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Benutzerbild von Etu58

Der Fokus lag auf diesem Lauf, zumal ich ihn letztes Jahr verletzungsbedingt nicht laufen konnte. Auf ihn und die weiteren Bergläufe habe ich mein diesjähriges Training ausgerichtet. Ca. 750 Trainingskilometer und an die 20.000 Höhenmeter.

Jetzt war es endlich soweit. Mein Schatz und ich werden starten.
Sonntagmorgen um 5:45 Uhr läutet der Wecker. Ein Brötchen, Kaffee und ab in die Laufsachen. Die gepackten Taschen ins Auto. Los geht‘s in Richtung Berner Oberland. Unser Ziel ist Reichenbach im Kandertal.
Nach 1:15 Std. sind wir dort. Wir holen unsere Startnummern. Noch 1 1/4 Std. Zeit bis zum Start. Schnell noch ein paar Fotos knipsen, bevor wir die Kleiderbeutel im Bus abgeben müssen.

Unsere Strecke ist 16,1 km lang und hat gut 700 m Höhendifferenz. Die Strecke verläuft vom Start unten in Reichenbach hoch über ein Stück Passtrasse weiter ins Kiental, von wo aus man dann sehr trailige Stücke Richtung Tschingelsee kommt. Von dort aus geht es dann richtig zur Sache. Wir erreichen wieder die Passstrasse. Folgendes Schild lässt einen rechten „ quäl-mich-Faktor“ erwarten:

Schild

Hier befinden wir uns auch auf der steilsten Postautostrecke Eurpoas.

Steilste Postautostrecke Europas

Nun zurück zum eigentlichen Lauf. Start 10:15 Uhr. Wir haben uns im Mittelfeld eingeordnet, wohl wissend, dass wir dort nicht lange bleiben werden. Ruckzuck
lichtet sich das Feld. Die Schweizer starten wahnsinnig rasant. KM 1 geht noch in 5:59 min/KM. Dann angepasst den Steigungen entsprechend langsamer. Bei KM 10 erreichen wir eine Zwischenzeit von 1:16 Std. und ca. 400 Höhenmetern. Da waren ich noch recht guter Dinge. Zwischenzeitlich auch alle Wasserstellen mitgenommen, teilweise nur zum Abkühlen. Kurz vor KM 11 ging es an einer Steigung dann los. Plötzlich, völlig unvorbereitet meldete sich mein Kreislauf. Ursache könnte mein noch bestehender massiver Eisenmangel sein, den ich zwar behandle, wohl aber noch nicht meine Eisenspeicher ausreichend aufgefüllt habe. ( Ferritin lag bei 6,0 im April ).Ich dachte, da geht gar nichts mehr. Mir war schwindelig, ich hatte kaum noch Kraft, diese Steigung hoch zu laufen. Mal eine kurze Verschnaufpause gönnen. Mein Schatz meinte schon, das war‘s. Lauf zu Ende. Aber dann ging es plötzlich wieder besser. Langsamer und auf das speziellen Gelände angepasst (Trails mit Wurzeln, Steinen, Wasserläufen, Brücken und Stegen) erreichten wir KM 12. Dort war ein Verpflegungsstand mit gesüsstem Tee und Geltüten. Da habe ich mich mal bedient und merkte, wie langsam die Kräfte wieder kamen. Etwas riskant war das schon, da ich noch nie ein solches Gel genommen habe. Mit klebrigen Gelhänden geht es weiter. Dann erreichen wir den Tschingelsee. Es ist mal etwas flacher in der Strecke, man kann mal durchatmen. Dann das oben erwähnte Schild, mit den maximalen 28 % Steigung auf den letzten zwei Kilometern. Wenn ich euch das Video vom Postauto mal angeschaut habt, wisst ihr, wovon ich rede.
Noch mal alles motivieren, was an Kraft vorhanden ist. Langsam traben wir auf den ersten hundert Metern der Strecke, dann muss ich, obwohl ich das absolut nicht wollte, gehen.
Immer einen Schritt vor den anderen. Ich muss da rauf, egal wie. Immer weiter, vorbei an den tosenden Wasserfällen und dem Hexenkessel, vorbei an den bergabwärts begegnenden Läufern, die uns motivierend ein „ hopp, hopp oder heya“ zuriefen und ein „ es ist nicht mehr weit, ihr schafft das „
Die Strasse schlängelt sich, es ist ein erhebendes Gefühl, wenn man die bereits zurück gelegten Höhenmeter unter sich sieht. Noch eine Biegung, dann kann man schon das Hotel Griessalp sehen, auf dessen Gelände sich das Ziel befindet. Schnauf, weiter, wir geben uns die Hände und setzen noch mal zum Sprint an und durchqueren mit 2:26 Std. die Ziellinie. Geschafft!!!

Ein landschaftlich absolut wunderschöner Lauf war das, auch wenn ich das zeitweise nicht so ganz geniessen konnte.


Wir erhalten unsere Brooks Hoodies - Kapuzenjacken - (leider gab es für Männer nur noch Gr. S).

Jetzt wird sich erst mal gestärkt. Während dessen hören wir eine Durchsage, dass es einen Zwischenfall im Zielbereich gab. Kurz darauf landet der Rega Rettungshubschrauber und nimmt einen Läufer mit. Dieser hatte wohl massive gesundheitliche Probleme bekommen. In Gedanken wünsche ich ihm alles Gute.
Danach dachte ich, nein, so einen Freiflug hätte ich dann nicht haben wollen......

Zuhause angekommen, laden wir unsere Garmins ab. Die Streckenlänge stimmt, aber wir beide haben über 960 Höhenmeter auf dem Protokoll. Wie kann das sein. Die Ausschreibung lautete doch auf 700 Höhenmeter.

Tja, dann kam die Erkenntnis. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Höhendifferenz stand da, nicht Steigungskilometer. Kein Wunder, wenn ich da ein wenig an meine Grenzen kam und wir etwas langsamer wurden, als geplant. Alleine die letzten beiden KM hatten jeweils 191 und 155 Höhenmeter.

Blüemlisalplauf Video

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Gesamtwertung: 4.3 (11 Wertungen)

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