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Dort wo schon Hermann den Varus jagte sollte ein sechstägiger Lauf stattfinden: im geschichtsträchtigen Tecklenburger Land, das auch einen Teil des Teutoburger Waldes beheimatet. 140 km mit ein paar schönen Trails und Höhenmetern sollten in sechs Tagen ohne Ruhetag überwunden werden. Ein Landschaftslauf mit bester Organisation, an dem einige Laufbekannte aus Duisburg schon mehrfach teilgenommen und davon geschwärmt hatten. Der Lauf findet aber nur alle zwei Jahre statt. Vor zwei Jahren war meine Tochter noch nicht so weit, dass ich sie allein zu Hause lassen wollte. Von täglicher Fahrerei bei ca. 150km pro Weg wollte ich absehen (aus zeitlichen Gründen und da die Strecke arg staubehaftet ist) und dann las ich auch noch Carla-Santana's Bericht dazu. Da dieses Jahr eher dem Laufen als dem Triathlon gewidmet wird war klar: da möchte ich mitmachen! Passt super in meinen Trainings-"Plan" und "Kind" ist ja 18 geworden und kann alles - vor allem besser als ich. Sie wollte auch - trotz langem WE - nicht mit. So meldeten wir (mein Freund und ich) uns an und ich buchte eine Ferienwohnung, die aber genug Platz für sie gehabt hätte - falls sie denn plötzlich doch noch wollte. Ich wollte auf Kilometer- und Höhenmeterjagd gehen.

Am Samstag 24.5. fuhren wir nach dem Frühstück los, bezogen die FeWo und mussten auch schon gleich los nach Ibbenbüren. So ein Navi hat schon Vorteile, doch erstens stand die falsche Zeit in den Unterlagen (früheste Abfahrt 13 Uhr) und zweitens suchten wir länger nach einem Parkplatz als geplant. So kamen wir um 12:55 Uhr an, als ein Bus abfuhr und noch eine Traube Läufer da standen. Zu unserem Entsetzen erfuhren wir, dass es eigentlich der LETZTE Bus war, aber man würde einen Bus zurückkommen und nochmal fahren lassen. Warten, dann doch noch ein Bus, alles rein und los. Kurz vor knapp kamen wir dann am Start in Riesenbeck an, wo es noch gerade zu einer Toilettenpause reichte. Von der guten Stimmung bekamen wir kaum was mit, so sehr waren wir mit uns und dem fast verpatzten "Einsatz" beschäftigt. Wir trafen noch die Bekannten aus Duisburg und dann ging es schon los.

T. hatte mir die Tracks des letzten Jahres geschickt und ich hatte die Streckenprofile "studiert" und mit denen des Veranstalters verglichen. Es gab gewisse Ähnlichkeiten, so dass ich mir grob die "nennenswerten Steigungen" gemerkt hatte. Beim ersten Lauf sollte nur eine davon kommen bei ca. km 14.

Los ging es mit der ersten Etappe und natürlich war die Frage: wie gehe ich so ein Rennen an? Klar war: nicht am Anfang alle Körner verschießen, lieber kontrolliert loslaufen. Ich hatte mir überlegt am ersten Tag Halbmarathon-Tempo (die Etappen waren um diese Länge herum) plus 15-25 Sekunden zu laufen und mich dann von den Hügeln und Wegen ausbremsen zu lassen. Es lief dann auch recht zügig los und die 624 Teilnehmer verteilten sich schnell. Der erste Teil war asphaltiert und flach, was viele zu einem zu hohen Anfangstempo verleitete. T. war viel schneller als vereinbart losgerannt, ich hatte mich gut eingebremst, lag allerdings im unteren Zuschlagbereich. Es ging durch Felder und Wäldchen auf meist asphaltierten Wegen. Ich suchte widerstandslos meine Lauflücken und konnte relativ konstant laufen. Dann ging es am Kanal lang über geschotterte Rillenwege, wieder Asphalt, am Kalkwerk vorbei und dann: ab in die erste Teuto-Steigung! Eigentlich hatte ich mir für die Steigungen ein zügiges Gehen vorgenommen, doch auf dem schönen Weg konnte man locker laufen und ich war in einem Pulk unterwegs, der auch schön gleichmäßig lief. Zwei Jungs hatten Shirts mit ihren Namen an und wir kamen ins Gespräch - die beiden sollte ich jeden Tag wiedersehen. Einer davon bekam muskuläre Probleme und blieb ein wenig zurück, während der andere mit mir weitertrabte. Es ging dann bergab über nette Waldwege (die mein Freund nicht so toll fand wie ich) und wieder auf Asphalt nach Ibbenbüren. Ein Rest Weg war über Kopfsteinpflaster und die Jungs hatten sich ein wenig vor mich gesetzt. Doch jetzt setzte auch mein Jagdinstinkt wieder ein und ich schloss schnell auf, um kurz vor ihnen fröhlich lachend und entspannt ins Ziel zu laufen. Die Etappe konnte in gut 1:25h "abgehakt" werden. Im Ziel gab es nette Verpflegung mit Spritzgebäck (wie Weihnachten!), Getränken und Obst. Mein Freund kam gute 2 Minuten nach mir rein und war auch mächtig stolz, hatte die Steigung gehend bewältigt und hinten raus noch einige "einkassiert". In der Dusche lernte ich eine ältere Frau kennen, die sich dann hinterher als deutsche Marathonrekordhalterin der W60 (3:11h!) bzw, W65 (3:21h) entpuppte. Bleierne Müdigkeit überfiel uns nach diesem anstrengenden ersten Tag (inklusive Anreise). Doch schon um 14 Uhr am nächsten Tag sollte es in Ibbenbüren wieder losgehen. Also ab nach "Hause" und was essen, dann schlafen.

Eine Nachricht erreichte mich morgens "Platz 4 F und Platz 1 AK. Der Druck steigt...". Meine Antwort: "Druck? Ich bin zum Spaß hier! Heute ist eh Bergziegentag."

Sonntag um 14h war der Start in Ibbenbüren. Für diesen Tag war die "härteste" Etappe angekündigt. Gut 420 Höhenmeter bergauf warteten in drei "nennenswerten" Steigungen auf uns. Schon beim dritten Kilometer sollte es losgehen. Für mich ein Grund das Ganze recht locker anzugehen, da ich als "Flachlandtirolerin" mit den Steigungen wenig Erfahrung habe. Bei den bergauf-Strecken hatten auch eindeutig die einheimischen Athleten die "Nase vorn", aber bergab oder geradeaus lief es sich auf jedem Boden gleich gut und ich konnte wieder gut "jagen". Die Temperaturen waren wieder sommerlich warm und das Wasser unterwegs inklusive "Wasserdusche" willkommen. Die Waldwege wurden zahlreicher und ich achtete weniger auf die reine Laufzeit pro Kilometer als vielmehr auf das "Anstrengungsprofil". Zurückhaltung war mehr als angesagt angesichts der noch bevorstehenden vier Etappen. Aber die Gesichter der Frauen blieben im Gedächtnis und die Konkurrenz wurde ausgemacht. Ich treffe auch wieder die beiden Jungs vom Vortag - dieses Mal in anderen Shirts - und einer meint so: "Die schaffst Du locker, ich quatsch die mal zu". Echt nett von ihm - und so mache ich mich leise vom Acker. Dieser Tag endete nach ca. 20,3 km im schönen Tecklenburg, wo es am Ende noch eine nette Steigung hochging (nein, sie holte mich nicht mehr ein!) und dann in die kopfsteinbewehrte Altstadt hinein und wieder mal lachend und bei Sonnenschein ins Ziel. Ich hatte die Strecke in gut 1:39h absolviert und auf Platz 4 der Frauen (Platz 1 AK) beendet. Hier folgte nun die längste Erholung, da der nächste Start erst am Folgetag um 18 Uhr sein sollte. Mit C. hab ich im Ziel dann noch gequatscht und sie konnte bergab wegen Knieproblemen nicht so schnell laufen. Ich wünschte ihr noch gute Besserung.

Montag war der Tag lang, aber da Urlaub ist kommen bei schönem Wetter die Räder raus um die nähere Umgebung gemütlich zu erkunden. Kloster Gravenhorst, Bevergern, Nasses Dreieck, Millionenbrücke - alles Dinge, die uns später auf der Tour wieder begegnen sollten (am letzten Tag). Danach blieb noch genug Zeit für die Vorbereitungen und Essen. Im Bus gab es immer ein kurzes Briefing der Strecke. Hier kam schon die Warnung es gäbe einen beschrankten Bahnübergang und im Fall des Falles müssten die Läufer warten oder würden disqualifiziert. Außerdem sprach man über die kurz hinter dem Start befindliche Engstelle am Abstieg auf den Trailpfad. Es wurde von Wiederholungstätern (u.a. Carla-Santana, die mich eindringlich aufforderte dies zu tun) empfohlen das Kopfsteinpflaster des Ortes bergauf "Lack zu machen", um dort nicht zu lange zu warten. Ich musste auf dem Weg durch die engen Kopfsteingassen schon schauen, dass die Stühle der Cafés und die Poller an ihren Stellen blieben. Trotzdem ließ sich ein Warten vor dem "Pfad" nicht vermeiden. Dieser konnte ebenfalls (fast) nur hintereinander durchlaufen werden, so dass man vom Tempo der Vorläufer abhängig war. Es ging aber hier erst mal bergab, so dass ordentlich Zug in die Kolonne kam. Auf der folgenden Straße wurde dann gerannt "was das Zeug hielt", um vor dem Zug die Bahnschranke zu passieren (die "Einheimischen" kannten offenbar den Fahrplan; u.a. waren auch die beiden Jungs dabei). Inzwischen kannte man auch die um einen herum laufenden Menschen vom Anblick und meine Konkurrentin von Platz 5 lief gerade über den Bahnübergang bei ca. km 6, während ich darauf zulief - und prompt aus vollem Lauf "rot" sah. Hilft alles nichts, da muss man warten und das als willkommene Pause begrüßen. Was wir alle nicht wussten: hinter uns spielte sich ein Drama ab. Wieder ging es bergauf und bergab, heute mal gewitterschwül. Gegen km 14 wurde C. endlich erreicht und meinte so "Du schon wieder - ich hab's mir schon gedacht". Am Ende konnte man es ca. 3km bergab "rollen" lassen hinein nach Mettingen - genau mein Ding - wo uns ein sehr stimmungsvoller Empfang erwartete. Nach ca. 18,5 km mit gut 250 Höhenmetern bergauf erreichte ich das Ziel nach ca. 1:25h wieder als 4. Frau. Danach zog ein dickes Gewitter mit starkem Wind und Regen durch. Auf dem Heimweg mussten wir anhalten, weil man nichts mehr sehen konnte. Es regnete die halbe Nacht ziemlich stark, dabei kühlten die Temperaturen sich merklich ab.

Morgens war es wieder trocken und so wurden die Ibbenbürener Klippen mit dem hockenden Weit (ich hab sie nicht erkannt - das Gebiet ist aber ein schönes Naturgebiet) einer wandernden Erkundung unterzogen. Dann begann es wieder zu regnen. Schon im Internet war zu lesen, dass es am Vortag einen Todesfall gegeben hatte. Ich hatte schon befürchtet, dass es sich um einen Läufer handelte, den ich kurz vor Mettingen in Folie eingepackt am Straßenrand hatte liegen sehen (schon betreut!) und wo der Rettungswagen mir auf dem weiteren Weg dann entgegen kam. So war ich schon mit gemischten Gefühlen los, da schon im Netz stand, dass die Veranstaltung auf Wunsch der Angehörigen weitergehen sollte. Doch im Bus erreichte uns die Mitteilung, dass eine junge, gut trainierte und ausdauererfahrene Französin der W35 ohne Vorerkrankungen bei km 5 kollabiert und im Krankenhaus verstorben war. Die Gruppe mit der sie angereist war würde den Lauf beenden und in die Heimat zurückreisen, aber die Angehörigen wollten, dass wir weiterlaufen und statt einer Schweigeminute eine Minute Applaus vor der Etappe für Karine einlegen würden. Passenderweise war der Himmel grau und es regnete in Strömen. Alle waren geschockt und standen bei gedämpfter Musik, dem Verlesen der Erklärung der Angehörigen und dem Applaus eng zusammengerückt und teilweise mit Tränen in den Augen im strömenden Regen. Ich ging dann mit gemischten Gefühlen auf die nächste Etappe, die auf ca. 17,3km mit gut 320 Höhenmetern bergauf und 270 Höhenmetern bergab aufwartete und daher wieder eher den Bergziegen als den Flachlandtirolern gehören würde. Doch mit dem Namen der Verstorbenen als Mantra im Kopf lief ich wieder an C. vorbei und in 1:21h auch dieses Mal wieder als 4. Frau ins Ziel in Ibbenbüren-Dickenbach - dieses Mal ohne großes Rahmenprogramm als "stille Etappe". Im Ziel reckte ich beide Arme zum Himmel, sah hinauf und rief "Karine". Für sie war ich diese Etappe gelaufen. Ich wartete dann noch zitternd und bibbernd mit meinen kurzen Klamotten in der Kälte und Nässe, bis auch mein Freund reinkam, der den Autoschlüssel hatte (wo wir die Wechselsachen im Kofferraum hatten).

Es regnete die ganze Nacht und die Befragung von Wiederholungstätern am Vortag ergab es seien keine Trailschuhe notwendig, da der Weg weitgehend befestigte Waldwege wären. Scheinbar gibt es zu "befestigten Wegen" sehr unterschiedliche Meinungen, denn der Weg mit gut 330 Höhenmetern bergauf und 400 Höhenmetern bergab führte über schlammige, rutschige (und teilweise seitlich abschüssige) Pfade und Treppen mit Eisenstangen, die man teilweise wegen der Sturzgefahr nur gehend bewältigte und durch knöcheltiefen Modder und Pfützen. Ich wollte mir nicht bei der vorletzten Etappe durch einen üblen Sturz das Durchkommen vermasseln. Bei grauem Himmel, Dauerregen und ca. 10 Grad Temperatur lief ich in Regenjacke. In der Hoffnung auf die letzten 5km bergab hatte ich mich hinter der 5. Frau in Sichtweite gehalten, sah mich dann aber mit wenig laufbaren Pfaden und falschen Schuhen konfrontiert. Mit den flachen, rutschigen Asphalttretern war bergauf zwei vor eins zurück und bergab rutschen, schlindern oder gehen angesagt. Nur die letzten knapp 3km gingen bergab und geradeaus über Asphalt und Wiesen ins Ziel am Aaseebad in Ibbenbüren. Doch hier vermisste ich eine Weggabelung, wo es (bei der sonst hervorragend beflatterten Strecke) keinen Hinweis gab. So konnte ich trotz Vollgas (was den neben mir laufenden Mann ein "wow, da geht ja noch was" entlockte bis ich ihn dann hinter mir ließ) nur den Abstand ein wenig verringern, aber nicht aufholen. Das Ziel war nach ca. 22,3 km in 1:48h als 5. Frau erreicht. Dabei war es unter der Regenjacke dann genauso nass wie draußen. Diese "Strongman"-Etappe wurde von den Athleten allgemein als härteste Etappe empfunden. Hier musste ich auch wieder frierend und bibbernd im Regen warten - ziemlich lange.

Schon an diesem Tag hatte ich mit einem Anflug von Erkältung zu kämpfen. Ingwer mit heißem Wasser half gegen Halskratzen, nicht aber gegen Nasenprobleme und leicht einsetzenden Husten. Die Nacht wurde aufgrund verstopfter Nase und Atemproblemen nicht erholsam. Und es regnete immer noch und war immer noch kühl. Doch dann klarte es gegen Mittag langsam auf und es ging um 14 Uhr bei kühlem aber trockenem Wetter auf in die letzte Etappe. Der Lauf wird über die Gesamtwertung entschieden und hier hatte ich gut 4 Minuten Vorsprung auf Platz 5 und gut 15 Minuten Rückstand auf Platz 3. Der Altersklassenplatz war mit ca. 20 Minuten Vorsprung nicht in Gefahr. Da es keine Entzündungsanzeichen gab wurde beschlossen die Etappe auf "Sparflamme" zu laufen, sich den 4. Gesamtplatz aber nicht nehmen zu lassen. Daher musste die Konkurrenz im Auge behalten werden. Schon kurz nach dem Start stand alles und die Frage kam auf warum? Ein riesiger Matschtümpel, der einzeln "umschifft" wurde (dabei waren wir am Vortag durch ganze Horden solcher Tümpel gelaufen ohne mit der Wimper zu zucken!), erklärte dann ca. 1 Minute Wartezeit, bevor es auf dem schmalen Waldweg wieder im Gänsemarsch weiterlief. Doch die Wege wurden besser und es kamen die letzten ca. 230 Höhenmeter, die auf "halbe Lunge" teilweise gehend überwunden wurden. Bergab wurde die Gesamtsiebte überholt. Und schon kam die Kilometrierung, denn die letzten 10 km wurden ausgewiesen. Man lief nochmal ein wenig bergab, dann mehr oder weniger flach über die "Millionenbrücke" am "Nassen Dreieck" und durch den schönen Ort Bevergern (was ich ja schon kannte), wo das Heimatmuseum geöffnet hatte. Ich rief den Helfern zu "Besuche später" und lief weiter zur Verpflegung, wo die Helferin sogar joggte, um mir den Becher zu geben. Nur noch 6 Kilometer - die Konkurrentin von Platz 6 im Blick ebenso wie weiter voraus Platz 5. Weiter ging es am Kanal entlang (vorbei an 6) zum Schloß Surenburg, wo ich auf einmal schnelle Schritte von hinten hörte. Die Frau von Platz 7 schob sich vorbei, aber eine weitere Temposteigerung war aufgrund Luftmangels nicht mehr drin. Sie schloss schnell zu der Dame auf Platz 5 auf und so rannte ich einfach "Anschlag", um dieser nicht zu viel Vorsprung zu geben. Wir drei Damen schenkten uns auf den letzten drei Kilometern nichts und erreichten in der Reihenfolge Platz 7, 5 und ich etwas dahinter aus dem letzten Loch pfeifend (in 4:33, die sich wie 4:10 anfühlten!) den letzten Minianstieg Richtung Ziel. Hier war richtig Stimmung und die Zuschauer trugen mich fast diese letzten Meter zum Ziel. Ich feierte mit ihnen und den Cheerleadern und durchlief nach ca. 22,7 km in 1:47h dann glücklich den Regenbogen und das Ziel. Es gab die verdiente Medaille und das ersehnte Finishershirt, das nur die Athleten erhielten die alle sechs Etappen mitgelaufen waren. Man traf viele Laufkollegen, die man unterwegs getroffen, überholt oder begleitet hatte, gratulierte sich gegenseitig und genoss das gute Gefühl, diese Herausforderung gemeistert zu haben.

Insgesamt kamen ca. 120 km mit gut 1700 Höhenmetern zusammen (sagt meine Gxmin 910XT).

In der Gesamtwertung belegte ich in 9:27:13h Rang 72 aller 558 Finisher, Platz 4 der Frauen und Platz 1 der Altersklasse.

Bei der abschließenden Siegerehrung wurden jeweils fünf Athleten der Altersklassen geehrt. So durfte auch ich vor vollem Zelt nach vorne und es wurde ausgiebig gefeiert. Das Zelt war voll, die Stimmung ausgelassen und das Essen wenig - vegetarisch war aus. Also Nudeln mit Soße - und ein Bier. Dabei hatte ich die Tage davor schon immer weniger essen können - am Tag selber ging nur mit Müh und Not 3/4 meiner normalen Müsliration rein.

Ich war selbst überrascht, dass ich sechs Tage hintereinander recht fix laufen konnte. Es war immer genug Zeit um unterwegs den Helfern zu danken, die bei jedem Wetter dort standen und sehr schnell die Getränke anreichten, die Anfeuerungen der Zuschauer auf jedem Hügel zu genießen (die standen da mit Glocken, Tröten, Trichtern und klatschten uns da hoch!), unterwegs den Zuschauern zu danken und zuzujubeln, Kinder abzuklatschen, sich im Ziel bei den Zuschauern zu bedanken und ohne Stress reinzufeiern. Dann wurde immer zuerst das weihnachtliche und selbst gebackene Spritzgebäck mit Wasser verzehrt und anschließend was für die Vitaminzufuhr (Orangen) getan. Auch Bananen gab's immer, aber nach dem letzten Tag mochte ich sie nicht mehr sehen.

Die Veranstaltung war absolut top organisiert, der Veranstalter ging mit dem Unglücksfall (der auch im Kaufhaus hätte passieren können) absolut professionell um. Im Ziel gab es immer sehr interessante Künstler zu bewundern. Wer eine Veranstaltung dieses Formats mitmachen möchte wäre beim Münster-Marathon oder beim Riesenbecker Triathlon gut aufgehoben, die der Veranstalter der Sixdays ebenfalls organisiert.

Ein interessanter Vortrag am Sonntag rundete die "Urlaubswoche" ab. Hier gab es wichtige Erkenntnisse zum Thema "trinken" unterwegs und Hintergrundinformationen zum Lauf.

Auf dem Heimweg am Freitag machten wir dann noch in einer Sauna Station (das Euka-Dampfbad tat gut!), bevor es dann nach Hause ging. Nun ja, die Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld und die Fliegen schwirrten in der Küche umher, aber nach Zwangsputzen (durch meine Tochter) kann man schon wieder die Kühlschranktür öffnen ohne sich die Finger dreckig zu machen, die Arbeitsplatte zum ursprünglich gedachten Gebrauch nutzen und auf dem Boden stolpert man schon nicht mehr unverhofft über umherliegenden Müll. Der Abfluss im Bad läuft nach Spiralenbehandlung und Rohrreiniger wieder einigermaßen ab, das Wasser tropft nicht mehr aus dem Kühlschrank und die schrumpeligen Reste ihrer Essen (O-Ton: ich hab jeden Tag frisch gekocht - und besser als du) sind auch verzehrt. Bin mal gespannt was mich beim nächsten Mal erwartet. Schlimmer geht immer - oder so.

4.666665
Gesamtwertung: 4.7 (3 Wertungen)

Hey,...

habe mich sehr gefreut, dass Du/Ihr in diesem Jahr dabei wart und auch so viel Spaß an dem ganzen hattet, wie alle anderen und ich auch!
Respekt, ja, Respekt und Einteilung ist ganz gesund auf solch einem Etappenlauf, wenn auch jede Etappe einzeln für sich noch ganz human sind, in Summe wird das schon recht anstrengend. Da ist Einteilung der Schlüssel zum Erfolg und Du hast genau den richtigen Schlüssel gehabt!!
Die Schlammetappe hat mich auch eiskalt erwischt, weil ich mich stumpf nicht mehr an von vor zwei Jahren erinnern konnte und mich auf Info von einem Bekannten aus der Orga verlassen habe, der aber mit solchen Ausmaßen nicht gerechnet hatte.
Hab mich auch etwas geärgert, und beim letzten Mal hatte sich sogar einer bei einem Sturz auf diesen Treppen (über so ne Eisenstange) sein Bein gebrochen.
Daher bin ich da mit den Straßenschlappen auch übervorsichtig runter geschlichen.

Fantastische Leistung und Treppchen völlig hoch verdient!! :o)
Noch mal ganz herzlichen Glückwunsch!!!

Hoffe, die Erkältung verzieht sich schnell während der Regeneration.
Zum ZUT ist dann alles wieder voll fit!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Noch einmal gelaufen

Danke für deinen wunderbaren Bericht. Ich bin gerade die Sixdays noch einmal gelaufen, allerdings viel schneller als ich es selber je könnte. Das ist ja echt der Wahnsinn, was Du für `ne Power hast.
An dieser Stelle noch einmal meine herzlichsten Glückwünsche zu deinen tollen Leistungen. Wenn Du deine Siegerfotos im Original haben möchtest, schicke mir kurz eine PM mit E-Mail. War schön, dich jetzt einmal etwas näher kennengelernt zu haben.

Ach ja: Ich hatte mich auch auf Carla Santanas Tipp verlassen. Da müssen wir mal schauen, was der von der Orga für den Schuh-Fehl-Tipp für uns so locker macht. Eine CPM wäre zumindest als Entschädigung fällig.

LG
Many

wenn es dich tröstet

bei uns wurde gestern der Keller geflutet - und wir waren nur beim Marathon in Luxemburg und sind extra nachts noch heimgefahren ;-))

Super gelaufen. Ich kenne zwar deine Qualitäten, trotzdem haut es mich immer wieder um, wenn ich lese in welcher Liga du mitläufst! Respekt und Glückwunsch!!!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

herzlichen...

...glückwunsch! toll gemacht.
ich hab täglich des abends in die ergebnislisten geschaut und war immer baff ob deiner gelaufenen zeiten! echt stark und verdientes treppchen.
und gute besserung dem shcnuppen...
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laufend dankt für den schönen bericht: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Eine Riesenleistung bei toller Veranstaltung!

Glückwunsch zu der super Platzierung!
Hört sich direkt nach einem Etappenlauf an, den ich auch mal gern bestreiten würde.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Klasse Leistung

Danke für den schönen, anschaulichen Bericht.
Wenn ich groß bin, darf ich so was vielleicht auch mal mit machen. Inspirationen für lohnende Läufe gibt es hier ja immer reichlich.

Granatenstark!!!

Ich bin immer wieder sehr beeindruckt von deiner Leistung!!! Ganz fetten Glückwunsch und ein sprachloses Hinschiel nach deiner Gesamtzeit! Frau-Frau-Frau!!! Du bist granatenstark!!! Und das schafft man tatsächlich vegetarisch? Ich muss meine Ernährung überdenken;-)
Auch finde ich die Veranstaltung sehr gelungen, doch leider leider viel zu weit weg von hier. Das wäre mal eine große Herausforderung....Frau darf ja auch langsam;-) Übrigens sieht es bei mir immer schon so aus, wenn ich nur 2 Tage weg war, *lach!*


Lieben Gruß
Tame

Immer wieder höggschd beeindruckend

wie du als Flachlandtirolerin die Steigungen rockst! ... und nicht nur diese! Fette Gratulation!

Tröste dich, das hatte ich auch mal, dass ich nach dem Urlaub ohne Brut eine klebrige Patina auf dem Fußboden vorgefunden hatte und der Wohn- und Esszimmertisch die Ursache deutlich machte... Ich hatte dann die beiden (ich wusste ja nicht, wer das Chaos verursacht hatte) zu aus ihrer Sicht nachtschlafenden Zeit angerufen und den Verursacher (wer's war, war mir wurschd - das mussten sie dann untereinander auskaspern) zum Tatort zurückbeordert und sofortige "Versetzung des Bodens in den ursprünglichen Zustand" eingefordert. Da inzwischen meine "nächtlichen Anrufe" gefürchtet sind, blieb das zumindest in dieser Form eine einmalige Sache! ;-))

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