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MEIN LÄNGSTER TAG DES JAHRES

Edit 25.7.2014: Es gibt Fotos!

Mein Tag begann… mit Verschlafen. Nee, ne?! Doch. Fragt nicht, warum, ich habe meinen Handy-Wecker eigentlich im Griff, aber er klingelte um halb vier NICHT. Den Strich unter dem "Sonntag" hatte ich abends wohl doch nicht gesetzt. Au mann. Es war aber so viel Betrieb in den umliegenden Pensions-Zimmern, daß ich um 4:15 Uhr nach 5 Stunden sowieso unruhigen und jetzt doch ziemlich aufgeregten Schlafs hochschreckte. Wie gut, daß alles bereitlag und ich auch meine Getränkeflaschen am Abend vorher angemixt hatte. Also eincremen, Hose innen fetten, rein in Pulsgurt, Wettkampfklamotten und Garmin, Überklamotten, haltbaren Multisport-Zopf flechten, ein etwas hastiges Frühstück um halb 5 (die Pensionen und Hotels in Roth sind selbstverständlich an solchen Tagen darauf eingerichtet) mit Weißbrot und Marmelade, Kaffee, etwas Ergänzung aus der Vorher-Flasche mit High-5-Getränke-Nahrung, den grünen Beutel kontrollieren (Neo, Schwimmkram, Hinterher-Kram?), und um 5 Uhr stand das Taxi für uns drei vor der Tür. Schatzi-Supporter verabschieden, und los. Uff… aber, wer weiß, wozu es gut war, für Aufregung war zumindest jetzt wenig Zeit geblieben.

Etwas Stop-and-Go auf den Straßen zum Schwimmstart, Absperrungen, Polizei, nur Triathlon im Taxi-Funkverkehr, aber wir sind pünktlich in der Wechselzone, noch eine Stunde bis zu meinem Start (alle "übrigen" ca. 250 Frauen starten in der dritten Gruppe nach den Profis und den Schnellen, alle weiteren Männer starten in Gruppen danach). Welch eine Atmosphäre hier jetzt, wuselig-angespanntes Treiben im Morgengrauen, dazu etwas pathetische aber passenden dröhnende Musik aus den Lautsprechern, hin und wieder Durchsagen, was dem einen oder anderen gerade fehlt und was irgendwo benötigt wird (Neo-Kleber, ganze Neos, …)

Was war ich froh, daß meine Vereinskameraden zunächst mein Rad für mich aufpumpten. Dann kam die Verpflegung ans Rad: Eine Flasche mit Strohhalm vorne zwischen den Auflieger, zwei (davon eine mit Konzentrat, das ich mit Wasser von den Verpflegungszonen dann verdünnen wollte) an die Rahmenhalter, zwei Gelflaschen mit je 4 Gels (halb mit, halb ohne Koffein) darin in eine kleine Tasche ans Oberrohr, 3 Riegel und ein Stück Laugenstange in Stücken mit Kreppband an den Rahmen, Salzkapseln in die Seitentasche des Täschchens. Helmgurt nach Vorschrift offen, Startnummer da, Bremsen zu? Tacho genullt? Rad ist klar. Den roten Beutel vor dem Wechselzelt kontrollieren, alles gut. In den Neo pellen, Einmal-Schlappen an, grünen Beutel mit allen Resten und den Überklamotten bepacken und am LKW für den Transport ins Ziel abgeben. Ach mann, der fährt da jetzt gleich direkt hin… und ich? Dixi1, Vereinskameraden suchen, letzte gute Wünsche, toi-toi-toi, wir sehen uns, Dixi2. Buddy Daniel nochmal gesehen, alles Liebe und Gute, du schaffst das! Durchsagen, daß bei Startnummer XY beide Reifen platt seien… mein Alptraum, aber meine Nummer wird nicht aufgerufen. Neo schließen, Haare unter die eigene Badekappe zwängen, Brille drauf, die offizielle Badekappe oben drüber. Ich ziehe alles an, was ich geplant habe, die Wassertemperatur betrug laut Durchsage 22,3 Grad, aber ich hatte die Ergebnisse aus den Testreihen am See und wußte zum Glück, was ich brauche.

Erster Böllerschuß, der Start der Profis, Aufstellen am Durchgang zum Schwimmstart, die zweite Gruppe startet, Checkin zum eigenen Schwimmstart. 1000de von Zuschauern auf der großen Brücke und an den Ufern, die Heißluftballons am anderen Kanalufer, einmal Durchatmen und ab mit den anderen roten Badekappen ins Wasser. LANGDISTANZ... was wird der Tag bringen?

Es sind ein paar Meter bis zum eigentlichenSchwimmstart zu schwimmen, und als der Böllerschuß ertönt, bin ich noch ein Stück entfernt. Macht aber nichts, ich möchte mich nicht hauen, und nach all den Schwimm-Problemen im Vorfeld ist mein allererstes Ziel, ohne Unterkühlung die 3,8 km durchzukommen und dann endlich mal wieder überhaupt weitermachen zu dürfen. Los geht es. 3er-Zug wie immer, zunächst auf das konsequente Ausatmen achten. Die Sonne ist da, sie blendet von links-vorne, aber das wußte ich, und ich freue mich so sehr, daß sie scheint. Noch ;) Rechts am Ufer Menschenmengen, links die grünen Bojen, die die Wendepunktstrecke begrenzen. Der Rhythmus ist da, ich fühle mich wohl. Nicht zu kalt, nicht zu warm. Einfach schwimmen. Die Wendeboje liegt nicht, wie auf der Karte eingezeichnet, vor sondern erst hinter der nächsten großen Brücke… huch, erst sah ich sie nicht, und dann bin ich fast zu weit geschwommen, mein Wendekreis war etwas groß. Egal, es geht auf die 2km-lange Gegengerade zurück Richtung Wechselzone. Es läuft, und ohne auf die Uhr zu gucken, weiß ich, daß ich so etwa mein Tempo schwimme. Und nicht, wie in Bad Bodenteich, durch die Unterkühlung immer langsamer schwimme. Arme gut, Beine schleifen hinterher. Keinerlei Krampfneigung. Hin und wieder ein paar 5er-Züge, um aus der schaukelnden Monotonie zu kommen. Auf der halben Strecke kommen die ersten schnellen Männer aus der Startgruppe hinter uns in unser Feld, erkennbar an den grünen Kappen, und es wird etwas ruppig. Aber schon kommt die Wechselzone (hörbar!) und die große Brücke mit den vielen Zuschauern (sichtbar) in meine Wahrnehmung. Die Brücke, geil, jetzt weiß ich, daß ich das Schwimmen schaffen werde. Nach links halten, und da ist die zweite Wendeboje, ruppig drumrum und zurück Richtung Schwimm-Ausstieg.

Knäuel-Schwimmen, aber mir geht es gut. Ein bißchen Hunger bekomme ich, aber am Rad wartet ja jede Menge Verpflegung. Und da ist die Treppe, Helfer im Wasser reichen Hand und Arm, danke, Aufrecht Stehen ist kein Problem. Und dann meine ersten Tränen, ich muß einen Arm hochrecken: Ich habe das Schwimmen geschafft. Nach und trotz allem. Ich darf weiter! Ein Blick auf Garmin: 1:26h so etwa, 1:20 war Optimalziel, ich bin total zufrieden. Und sicher deutlich mehr als 3,8 Kilometer geschwommen, gerade Linien waren das nicht.

Vor dem Wechselzelt mein roter Beutel, im Zelt auskippen, Neo aus, dann Hilfe von den freundlichen Damen im Zelt. Was brauchst du, was soll wohin? Eincremen, etwas abtrocknen, Radschuhe an, Brille auf, alles nasse Zeug in den Beutel, danke, und los. Abstecher zum Dixi hinter dem Zelt, wieder vorne, Verpflegungsspalier, Riegel abgreifen, zum Rad laufen. Alles da und ok. Riegel zwischen die Zähne, Helm auf, Startnummer um, mit Rad zum Ausgang laufen. Matte, Piiiep, Garmin auf Rad umstellen, aufsitzen und los. Noch ein Kloß im Hals: Ich gehe echt gesund und munter auf die Radstrecke! Oben auf der Brücke die Supporter, genial, euch hier zu sehen, ich bin noch drin! Dichtes Spalier auf der Brücke, Fahrt aufnehmen, noch ein wenig zweites Frühstück aus der Flasche, und los zum Anzug-Trockenföhnen auf der ersten der beiden 90km-Radschleifen.

Zum Radfahren ist vor allem zu sagen: Es war nicht einfach. Wie am Vortag beim Besichtigen schon erahnt, war es welliger als ich es mir vorgestellt hatte. Immer wieder Rhythmusunterbrechungen. Verpflegung, Stimmungsnester, und dann bei KM 18 der erste Anstieg, keine 20 km/h mehr auf dem Tacho, wie gut, daß ich mich schon am Vortag gedanklich von einem 30er Schnitt verabschiedet hatte. Es ging natürlich auch immer wieder bergab, und ich konzentrierte nach mich dem ersten innerlichen Stöhnen auf zwei Dinge: Kraft sparen an den Anstiegen (Puls- und Trittfrequenz-Kontrolle und Runterschalten!) und Verpflegen. Alle 5 Kilometer ein Schluck aus der angereicherten Flasche, alle 20 Kilometer ein Stück Riegel solange Festes noch ging, alle Stunde eine Salzkapsel. Es wurde jetzt echt heiß! Viele Männer haben mich überholt, aber ich habe viele Frauen überholt, und die, die ich hatte, habe ich auch nicht wiedergesehen. Viele, viele Kampfrichter auf der Strecke. Und plötzlich schon das Ortsschild Greding… huch, jetzt aber schnell aufs kleine Blatt, jetzt kommt der Kalvarienberg. Linkskurve, und erstmal auf dem kleinsten Gang den unteren Teil ohne zu viele Körner nehmen. Viele Zuschauer, ganz viel Anfeuern, Verpflegung (Wasser!), mein Name aus dem Sprecher-Mikro, das ist hier jetzt echt Berg, aber das kann ich. Rhythmus finden, kurbeln. Gut hochgekommen, auf halber Strecke der zweite der beiden Vereinskameraden von hinten mit ein paar ermutigenden Worten. Oben dann wellig bis zur Abfahrt bei KM 45, Buddy Daniel von hinten in der "Hochebene", die ich gerade etwas mühsam empfinde, aber dann die verdiente Abfahrt: Ein paar schöne Haarnadelkurven, mit Strohballen ausgepolstert, cool, das macht Spaß. Unten mal vorsichtig auf den Schnitt geguckt: Doch ein fast 30er Schnitt, super, so mache ich das einfach weiter, auf dem Rad kann man ja immer mal wieder Kräfte sammeln. Weiter Flaschen abgreifen, erstmal vor allem Wasser, inzwischen auch jeweils für Nacken, Brust und Kopf. Die Verpflegungsstellen waren gut durchorganisiert, ich hatte keine Probleme, zu bekommen, was ich wollte.

Dann die Einfahrt nach Hilpoltstein, die Kurve zum Solarer Berg. Zu DEM Solarer Berg. Unten noch Schatzi und die 70km-Matte. Wer das jetzt alles zuhause am PC verfolgt… ja, ich bin noch dabei! Und dann das enge Spalier, Gänsemarsch-Reihe,Gänsehaut, und wie sonst nur bisher im Fernsehen gesehen mitten durch die Hände und Arme, durch die Wellen und Anfeuerungen durch. Das ging nicht ganz ohne Tränen und Kloß im Hals, aber mit einem Lächeln für alle Kameras. Hier ist der Puls egal, es war der Wahnsinn!

Oben Verpflegung, Verschnaufen und weiter Richtung Wechselzone 1, Abzweigung in Eckersmühlen, und auf in die zweite Radrunde. Die schaffe ich auch noch!

Also das Ganze nochmal, aber letztendlich dem Ziel entgegen. Jetzt saßen doch einige Athleten mit ihren Rennmaschinen am Straßenrand und warteten auf die Service-Quads oder den Rückholservice, wie gut, daß mein Rad so zuverlässig hält! Ich begann jetzt mit der Gel-Verpflegung (immer abwechslend ein Schluck aus der Flasche mit und einen aus der Flasche ohne Koffein). Dazu Trinken, und später das Salz nicht vergessen. Es ging mir gut, der Rücken muckte etwas, aber Aufliegerfahren hatte ich ja nicht viel trainieren können. Bei KM 120 einmal angehalten und den Rücken gestreckt, ich weiß, daß das für weitere 50 km helfen würde, und es war auch das einzige Mal. Keine Krampfneigung in Sicht, puh, die Ernährung lief gut. Nochmal den Kalvarienberg hoch, dabei einen Vortrag über "die schöne Stadt Celle, aus der die Britta da kommt" vom Sprecher angehört, wieder die Abfahrt, Vorbereitung auf den Solarer Berg. Ab hier hatte ich jetzt höchst prominente Begleitung: Felix Walchshöfer, der Challenge-Chef persönlich, nahm zu diesem Jubiläum selbst am Wettkampf teil und fuhr jetzt bis zum Laufstart mehr oder weniger vor, neben oder hinter mir. Begleitet von einem Motorrad mit Kamera, jeder Menge Sprecher-Ansagen und begeisterten La-Ola-Wellen überall auf der Strecke. Schöne Stimmung, das hat mich etwas vom langsam zunehmenden Rad-Überdruß abgelenkt ;)

Und endlich die Abzweigung nach Roth. Ein letztes Gel, auf den Schnitt geschielt: etwas über 29 km/h, das ist ok für das Wetter, die Wellen und 180 Kilometer. 6:08 Stunden auf dem Rad, wie die Zeit vergeht! Gleich kommt Laufen, gleich bin ich wieder einen Schritt weiter. Die Wechselzone 2, die Supporter, die Linie, runter vom Rad, das mir sogleich abgenommen wird. Den blauen Beutel greifen, rein ins Zelt. 14:30 Uhr, hier ist Trubel und eine Affenhitze, bloß die Socken und die Laufschuhe anziehen, Gelgürtel um, Käppi auf, mich von den freundlichen Mädels mit Sonnencreme übersprühen lasen, alle Reste in den Beutel und raus. Puh! Dixi war nicht notwendig bei, ich hatte literweise alles ausgeschwitzt. Man gut, daß ich in diesem Wechselzelt nicht länger als 4 Minuten war, hätte ich dort länger gesessen, hätte ich es mir wohl anders überlegt!

Die erste Laufkurve, die Supporter, nochmal Lächeln, und dann… Marathon??? Die Gedanken kommen wie der Hammer von vorne: Ich soll JETZT 42 Kilometer LAUFEN? Bei dieser Schwüle, der Rad-Fahrtwind ist ja weg, bei 34 Grad im nicht vorhandenen Schatten, nachmittags in der größten Hitze, mit 180km Rad in den Beinen? Wie soll das gehen? Das geht gar nicht. Um mich rum viel ähnliches Gestöhne, ich räume mir blitzartig und glücklicherweise Bedenkzeit bis zum Kanal ein. Ein Blick auf die Uhr: 5:00er Pace, na gut, das ist eher flott, vielleicht erstmal Tempo rausnehmen? Au mann, das kann nicht sein, ich hatte immer gedacht: WENN ich erstmal wieder an ein Laufen komme, dann ist alles gut. Und nun das. Gedanken an Aufhören nach über 8 eigentlich erfolgreichen Stunden im Wettkampf. Das war ziemlich schlimm.

Und dann war ich am Kanal. Und es machte wunderbarerweise Klick in meinem Kopf: Nix, hier wird nicht aufgehört. Auch, wenn es mir ganz gehörig gegen meine Läufer-Ehre geht, werde ich diesen Wettkampf ins Ziel bringen. Ich bin gesund, ich bin fit, ich kann notfalls noch Stunden gehen. Ich habe 7 Stunden Zeit bis zum Cut-Off, das wird ja wohl zu machen sein. Los, erstmal die ersten 10 Kilometer möglichst viel laufen, auf zum linken Wendepunkt.

Und so begann ich ein Wechselprogramm: Laufen bis zum nächsten Verpflegungspunkt, immerhin noch in 5:xx-Paces, dann Gehen, Schwämme abgreifen, Getränke rein, nochmal Schwämme, noch ein Stück gehen, und wieder Laufen. Kurz vor Schwanstetten kommt mir ein erschöpft aussehender Buddy Daniel entgegen. Huch, auch er? Dann muß das hier hart sein!

So kam ich immerhin bis zum Lauf-Wendepunkt 1 bei KM 12 in Schwanstetten. Sternlaufen durch den Ort, Rasensprenger, und immer wieder Schwämme. Klatschnass bis zu den Schuhen, aber egal. Schwammschlacht, so hatte ich das noch nicht. Zurück zum Kanal, und hier begannen jetzt bei mir Magenprobleme. Ich hatte Durst, aber jedes Trinken machte mir Magenprobleme und recht übergreifende Seitenstiche. Mit 500m Gehen nach jeder Verpflegung ließ sich das zum Glück beheben, und den Halbmarathon schaffte ich noch in immerhin 2:02h. Hier standen die Supporter, froh, mich zu sehen (und ich sie), ich gab meinen Pulsgurt ab, der wie alles auf meinen Magen drückte, und kündigte an, langsamer werden zu müssen. Aber ins Ziel kommen zu wollen, egal, wie und wann.

Weiter in Richtung zweiter Wendepunkt. Die Gehpausen wurden länger, auf dem Kanal kreiste das DRK-Boot, alles um mich rum litt schweigend, ging, lief wieder an, k...te ins Gras. Essen mochte ich nicht mehr, trinken mußte ich. Und dann meinen Magen wieder in den Griff bekommen. Die längste Gehpause macht ich in Eckersmühlen am zweiten Wendepunkt, KM 28,5. Die Zuschauer hier waren toll, die brüllten nicht sinnlos "Du sieht gut aus, los, lauf wieder an", sondern die trösteten mit "Britta, schau, gleich geht’s heim! Du hast schon SO viel geschafft, das schaffst du auch noch!". Echt, super, kompetent, freundlich, das klingt mir immer noch im Ohr. Und sie hatten recht, ich bin immer wieder einen Kilometer gelaufen. In 5:45er Paces. Und dann einen halben gegangen. Aber ab hier wußte ich: Ich schaffe das heute. Ich leide nicht, mir geht’s für diese Bedingungen nicht wirklich schlecht, ich muß nur Abstriche in meinem Kopf akzeptieren. Sub12 klappt nicht, aber ich werde heute Ironman werden.

Wolken zogen auf, das abgekündigte Gewitter kam doch noch, und als ich vom Kanal weg Richtung Roth lief, begann es zu regnen. Blöd für die Zuschauer, gut für uns Läufer. Bei KM 36 noch einmal Schatzi, jetzt wußte er, daß und wann er mich im Zielkanal würde sehen können. Und ich auch. Auf dem Marktplatz in Roth die letzte Schleife, nochmal ein Zuschauer-Nest, die letzten Matten. Kloß im Hals, nochmal Laufen, noch ein Iso, KM 39,7. Ein netter Auricher, der mir Tipps fürs Einlaufen gab (an den Bahngleisen nochmal Anlaufen, Teppich -> Lächeln -> Genießen).

Und das tat ich: Auf dem Teppich war echt alles vergessen. Das Stadion, die Supporter, Abklatschen, den langen, langen Teppich an den Tribünen entlanglaufen, und da wieder der Zielbogen mit "Congratulations, you did IT". Arme hoch, Lächeln fürs Foto, Uhr aus. Ein bißchen pfeifendes Schluchzen, besorgte Helfer-Blicke, danke, ja, ich kann alleine! Die Medaille um den Hals: Ich bin Ironman. In 12:19 Stunden und TROTZ ALLEM!

Ein paar Nachbemerkungen:

1) Den Marathon bin ich letztendlich in 4:33h gelaufen. Es ging nur An oder Aus, wenn ich gelaufen bin, waren es 5:30er Paces, aber eben zunehmend abgewechselt mit 9:20er Geh-Paces.
2) Am folgenden Tag wurde bei der Siegerehrung gesagt, daß 19% der Teilnehmer, so viele wie noch nie in 30 Jahren Roth, den Wettkampf abbrechen mußten. So viel DNF, unglaublich, ich bin mir sicher, das niemand diesen Kult-Wettkampf einfach mal so abbricht. Es waren sehr, sehr fiese Bedingungen, auch die Sanis im Zielberich mußten sich wohl mehrfach verstärken angesichts der hier noch kollabierenden Finisher.
3) Mir geht es gut, meinen beiden Vereinskameraden und Daniel zum Glück auch, wir sind alle vier gesund und glücklich ins Ziel gekommen.
4) Ohne Schatzi, meine Vereinskameraden, euch Jogmapper (hier insbesondere Daniel, dein Plan für mich ist auch dieses Mal wieder wieder 1a aufgegangen!), und ohne meinen Arzt und meinen unersetzbaren Physiotherapeuten samt Team hätte ich das nie geschafft. Riesen, riesen Dank dafür! Manchmal war es echt schwer im Kopf, aber letztendlich bin ich gut durch die Vorbereitung gekommen und habe sie zu 95% genossen. Es war ein toller Weg mit schönen Trainingslagern, schönen ruhigen langen Winterläufen, guten Schwimmtrainerstunden, super Radausfahrten, viel Lernen in vielen Bereichen des Sports. Ich habe nie ungern trainiert!
5) Ich würde es wieder tun :)


6) Noch ein paar Zahlen hintendran:

  • Ak W45: Platz 27 v. 82
  • Frauen gesamt: Platz 198 v. 443
  • 18. Platz Ak bei den Deutschen Meisterschaften

LG Britta

5
Gesamtwertung: 5 (19 Wertungen)

Holla die Waldfee

wenn ich in Köln unter 15h ankomme wäre ich schon super glücklich, und ich hoffe auf weniger Hitze als ihr hattet und die Radstrecke ist tellerflach....

Sauber gerockt, meinen Glückwunsch hast du!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

KLASSE!

Gruß, Fritze
"To finish, you have to start!!"

Ach Britta,

ich kann gar nichts schreiben, ich habe ja sooooo einen Kloß im Hals.... Ganz fette Umarmung für diese Leistung!!! Grandios!!! Und ein wirklich fantastischer Blog!!!

Staunend
Tame

Punkt 5 ist sehr wichtig...

..finde ich.
Gratulation zu dieser Riesenleistung.
Ich bin ein Bewunderer der Triathlonsporttreibenden.
Letztlich kann ich nur das Laufen "bewerten".
4:33 im Marathon nach den vorausgehenden Strapazen bei dieser Hitze und Schwüle sind für mich nicht nachvollziebar.
STARK,STARK,STARK.

Glückwunsch...

... und Chapeau,!!

-----------------

Ich übe noch!

Einfach: HELDENHAFT

Wahnsinn zu dieser großartigen Leistung!!
Für mich unvorstellbar!
3,8 km Schwimmen + 180 km + Marathon....
und dann auch noch unter solchen Bedingungen...

Herzlichen Glückwunsch!!!

Wenn Marathon einfach wäre, hieße es Fußball!

Hier noch mal:

SCHLUCK!!

*schluck*...

...und *schnief*. weiß gar nicht, was ich sagen soll. stark? klasse? unglaublich?
ach, weißte wat? fühl dich jetzt einfach mal feste umärmelt!!!
____________________
laufend gratuliert coco ganz ganz herzlich: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Eisenstark!

und:

7) Macht Lust zum Nachmachen!

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

Saustark!!!

Da kann man mal wieder sehen, wenn man wirklich ein großes Ziel
erreichen will, können sich einem noch so viele Steine in den Weg rollen,
es gibt immer einen Weg drumherum!!
Trotz aller Rückschläge vorher hast Du Dich nicht abbringen lassen
und hast es klasse durchgezogen!!
Gratuliere ganz herzlich!!
Auch Du bist jetzt eine echte Eisenfrau!! :0))
Durch Deinen schönen Bericht war ich auch wieder
im heißen Roth und habe mitgeschwitzt und den roten Teppich mitgenossen.
Wunderbare Erinnerungen!! :0)
Danke!
Und jetzt schön regenerieren und Füße hoch! ;0)
Neue Ziele kommen schnell!

Lieben Gruss Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Liebe Britta

herzlichen Glueckwunsch an die Iron-Woman!!! Boah hab ich Huehnerpelle beim Lesen bekommen!!! Einfach klasse gemacht und geschrieben!
Ehrfurchtsvoller Gruss
Petra

Du bist einfach

super stark! Ich ziehe meinen Hut! Allein diese Schwimmerei würde mich sowas von plätten, vom radfahren gar nicht zu reden und dann bei dieser Affenhitze noch einen Marathon- für mich schlichtweg unvorstellbar. Ganz herzliche Glückwünsche!
...going beyond the mind -it's where the magic happens...

Fünf Sterne reichen weder

Fünf Sterne reichen weder für den Bericht und schon gar nicht für diese geniale Leistung... ich hoffe du schwebst noch lange auf der Erfolgswolke.. dicken Glückwunsch

Einen fetten Glückwunsch!

Auf diesen Bericht habe ich gewartet. Ich bin vom lesen ganz außer Atem.

Du hast da etwas wahnsinniges geleistet. Das kann dir niemand nehmen. Genieß noch etwas das Chaos im Kopf, dann machst du bestimmt schon die nächsten Pläne.

Gruß Nicole

Sensationell!

Vielen, vielen Dank für den Bericht, bin noch ganz atemlos. Du bist wirklich eine tolle Iron Woman, ganz, ganz stark!

1000 Glückwünsche!
yazi

Grandios

Tolle Leistung, fesselnder Bericht, Respekt!
Genieße Deinen Stolz, den Du allen zeigen darfst!
LG Many

Janz Herzlichen Glückwunsch ...

... zu dieser saustarken Leistung!
Bei der Dämse so ne Nummer! Super.
Da kannste stolz wie Bolle sein! Genieß das!
;-)

Der absolute Hammer!

Wirklich sehr beeindruckend, was Du alles in dieser kurzen Zeit erreicht hast. Wenn man bedenkt, dass Du vor 2 Jahren gerade mal Deinen ersten Marathon gelaufen bist, ist das kaum zu glauben. Glückwunsch von meiner Seite und erhole Dich gut!

Liebe Britta,

als ich am Sonntag nach langem Ausschlafen gegen 10 Uhr erstmals "nach dir Ausschau hielt" und gesehen habe, dass du schon erfolgreich auf dem Rad unterwegs bist, habe ich mich so, so doll für dich gefreut. Du hattest die Schwimmstrecke geschafft, einfach großartig! Und dann habe ich dich den ganzen Tag online begleitet. War selber laufen, war selber schwimmen. Und ich erahnte deinen Kampf auf der Laufstrecke. Und riesengroß war die Freude über dein Finish und über dein schönes Finisher-Foto von der Frau in Rot(h).
Jetzt bist du eine Iron-Woman! Nochmals respektvolle Glückwünsche und eine fette Umarmung! Und danke für diese drei ehrlichen Blogs! Erhol dich gut!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Beeindruckend!

Saustark gemacht und fetten Glückwunsch!
Wahnsinn!
:-)

Einfach eine Hammer Leistung

Einfach eine Hammer Leistung nach den ganzen Stolpersteinen (eher ..brocken)
Eine neue Iron(wo)man!
Kannst wirklich Stolz auf das geleistete sein!

Alex

wow! Einfach nur wow! Mehr

wow! Einfach nur wow!
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Herzlichen Glückwunsch, ein Ironman ist wirklich etwas ganz besonderes. Du bist jetzt zwei Meter größer! Stark, ganz stark!
Und danke für den ausführlichen Bericht, so waren wir auch (fast) live dabei!

Gratuliere das ist eine

Gratuliere das ist eine Superleistung. Das muss man erstmal schaffen. Zum lesen war das schon Gänsehaut pur. Liebe Grüße
Ironwomen

ganz starke Leistung

Erst mal Gratulation von mir. Nächstes Jahr möchte ich auch meine erste LD machen und am 10.08. mache ich meine erste MD. Auch ich habe erst vor 3 Jahren meinen ersten Volkstriathlon gemacht.Wir sind uns darin ziemlich ähnlich, nur das Du ein Jahr Vorsprung hast und Dein großes Ziel schon geschafft hast. Deine ganze Vorbereitung interessiert mich daher besonders. Ich hätte da noch so einige Fragen......Gruß Maik (in HH starte ich nächstes Jahr wieder und gehe auch wieder zum J.- Treffen )

Vielen, vielen Dank für all

Vielen, vielen Dank für all die Glückwünsche! Ich bin noch immer ziemlich aufgeregt von diesem Tag und kann an wenig anderes denken, da ist so ein geniales Feedback wie von euch hier einfach nur super und läßt die Freude und den Stolz immer wieder hochhüpfen ;)

Ich warte immer noch auf meine Fotos, grrr, bestellt sind sie, und sobald ich sie habe, ergänze ich hier, damit ein bißchen Anschauung dazu kommt.

Wer Fragen hat (ich war ja etwas schweigsam hier während der Vorbereitung), stelle sie gerne!

LG Britta

Herzlichen Glückwunsch!!!

Eine für mich unfassbare und unerreichbare Leistung! Dein Ironman an sich und dann auch noch bei diesen Bedingungen. Dazu ein faszinierender, packender, toller Bericht, hatte die eine oder andere Gänsehaut beim Lesen.
Vielen Dank dafür, und nochmal herzlichen Glückwunsch und gute Erholung.
Genieße den Stolz, hast Du Dir absolut verdient!!!


Wenn Dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest Du nicht den Kopf hängen lassen!

Juhu, Bilder!

Sagenhaft! Du siehst dermaßen toll aus, egal, ob auf dem Rad oder beim Laufen (beim Schwimmen habe ich Dich nicht erkannt), und erst Recht im Ziel! Super, vielen Dank, dass Du die Bilder noch ergänzt hast.

Herzliche Grüße
yazi

Hahaaaaa,

der in grün und der in weiß haben gedacht, sie kriegen dich noch. Nääääh nix da, nicht unsere Britta, die überholt keiner mehr vorm Ziel!!! Applaus, Applaus, ich bin total begeistert!!!

Lieben Gruß
Tame

Danke für Deinen tollen

Danke für Deinen tollen Bericht ! Schöne Bilder und ganz großen Respekt vor Deiner Leistung !
Grüsse aus Noviand

ich habe nicht genug Hüte

zum ziehen vor deiner Leistung - herzlichste Gratulation zum Iron(wo)man ! Gxxl !

Dieser immense Trainingsaufwand macht es für mich unfassbar ... ich bewundere dich und alle anderen, die das bereits gemacht haben !!!

Die Anerkennung hier und allerorten hast du dir mehr als verdient !

VLG

Ich hatte

euch alle auf dem Schirm auf meinem neuen Smartphone und hab in Ffm am Flughafen alle Nasen lang geguckt - hatte ja Zeit, da ich auf den nächsten Anschlußflug gute 4h warten musste :).

Boah, was hab ich mitgelitten mit Dir, Daniel und meinen Vereinskollegen. Das war hammerhart - und Du hast es eisenhart gemeistert. Allen Widrigkeiten zum Trotz.

Komischerweise gingen mir letztes Jahr zu Anfang bis Mitte des Laufs etwa die gleichen Gedanken durch den Kopf wie Dir - jetzt aufhören, das ist doch kein Laufen mehr. Aber nein, ich wollte auch ins Ziel - denn das war ja das Ziel und nicht ein schneller Marathon. Also weiterschluffen, akzeptieren das man auch Tempi "läuft", die man im Normalfall nicht als Laufen bezeichnen würde.

Ich finde insgesamt ist das doch alles super gelaufen - auch der Lauf :lach:

Gratuliere Dir ganz herzlich - und vielen Dank für die tollen Fotos von unterwegs! Das sieht richtig schön aus.

Danke, @fazer, du drückst

Danke, @fazer, du drückst genau das aus, was ich sich jetzt, zwei Wochen später, bei mir auch langsam als langfristiges Nachgefühl herauskristallisiert: Bin ich froh, das durchgestanden zu haben!!! Auch als zum Teil gehender Läufer ist es super gelaufen und wird mir SO viel bringen, alleine wenn ich an kommende "nur-Lauf-Läufe" denke.

Danke dir fürs Mitfiebern und all die guten Wünsche auch hier nochmal!

LG Britta

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