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Benutzerbild von sarossi

Von der Ferne höre ich das Hupen der Autokorsos. Hier auf dem Dorf dürfte es wenige Franzosen geben. Also muss wohl Deutschland gewonnen haben. Ich trabe weiter. Etwas einsam auf der zweiten Runde meiner Wettkampfstrecke. Wettkampf, wie das klingt. Als Schlusslicht geht es mir nur ums Ankommen… nein… ums lächelnd Ankommen. Und das soll mir tatsächlich gelingen.

Zu dem Viertele habe ich mich kurzfristig überreden lassen. Ich wusste, ich bin unvorbereitet und zu langsam für die Strecke, um noch am Pastatopf etwas abzubekommen. Aber der Kollege hatte Geburtstag und ein Testlauf wäre doch gar nicht so schlecht. Um die 10km habe ich mich nämlich schon länger gedrückt. Also sehe ich meinen ersten Laufwettbewerb eher als Trainingslauf mit Gruppenbespaßung... und einem Sicherheitsnetz nach der ersten 5km Runde aufzuhören.

Los ging es bei dem Dorf-Wettbewerb im Rudel aller Viertele-Läufer und Achtele-Läufer und -Walker. Zu meiner Freude gleich auf Asphalt den Berg rauf. Gehpausen habe ich mir nicht verboten, aber gleich am Anfang wollte ich mir die Blöße nicht geben.

Im Wald dann der Kampf mit den Walkern. Der Fairness halber hatte ich mich ganz hinten eingereiht. Ja, und Walker können ganz schön schnell sein. Die Hügel sind etwas schwerer. In der Ebene hole ich wieder auf. Was mir aber schwer zu schaffen macht, ist das Trinken zwischendrin. Nach jeder Verpflegungsstation bekomme ich Seitenstechen, was mir eine längere Gehpause einbringt. Erst nach dem Zieleinlauf bekomme ich von den anderen Tipps, wie man das Vermeiden kann.

Nach KM 4 rennt der schnellste Viertele Läufer an mir vorbei. Mit Radbegleitung. Kurz vor dem Einstieg in die zweite Runde hört die Band vor mir auf zu spielen. So eine Gemeinheit. Sie geloben Besserung, wenn ich die nächste Runde laufe. Das ist Ansporn genug, das Viertele fertig zu laufen. Nach der ersten Runde lasse ich alle 5km Läufer und Geher hinter mir. Von den Viertele Läufern sehe ich nichts mehr. Ich bin die Letzte, wie erwartet. Der Radbegleiter fragt, ob er mich ziehen soll. Ich lehne ab. Er könnte bei meinem niedrigen Tempo ja vom Rad fallen.

Die Band hat mich wieder vergessen. Ein Trompeter sieht mich und rennt zu seiner Trompete. Er ruft seinen Freunden zu „Ich habe es der Frau versprochen.“ Danke Dir. Die Klänge der Trompete tragen mich in den Wald.

Im Wald wird es zunächst ein gemütlicher ruhiger Lauf. Ist ja niemand mehr da. Bis ich diesen stechenden Schmerz im Rücken spüre… und dieses riesige Viech von Pferdebremse die Verfolgung aufnimmt. Einen KM lang renne ich vor der Bremse davon. Hat das Mistvieh nichts Besseres zu tun? Mit dem Pferdeschwanz versuche ich es wegzuschlagen. Dann irgendwann gibt sie auf. Ein runder gleichmäßiger Lauf war das nicht mehr.

Jetzt ist der Autokorso zu hören und ich bin auf dem letzten KM. Die Band ist jetzt unten im Dorf zu hören. Kurz vor dem Ziel kommt wieder der Radbegleiter. „Nur noch 400m.“ Auf den letzten 100m sehe ich das Ziel. Der Radbegleiter grinst mir zu „Endspurt. Jetzt darf ich Dich ziehen.“ Und ich renne was geht. Und oh Wunder, da geht noch einiges. Die Band dreht auf. Ein Läufer kommt mir entgegen und rennt mit mir ins Ziel. Die Menschen auf dem Dorfplatz jubeln mir zu. Mit einem breiten Grinsen renne ich am Transponder vorbei. Direkt nach mir wird abgebaut.

Schon nach erstaunlich kurzer Zeit bin ich wieder bei Atem und treffe meinen Kollegen. Er und seine Freundin hatten sich ein Zeitziel gesetzt… und leider die zweite Runde nicht geschafft. Ich tröste ihn. Sie sind beide einen gigantischen 5er gelaufen.

An diesem Freitagabend nach Feierabend hat nicht nur Deutschland gewonnen. Ich habe auch gewonnen. Und zwar einige Erkenntnisse über das Feeling beim Wettbewerb und meine schlummernden stillen Reserven.

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Herzlichen

Herzlichen Glückwunsch!!!
So, so, das W- viertele war also mal wieder, und ich habs wieder nicht gepackt es zu laufen. Eigentlich will ich es schon Jahre laufen. Aber irgend ein größerer Wettkampf ist immer kurz davor oder danach. Falls du nächstes Jahr eine Begleitung brauchst schreib mich einfach an. Irgendwie ist es auch komisch, bin zwar nur ein paar Kilometer vom See entfernt, lauftrechnisch sind wir aber schon wieder Oberschwaben.
Am Besten spielt Deutschland wenn ich meine Laufrunden dreh, schau ich im Fernsehen, dann, na ja. Puplik- Vieuwing geht gar nicht, dann verlieren die immer. Nächsten Dienstag ist zwar kein Lauftag, aber das kann ich den Deutschen doch nicht antun, das ich zu schaue. :-) ;-)

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Wenn Deutschland ein Tor schießt...

...kriegt man das irgendwie immer mit. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs als urplötzlich rechter Hand der Jubel und das Tröten losbrach.

Glückwunsch zum Erreichen Deines Laufziels! Vor mehrrundigen Wettkämpfen habe ich Respekt - durchs Ziel, und doch noch nicht im Ziel. Super hast Du's durchgezogen!

@Linzi: Vielleicht machst Du kommenden Dienstag einfach eine kleine Nachtwanderung durchs Aachtobel? ;-)

@ Rennmaus auf die Idee, bin

@ Rennmaus auf die Idee, bin ich heute morgen auch schon gekommen.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Herzlichen Glückwunsch

zu diesem Gewinn! Prima gemacht, gut durchgebissen (trotz oder wegen beißender Pferdebremse?).

Erhol Dich gut - und dann: auf ein Neue(r)s?

@Linzgaurunner...

... das muss ja ein sehr ausgiebiger Nachtlauf gewesen sein.
7:1 ist ja nicht zu fassen.

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