Kauf doch deine Geschenke über diesen Link und unterstütze damit jogmap.

Topangebot der Woche

Benutzerbild von volker1310

Die Vorgeschichte habe ich im Blog bereits erzählt. Vorbereitung war bis vor 3 Wochen super. Neue PB beim Halbmarathon, sechs Minuten schneller als geplant. Eine Woche später Außenbandsyndrom/Läuferknie, Läufe abbrechen, Panik, im Internet verwirren lassen, Dehnen, Krafttraining, kleine Einheiten und nicht mal die bis zum Ende, da das Knie immer präsent war. Mehr als einmal dachte ich daran das ganze sein zu lassen. Die Wahrscheinlichkeit ins Ziel zu kommen war oft kleiner.
Die Tage vergingen und „der große Tag“ rückte näher. Streckenmarkierungen auf der Straße, am Straßenrand bereitgestellte Absperrgitter und tägliche Erinnerungen in meinem Facebook-Account von der Marathon-Seite. Und dann kam der Sinneswandel. Am Freitag – ich arbeite ganz in der Nähe der Messe – habe ich meine Unterlagen und den Startbeutel abgeholt, Atmosphäre der Laufmesse genossen, die Aufbauarbeiten der Tribünen und des Start- und Zielbereichs verfolgt. Wow, das wird wieder ein tolles Event, super Stimmung garantiert und dieses Mal hatte ich wirklich eine bis vor drei Wochen gute Vorbereitung.
Verdammt, wieso musste mir das passieren? Ausgerechnet in diesem Jahr hatte ich mir ein Finisher-Shirt bestellt. Als ich es auspacke und den Schriftzug „Finisher 2014“ lese bekomme ich feuchte Augen. Verdammt, ich will das schaffen, ich will das Ziel erreichen, ich will den roten Teppich und ich will diese verdammte Medaille!!! Das muss doch klappen, irgendwie… Jetzt wollte ich wirklich! Kein Gedanke mehr an absagen oder aufgeben, ich werde laufen, solange es geht! Klar war allerdings auch, dass ich aufgeben würde, wenn mein Knie nicht durchhält, meine Gesundheit geht vor und Marathons kann ich mit heilen Knien noch viele laufen.
Der Sonntagmorgen war bestens geplant, meine Supporter ließen mich nach den Erfahrungen im letzten Jahr alleine zur Messe fahren, das bekommt meiner Aufregung auch ganz gut. Kalt ist es und windig, graue Wolken und hier und da ein Tröpfchen, so ganz untypisches Marathonwetter in Hamburg. Allerdings zum Laufen wohl eher ideal als Sonne und warm.
Und wie es der Zufall wollte traf ich Markus und andere Jogmapper. Prima, endlich Gesichter zu den Nicknamen und etwas Plauderei vertreibt die Aufregung und die Zeit bis zum Start. Markus und Björn wollen auch „meine Zeit“ laufen und gesellen mich zu mir in Startblock F. Prima, endlich mal Begleitung von erfahrenen Marathonis vom ersten Meter weg, das beruhigt. Als quasi Vorab-Entschuldigung erzähle ich kurz von meinem Knie, Björn erzählt von Biehl, Markus vom Öjendorf-Marathon. Wow, davon kann ich im Moment nur träumen. In den letzten drei Wochen bin ich schmerzfrei nicht weiter als 10km gelaufen, eher weniger. Egal heute wird das schon irgendwie!
Startschuss und nach achteinhalb Minuten überqueren auch wir die Startlinie. Der erste km läuft im Getümmel etwas langsam, dann ziehen meine beiden Begleiter das Tempo an. Prima, das läuft sich gut. So wars trainiert und so läuft‘s gut. Ich achte auf saubere Technik, Knie sagt kein Mucks.
Hier und da mal schnacken, Stimmung aufsaugen und Strecke beobachten, so fliegen die ersten Kilometer. Bei km 3 entledige ich mich meiner Jacke und meiner Handschuhe. Perfekte Abstimmung mit meinen Supportern macht‘s möglich.
Nach 5km noch kein Wasser, wir sind ja grade erst los und in diesem Jahr wollte ich nicht wegen dringender Bedürfnisse austreten müssen. Kurz vor dem Start hatte ich noch 0,7l getankt. Das reicht erstmal. Dafür spüre ich die Stelle außen am Knie, auf der das Band reibt. Nicht stark, aber sie erinnert mich an die richtige Technik, dadurch werde ich automatisch etwas schneller, bessere Technik eben. Die Pace zieht etwas an, es geht ab km11 runter zum Hafen. Die Stimmung ist klasse, das Wetter bedeckt und mit 10 Grad perfekt zum Laufen. Den Wind spüre ich kaum, im Pulk eben.
Mehr und mehr kommt mir der Gedanke, dass das heute wirklich werden könnte, sofern ich die richtige Technik beibehalten kann und das entsprechende Tempo laufen kann. Dann wären die angepeilten sub vier gut möglich sogar eine sub 3:55 realistisch. Doch ein Marathon beginnt ab km 30 oder 35?
Die km ziehen vorbei. Schon kommt km 20 und die Halbmarathonmarke. Ja, gut fühle ich mich, die Oberschenkel sagen zwar schon was von „Anstrengung“, aber das ist ja auch ganz normal. Knie hält und „erinnert“ immer wieder an die richtige Technik und das richtige Tempo. Jetzt greife ich auch regelmäßig bei Wasser, Iso und Banane zu. Etwas Gel habe ich dabei. Zu oft hatte sich beim ersten Mal nicht ausgezahlt. Bei km 28 habe ich meine Begleiter verloren. Meine Pace geht etwas runter, jetzt beginnt der Marathon. Meine Supporter bei km 31 geben nochmal alles, das motiviert für den langen Maienweg und die Alsterkrugchaussee. Aber auch die sind in diesem Jahr gar nicht so lang und zäh. Die Stimmung ist toll, allerdings wird mein Blick tunneliger, die Kräfte schwinden, die Pace kann ich nicht halten, die Technik auch nur noch mühsam.
Beim Verpflegungspunkt bei km 35 mache ich die erste Gehpause. Das Wiederanlaufen fällt schwer, nach ein paar Metern habe ich wieder Tempo aufgenommen, es geht, bis zur nächsten Wasserstelle.
Bei km 37 bekomme ich einen Krampf im linken Oberschenkel. Schnell rausdehnen, weiter geht’s. Bei dieser Zwangspause hat mich der 4h-Ballon überholt. Ich bleibe dran. In Eppendorf ist wieder die Hölle los, Wahnsinn! Das trägt und dennoch stelle ich am Abend, als wir die Aufnahme vom Marathon auf N3 gucken, fest, dass ich mich an den Abschnitt Klosterstern nicht erinnern kann. Eppendorfer Baum ja, dann fehlen mir aber ein paar hundert Meter. Als wir bei km 38,5 wieder an der Alster sind bin ich auf Höhe des 4h Ballons, ein paar Wortwechsel, jetzt dranbleiben wäre gut!
Verpflegungsstelle km 40. Ich brauche Wasser und aus der folgenden Gehpause komme ich nicht mehr raus. Die Beine verweigern in Vorkrampfstellung den Dienst und das Knie nimmt die langsame Pace der letzten 10km und die schluderige Technik übel. Der Schmerzpunkt ist erreicht. Nix geht mehr. Das wars Ende Gelände. Ein paar hundert Meter vor mir entfernt sich der 4h-Ballon.
Der Frust über das Scheitern wird schnell von der Freude überhaupt so weit gekommen zu sein abgelöst. Ich rufe meine Supporter an. Es wird etwas später am Stephansplatz, mal gucken ob ich ein Kühlpack bekomme. Bekomme ich nicht. Ich humple weiter, ein unter aller Kraft und mit größter Willensanstrengung versuchtes Anlaufen wird mit brutalen Schmerzen im Knie und Krämpfen in den Oberschenkeln beantwortet. Es treibt mir die Tränen in die Augen. Das ist unwürdig!
„Komm Volker, das geht noch was!“, höre ich auf den kommenden 2 Kilometern mehrfach. Es ist nett gemeint und gehen ist auch gut gemeint zu dem Humpeln, was ich biete und trotzdem enorm wehtut. Egal. Bei km 41 heule ich mich kurz beim Support aus. „Toll, dass Du es überhaupt in Deiner Wunschzeit so weit geschafft hast!“, ja mein Schatz hat recht und ich komme zum Ziel so oder so.
Der rote Teppich ist das letzte Quäntchen Motivation was mir zum Wiederanlaufen gefehlt hat. Ich schreie vor Schmerz in mich hinein und laut heraus. Dann genieße ich den Stolz, die jubelnde Menge, mein zweites Marathonfinish und eine neue persönliche Bestzeit von glatt 4:14! Ich bin im Ziel. Die Schmerztränen werden zu Freudentränen. Was vor drei Wochen noch unmöglich schien hat am Ende doch noch funktioniert, wie auch immer!
Leider treffe ich von meinen zwischenzeitlich drei Begleitern nur noch Markus (Habe ich mich gebührend bedankt bei Dir? Danke, ihr ward eine echte Unterstützung, ich hoffe wir sehen uns bald wieder!) Den unbekannten Begleiter, der aufgrund von Oberschenkelproblemen nur ganz langsam gelaufen ist, sehe ich später in der Entfernung in den Messehallen, habe aber keine Chance zu folgen. Ich erspare Euch den Rest meines Tages und der Nacht. Nur so viel: Es war nicht witzig!
Und um auch in diesem Bereich ein Happy End zu schreiben: Ich war heute bei meiner Krankengymnastik zur Massage und die Gute hat mich wieder hinbekommen, ich kann wieder gehen! Jetzt ist es nur noch ein normaler Muskelkater. Das Knie wird wieder. Und ich träume vom nächsten Marathon und den ganz bestimmt vor dem 26.04.2015.

0

Hi Volker, herzlichen

Hi Volker,

herzlichen Glückwunsch, auch wenns zum Ende hin hart geworden ist. Super durchgehalten und nicht aufgegeben. War mir eine Freude dich bis km 28 zu begleiten.
Können wir nächstes Jahr gerne wieder mache und dann klappt es auch mit sub4.

sportliche Grüße
Björn

GLÜCKWUNSCH zur PB !!!

... hätte, wenn und aber ... Knie, Vorbereitungs-Probleme ...
Das Alles solltest du ganz, ganz schnell vergessen.

a) du hast den Schweinhund besiegt, dich durchgebissen und gefinished !

b) du hast eine neue Marathon - PB

c) du hast dir diese Finisher-Medaille wahrlich verdient !

Meinen allerherzlichsten Glückwunsch dazu !!!
Es war sehr schön und kurzweilig mit dir und beeker die ersten 2/3 der Strecke zusammen zu laufen.

By the way: ... Du hast das Potenzial deutlich die SUB 4 zu schaffen !
( wenn das "Problem-Knie" mitspielt )

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Jungs,

es war das reinste Vergnügen ein Stück mit euch zu laufen
und euch auf die Platte zu bannen.

2015 wird wieder gerockt!

JogMap Schleswig-Holstein, die Neongelben aus dem Norden.

Was für ein Drama!

Trotzdem durchgekämpft. Und dann noch PB. Grandios!
Herzlichen Glückwunsch!

Au, ich habe beim Lesen

Au, ich habe beim Lesen mitgelitten! Erstmal schön, dass du wieder gehen kannst und nicht mehr bei jedem Schritt an das Negative erinnert wirst. Denn das wäre total schade bei dem vielen Positiven, das du geschafft hast. Markus hat alles aufgezählt, du hast das Allerbeste aus dir rausgeholt, dazu ganz herzliche Glückwünsche! Stolz soll und wird bleiben.
LG Britta

Erstmal vorweg...

.....nun hat es bei mir endlich klick gemacht und ich weiß seit 5 Sekunden, dass der Volker von der Pasta Party und beim Start der volker1310 ist;-)

Mönsch Volker, das ist zwar zum Ende hin doof gelaufen, aber dennoch: Was für ein Finish und unter Brücksichtigung der Schmerzen nicht nur in einer unglaublich guten, sondern geradezu genialen Zeit!!! Deutlich sub 4:15h, das ist wirklich eine starke Leistung! Ich gratuliere dir ganz herzlich zum Lauf, zum Beißen und zur Medaille!!!


Lieben Gruß
Tame

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links