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Vorab zwei Hinweise:
1) Fotos werden folgen, wenn ich sie zusammengesammelt habe
2) Da ich in den letzten Wochen hier bei Jogmap so wenig geschrieben habe (entschuldigt bitte, aber es war zum Teil eine nicht ganz einfache Zeit, über die ich nicht immer sprechen oder schreiben wollte), fasse ich meine Vorbereitung zu Beginn in diesem Teil nochmal zusammen. Wer das überlesen möchte, starte gerne mit Teil 2 oder 3!

Wie fasse ich das vergangene Wochenende bloß in Worte… ? Meine Gedanken hüpfen wild umher und sind SO schwer zu sortieren. Ok, zeitliche Abrisse sind immer Gedanken-strukturierend, daher hier zunächst in Stichworten

MEINE TRIATHLON-KARRIERE

Keine Angst, sie ist noch nicht so lang ;-): Vor zweieinhalb Jahren habe ich, damals noch als reiner Läufer, meinen ersten Marathon gefinisht. Hamburg, knapp unter 4 Stunden. Mit einem halben Jahr super Hilfe von Jogmap vorweg!

Danach war ich zum ersten Mal seit 30 Jahren nur so und zur Regeneration schwimmen und habe spontan beschlossen, Kraulen lernen zu wollen. Erste Kontakte zum Triathlon-Verein (unsere Schwimmvereine hier haben vorsichtshalber auf meine Anfragen gar nicht erst geantwortet), der Rat erstmal Wassergewöhnung und Brustschwimmen zu betreiben. Nebenbei habe ich schonmal im Internet geguckt, wie Kraulen so aussehen sollte.

Dann die Idee "Volkstriathlon" ? Dafür mußte ein Rad her, und so bin ich vor ziemlich genau zwei Jahren Besitzerin meines ersten Rennrads geworden, mit dem ich dann im August 2012 meinen ersten Volkstriathlon hier in Celle ins Ziel gebracht habe. Mit Brustschwimmen. Und mit ganz viel Begeisterung! Vereinseintritt, und: Das mache ich weiter.

Den Herbst und Winter habe ich dann mit Kraulenlernen verbracht, im Sommer 2013 bin ich meinen ersten Wettkampf gekrault, es folgten weitere Sprint-Wettkämpfe, eine erste Olympische Distanz, und im Spätsommer 2013 habe ich mein Mitteldistanz-Debüt in Köln gegeben. 5:32h, es war mein Tag.

Da mein Verein eine lange Langsdistanz-Starter-Tradition hat, kam im Sommer 2013 zur Zeit der großen Ironman-Veranstaltungen in Frankfurt und Roth die zugegeben gewagte Idee "Langdistanz in 2014 ???" auf. Also 226 Kilometer, verteilt auf 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und dann noch 42,195km Laufen. Und das ganze mußte vor meinem geplanten Mitteldistanz-Debüt in Köln reifen, denn für die beiden deutschen Ironman-Klassiker in Deutschland muß man sich früh anmelden, und ich hatte mich schnell für "wenn, dann ein großer deutscher Triathlon, und wenn, dann Roth" entschieden. Viele warten der Meinung, es sei viel zu früh. Einige haben mich bestärkt. An erster Stelle mein Jogmap-Fern-Trainer-Buddy Daniel (dfrobeen), der zu der Zeit noch meinen Trainingsplan für die Mitteldistanz weiterschrieb. Aber auch im Verein kamen positive Stimmen, die sagten "Anmelden kannst du dich ja erstmal". Man kann bis April gegen eine Gebühr von 60€ (bei damals 380€ Startgebühr) zurücktreten. Und auch erste Absprachen mit meiner Familie, meinem Physiotherapeuten und mit meiner Urlaubsplanung im Job verliefen positiv. Probieren! Wenn nicht jetzt, wann dann…!?

DIE VORBEREITUNG - DER PLAN - ES LIEF

Also habe ich mich im Juli 2013 an der 4-Minuten-Internet-Schlacht um einen der 3.500 hochbegehrten Startplätze in Roth beteiligt - und gewonnen. Erstes Herzrasen, als die Bestätigungs-Email kam. Ich darf in einem Jahr im deutschen Triathlon-Mekka an den Start gehen! OhGott… aber es ist ja noch lange hin ;) .

Nach meinem sehr bestärkenden Mitteldistanz-Debüt ging es dann im Herbst 2013 los. Jogmap-Buddy Daniel schickte die Trainingspläne (nach Joe Friel, angepaßt an meine zeitliche Gegebenheiten, Stärken und Defizite), und der Winter lief gut. Spinning, Rad auf Rolle, Mountainbike, Laufen sowieso und wie immer, Bahntraining im Schwimmen, hin und wieder eine Schwimm-Trainerstunde, Trainingslager- und Test-Wettkampfplanungen. Verletzungs- und Infektfrei, nur der untere Rücken zickte etwas, aber hier war ich bereits in bester Physio-Behandlung.

DIE RÜCKSCHLÄGE - ALLES KAM ANDERS ALS ERWARTET

Und dann kam der Februar. Kein Infekt, keine Grippe, kein verstauchter Fuss, keine Zerrung, sondern: Über Nacht Nackenprobleme. Verspannungen? Ausstrahlen in den Arm, MRT-Diagnostik und die Diagnose: Zwei alte Bandscheibenvorfälle im Halswirbelsäulenbereich und daraus wohl resultierend knöcherne Anbauten an den Wirbelkörpern, die jetzt akut auf die Nervenwurzeln drücken. Am ehesten von jahrelanger Fehlhaltung bei sitzender Tätigkeit bzw. PC-Arbeit. Au! Schwimmpause, Radfahren nur in Hollandrad-Position, Krankschreibung, Start von ganz viel Physiotherapie (je zweimal pro Woche Manuelle Therapie zT mit Indiba activ, Amplitrain zur Stärkung der Muskulatur auch im Hals- und Nackenbereich, Athletiktraining unter neuen Gegebnheiten, Vacusport) . Laufen ging zum Glück. Aber vieles im Alltag ging gar nicht: Sitzen, Stehen, PC-Arbeit. Der Kopf wurde schwer, aber mein Arzt und mein Physio waren positiv und haben mich immer wieder aufgebaut. Syltlauf gut geschafft, Besserung bis Ostern, im Rad-Trainingslager auf Mallorca ging Rennrad-Fahren wieder beschwerdefrei, Arbeitsversuch, und der Rückfall. Aua! Wieder krankgeschrieben. Trotzdem eine für mich sensationelle PB-Verbesserung beim Hamburg-Marathon auf 3:32h. Das bestärkte, das Training ging weiter. Insgesamt bin ich auf 6 Wochen Ausfall im Schwimmen und 3 Wochen im Radfahren gekommen, aber darüberhinaus habe ich so manche Ausfahrt noch durch die öde Rolle ersetzen müssen. Da muß man nicht hochgucken, und die Fahrten verlaufen erschütterungsfrei. Insgesamt ging es ganz langsam aufwärts, ich habe meinen Startplatz für Roth bis Ende April NICHT storniert.

Und dann kamen die beiden Triathlon-Test- und Vorbereitung-Wettkämpfe (Peine OD, Bad-Bodenteich MD) im Juni. Ich mache es kurz: Ich habe beide beim bzw. nach dem Schwimmen abbrechen müssen. Wegen heftiger Unterkühlung. In Peine war Neo-Verbot, in Bad Bodenteich hatte das Wasser nur ca. 15 Grad. Jeweils eine Stunde bei Sanis und Notarzt, in Bad Bodenteich war es so schlimm, daß ich nach dem Ausstieg aus dem Wasser orientierungslos und blau durch die Wechselzone geirrt bin und quasi von den Kampfrichtern aus dem Rennen genommen wurde. Shit. So schaffe ich keine 3,8 Kilometer im Main-Donau-Kanal in vier Wochen. Schwerer Kopf, das ist ein Handicap, gegen das ich momentan machtlos bin. Das Aus für Roth? Soll ich da überhaupt starten?

Irgendwie bin ich mit ganz viel Hilfe meines Umfelds positiv geblieben. Und zum Glück auch im Trainingsplan. Ganz viel Freiwasser-Testschwimmen bei verschiedenen Wassertemperaturen im See, und dann zwei Wochen vor Roth die rettende Veränderung im Material, eine winzige 0,2-mm-Schicht-Verstärkung der Neopren-Schicht im Oberkörper-Bereich, die mich zum allerersten Mal seit dem letzten Herbst (ich habe rückblickend betrachtet bei jedem Schwimm-Training des Winters gefroren) auch nach gut 3 Kilometern bei 20 Grad Wassertemperatur NICHT blau und durchgefroren hat aus dem Wasser steigen lassen. Hoffnung. Und die TV-Übertragung vom Ironman Frankfurt zwei Wochen vor Roth hat es dann in meinem Kopf festgesetzt: JA! DAS will ich auch. Ich fahre nach Roth, und ich gehe an den Start, und ich will an bzw. über die Finish-Line!

Zum Ende dieses Teils meine Vorbereitung alleine in 2014 in nackten Zahlen:

  • 101h Laufen (1150km)
  • 170h Rad (4700km incl. Ergometer, Spinning, Rolle, MTB - davon waren 2700km Rennrad-Kilometer draußen)
  • 37h Schwimmen (gemessen ist hier von Garmin und Sporttracks echt nur die Zeit "in Bewegung", 100km)
  • 40h Stabi & Kraft (nur Training ohne Therapie, d.h. Amplitrain etc.)
    Plus ein wenig Dies & Das (Crosstrainer, Wave, Arm-Ergometer in der schwimmfreien Zeit) ergibt das

  • 355h Sport in 29 Wochen, d.h. im Schnitt etwa 12 Wochenstunden (die natürlich nach Plan in im 4-Wochen-Rhythmus periodisierende 8-18-Stunden-Wochen eingeteilt waren)

… Fortsetzung in Teil 2, da geht’s dann auch endlich los Richtung Roth ;)

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Mutig!

Vielen Dank für diesen spannenden Fortsetzungsroman, bin schon ganz gespannt auf Teil 3 (2 hab ich natürlich längst gelesen). Ich finde es absolut bewundernswert, toll und großartig dass Du Dich getraut hast, nicht zu stornieren.

Und weil es ja offensichtlich gut gegangen ist: hier schon mal meine allerherzlichsten Glückwünsche!
yazi

Wow

Ich muss zugeben... das ließt sich wunderbar runter....
werde mir dann mal Teil 2 und 3 zu Gemüte ziehen...

Hut ab... bin voller Bewunderung für deine Leistung und dein Ehrgeiz...

:o)))))

Schmerz entsteht, wenn Schwäche den Körper verlässt. :-P

Respekt,

so etwas anzugehen und durchzuziehen. Hut ab!

Ein wenig neidvoll muss ich gestehen, dass ich mir für mein Hobby als Selbständiger jedoch keine 6 Wochen Krankschreibung leisten wollte, und könnte. ;-)

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

*

Ganz großen Respekt!
Trotz allem Pechs eine unglaubliche Trainingsleistung.

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