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Benutzerbild von Thor3108

Motivationstiefs und Berghochs

Auf jeden Fall Kaffee holen und Zeit mitbringen... Wenn's mal wieder länger dauert :-)

Was soll ich nach all den Berichten noch erzählen? Ich habe mir ordentlich Zeit genommen mit dem Schreiben… Zunächst musste ich einiges erstmal in Ruhe sacken lassen, dann hat mich mein Job schneller wieder eingenommen, als mir lieb war und der Stress blieb bis gestern. So… nun sitze ich hier und versuche einiges Revue passieren zu lassen…

Kleiner Rückblick:
Im letzten Jahr war ich ja irgendwie immer mehr oder weniger Dauerverletzt, zumindest hatte ich ständig mit irgendwas zu kämpfen. Demnach waren die 68 km Supertrail auch das absolut maximal Mögliche für mich. Dieses Jahr lief alles anders. Seit dem Jahreswechsel konnte ich recht kontinuierlich trainieren, machte Kilometer um Kilometer, versuchte so gut es geht Höhenmeter einzubauen, wo immer es ging. Allerdings ist das hier in der Nähe von Köln nicht ganz so einfach…

Ach hätte ich doch wenigstens einen Kienberg vor der Haustür…

So ist jedes „Bergtraining“ immer mit mind. 45 Minuten Fahrzeit verbunden. In den ersten drei Monaten lief die Höhenmeterrechnung auf Hochtouren, im April und Mai standen mit Blick auf die Tortour de Ruhr eher flache Kilometer auf dem Speiseplan. Leider war der Einsatz an dieser Stelle wertlos, da ich aus familiären Gründen auf einen Start bei der TTdR verzichten musste. Ob es im Nachhinein betrachtet eher positiv war, nicht drei Wochen vor dem ZUT noch 100 Meilen zu laufen kann ich nicht sagen, zumal ich die 100 km ZUT eher vorsorglich gemeldet hatte. Downgraden geht beim Veranstalter mit entsprechender Begründung erheblich leichter als upgraden… somit hatte ich mir schon im Vorfeld alle Möglichkeiten offen gehalten.
Ohne die TTdR war aber dann schnell klar, es sollte über die volle Distanz gehen. Ein ultimativer Test für Körper und Geist. Wenn auch mit der strikten Vorgabe an mich selbst, das ganze extrem konservativ anzugehen, da mein Laufjahr noch nicht zu Ende ist und mein eigentliches Highlight in wenigen Wochen auf mich wartet.
Über das geniale Rahmenprogramm mit all den lieben Jogmappern ist ja schon genug geschrieben worden. Es war einfach toll mit euch! Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal.
Daher geht’s für mich direkt zum Start am Samstagmorgen. Nachdem ich meinen Rucksack mehrfach umgeräumt hatte, meine Futter- und Getränkeversorgung mehrfach sortiert und optimiert hatte stand ich am Samstag um 7:00 Uhr mit Carla, Waxl, Schalk, MC, Cherry und Fraggle und ca 700 anderen in der Startaufstellung zum ZUT. Die Taschenkontrolle hatten wir gut überstanden, mein Rucksack war wie immer voll bis an den Rand… darüber werde ich mit mir noch mal ernsthaft reden müssen! Kurzes abklatschen, nervöses Uhrenstarten und schon geht es los. 100 Kilometer in den Bergen, Alpines Gelände, 5.400 Höhenmeter … wie vermessen ist das für mich? Reichen die Erfahrungen der 68 Km vom letzten Jahr um sich auf 30 weitere Kilometer einzulassen? Ich wische die Zweifel beiseite und konzentriere mich auf den Start, die Masse setzt sich in Bewegung. Knapp 700 Verrückte gehen mit mir über die volle Distanz. Unsere Gruppe reisst schnell auseinander und ich bin mit mir und meinem Rucksack allein. Gefühlt bin ich recht weit hinten im Feld, was in Ordnung ist, ich wollte extrem verhalten loslaufen. Es geht durch den Ort in den Wald und in Richtung der ersten Anstiege. Es läuft, die Beine sind locker und die Stimmung euphorisch. Die rund 250 HM zum VP1 bei Km 10,50 an der Eibseealm sind zügig erreicht. Ich registriere das erste Mal bewusst die Km-Ausschilderung… 90 km to go … Ich kann es nicht genau sagen, was das bei mir ausgelöst hat. Irgendwie hat sich dieses kleine Schild in mein Bewusstsein geschlichen und ich erwartete jedes weitere Schild schon mit entsprechender Anspannung. Komisch eigentlich, ich kenne mich so nicht. Ich weiß wie lang das Rennen ist. Ich habe mich darauf eingestellt und 100 Kilometer sind 100 Kilometer … Ich werde unsicher, experimentiere mit meinen Getränkevorräten. 1,25 Liter in der Trinkblase, 2 x 500 Milliliter in den Softflasks vorne in den Taschen, was macht Sinn? Die kleinen Flaschen zuerst leertrinken? Weil leichter zu füllen? Den Rucksack in Reserve, da ich sonst Gefahr laufe die Restmenge in der Trinkblase zu überschätzen? Oder die sichtbare Menge in den Flaschen konstant halten, damit auf der sicheren Seite zu sein und die Trinkblase leersaugen um Gewicht auf dem Rücken zu sparen? Was ist die richtige Strategie?
85 km to go und wir passieren die Grenze nach Österreich. Es geht wellig aber stetig Bergauf. Irgendwo treffe ich auf das Supporterteam rund um Carla, Schalk und Waxl, kurzes Hallo und weiter geht’s. Ich bin mit mir und meinem Lauf alleine. Gefühlt bin ich immer noch am Ende des Feldes unterwegs und ich erreiche VP2 Gamsalm bei Km 20 (80 km to go). Irgendwie irritiert mich das heute.. noch 80 to go und es geht jetzt hoch zum Feldernjöchl und in Folge auch zum höchsten Punkt der Strecke. Auf halber Höhe ist ein weiterer VP bei km 29. Flaschen auffüllen, essen .. ganz wichtig bei mir, essen! Bislang habe ich versucht alle Erfahrungen der letzten Monate umzusetzen. Nüsse, Obst, Gemüse, Brot, Käse und etwas ISO… keine kurzkettigen Kohlehydrate, kein Zucker wie Süsses, Kuchen etc. Ich wollte so lange wie möglich verhindern wieder in ein Zuckerloch zu laufen und ähnlich wie beim KoBoLT im letzten Jahr ernergiemässig trocken zu laufen… Ich treffe MC und Carla immer wieder unterwegs auf der Strecke. Bin ich so schnell? Oder Carla so verhalten? Kurz hinter dem VP das nächste Schid: 70 km to go … das erste Mal am heutigen Tag kommt Unruhe bei mir auf. 70! Ich bin den Weg zum Feldernjöchl noch nicht mal halb hoch … 68 km bin ich letztes Jahr hier gelaufen … das wäre jetzt der Schnittpunkt, ich bin aber Meilenweit von eben diesem entfernt. Der erste wache Moment der letztjährigen Strecke beginnt bei mir mit dem VP an der Hämmermoosalm. Bis dahin sind es aber noch 12 km und dann kommt erst der bereits bekannte Teil der Strecke. Ich beginne zu zweifeln. Der Aufstieg kostet Kraft, meine Gedankenspiele haben Raum und nehmen diesen gnadenlos ein. Das ich zwei Drittel der Strecke bereits kenne, erweist sich für mich überhaupt nicht als hilfreich, im Gegenteil, mit dem Wissen, was noch kommt werden die Zweifel genährt. Ich kann mir nicht vorstellen das hier echt durchzuziehen. Ich lenke mich mit Fotografieren ab. Geniesse die Aussicht. Stelle fest, dass ich raufzu eigentlich gut voran komme. Ich schraube mich Meter für Meter den Berg hoch. Auf der Spitze des Feldernjöchl kurze Bilderserie es geht wieder wellig über den nächsten Sattel rauf auf den höchsten Punkt der Strecke… 65 km to go… das Schild schreit mich förmlich an … nach kurzem Fotoshoot geht es massiv runter Richtung Hämmermoosalm und VP5. Runter geht auch gut. Ich mach ruhig und schone meine Ressourcen. Im Grunde geht’s mir gut, der Weg rauf hat Kraft gekostet, ja, der Weg runter ist hart, ja, aber es tut nichts weh… keine Probleme, die Waden sind locker im Aufstieg, die Oberschenkel tun klaglos ihren Job im Abstieg. Ich verfluche mich für meine Gedankenspiele! Es läuft doch! Stell dich nicht so an! Wenn du an der Hämmermoosalm bist, kennst du den Rest… Antwort vom Kopf: eben drum!
60 km to go im Anflug auf den VP5. Essen, trinken, Flaschen auffüllen. Die Taktik zwischen Trinkblase und Softflask ist immer noch nicht abschliessend geklärt, scheint sich aber intuitiv zu bewähren. Hier fülle ich auch mal gezielt die Trinkblase auf und versuche mich auf den Aufstieg zum Scharnitzjoch einzustimmen. Hier habe ich ca. 15 Minuten verbracht und bin dann los… ich kann noch nicht mal sagen, wie spät es zu dem Zeitpunkt schon war, weiß aber da schon, dass es ein langer Tag werden wird… Ein kurzes Aufflackern ob einer möglichen Sub 20 sind hier schon hinfällig.
Ich weiß genau was kommt, der Weg durch den Wald, stetig im Anstieg, eigentlich nur ein harmloser Anlauf für das was noch folgt. Die Bilder vom letzten Jahr erscheinen vor meinem geistigen Auge, irgendwann wird sich der Wald lichten und der Blick wird frei auf den Weg nach oben. Wie an einer Perlenkette gezogen kämpfen sich die Läufer nach oben, meckern mit den Ziegen um die Wette und verschwinden gefühlt irgendwo im Himmel. Es kommt wie es kommen musste. Wir kommen raus aus dem Wald und der freie Blick aufs Scharnitzjoch gibt mir den Rest. Der Kopf ist total im Eimer! Meldet Vollzug an den Körper und erwartet sofortigen Einbruch. Dem gebe ich das erste mal bewusst nach. Die Bewirtschaftete Alm am Fuße des Scharnitzjochs tut ihr übriges und zieht mich magisch an. Ich beschließe mich dort hinzusetzen, mir ein Weizen und ne Brotzeit zu genehmigen um dann in Ruhe wieder zur Hämmermoosalm abzusteigen. Wie ich mit meinem Brot und dem Weizen in der Sonne sitze, mit einigen Wanderern ins Gespräch komme verfliegen die bösen Gedanken nach und nach. Etwa 40 Minuten später sieht das Scharnitzjoch gar nicht mehr sooo furchteinflößend aus. Immerhin bin ich ja schon bis über Marathon gekommen. Bis zum Hubertushof sollte doch wohl die absolute Mindestanforderung an den Lauf sein. Und überhaupt, wie soll das in vier Wochen werden? Wenn ich hier bei Km 43 kneife? Dann brauche ich gar nicht in die Schweiz zu fahren, kann mir eine weitere Peinlichkeit von vornherein ersparen! Horch mal in dich rein, was ist los? Hast du schmerzen? Tut was weh? NEIN! Alles im grünen Bereich! Nicht mal mein latent anfälliges Schienbein gibt irgendeinen Mucks von sich! Also, reiß dich zusammen verdammt noch mal!
Es geht also rauf und auf der anderen Seite wieder runter… unterwegs im technisch anspruchsvollen Abstieg kommt das Schild 50 km to go… Halbzeit! 10h 30 Minuten rum. Verdammte bummelei… noch 5 km bis zum Hubertushof. Unten gibt’s den Medicheck, mein Dropbag und ne große Verpflegung. Ich komme rein, werde mit der Standardfrage empfangen: Wie ist es bei dir? Alles ok? Machst du weiter? JO! Alles supi. (Zweckoptimismus) Dropbag geschnappt und raus an den VP Tisch. Dort treffe ich auf MC, ihrem Laufpartner geht es wohl sehr schlecht und die Zwei denken an Ausstieg. Ich bin die letzten Kilometer mit einem jungen Physiotherapeuten gelaufen, dem es aber auch nicht sonderlich gut ging. Das gemeinsame Gespräch hat uns beide abgelenkt, dennoch war auch für ihn hier Schluß. Genauso wie für geschätzt 50% aller gerade eintreffenden… sollte ich auch? Immernoch 45km to go… mehr als Marathon und was für einer! Ich setz mich hin, esse etwas Nudeln, trinke was, fülle meine Flaschen und ziehe mir was trockenes an. Langer Unterzieher, Jacke drüber und den endgültigen Entschluss gefasst weiter zu machen. Hier passiert mir der einzige wirklich schwerwiegende Fehler in diesem Lauf. Bei der ganzen Haderei und Quatscherei habe ich vergessen meine Füße mit dem mitgebrachten Melkfett einzuschmieren. Dieser Fehler sollte sich recht schnell rächen. Auf dem langen Flachstück bis nach Mittenwald dämmerte es mir bereits und das Gefühl in den Schuhen wurde nicht besser. Noch 35 km to go! Ich treffe auf einen Läufer aus China, der hier in Europa eine Rund-/Urlaubsreise macht und an einigen Läufen in Italien, Deutschland und Polen teilnimmt. Dieser hier sollte sein absolutes Highlight werden. Wir beginnen zu quatschen. Da dieses nur auf Englisch möglich war, musste ich mich entsprechend konzentrieren. Das hat mich abgelenkt. Wir laufen und quatschen…stundenlang… die Füße schieben sich aber immer wieder in den Vordergrund. Es wird immer schlimmer… Das erste Mal in meinem Läuferleben sollte ich also mit Blasen zu tun haben… Die Kilometer zwischen Ferchensee VP7 und Partnachalm VP8 gehen dahin während ich mich über Chinesische Ultraläufe und Regierungsrepressalien aufklären lasse. Ab VP8 geht’s noch mal richtig hoch. Die Füße tun weh, Blasen haben sich gebildet, ich kann sie bei jedem Schritt spüren. Das Schild 20 km to go sieht fast wie die Zielflagge aus und motiviert mich endlich mehr als mich alle bisherigen runtergezogen haben. Hochzu ging es mit den Blasen an den Füßen doch schon irgendwie noch ganz gut. Auf dem steilen Anstieg zum Längenfelder kann ich reihenweise noch Läufer einsammeln. Mein chinesisches Flackscheinwerferlicht leistet extrem gute Dienste. Inzwischen ist es etwa 3 Uhr in der Früh. Ich bin hellwach und konzentriert, gehe Meter um Meter, Serpentine um Serpentine nach oben. Trinkflasche auffüllen und essen am Längenfelder, weiter hoch Richtung Osterfelder. Das nächste Schild 10 km to go kommt mir quasi entgegen gesprungen. Gleichzeitig geht es runter. Der Abstieg naht… und mit ihm die Probleme. Jetzt offenbarte sich das wahre Ausmaß der Blasenbildung. Jede Unebenheit, jeder Stein auf den ich trete, jedes Aufsetzen der Ferse führt zu sofortiger Bestrafung. Ich kämpfe mich wieder runter zum Längenfelder. Jetzt ist auch dort das Medizelt besetzt. Ich spreche mit der Sanitäterin. Was kann sie tun? Aufmachen und Blasenpflaster drauf. Nützt das was? Ja ne, hmmm… nicht wirklich, richtige Versorgung gibt es erst wieder unten in Grainau… hin und her überlegt. Wenn ich mich jetzt hier hinsetze, mein ganzes Geraffel hier ausbreite, werde ich dann noch mal loslaufen? Kilometer 93 … 7 Kilometer Rest, nur noch den Jägersteig runter… ja nur noch! Ich kenne ja den Abstieg dort runter. Der Sonnenaufgang ist bereits durch. Um mich abzulenken habe ich wunderschöne Aufnahmen von den erwachenden Bergen gemacht. Das ist jetzt vorbei. Jetzt geht’s runter oder nichts mehr. Also alles so lassen wie es ist und runter mit dir. Jammern kannste weiter, wenn du unten bist. Ich also los… komme an der Seilbahn vorbei und will gerade den Pfad runter eiern, da fällt mir auf, dass ich meine Stöcke oben an dem VP gelassen habe… Mein Gott was hab ich geflucht! Wieder rauf.. Stöcke holen und wieder runter… jetzt aber! Und wenn ich meine Mutter ober vergessen hätte, ich wäre sicher nicht noch mal hoch gegangen. Insgesamt habe ich knapp zwei Stunden für runter gebraucht bis ins Ziel. Der Jägersteig anspruchsvoll wie immer, jetzt nach rund 2.000 Läufern aufgeweicht und nass, rutschig wie sonst was und damit nach knapp 24 Stunden Laufzeit echt gefährlich in meinem „Zustand“. Irgendwie habe ich es ohne Sturz und sonstige Blessuren geschafft dort runter zu kommen. Im Ziel war nicht mehr viel los. Die, die noch oder schon da waren, haben applaudiert und gejubelt. Ich bin los ins Kurhaus, mein Dropbag holen,Chip abgeben und in die Pension zum duschen… Den Rest des Tages habe ich wieder im Kreise der Jogmapper verbracht. Die Füße wurden von mir selbst verarztet und das Gehen sah etwas eierig aus.

Jetzt, eine Woche später ist es schon wieder ganz ok. Sogar Laufen geht schon wieder. In Summe habe ich mir an jedem Fuß fünf mächtige Blasen gelaufen. Je zwei an der Ferse innen und außen, eine unter jeder Ferse, sowie unter den Fußballen und unter beiden großen Zehen. Ansonsten keinen Muskelkater, keine weiteren Schäden an den Laufwerkzeugen. Ich denke, wenn ich das mit den Füßen in den Griff bekomme, meinen Geist etwas besser kontrollieren lerne… sollte die ein oder andere Stunde noch drin sein. Ich sehe euch nächstes Jahr in Grainau wieder. Ich hab da noch was zu klären ;-)

Thorsten

5
Gesamtwertung: 5 (7 Wertungen)

Das Ziel ist das Ziel

beim lesen Deines Berichtes kam mir zum ersten Mal Zweifel an dem berühmten und von mir mgerne propagerten Spruch "der Weg ist das Ziel". Danach bin ich diesen Lauf nichtn gelaufen. Für mch war ganz klar das Ziel das Ziel, darauf war ich fokussiert und fixiert. Auch inklusive Zielzeit, wobei mich ein langsamerer Einlauf ncht gestört hätte. Aber dieses klare und definierte Ziel war so stark und klar, dass Zweifel überhaupt gar keinen Raum hatten. Die kleinen Probleme unterwegs, natürlch waren die nicht angenehm, wenn man mit dem Verbleib des Mageninhaltes an seinem Bestimmungsort kämpft. Aber das waren Aufgaben, die zu lösen waren um das Ziel zu erreichen. Der Weg war dann eher das Ergebnis sozusagen.

Zielstrebigkeit nennt man das glaube ich. Und wünschte mir, ich hätte sie auch in manch praktischen Dingen des Lebens...

Dir aber vielen Dank für die Einblicke in Deine Erlebnisse und herzlichen Glückwunsch nochmal zum erfolgreichen Zieleinlauf.

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

Danke, dass Du

meine Blasen mitbekommen hast - war mein erster Ultra (fast) ohne.

Erhol Dich gut - was willst Du in der teuren Schweiz?

Erst mal einenen HERZLICHEN

Erst mal einenen HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
und ein klasse Bericht haste da verfasst. Der Stress nach hat dich doch noch nicht ganz. Auch mein Job hat es diese Woche probiert, dieses Klitztern aus meinen Augen zu vertreiben. Nein er hat es nicht geschafft. Dank den ganzen tollen Bildern und Berichten.
Doof ist wenn der Kopf bei so sachen nicht richtig will. Das es nicht leicht wird wusste man ja schon immer im Vorfeld, aber diesen Schweinehund im Kopf abzuschalten ist manchmal richtig schwer. Was mir auffällt ist das ganze viele die nie mit Blasen zu kämpfen hatten sich welche gelaufen haben, so auch ich. Vielleicht sollten wir den Bahnholzerweg in "Blisterroad" umtaufen.
Es war toll dich endlich mal kennengelernt zu haben. Irgendwie war die Zeit viel zu kurz. Auf jedenfall werd ich nächstes Jahr wieder mitlaufen. Hab zwar im Zielbereich noch erzählt das ichwahrscheinlich nie mehr wie den 36er laufen werde, aber wer weiß. Inzwischen denke ich a bissele steigern könnt ich mich shon noch. :-) Schau mal wie der Winter wird.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Meinen herzlichsten Glueckwunsch

zum Finish! Das Du es bei Deiner klasse Vorbereitung schaffen wuerdest war mir klar.
Danke, fuers mitnehmen, fuers teilhaben lassen an Deinen Gedankengaengen. Fuer mich als NICHTultra gut zu sehen. Denn oft hoere ich: alles kein Problem. Und ich denke dann oft: hat denn keiner mal bedenken? Ernsthafte Bedenken, Zweifel?
Danke Thorsten, und Du wirst auch den Lauf in einigen Wochen sicher schaffen - ich weiss das!
Schoen Dich zu kennen.
Gruss Petra

Bewundernswert

Nicht nur das Laufen, sondern vor allem das Bezwingen des Kopfes - herzlichen Glückwunsch.
Und für deine weiteren Lauf Projekte alles Gute, und das der Kopf sich nicht wieder in den Lauf einmischt.

LG,
Anja

ja Thorsten, so ist das mit

ja Thorsten, so ist das mit dem Kopf...ich sag nur: km 45.. :-))))
Und wenn du nächstes Jahr wieder hinfährst, wirst du an exakt der gleichen Stelle souverän lachend an dieser vorbeilaufen und dich wundern, was so geht! Und ich hätte dann gerne ein Foto ;-) (du weisst, warum)
Nochmal herzliche Glückwünsche, echt starke Leistung!!
Ich bewundere euch alle dafür, ehrlich und neidlos, denn ich weiss genau, ich kann das nicht.
Blasen sind doof und können echt fies weh tun, Übelkeit ist ätzend, die ganzen Wehwechen, die man so hat während einem Ultra...bezwungen und überwunden!
Wahnsinn!
Und was auch immer du noch vorhast dieses Jahr, ich wünsche dir sehr, das es funktioniert!! Viel Spaß dabei!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Kopf besiegt

Körper gefinished, ein schöner Bericht war das! Gratuliere!
...going beyond the mind -it's where the magic happens...

Lieber Thor

...auch hier nochmal: herzlichen Glückwunsch zu dieser - DEINER - wahnsiins Leistung!! 100km inkl der Höhenmeter...gegen den Kopf, mit Blasen...und trotzdem gefinisht! Und später konntest du schon wieder lachen und Kniebeugen machen!!
Schöner Bericht!!

Respekt

Meinen Riesen-Respekt vor Deiner und Euer Aller Leistung! Habe Deinen Bericht wie all die anderen mit Begeisterung gelesen.
Herzlichen Glückwunsch zum Finish. Jetzt wird es aber Zeit, dass Du mal wieder mit Mick läufst. Der hat ja schon Entzugserscheinungen!?
LG Many

@all: danke euch

Ja, die Sache mit dem Kopf... Mental muss ich noch etwas an mir arbeiten.
Mitnehmen kann ich für mich zum ersten Mal die Erfahrung, dass nach einem Tief auch wieder ein hoch kommt.

@brihoha: dein Kilometer 45 war bei mir km 90 um halb fünf, als eine SMS aus dem Westerwald kam...
Auch aus Portugal kamen sehr spät und sehr früh entsprechende Grüße...

Das nächste Ziel wird in Grindelwald der EigerUltra Trail werden.
Auch hier 101 km mit dann aber 6700 HM...

Von daher war dieser Test für mich eindeutig Gold wert.
Dazu hat mir die total defensive Herangehensweise gezeigt, dass ich durchaus etwas mutiger sein kann. Was ich unter uns wohl auch muss, da die Cut off Zeiten trotz insgesamt längerer Zielschlusszeit im ersten Drittel durchaus sportlicher sind als beim ZUT.

If you see me collapse,
pause my Garmin...

Die ganze Bandbreite des Ultralaufens

...kann ich hier in Euren Berichten, so auch jetzt in deinem, nachlesen. Danke dafür! Glückwunsch zum Kampf gegen deinen Kopf und gutes Training für selbigen wünsch ich dir!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Jeder Bericht ist anders...

... und alle sind sie ungeheuer spannend. Vielen Dank für Deinen, der wieder ganz andere Seiten zeigte, die so ein Lauf bereithalten kann, ohne dass man so richtig damit rechnet. Toll, dass Du die Auseinandersetzung mit dem Kopf gewonnen hast, das war echt groß. Herzlichen Glückwunsch
yazi

Kopfsache

Ich finde das nicht schlechter oder gar unbrauchbar, wie Du sowas angehst, bitte nicht falsch verstehen! Es ist eben anders, bringt vermutlich insgesamt mehr Gelassenheit, vielleicht mehr Genuss und Entspannung in Deine Läufe. Bringt Dich auf tiefe innere Auseinandersetzung mit Dir selbst, was ich ja auch gefunden habe aber sicherlich anders. Wenn man gerade diese Zielstrebigkeit aus dem Lauf raushalten möchte hat das seine absolute Berechtigung. Man nimmt dafür sicher das ein oder andere DNF in Kauf, wird mehr innere Auseinandersetzungen ausfechten müssen. Kommt halt draud an, was man sucht, was man will. Ich habe schonmal gesagt, dass die Gelassenheit, die aus Deinen Blogs spricht mich beeindruckt. Das hat das gemeinsame WE durchaus bestätigt. Wenn immer Du nach mehr Zielstrebigkeit oder ähnlichem beim Laufen suchst, gib die Gelassenheit nicht auf!

granreserva


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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten

eeeendlich...

...dein bericht! den nehm ich als belohnung für die fehlenden stunden schlaf an dem wochenende!
es war mir eine besondere ähre, dich simsig begleitet zu haben. so konnte ich dich zumindest über
das fußballergebnis auf dem laufenden halten, in der hoffnung, dass es dich ein wenig ablenkt und unterhält und auf die
gefahr hin, dass du das handy in die schlucht schmeißt ;-)
ich zieh den hut, dass du nach der jause auf der alm dich doch noch aufgerafft und den brocken geschluckt hast. klasse!
kannst zurecht stolz auf dich sein!
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laufend gratuliert ganz herzlich: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Zielstrebigkeit und innere Gelassenheit ...

Jahrelang war ich bei diversen Volksläufen und Stadtmarathons sehr Zielstrebig.
Nur um jedesmal hier oder da um wenige Sekunden zu feilschen.
Darüber hinaus müsste ich eigendlich ganz anders trainieren.
Geht aus mehreren Gründen nicht. Zum einen macht mein Körper bestimmte Trainingsintensitäten nicht mit (hat mich die letzten zwei Jahre viele DNF/DNS gekostet), zum anderen fehlt großflächig der familiäre Rückhalt. Somit kann ich nur in jeder sich mir bietenden Lücke trainieren, was aber nicht immer besonders Zielgerichtet ist (Laufeinheiten um 4:00 Uhr früh)... Zu guter Letzt der Job...

Letztendlich hat das irgendwann zu einer Entscheidung geführt. Im Rahmen meiner Möglichkeiten Zielorientiert trainieren und weiter Volksläufe bis HM auf Zielzeit laufen oder die dicken Dinger ohne Ambitionen lediglich auf Ankommen trainieren. Dafür musste die Zielstrebigkeit die du beschrieben hast der Gelassenheit weichen. Mir geht es heute tatsächlich mehr um das Erlebnis an sich als die erreichte Zielzeit... Ist das schwach? Bin ich nur zu faul? Inkonsequent? Vielleicht von allem ein bisschen aber ganz ehrlich, ich habe in meinem Umfeld Stress genug am Hacken, da werde ich mich bei den wenigen Auszeiten nicht auch noch selbst bekloppt machen. Sicher muss ich dafür evtl. das eine oder andere DNF billigend in Kauf nehmen. Ist dann halt so und geht für mich keine Welt für unter ...

If you see me collapse,
pause my Garmin...

Ja, ein ganz anderer Lauf! ...

... Und doch der Selbe.
Ein schlechter Lauf? Wieso? Anders! Ein Erlebnis! Dafür machen wir das doch, oder? Genau dafür!
Wie es ist mit Blasen zu laufen kann ich seeehr gut nachvollziehen. Das geht auch 120km weit. Allerdings haben die Franzosen eine perfekte Blasenwundversorgung. Da kann man sich in Dt. noch ne Scheibe abschneiden. Im Anschluß läufst du die ersten 30km wie ohne Blasen. Dann geht das erst wieder los. Hätte bei dir ja gereicht. ;-)
Zum Trinken. Du hattest beim Loslaufen am VP jeweils 2,5Liter Trinken an Bord? Klar, wer länger bis zum nächsten VP braucht, benötigt auch mehr zu Trinken. Aber 2,5Liter? Ich hab nen Liter vom VP mitgenommen und am nächsten VP war dann meist noch was übrig. Die anderen 1,5kg wären für mich unnötiger Ballast gewesen. Finde für dich raus was du brauchst und was Ballast ist.
Trinkblase: Ich bin Jahre mit Trinkblase gelaufen. Die sind sch... nachzufüllen. Die können kaputt gehen (letztes Mal bei Riggo, dieses mal bei Andre.) Du kannst kaum kontrollieren wieviel du auffüllst. Hab mir in Garmisch nen Rucksack mit Flaschen zugelegt und der Lauf war super damit. Im Zweifel würde ich im Rucksack ne 0,5Liter Reserveflasche deponieren und sonst mit den Flaschen am Rucksack arbeiten. Hat den Vorteil, dass du keinen Trinkbecher brauchst. Einfach in die Flasche, am VP draus trinken und vorm Loslaufen noch mal auffüllen.
Blasen und Socken. Ich schriebs auch schon bei Waxl. Ich hab diesmal die Doppellagigen probiert. Die waren perfekt.
Klar kann man an der Zeit noch optimieren, ohne viel schneller laufen zu müssen. Am VP kann man jede Menge Zeit verknallen. Mal abgesehen von dem Weizen und der Brotzeit. Aber wenn es an dem Tag so notwendig war, ist das doch OK!
Ich wünsche dir, deine Läufe einfach zu genießen - so wie sie sind! Wir machen das, um Spaß dabei zu haben.
;-)

Hey Thor,...

das entscheidende ist doch, dass Du es geschafft hast und in der Zeit von 100 km passiert viel, dies und das, immer.

Freu Dich und filtere für Dich die gemachten Fehler aber vor allem auch die positiven Dinge, wie Deinen Kopf zu bezwingen, raus.

Es gibt immer viel zutun und zu optimieren und das Blasenproblem hätte da erst mal Priorität, das hattest Du doch schon beim Kobolt!

Zeiten sollten da vorerst noch nicht Priorität haben, sondern lernen und Fehler abstellen, aber vor allem das richtig wertschätzen, was Du geschafft hast!!
Es wird Basis für die nächsten Ultras sein!

Es zeugt jedenfalls von thorhafter Stärke, dass Du trotz Trotzkopf weiter gemacht und erfolgreich gefinisht hast und das alles auch ein Stück weit mit uns und "Windbeutel" ;o)) genießen konntest!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

geschafft geschafft geschafft!!!

Das ist das, was zählt! Und natürlich einen so schönen ehrlichen Blog zu schreiben ;-))

Respektvolle Grüße von deiner, die schon auf der kleinen Strecke gescheitert ist!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Suoer

das du die Strecke geschafft hast.

Zu einer Brotzeit hätte ich auch nicht nein gesagt aber das war mir an der Stelle zu früh.

Danke für den schönen Bericht und Gratulation noch einmal für diese Leistung.

Fraggle

Wahnsinn!

Wie du das durchgezogen hast!
Als wir miteinander gesprochen hatten, wirktest du alles andere als motiviert, diese Ochsentour zu Ende zu führen. Zumal auch noch die Nacht durchzumachen! Ich war skeptisch... Boah, nicht zuletzt eine beeindruckende mentale Leistung, das dann doch so durchzuziehen! Alle Achtung und fette Gratulation zum Finish!

Letztes Jahr bin ich den Supertrail gelaufen, so dass mir der finale Abstieg wohl bekannt ist. Damals hatte ich mich noch über das meines Erachtens extrem großzügige Zeitlimit speziell auf diesem Abschnitt gewundert. Ebenso gut 2 Stunden hatte ich damals zu kämpfen gehabt!

:-)

Danke !!!

Danke für's Mitnehmen, Danke für das Dabei-sein-dürfen und Danke dafür, mitzufühlen und mitzuleiden. Laufen ist ehrlich, grundehrlich. Das ist bestimmt einer der Gründe dafür, dass wir es so lieben...

So'n Dingen anzugehen, verdient allergrößten Respekt. Es unter diesen Umständen zu Ende zu bringen, setzt dem ganzen noch einen drauf. Blasen sind die Hölle! Und Du hattest ja jeweils ein ganzes Rudel davon und nicht nur eine - wie bei mir beim Bambinilauf.

Viel Erfolg bei allem, was noch ansteht!!!

Herzliche Grüße
vom Holgi


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