrukt quer steht und mir die ganze Vorbereitung zerhaut. Oder es kommt irgendwann der Tag – wie dieses Jahr in Boston – wo es einfach läuft und dann mache ich einfach meine Langdistanz deutlich unter 10 Stunden. Wer weiß.


The day after - Füße hochlegen im Triathlonpark Roth

Fakt ist aber, dass ich jetzt ein Jahr aussetzen möchte. Die nächste Langdistanz soll im Rahmen der möglichen Bedingungen dann wirklich unter 10 Stunden raus gehen. Dazu muss ich jetzt erstmal schwimmen lernen. Die Radform gilt es zu konsiervieren und dann muss ich halt mal einen flotten Marathon laufen. Das wird schon irgendwie funktionieren, aber für mich erst ab 2016. Dann werde ich mich auch noch konzentrierter auf den Punkt vorbereiten und die Trainingsplanung nicht unnötig um ein paar Spaßmarathon-Rennen im Frühjahr verlängern.


US-Nonne Sister Madonna Buder - 83 Jahre und immerhin bis km17 des Marathon gekommen

Eine Frage steht irgendwie ganz natürlich im Raum für jemanden, der jetzt einmal Frankfurt und einmal Roth gemacht hat. Was ist das bessere Rennen? Für mich ist es ein Unentschieden. Das Event in Roth mit seinem ganzen Umfeld, den unglaublich freundlichen Helfern, der sympatischen Ausrichterfamilie ist einfach unerreicht. Das Rennen gefiel mir in Frankfurt eindeutig besser. Der Langener Waldsee ist etwas abwechslungsreicher und ich mag den kurzen Landgang zwischendrin. Die Radstrecke hat sicher keinen Solarer Berg, aber auch ihre Hotspots. Die Verpflegung auf dem Rad ist in Roth deutlich besser. Aber der Marathon in Frankfurt ist schon deutlich angenehmer zu laufen. Erstens hat man die vielen, vielen Zuschauer – in Roth läuft man zum Teil komplett allein am Kanal entlang. Außerdem finde ich im Kopf die Aufteilung in 4 Runden a 10,5km deutlich angenehmer.
Ich würde keins der Events missen wollen – aber um eine neue Bestzeit aufzustellen, werde ich mich wohl für Frankfurt 2016 anmelden. Aber bis dahin habe ich ja noch jede Menge Zeit.

4.8
Gesamtwertung: 4.8 (10 Wertungen)

Wow, Chapeau...

... hut ab und kann mal jemand bitte meine Kinnlade wieder hochheben?

Ganz ganz großer Sport, danke dürs Teilhaben lassen!

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Ich übe noch!

Du warst deutlich

schneller unterwegs als ein mir bekannter (ehemaliger?) Profi, der über 12h gebraucht hat und den kompletten Marathon in über 6h gewandert ist. Bei ihm klappte die Ernährung nicht - zwei Gels, mehr ging wohl nicht. Aber er hat das Ding zu Ende gebracht und sich über die Anfeuerung unterwegs gefreut. Er meinte dadurch wäre er ein besserer Athlet geworden und ihm wäre klar geworden, dass es letztendlich ums Finish geht - egal wie! Hut ab vor der Einstellung.

Von daher klingt Dein Lauf doch wirklich gut. Und überhaupt - unter 1:30h schwimmen finde ich voll OK, der Radsplit sauschnell (für die Strecke und Höhenmeter) und das Ganze einfach nur gelungen.

Kann Dir auch nicht versprechen, dass es dann beim nächsten Mal (auch mit Konzentration NUR darauf) schneller / ... wird.

Wie du schon schreibst: jeder Wettkampf hat seine eigenen Gesetze, du kannst weder Triathlon A mit Triathlon B (Langdistanz mal vorausgesetzt) noch Lauf A mit Lauf B (selbe Streckenlänge und Profil vorausgesetzt) noch Lauf A in Jahr x verglichen mit Lauf A in Jahr y vergleichen. Immer ist was anders - seien es die Umgebungsvariablen, die Ernährung, die Vorbereitung, die Tagesform, was auch immer. Jedes Mal ist es neu - und anders - und letztendlich gut. Oder?

Ich wünsche Dir eine tolle Erholung und weiter viele schöne Sportmomente mit viel Genuß.

Erstmal herzlichen Glückwunsch

zu einem riesen Wettkampf. Wenn man die Ergebnislisten anschaut war das denke ich ein unter den Bedingungen sehr guter Wettkampf. Schwimmen ist nicht deine Stärke, aber sooo viel Zeit verliert man da auch nicht. Beim Radeln, der wichtigsten Tri-Disziplin hast Du eine hervorragende Leistung gezeigt, gerade unter den herrschenden Bedingungen. Und im Lauf immerhin noch einige Plätze gut gemacht. Hey, und die Endplatzierung ist doch eine geniale Sache: Du bist das Tri-Biest;-)

Ansonsten kenne ich da einen feinen Wettkampf der alljährlich seit 1978 im Oktober stattfindet und der, dein Faible für renommierte Wettkämpfe berücksichtigt, mit Sicherheit einmal in deinem Wettkampfkalender stehen wird. Da herrschen angeblich oft ähnliche Bedingungen. Vielleicht mit mehr Wind. Aber du wirst dich an Roth´14 erinnern und deine Erfahrung wird dir erlauben, einen großartigen Wettkampf hinzulegen.

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

danke...

...daniel, für diesen ausführlichen und vor allem ehrlichen bericht, in dem du wirklich alle deine zweifel, wünsche, hoffnungen und enttäuschungen offen beschreibst.
für mich ist diese schwimm-rad-lauf-kombi eine unglaubliche leistung - egal in welcher zeit! ich gratuliere herzlich!
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laufend liest den bericht sicher noch ein zweites mal: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Glückwunsch zum harten Durchziehen!

Ich hatte dich, so wie Britta auch, am PC verfolgt und konnte da deine Qual auf der Marathonstrecke schon erahnen. Die Witterungsbedingungen waren echt hart, aber du hast trotz allem gekämpft! Chapeau!
Ich danke dir für deinen ehrlichen Bericht, den ich schon vermisst hatte und befürchtet hatte, er käme vielleicht gar nicht.
Und 2016 wirst du Frankfurt rocken!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Danke erst mal fürs mitnehmen

Selbst häng ich grad an der OD und starte zum Kanppenman das zweite Mal auf dieser Distanz, trotzdem ziehe ich meinen Hut vor allen, die eine LD finishen. Herzlichsten Glückwunsch, wenn auch unbekannter weise.
Wer das Gefühl nicht kennt, nach schwimmen und radeln noch zu laufen... es ist ein schönes und zugleich anstrengendes Gefühl, welches ich nicht mehr missen möchte.
Und wie schon geschrieben wurde, kann man selbst WKs untereinander nicht vergleichen, noch nicht mal die auf der gleichen Strecke.
Eine LD wirds für mich nicht geben, MD vielleicht. Bis dahin wünsch ich dir und mir viel Erfolg beim schneller schwimmen. :-)


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

Erst mal Gratulation zum Finish in Roth! :o)

Du hast Dich verdammt zäh durchgebissen und das Ding zu ende gerockt in für diese Bedingungen immer noch verdammt guter Zeit!
Du weißt, dass Du ne Menge mehr drauf hast, aber manchmal sind die Bedingungen von Außen einfach gegen Wunschzeiten und Erfolgsvorstellungen, da kann man nichts, wirklich gar nichts dran machen und vor allem müssen da alle durch!
Den anderen ging es sicherlich ganz genauso, oder sie konnten evtl. gar nicht finishen.
Sei nicht traurig, das war eine saustarke Leistung!!
Das wird dir in den nächsten Wochen noch klarer werden. :o)

Jetzt schxxx ich mal etwas klug...;o)

Zum Schwimmen und vor allem für den Kopf würde ich vielleicht zum nächsten Wettkampf einfach mal vorher (nicht direkt davor) ganz locker und entspannt diese Strecke von 3,8 km schwimmen ohne Zeitdruck, so dass Du ein Gefühl dafür bekommst, es tatsächlich ohne Probleme und Pausen durchkraulen zu können.
Das macht den Kopf stark und eine ökonomische kraftsparende Technik beim Schwimmen mit entsprechendem Wissen, es zu können ist viel wichtiger, als auf wenige Minuten Verbesserung zu schauen und zu hasten, die einem schnell geklaut werden können, wenn Dir einer die Brille runter reißt oder ähnliches, was noch so passieren kann.

Beim Radfahren ist es dann wohl passiert, Du hast überpaced, weil Dein Kopf unbedingt diese brillante Radzeit am Ende wollte.
Damit haste Dich leider bei dem Wetter abgeschossen.
Das war eine schmerzhafte Lehre, für die Du mit Krämpfen und den Problemen beim Mara teuer bezahlen musstest. (Hattest Du Salzkapseln an Bord? Die Greif Krampfblocker sind da sehr gut)

Mara kannst Du, das weißt Du auch!
Es ist die Einteilung Deiner Kräfte, die nicht dem Wetter angepasst war und wenn dann auch noch unterwegs trocken gelaufen/geradelt wird, geht dann erst mal nichts mehr...leider.

Wobei "nichts" kann man ja nun nicht sagen, das Ergebnis ist eines, von welchem ganz viele nur träumen können!!!

Bisher habe ich nur eine einzige LD gemacht und aus mir spricht sicherlich kleinste LD-Erfahrung, aber ich kenne es von meinen Ultras nur zu gut, wie tückisch das mit der Krafteinteilung bei langen WKs und Hitze ist.

Sei nicht enttäuscht, Du hast alles, was ein Spitzentriathlet braucht!!
Nur zaubern die das auch nicht jedes Mal so einfach aus dem Hut, da geht auch mal so einiges daneben und ganz oft hören die dann einfach auf mitten drin, weil das gewünschte Ergebnis nicht dabei rauskommen kann.
Du nicht!!
Du bist stärker und zäher!!
DAS wird Dir in Zukunft noch sehr zu gute kommen!!

Hey, Kopf hoch, Brust raus....DU bist GUT!!!
Mach Pause jetzt und such Dir was schönes für 2015, Deine Beine werden spätestens bei Sommeranfang 2015 nach Tria jucken!
Es gibt noch sooo viele schöne Veranstaltungen!!

Lieben Gruß Carla

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

5 Sterne von mir!

Super gemacht.
Jeder Tag ist ein anderer.

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

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Danke für den Bericht und Glückwunsch für Deine starke Leistung. Alles was mit LD zu tun hat, lese ich besonders gern, da ich nächstes Jahr auch mal eine machen möchte und ich möchte von Euch lernen ! Das komische an Deinem Bericht war, das ich so etwas ähnliches schon mal gelesen hatte. Alle Kraft in eine wunderbare Radfahrzeit gelegt und beim Laufen dann den Tribut bezahlt. Ich möchte Deine Laufzeit nicht schlecht schreiben, aber wer einen Marathon unter 3 Stunden läuft...da lief nicht alles optimal ( gut, die Bedingungen waren extrem). Meine Theorie wäre dann vielleicht : beim Radfahren sich vielleicht ein bischen zurücknehmen, um genug Körner für den Marathon zu haben, wenn man ein sehr guter Läufer ist. Das ist nur meine Meinung und hat mit Deiner Leistung nichts zu tun. Ich wünsche Dir eine gute Regeneration und vlt bist du auch wieder für den HH Marathon gemeldet, dann fachsimpeln wir mal Gruß Maik

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