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Benutzerbild von Troedelliese

Mein letzter Blog ist schon mehr als lange her, aus lauter "Frust" hab ich jetzt doch mal wieder zu virtueller Feder und Papier gegriffen.

Das war er also der Zehner beim Europamarathon. Heute, einen Tag später, bin ich fast schon wieder versöhnt mit mir selbst, wenn auch nur fast.
Mal wieder eine suboptimale Vorbereitung, zu wenig Motivation zum Laufen und nicht nur der Unlust, sondern auch dem derzeitigen Zeitdruck geschuldet, fiel das Ergebnis dann nicht unverhofft aus. Es war ok, weder gut noch schlecht, einfach nur ok und einfach nur ok bedeutet Frust.

Zwei lange Arbeitswochen gespickt mit diversen anderen Events die ich unmöglich verpassen wollte hatten bereits Spuren hinterlassen. Morgens dann der Blick in den strahlenden Sonnenschein, alles klar, das ist nicht mein Laufwetter. Zu warm, zu sonnig, zu alles und davor noch die ewige Warterei bis zum Start, da die Stadt schon Stunden vorher hermetisch abgeriegelt wird.

Endlich Startaufstellung, meine Leute irgendwo verloren und meine Garmin zu Hause vergessen, prima, heute also nach Bauchgefühl. Ich hätte gerne die Zeit von Dresden geknackt (56:01), aber das wird unmöglich sein bei der Wärme und dem welligen Profil. Juni ist halt nicht Oktober und wenn auch nicht ansatzweise bergig, flach ist hier nicht. Ich will los, die Hibbelei nervt bis zum Startschuss. Wenige Meter später stehen meine Kinder verteilt und feiern und schreien mich an und auch wie immer, der Anfang ist zu schnell. Aber woher soll ich das wissen ohne Uhr, aufgeregt bin ich nicht mehr, aber meine Lust sinkt immer tiefer und ich bin noch nicht mal bei Kilometer 1. Fängt ja gut an!

Aber mitgefangen mitgehangen, stur behalte ich mein gefühlt zu schnelles Tempo bei, werde auf der Altstatdtbrücke nochmals angefeuert, ich solle mich beeilen, schließlich will ich heim. "Regnet doch nicht" schreie ich zurück. Im Gegenteil denke ich grummelnd, mir scheint die Sonne auf den Pelz und ich fühl mich wie eine Dörrpflaume. Nach Gefühl geht es also weiter, unten an der Neiße wird es dann endlich schattig, erste Verpflegungsstation, einen Schluck Wasser für die Zunge die am Gaumen klebt und schon die erste Bodenwelle. Ich mag keine Bodenwellen. Nicht wenn die sich über lächerliche 80 m Länge erstrecken, aber gefühlt eine Steilwand darstellen. Also zum ersten Mal in den Laufschritt. Pfffff ... und wie sie alle an mir vorbeilaufen. Sollen sie doch! Hole ich mir wieder, ich gehöre nämlich zu diesen schrecklichen Läufern die das ungleichmäßige Laufen perfekt beherrschen. Am Berg einbrechen und auf gerade Strecke oder gar bergab wieder vorbeihetzen. Die wenigen Schritte helfen mir und ich kann mein Lauftempo wieder aufnehmen und habe sie wirklich alle wieder (dauerhaft) eingeholt.

Nur verdammt, Spaß macht es noch immer nicht! So kommen Kilometer 4 und 5, Kilometer 6 ist mir irgendwie abhanden gekommen. Immer mal wieder kommt eine von den Steilwänden auf mich zu, manche bezwinge ich laufend, andere gehend. Im Grunde weiß ich, das wäre ich früher locker durchgelaufen, aber heute ... heute stelle ich fest, es macht mir einfach keinen Spaß. Nicht gerade hilfreich!

Am Wendepunkt werden alle die ich kenne abgeklatscht, dass gibt mir Auftrieb und ich bin mir plötzlich sicher, dass meine Kolleginnen hinter mir sein müssen. Noch 3 Kilometer, jetzt gilt es nicht mehr einzubrechen, jetzt will ich wenigstens das interne "Firmenduell" gewinnen. Also nicht nachgeben und weiter gehts, das ist schon fast ein Motivationsschub, egal wie albern das jetzt sein mag! Als es auf der polnischen Seite in die Stadionrunde geht, scanne ich die Läufer ab und als ich die 400 m lange Runde hinter mir und schon ein Stück aus dem Stadion heraus bin, kommen sie mir entgegen. Großes Hallo und Abklatschen und ich weiß, jetzt nicht aufgeben.

Bis Kilometer 9 ist das auch noch in Ordnung, denn ich fühle mich buchstäblich verfolgt, ich weiß was ihr "Antreiber" zu leisten fähig ist und warte förmlich darauf, dass er sie an mir vorbei jagt. Über die Stadtbrücke zurück nach Deutschland und nach oben gekämpft. Der letzte Kilometer liegt vor mir und der mentale Einbruch ist da. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Hört auf dort rumzuschreien am Rand, ich hab die Schnauze gestrichen voll.

Der Fotomann, na prima, auch der noch. Irgendwie versucht noch mal Haltung anzunehmen, von der Seite werde ich nochmal angefeuert (oder besser begeistert angeschrien). Aber jetzt, jetzt muss ich! In die letzte Kurve und 200 m leicht bergauf ins Ziel. Plötzlich einige Freunde und Bekannte, sie schreien mir anfeuernd zu und verdammt, diese bekloppten Beine legen echt noch mal auf 200 m einen Schlusssprint hin! Seid ihr total bescheuert? Was habt Ihr die letzten 9800 m gemacht? Nur rumgejault und getan, als hättet Ihr Gewichte angehangen. Tatsächlich noch ein paar Leute eingesammelt und im Ziel ähm ... ich glaube mir wird schlecht, aber geht (auch wie immer) gut.

Noch völlig außer Atem Handy rausgezerrt und nach den anderen Ausschau halten, alle trudeln sie ein und ich kann sie alle knipsen (die nach mir kommen). Gute Organisation denke ich noch, denn 5er, 10er und HM kommen mit den schönen Zeiten 30 Minuten / 1 Stunde / 2 Stunden Läufer gleichzeitig ins Ziel und werden alle frenetisch vom Publikum gefeiert.

Großes Umarmen, Medaillen umhängen, Cola trinken und rätseln, was die Zielzeit sein könnte. Ich hoffe noch auf eine Zeit von 56 min aber einschätzen kann ich es nicht. Der Urkundendruck sagt dann: 00:56:53. Ich bin enttäuscht und gleichzeitig stolz auf alle meine Lieben um mich herum. Blöde Kiste aber auch.

Die Wertung versöhnt mich dann wieder, Ergebnis wie folgt:

Gesamt Platz 46 von 199
AK Platz 10 von 19
Pace 5:35
Nettozeit 56:53 (über 10180 m wie mir der Rest versichert)

Was bedeutet das jetzt alles? Ganz einfach, ich habe keinen Bock und dagegen hilft nur eins: Für den nächsten Lauf an Pfingstsonntag anmelden und weiterlaufen!

In diesem Sinne viele Grüße von der lang verschollenen Troedelliese.

4.166665
Gesamtwertung: 4.2 (6 Wertungen)

Wunderbar!

Genau so kann es gehen - eigentlich könnte alles so schön sein, isses aber nicht.
Das hast Du sehr unterhaltsam beschrieben.

Ich wünsche heftigste Motivationssteigerung für die nächsten Läufe
yazi

Bärwalder See am Pfingstsonntag...?

Ich empfand Görlitz na ja ... ach lies selber... :-)

17+4... funktioniert nicht beim Europamarathon Görlitz-Zgorzelec. Dennoch bin ich mit der Laufleistung durchaus zufrieden.
Plan war, es langsam angehen zu lassen, um hintenraus noch Körner zu haben.
Die Strecke ist mir beim 3. Mal bekannt, nach ca 14/15 km geht es von Kunnerwitz weit nach unten bis nach Weinhübel und nach einer kurzen Geraden den (ich nenn ihn Kauflandberg, weil Kaufland am Fuße desselben ist) nen relativ langen Anstieg nach oben. Und genau da wollte ich na ja... nicht das Feld von hinten aufrollen, aber eben genug Körner haben zum Einsammeln.
Genau das ist mir gelungen... LäuferInnen, die mich bergab überholten, konnte ich nun kassieren, auch zwei HM-Skaterinnen, bei denen eine allerdings verletzt war (Blase vom Schuh, hab sie bei km 11 schon das erste mal überholt). Im Zielbereich war es auf einmal ziemlich voll, Was mich sehr irritierte und am Endspurt mehr oder weniger hinderte. Lag wohl am neuen 5er und die 10er sind auch später gestartet als sonst. So kamen die *MittelklasseläuferInnen* immerhin fast zeitgleich mit dem Sieger des Marathonfeldes an...
10km 1:00:xx, 20 km 2:03:xx und Endergebnis 2:10:06... über die 6 sek ärgere ich mich bisken, ansonsten hab ich denk ich alles richtig gemacht. Wer das Profil der Strecke kennt, weiß, dass es nicht einfach zu laufen ist. Und das schöne daran... ich hab heute keinen MuKa... und für den Kopf das Wissen, dass man bei guter Renneinteilung hinten raus *gewinnen* kann.

Wenn es terminlich mit MoBu passt, bin ich 2015 wieder dabei... langsam finde ich Gefallen an der Strecke.

PS... Bin öfters in der Ecke, meist an den WEs... da könnte es ggf auch mal mit ner gemeinsamen Trainingseinheit klappen, vor allem ab September.


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

Klasse!

Warum kann man eigentlich über die verkorksten Läufe am besten schreiben?

Gruß

Sirius
...der auch mal unlustig rennt.

@Sirius: Das ist eine sehr

@Sirius: Das ist eine sehr berechtigte Frage. ;)

@lonelysoul: Auch sehr schön und ich kenne Deine Strecke von 2012. Es ist übrigens der Weinhübler Berg (vom Stadtviertel Weinhübel abgeleitet) den Du meinst ... der eignet sich besonders um sich an ihm verbal auszulassen. Lauftermine mit mir zu finden ist erfahrungsgemäß eine Katastrophe, aber wer weiß?

@yazi: Motivationsschub dringend nötig und vor allem mit Langzeitwirkung länger als ein paar Tage. ;)

Viele Grüße

"Sag mir nicht, das ich nicht fliegen kann!"
unbekannt

Bärwalder See

HiHi, als ich Pfingstsonntag gelesen habe, habe ich auch sofort an den Bärwalder See gedacht. Seid ihr dort am Start? Ich bin letztes Jahr dort gelaufen und fand das wunderschön. Görlitz habe ich zeitlich nicht geschafft; wir waren in der Senftenberger Ecke unterwegs. Mal bissel radeln für Mobu.
Und Trödelliese: das nächste Mal knackst du die 56 bestimmt :-)

@ cat

Wir sind dabei am See, erst die Runde rum laufen mit Plan 17+4 und hinterher ausradeln... In Anbetracht der zu erwartenden Witterung wird es wohl ein falsch rum Tria... Kommst du auch?

Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen

Cool

Sehr gut erraten, wir werden am Bärwalder See sein. Wir sind mehrfach im Jahr am See, erst letzten Samstag. ;) Im Grunde müssen eh 55 min fallen ... danke fürs Mut machen!

Letztes Jahr waren wir nicht, die Jahre davor schon. Dann wirds wohl doch ein Treffen geben. :) Sonst hieß der Plan immer anschließend mit den Inlinern rum, dieses Jahr heißt der Plan anschließend Picknick und Füße in den See, da wir Gäste dabei haben.

"Sag mir nicht, das ich nicht fliegen kann!"
unbekannt

Mal sehen, wie es mir nach

Mal sehen, wie es mir nach dem Langstreckenschwimmen im Cossi geht; aber eigentlich hatte ich vor, Sachsens größten nochmal zu bezwingen. Wie läuft man 17+4; ist das neu? ;-) Radeln habe ich bis jetzt noch nicht vor; aber planschen auf jeden Fall; es sollen ja so um die 29°C werden. Hoffentlich reichen dieses Jahr die Getränke ;-)
VG Ute

Badestelle km 11

glaub in Uhyst ist doch der Badestrand... da werden wir hoffentlich auch sein... Nochten läuft net weg ;-)


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

Wann issn das Schwimmen?

SDer Lauf ist das 6. x und ich bin das 5. Mal dabei... ich freu mich immer wieder drauf. :-)
17+4... 17 gediegen einlaufen und dann noch mal ne große Schippe drauflegen... wobei... bei den zu erwartenden Temperaturen wäre ne Dusche bei km 17 wohl besser... übrigens machen sich da Radfahrer als Antreiber hervorragend. ;-)
Werd mal schauen, ob man ggf Selbstverpflegung am km 11 deponieren kann, denn ich hatte letztes Jahr schon das Problem, dass VP km 18 dann doch erst km 19 war... notfalls nehm ich ne kleine Wasserflasche mit.
Du (Ute) glaubst gar nicht, wie angenehm das Radeln hinterher ist und das planschen erst...

Würde mich sehr freuen, wenn wir uns wieder sehen könnten vor MoBu...

VG PN folgt :-)


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

Badestrände gibt es auf

Badestrände gibt es auf beiden Seiten. :) Wir sehen uns!!!

"Sag mir nicht, das ich nicht fliegen kann!"
unbekannt

Ich weiß, letztes Jahr sind

Ich weiß, letztes Jahr sind wir auch noch in den Findlingspark geradelt. Und ins Wasser bin ich auch, obwohl mich da manche schon für bekloppt erklärt haben; so warm war das Wasser nämlich noch nicht; aber zum Abkühlen fand ich das klasse.
Antje, ich würde mich auch auf ein Treffen freuen; wenn wir kommen, ziehe das das JM-Shirt an, wegen des Wiedererkennunsgwerts;-)

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