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Benutzerbild von Soulsurfer69

ist ein Erlebnis, dass ich Euch auf jeden Fall empfehlen kann, wenn Ihr mal etwas Besonderes sucht.

Gestern fand die 17. Auflage des einzigen Hochseeinsel-Marathons statt, ich war dabei und bin froh, doch noch heil ins Ziel gekommen zu sein.

Seit 14 Jahren habe ich beruflich mit der Insel zu tun. Von Freunden und Partnern, die mich als Marathonläufer kennen, wurde ich bereits mehrfach gefragt, ob ich nicht auch mal auf Helgoland dabei sein möchte. Ich hatte das bislang immer verneint - v.a. aus Respekt vor den vielen Runden um die Insel und den damit verbundenen Höhenmetern. Im Januar hatte ich mich nun aber doch spontan zu einer Teilnahme entschlossen und seitdem mit Trainingsplan vorbereitet. Als problematisch erwies sich in der Vorbereitung, dass ich quasi zwei extrem faule Jahre hinter mir hatte und nun die durchschnittl. Wochenkilometer ambitioniert von 20 auf 55 heraufschraubte. Es kam wie es kommen musste: Zerrungen, Probleme mit den Achillessehnen usw. Trotzdem habe ich mein Trainingsprogramm, so gut es ging, weiter durchgezogen.

Letzten Montag dann, beim letzten Lockerlauf dann wieder eine Zerrung. Diesmal nicht in der Wade sondern am hinteren Oberschenkel. Der Arzt hatte mich getaped, mir Ibus verschrieben (wg. Entzündungshemmung) und meinte ich könne es ja mal versuchen. Der Schmerz war noch die ganze Woche latent vorhanden. Mein Ziel wollte ich nach 4 Monaten Vorbereitungszeit einfach nicht aufgeben und bin Freitag mit dem Katamaran von Wedel mit einem sehr unsicheren Gefühl angereist.

Der traditionelle Insellauf geht in mehreren runden um die kleine Insel. Normalerweise sind das wohl immer 4 Runden gewesen. Aufgrund der umfangreichen Bautätigkeiten für die Offshore-Industrie und den damit verbundenen Kampfmittelräumungen sind weite Teile des Hafengebiets nun aber gesperrt, so daß der maximal mögliche Kurs in diesem Jahr bei 8,4km lag, also 5 (!) Runden über Unter- und Oberland führte.

Der Lauf ist aus mehreren Gründen ein echtes Erlebnis. Da ist zunächst einmal die Teilnehmerzahl mit etwa 200, max. 250 Marathonis, plus ca. 150 Mini-Marathonis (1x Inselrunde). Familiärer geht's wohl kaum. Man vergleiche diese niedliche Zahl mal mit einem durchschnittl. Stadtmarathon. Gefühlt ist die halbe Insel ehrenamtlich auf den Beinen, um diese Veranstaltung zu einem Erfolg zu führen. So gibt es alle 2km Verpflegungsstände mit Wasser, Cola, Iso, Bananen, Erdbeeren und sogar Bier (wer's braucht). Natürlich ist man auf dieser einen Hochseeinsel sehr stark vom Wetter abhängig. Auf der Leeseite des Oberlandes zerrt der Seewind ungebremst an einem und setzt die richtige Kleidungswahl voraus. Durch den Lauf auf quasi 2 Ebenen sind bei jeder Runde rund 75 Höhenmeter zu überwinden. Rauf geht's über den berüchtigten "Düsenjäger". Ein extrem schmaler und steiler Anstieg, den die meisten Teilnehmer gehend überwinden, um ihre Kräfte zu schonen. Das hab ich auch so gehalten. Später geht's dann ab Leuchtturm an der Paracelsus-Klinik wieder runter zum Hafen. Bergablaufen kann auch ziemlich anstrengend sein. Die absolute Härte, v.a. mental, habe ich aber im Hafenauslauf, dem sog. "Wellensturzbecken" empfunden. Hier galt es eine Strecke von ca. 350m 3x (2x hin, 1x zurück) mit heftigem Gegenwind und auf schiefer Ebene zu laufen.

Meine Zerrung meldete sich jedenfalls ab KM 17 wieder zurück. Offensichtlich hatte ich unbewusst eine Schonhaltung eingenommen und so fing plötzlich das gesamte rechte Bein zu krampfen. Ab da hatte ich mich dann spätestens von jedweden Zielzeiten verabschiedet. Mit Gehpausen an den Verpflegungsständen, verstärkter Magnesiumaufnahme und gedrosseltem Tempo ging's dann weiter. Ab hier zählte für mich nur noch durchhalten und heil bleiben. Nach der 2. Runde hatte ich mich von meiner langen Oberbekleidung getrennt. Vielleicht ein Fehler, denn durch den heftigen Wind aus West, ca. 5 Bft., kühlte man bei den Läufen über das Oberland doch recht stark aus. Meine Finger habe ich später kaum noch gespürt. Bei der letzten der 5 Runden setzte dann auch noch heftiger Regen ein. Dazu fällt mir noch eine leicht abgedroschene Läuferweisheit ein, die ich mal hier im Forum aufgeschnappt habe: "Wind formt den Charakter". Den Klipppenweg über das Oberland, übrigens mit bombastischer Aussicht, teilt man sich bereits morgens mit den zahlreichen Ornithologen, die den Lummensprung beobachten, und ab mittags dann mit den eintreffenden Tagesgästen. Rücksichtnahme ist also angesagt. Aber bei 200 Teilnehmern wird es eigentlich nur selten eng auf den Wegen. Nach 3:54h war ich dann schliesslich auch im Ziel - mehr oder minder heil. Konditionell war alles gut, aber die Muskulatur hat dabei ordentlich gelitten. Heute kann ich jedenfalls nur noch humpeln.

Abseits von meinen pers. Wehwehchen kann ich Euch die Veranstaltung aufgrund der familiären Atmosphäre und liebevollen Organisation jedenfalls sehr empfehlen.

Hallo Soulsurfer, ich bin

Hallo Soulsurfer,

ich bin zwar keine Marathonin, aber ich bin im letzten Jahr bei einem Helgoland-Aufenthalt im Frühjahr eine Runde des Marathon-Kurses gelaufen. Die Runde übers Oberland habe ich als mein grandiosestes Lauferlebnis überhaupt erlebt - diese wahnsinnige Aussicht, und neben einem schweben die Basstölpel... allerdings hatte ich auch Sonne, morgendliche Kühle und wenig Wind, also war's perfekt.

Helgoland ist also auch für Liebhaber kürzerer Strecken ein besonderes Erlebnis!

Viele Grüße, erhol Dich gut!
Nandu

Danke für deinen Bericht.

Danke für deinen Bericht. Helgoland nehme ich irgendwann auch mal ins Visier. Scheint sich ja echt zu lohnen. Bislang habe ich aber immer erheblichen Respekt vor den Höhenmetern gehabt. Und den habe ich jetzt immer noch.

Gruß

Sirius
...der irgendwann vielleicht auch mal auf Helgoland rennt.

Schöner Bericht und Respekt

Schöner Bericht und Respekt für die gute Zeit! Trotz Höhenmeter, Gehpausen und körperlicher Einschränkungen sehr gut durchgekommen!
Ja, Helgoland ist eine tolle Insel und ich habe schon oft daran gedacht dort zu laufen. Sicherlich werde ich die Strecke erstmal testen, bevor ich sage: Ja, der Marathon ist es!

Glückwunsch zum "finish" ...

... vom Holgoland Marathon !

Unter den Vor-Bedingungen ... hast du es probiert, bist mit Köpfchen gelaufen,
hast ráusgenommen wenn's dein Körper verlangt und in einer tollen Zeit gefinished.
Wünsche dir eine schnelle Geneesung. - Danke für diesen schönen Bericht.

Dieser Marathon steht bei mir auch weit oben auf der Wunschliste.

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Da geht Dir die Düse, Jäger!

Moin Soulsurfer,
schöne Zusammenfassung dieses Inselmarathons, denn auch ich war unter den ca. 250 Teilnehmern. Die Steigungen und den aus Vorberichten als heftig beschriebenen "Düsenjäger" hab ich als nicht so schlimm empfunden, schlimmer fand ich das erwähnte Wellensturzbecken, welches ich nach kurzer Zeit "Kackrinne" nannte und welches ja auch insgesamt 15x durchlaufen werden musste, davon 10x gegen den immer stärker werdenden Wind...die letzten 2 Runden waren echt nix für Mimosen.
Aber der Helgoland-Marathon ist absolut empfehlenswert!
Gruß, Marco
You'll never welcometothehellofgoland alone


Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos

Kackrinne

trifft es ziemlich gut, Marco!

Besser hätt' ich's nich' formulieren können :D :D :D

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