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Benutzerbild von dfrobeen

Vor noch gut einem Jahr sollte die Challenge Kraichgau mal mein Jahreshighlight werden. Das Mitteldistanzrennen hat den Ruf eine phantastische Stimmung zu haben, ein toll organisiertes Event zu sein und bildete immerhin auch in diesem Jahr das Rennen der Deutschen Meisterschaft 2014 auf der Distanz. Nachdem ich dann im Herbst unerwartet die Startplätze für den Boston Marathon und die Langdistanz in Roth bekommen habe, ist das Rennen sowieso schon ziemlich in den Hintergrund gerückt worden. Dieser Effekt wurde nochmal verstärkt, dass meine Schwester und ich beschlossen dieses Wochenende auch dazu zu nutzen um unsere Mutter - immerhin in der Woche zuvor 60 Jahre alt geworden - in ein schmuckes Ferienhäuschen in der Umgebung zu entführen. Also war es letztlich ein "Familienwochenende", bei dem ich einmal am Samstag abend (zwecks Einrichtung der Wechselzone) und dann den Sonntag vormittag "mal weg" sein sollte.

Bevor ich zum eigentlichen Rennbericht komme, ein kurzer Exkurs. Das Rennen wird wahrscheinlich geschichtsträchtig bleiben als das einzige Triathlon-Rennen, was von der WTC (Ironman) organisiert, aber unter dem Label "Challenge" durchgeführt wurde. Die ausrichtende Gesellschaft des Rennens hatte sich an die WTC verkauft und 2013 sehr medienwirksam erklärt, dass die "Challenge Kraichgau" schon 2014 ein "Ironman 70.3 Kraichgau" sein wird. Leider hat ebendiese Gesellschaft versäumt den Lizenzvertrag mit der Challenge Family zu kündigen, der sich dadurch automatisch verlängern sollte. Also gab die Challenge-Family ebenso medienwirksam bekannt, dass die Challenge Kraichgau auch in 2014 nochmal Challenge Kraichgau bleiben soll - und so kam es dann auch. Kurios war dabei aber, dass ja die ausrichtende Gesellschaft mittlerweile Tochtergesellschaft der WTC war und aber vertraglich dazu verpflichtet war ein Challenge-Rennen auszutragen.

Es gab dann diverseste Diskussionen in Internetforen und Social Media - Seiten, wo die Rivalität zwischen Ironman und Challenge nochmal aufgekocht wurde. Irgendwann siegte dann meines Erachtens die Vernunft und alle Beteiligten, Organisatoren und Teilnehmer, hofften darauf trotz allem ein tolles Event aufzustellen. Letztlich würde unser Sport ja insbesondere davon am meisten profitieren. Und ein tolles Event wurde es auch - soviel vorweg. Dennoch bekam man immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht, weil man doch immer wieder auf den kuriosen Umstand aufmerksam gemacht wurde. Bei Ausgabe der Startunterlagen erhielt man einen Gutschein um sich auf dem Expo-Gelände im Ironman-Merchandising-Zelt seinen Starterrucksack abzuholen. Die erste Frage war natürlich "Warum gibt es bei einem Challenge-Rennen ein Ironman-Merchandisding-Zelt?"...egal. Jedenfalls bekam man dort einen Rucksack in die Hand gedrückt, der offensichtlich aus dem Artikelsortiment der WTC stammte, aber pflichtgerecht mit dem Logo der Challenge-Family bedruckt wurde. Ebenso zum Schmunzeln war dann das Finisher Shirt, welches im Nacken das Ironman-Logo trug, seinen neuen Besitzer aber als erfolgreichen Absolvent des Challenge-Rennens belohnte.


Finde den Fehler, Teil 1 - der Teilnehmerrucksack


Finde den Fehler, Teil 2 - das Finishershirt

Zurück zum eigentlichen Wettkampfbericht: Wie gesagt, da das Wochenende mittlerweile ein Familienwochenende mit eingebautem Sportprogramm war, verlief das Check-in-Prozedere am Samstag abend maximal kurz und unkompliziert. Mutter, Schwester und ihren Freund in einem Kaffee in Heidelberg abgesetzt, Teilnehmerunterlagen abgeholt, schnell das Fahrrad zum Start gebracht und ab zurück zur Family. Hat alles super geklappt und man fragt sich, warum man ansonsten auch gerne mal in Stress gerät, wie das alles mit den ganzen Wechselzonen und Wechselbeuteln funktioniert. Ein ganz klein wenig Trödelei habe ich mir doch erlaubt. Erstens riskierte ich einen Blick in den Wechselbereich der Profis und stand dabei ehrfurchtsvoll vor dem Hightech-Geschoss von Sebastian Kienle, der zeitlich schon vor mir seine Check-in-Pflicht erledigte. Außerdem lief ich einmal die Wechselzone ab und begutachtete den See, in dem am Folgetag geschwommen werden sollte. Möglich, dass letzteres ein Fehler war und zu einer signifikant schlechteren Schwimmzeit als geplant führte.


Der Hardtsee - ganz schön weit zur ersten Richtungsboje...ganz schlecht für meinen Kopf

Auch am nächsten Morgen verlief alles reibungslos. Mein Start war um 9:30 Uhr, die Anreise funktionierte problemlos und um 8:15 Uhr stand ich nochmal an meinem Rad und konnte die Zeit bis zum Startschuss totschlagen. Ich präparierte erst noch mein Rad mit eingeklickten Radschuhen, korrektem Reifendruck, Getränkeflasche, Tacho etc. und anschließend mich selber in Form von Neoprenanzug und der grünen Badekappe passend zu meiner Startgruppe.

Ich hatte so viel Zeit, dass ich dann auch schon um 9:00 Uhr komplett fertig am Rand des Sees stand und den Start der Profis anschaute. Um 9:20 Uhr wurde dann meine Startgruppe ins Wasser gebeten, gerade rechtzeitig um die wirklich allerbesten Plätze zu haben, als gerade die besten Profis nur wenige Meter entfernt aus dem Wasser kletterten. Ganz vorne mit dabei auch - etwas überraschend - Sebastian Kienle. Er, der sonst ein schwächerer Schwimmer ist, konnte diesmal den Anschluss halten und rannte nur 35 Sekunden nach der Spitze in die Wechselzone. Ihn sollte ich auch später noch einmal im aktiven Wettkampfeinsatz zu Gesicht bekommen.

Ich hatte mich mit dem Rennen nicht besonders beschäftigt - schließlich mutierte es nur noch zu einem "mal so nebenbei mitnehmen - Rennen". Aber nachdem der Startschuss fiel, stieg mir sofort in den Kopf, dass es ja sauweit zur ersten Boje im Wasser war. Das hatte ich schon am Vorabend gesehen, dass vom Start weg ein Stück von gut 800m folgte, bis es zur ersten Boje kam. Dies war psychologisch für mich ganz schön schwere Kost. Als schwacher Schwimmer rette ich mich im Triathlon immer "von Boje zu Boje". Diesmal sollte mich die Strecke zur ersten Boje schon total zermürben. Ich bekam totale Panik und war kurz davor den Wettkampf nach ca. 300m abzubrechen. Die Boje kam gefühlt einfach nicht näher, mir war total heiß im Neoprenanzug (Neo war erlaubt, wegen angeblich 21 Grad Wassertemperatur...die Teilnehmer waren sich aber hinterher einig, dass es deutlich mehr war) und ich bekam ungewohnte Probleme mit der Atmung. Ich hatte den Eindruck, dass mir der Neo die Luft abpresste...natürlich völlig irrtümlich. Jedenfalls schwamm ich von dem Stück bis zur ersten Boje bestimmt 150m im Bruststil - tempomäßig eine Katastrophe. Erst als ich endlich die Boje erreichte und der weitere Weg durch den Hardtsee in kürzeren Teilstücken markiert war, fand ich meinen Schwimmrhythmus und erreichte dann auch ganz solide den Schwimmausstieg. Die Zeit war aber schon im Eimer. Ursprünglich war ich in die Triathlonsaison gestartet um in Wettkämpfen solide unter 2:00-Minuten/100m zu schwimmen. Die ersten Wettkämpfe lehrten mir aber, dass ich immer noch in gleichen Temporegionen wie im Vorjahr, also ca. 2:10 Minuten/100m unterwegs war - das wäre im Kraichgau etwa eine 41:00 geworden. Aber es sollte noch (deutlich) schlimmer kommen.

Zwischenzeitlich hatte ich nochmal Hoffnung. Ich umschwamm die zweite Boje und riskierte einen Blick auf die Uhr. Ich war in dem Moment sicher, dass es ab dieser Boje zurück zum Ausstieg ging. Irgendwas mit 22:xx zeigte die Uhr, nur noch zurück und es könnte sogar unter 40 Minuten klappen. Aber die Realität holte mich schnell ein. Nach der nächsten Boje orientiert sah ich, dass es erst jetzt wieder zurück ging und zwischenzeitlich war nochmal deutlich Zeit verstrichen. Als ich mich dann endlich aus dem Wasser machte, zeigte die Uhr deutlich über 45 Minuten...eine Katastrophe. Ich hatte schon fast keine Lust mehr mich jetzt auf dem Rad und in Laufschuhen zu quälen...zu weit weg war die Hoffnung auf ein ordentliches Abschneiden in diesem Rennen.

Immerhin sollte es ganz kurzfristig eine kleine Motivationshilfe geben. Bestätigt durch Ergebnisanalysen der letzten Wettkämpfe zeigte sich, dass sich die Wechsel zu einer meiner Stärken entwickelt haben. Auch diesmal absolvierte ich die Zeit vom Schwimmausstieg, Wechselbeutel schnappen, Neo ausziehen und reinstopfen, Lauf zum Fahrrad, Brille, Startnummer und Helm anziehen, sowie mit dem präparierten Rad aus der Wechselzone rennen in 2:08 Minuten. Das war immerhin der 156schnellste Wechsel der rund 1.600 Finisher des Rennens.

Auf dem Rad packte mich dann doch erst der Ehrgeiz. Die Radstrecke begann mit einem etwa 9km-langen Flachstück auf dem ich erstmal Tempo machte. Einen 36er-Schnitt peilte ich als best case an und da sollte ich auf dem Flachstück doch schon mal Puffer für die 1000hm später legen. Aber auch hier holte mich die Realität ganz schnell ein. Flachstück ist ja schön, wenn man das aber im vollen Gegenwind fährt, wird dann nix mit konstanten Geschwindigkeiten jenseits der 40km/h. Jetzt etwas zur Radstrecke. Ich wusste schon vorher, dass diese nicht gerade einen entspannten Radausflug darstellte. 1000hm waren zu überwinden - das ist in etwas das Niveau, was bei den großen Langdistanzen in Frankfurt und Roth auf der doppelten Raddistanz überwunden werden muss. Was im Kraichgau aber noch hinzu kam war, dass erstens die Höhenmeter schon in kleinen Hügeln über die ganze Distanz verteilt waren - man also nie Zeit zum ausruhen hatte. Und wenn man dann einen weiteren Hügel erklommen hatte und hoffte eine schnelle Abfahrt zu erwischen um den Schnitt wieder nach oben zu korrigieren, folgten enge Kurven oder andere Gefahren, die einen zum Bremsen zwangen.

Und dann ein Wort zum Thema Gegenwind. Es mag so klingen, als ob ich hier schon Ausreden für eine schlechte Radzeit suche. Aber ich gebe den O-Ton vieler, vieler Finisher im Zielbereich wieder. Gefühlt hatten wir über 80% der Strecke Gegenwind. Immer wenn man die Hoffnung hatte hinter der nächsten Kurve sollte doch mal ein entspanntes Stück kommen, wurde man immer wieder enttäuscht. Das Ende vom Lied ist, dass ich mein Rad nach 2:44:23h wieder in die Wechselzone brachte - das ist ein knapper 33er-Schnitt. Noch eine Katastrophe. Bei Analyse der Ergebnisliste sollte ich aber hinterher erfahren, dass ich damit meine deutlich beste Teildisziplin absolvierte und im Teilnehmerfeld der Deutschen Meisterschaften damit unter den besten 15% der Radfahrer landete. Aber all das wusste ich auf der Radstrecke nicht und war einfach nur enttäuscht, dass egal wie viel Druck ich auf die Pedale brachte, der Schnitt einfach nicht besser werden sollte.

Noch eine kleine Anekdote zur Radstrecke. Mir ist eine Abfahrt aufgefallen, wo man tatsächlich mal richtig rollen konnte. 68km/h zeigte mein Tacho und es ging noch ein ganzes Stück gerade aus, bevor dann in etwas flacherem Terrain eine 90-Grad-Rechtskurve wartete. Ich hatte einen ordentlichen Geschwindigkeitsüberschuss gegenüber dem Teilnehmer, den ich auf der Abfahrt überholte. Er fuhr schön rechts, ich möglichst nah am Mittelstreifen um bei dem schnellen Tempo nichts zu riskieren. Noch weit vor Erreichen der Rechtskurve schien der andere Teilnehmer aber schon Lust zu empfinden schon mal auszuholen um in Ideallinie die Kurve zu nehmen. Leider hatte er genau diese Idee, als ich gerade neben ihm war und er tatsächlich ungebremst Körperkontakt erzeugte. Ich habe schon kurz überlegt wie es wohl ist bei 70km/h voll auf dem Asphalt zu landen, da hatten wir uns aber auch schon wieder irgendwie voneinander gelöst. Der andere Teilnehmer fing sogar laut an zu schreien, dabei war dies meines Erachtens eindeutig sein Fahrfehler. Ich war bei unserer Berührung sogar schon leicht vor ihm - er hätte also die Pflicht gehabt sich aus der Windschattenbox zurückfallen zu lassen. So waren wir wohl beide froh, dass wir beide ohne Sturz davon kamen.

Den zweiten Wechsel absolvierte ich wieder für meine eigene kleine Sonderwertung. 1:32 Minuten benötigte ich für Rad in die Wechselzone schieben, einem Helfer in die Hand drücken, Wechselbeutel am Ständer finden, Socken/Schuhe rausholen und anziehen, Radhelm/-brille einpacken und aus der Wechselzone wieder rausrennen. Das bedeutete Platz 161 in dieser Teildisziplin, wieder unter den besten 10%...wobei mir eine Top10%-Platzierung in einer der drei Hauptdisziplinen sicher mehr bedeutet hätte.


Mein Rad wartete in der Wechselzone auf mich...


...das Geschoss von Sebastian Kienle war da schon lange unterwegs

Ich habe ja Spaß an der Analyse der Ergebnislisten. Nach meinem Katastrophen-Schwimmen war ich auf Platz 1.473 des gesamten Teilnehmerfeldes. Ganze 96 Schwimmer sollten sogar noch langsamer sein als ich. Durch meinen schnellen ersten Wechsel machte ich dort schon 79 Plätze gut und startete auf Rang 1.394 auf die Radstrecke. Dort sollte ich dann 743 Konkurrenten überholen und rangierte eingangs der zweiten Wechselzone auf Platz 651. Wieder konnte ich auch in der Wechselzone wieder Boden gut machen - 20 Plätze brachte mir dieser wieder ein, sodass ich auf Rang 631 meinen Halbmarathon startete.

Hier begann nun die Überlegung, was dieser wohl bringen würde. Ich war vom Schwimmen enttäuscht und auch der Meinung, dass ich auch den Radsplit deutlich in die Hose gesetzt habe. Also ging ich davon aus, dass ich jetzt wenigstens noch genug Energie haben sollte um einen schnellen Halbmarathon zu laufen. Ich kenne so die Regel "Bestzeit plus 10 Minuten" in einem Halbdistanz-Triathlon. Also machte ich mich auf um eine 1:32 zu laufen. Die ersten beiden km war ich auch in 4:15-Pace unterwegs und es fühlte sich sogar ganz ansprechend an. Aber als dann der erste ernstzunehmende Anstieg zurück vorbei am Ziel folgte verlor ich Tempo, welches ich auch später nicht zurückgewinnen sollte. De facto war ich schon platt vom Radsplit. In Relation zu den anderen Teilnehmern war ich hier besser als erwartete...nur das ich bis dahin nur die Zeit als Indikator hatte - und die fand ich enttäuschend. Ich pendelte mich also im Bereich von 4:40-km-Zeiten ein und so verging die Zeit dann auch flotter als zwischenzeitlich befürchtet. Hatte ich nach km2 noch gedacht, wie ich wohl diesen Halbmarathon jemals über die Bühne bekommen soll, hatte ich plötzlich schon das zweite Bändchen für je eine absolvierte 7km-Runde am Arm. Es standen also die letzten 7km der Qual-im-Kraichgau an. Erst überlegte ich sogar nochmal anzugreifen und Tempo aufzunehmen. Aber nochmal waren meine Beine einer anderen Meinung. Ich konnte sogar auf der letzten Runde nur so gerade meine Pace unter 5:00 halten und beendete den Halbmarathon in 1:38:30.

Meine eigene Vorstellung davon die Mitteldistanz deutlich unter 5 Stunden zu absolvieren, hatte ich schon sehr schnell zu den Akten gelegt. Auf den letzten 2km des Halbmarathon zählte ich nur noch die Zeit hoch, was es wohl werden würde. Unter 5:10? Nein - für Endspurt war einfach keine Energie mehr da. 5:11? nein...auch nicht. Bei 5:12:24 stoppte letztlich die Uhr und ich konnte beim Überqueren der Ziellinie noch nicht mal ein Lächeln für die Fotografen aufsetzen.

Im Zielbereich hat mich die Ermüdung dann nochmal voll getroffen. Ich war froh, dass sich hier tatsächlich zeigte, dass es eine tolle Veranstaltung ist. Das Zielbuffet war reichhaltig und es rannten jede Menge Kids mit Tabletts rum um den Teilnehmern das Essen zu bringen. So konnte ich auf einer Bierbank Kräfte sammeln und dabei viel Wassermelone, Pizza- und Kuchenstücke zuführen. Irgendwann wechselte ich auf eine Strandliege um noch entspannter zu liegen, bevor ich dann mit der aktiven Regeneration begann, indem ich erst ein Bad im Kaltwasserbecken nahm und dann im sehr zahlreich besetzten Massagezelt eine wirklich gute Massage der Beine erhielt. Spätestens dort begann ich dann endlich zu begreifen, dass zumindest meine Radzeit gar nicht so schlecht war. Einige Teilnehmer, die schon wiederholt an der Challenge Kraichgau teilnahmen beschwerten sich, noch nie eine so schlechte Radzeit gefahren zu sein und das physikalische Gesetz in Frage stellten, dass man doch auf einem Rundkurs (der nach dem flachen Überführungsstück im Gegenwind begann) eigentlich ausgeglichen Gegen- und Rückenwind haben müsste.

Am Ende sollte ich in der Wertung der Deutschen Meisterschaft exakt den Gesamtrang 400 belegen und in meiner Altersklasse das Rennen auf Rang 57 beenden. Ich glaube ich muss einfach anerkennen, dass da ein paar deutlich fittere Jungs als ich am Start waren. Mein Ziel einer Halbdistanz unter 5 Stunden muss ich weiter aufschieben - aber ich habe auch gelernt, dass Mitteldistanz nicht gleich Mitteldistanz ist. Kraichgau ist definitiv kein Pflaster für Bestzeiten. Dennoch bleiben einige Fragezeichen im Hinblick auf das Rennen in Roth. Wie konnte ich jetzt monatelang davon träumen dort unter 10h zu bleiben? Im Gegenteil...ich sollte mal zusehen, dass ich mich nicht im Vergleich zu meiner 10:47 aus dem Vorjahr verschlechtere. Im Schwimmen brauche ich jetzt irgendeine Geisteseingebung, sonst verliere ich dort schon im Vergleich zur Vorjahreszeit auf der Langdistanz. Meine Radform habe ich auch noch nicht gefunden, zumindest keine erhoffte Verbesserung zum Vorjahr. Und ob ich mich signifikant im Laufen verbessern kann? Im Kraichgau habe ich nur wenige Minuten zur letzten Mitteldistanz in 2014 gewonnen.

Mal sehen...

4.166665
Gesamtwertung: 4.2 (6 Wertungen)

Hallo? Wachwerden!

Ey, ich würde meine Omma verkaufen, wenn ich 45 Minuten auf 1,9km schwimmen würde (sofern ich noch eine hätte :grins:). Mir graut schon vor dem Gedanken dieses Jahr überhaupt noch einen Triathlon zu machen - und dann noch im See mit vermutlich Neoprenverbot im August über 2km (meine erste MD - ach nee, Bonn war ja auch eine, aber noch kürzer).

Und der Radsplit? Find ich jetzt für die Strecke nicht schlecht. Also ich mein: 1000 Höhenmeter - und die Strecke kenne ich nur von der Beschreibung meiner Vereinskameraden als sehr unplanbar und unrhythmisch zu fahren. Aber nett war die Ecke? Und Du hattest noch andere auf der Strecke? Dann ist doch alles gut - ich bin Sonntag mutterseelenallein durch die Gegend geeiert. Weil mein Schwimmrückstand so groß war. Schnief.

Laufen: na ja, ich kann Dich verstehen, dass Du andere Ansprüche an Dich hast - so wie ich an mich - aber irgendwie find ich die Zeit saugeil bei 'ner MD :lach: Würde ich glatt nehmen.

Erhol Dich gut und mein jetzt nicht Du könntest durch MEHR Training mehr erreichen. Damit machst Du vermutlich mehr kaputt als alles andere.

Arbeite noch ein wenig an den mentalen Dingen. Einstellung: ich komm eh hinten aus dem Wasser - Sch... drauf. Hey, Du bist so ein guter Radfahrer und Läufer - siehst ja selbst am Rennverlauf wo Dich das hinführt. Immer weiter nach vorne.

Weniger Hektik beim Schwimmen - et kütt wie et kütt. See in Ffm nicht mit Kanal in Roth vergleichen - auch nicht die Schwimmzeit! Hat NULL Sinn. Überleg mal: die 2:10 schwimmst Du - egal ob auf 100m oder 3,8km. Wo ist da Dein Problem? Klar: Du bist nicht der "geborene Schwimmer" - zu spät angefangen vielleicht. Aber Du bist VIEL jünger als ich und kannst das mit richtigem Techniktraining noch locker schaffen! Wenn Dir wirklich soooo viel daran liegt, dann investiere in Privatstunden. Vielleicht einmal im Monat oder so. Und dann schau mal nächstes Jahr.

Und nicht vergessen: ist doch nur Spaß und Hobby. Sei weniger verbissen (was nicht heißt, dass Du rumluschen sollst - ich hoffe Du verstehst wie ich es meine).

Lass Roth auf Dich zukommen, nimm es wie es kommt. Geh mit weniger Erwartungen da rein - und komm mit mehr Erlebnis raus.

Ich wünsche Dir viel Spaß in Roth!

Schöner Bericht und gute

Schöner Bericht und gute Antwort FazerBS. Wollte auch sagen, der geborene Radfahrer und Läufer der Autor. Als 96. letzter aus dem Wasser auf Platz 400 vor. Nicht schlecht Herr Specht! Hat Spass gemacht zu lesen. Ich lande ja auch immer auf den hinteren Plätzen, aber deswegen einen Wettlampf aufzugeben. Nie! Bin ich viel zu stolz für. Gibt immer langsamere :-)

doppel

doppel

Newbie in Sachen Kraul

und knapp 47 min für 1500m im Teich gebraucht. Ich denk mal, die Wassergrundlage ist das eine (Fluss oder offener See schwimmt sich anders als einfach nur Teich) und das Schwimmvermögen das andere.
400m mehr zur OD... ich würde mir vllt ein Ziel von sub 60 min setzen.

90km Rad... 40 bei 1:38 rum... macht vllt 3:20-30... mit gutem Training und entsprechender Technik.
Hinterher noch nen HM bei ca 1.59 rum... ergibt hoch gerechnet 6:30...

Ja... es liegt immer im Auge des Betrachters und in den Fähigkeiten/Fertigkeiten des Sportlers aber für meine Begriffe hast du ein tolles Rennen geliefert.
Kraichgau... auf die to-do-Liste :-)


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

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