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Benutzerbild von Etu58

Auch wenn es sich nur um eine relativ kurze Strecke handelt, möchte ich gerne mal etwas ausführlicher über diesen Lauf berichten.

Donnerstagabend haben wir, mein Partner deep_blue_sea und ich, erst endgültig entscheiden können, dass wir diesen Lauf machen, da eine sehr arbeitsreiche Woche hinter ihm lag und er verletzungsbedingt nicht voll laufen kann und es nicht absehbar war, dass wir Freitagabend auch los können.

Dann Freitag herrlicher Sonnenschein, warme Temperaturen. Das Wetter lockte gerade zu, die Laufsachen zu packen. Und genau so habe ich sie gepackt. Kurze Hosen, Trägertop. Noch ein Anruf bei unserem gemeinsamen Buddy bireweich, ob er vlt. auch noch am Start auftauchen würde, was leider nicht möglich war. Aber auch er bestätigte tolles Laufwetter.

Dann ab nach Hägendorf. Bereits auf der Autobahn zog sich über Aarburg ein grauer Himmel zusammen. Das lies nichts Gutes ahnen.

Trotz Ausschreibungsunterlagen nicht gleich die Turnhalle gefunden. Beim Aussteigen aus dem Auto blies uns ein kalter Wind entgegen. Husch rein in die warme Turnhalle.
Startunterlagen und Kleidersack abholen, Garderobe suchen, Startnummer anpinnen, umziehen und möglichst lange dort verweilen, da es draussen echt ungemütlich wurde.

15 Minuten vorm Start sind wir dann raus. Ich fror. Mein Schatz holte mir noch schnell sein T-Shirt, das dann anschliessend vorm Start im Kleidersack verschwand.

Zur Startblockeinteilung hatten wir uns schon Gedanken gemacht. Also unter 45 min. bzw. 52 min. laufen wir diese 8,3 km mit ausgeschriebenen 500 Höhenmetern sicher nicht, also dann in Startblock „C“ für die über 52 min - Läufer/innen.

Und auch hier reihten wir uns ganz hinten ein, da wir aus Videos schon gesehen hatten, wie eng die Laufstrecke in der Schlucht ist. Wir wollten weder jemanden behindern, noch von hinten gehetzt werden.

Startsignal pünktlich um 19:10 Uhr. Sirene tönt, bergan schoss die Meute los. Ach, du meine Güte, die rannten, als sei der Leibhaftige hinter ihnen her, die hatten das wohl wörtlich genommen mit der Teufelsschlucht.

Das Feld zog sich immer weiter auseinander. Und wir hinten dran. Ein Blick auf den Garmin zeigte eine 6:11, teilweise unter 6 min/km und das bergauf.

Es ging auf und ab und dann ab KM 4 erreichte man die wildromantische Teufelsschlucht.
Anfangs ging es noch auf recht guten Waldwegen bergauf, dann wurde das Gelände sehr trailig. Felsige Wege, Naturstufen, viele Brücken die hin und her über den Gebirgsbach führten. Geländer nur einseitig. Gar nichts für die Ute, die unter Höhenangst leidet ;-)
Am schlimmsten waren die Brücken mit dem Gitterboden, deren Verbindungen mit Leisten überdeckt waren, die die reinsten Stolperfallen waren. Man musste seine Schrittfolge genau einteilen, um nicht genau darauf zu treten oder hängen zu bleiben.

Ab und zu ein Blick in die schöne Natur, dann ging es wieder um eine Felsen oder eine Steintreppe steil hoch. Dann die nächste Brücke, es wurde immer steiler und anspruchsvoller, vor allem, als nach und nach die Dunkelheit einbrach. Auf der Brücke fühlte ich einen Schlag in meinen Rücken. Mein Partner war gestolpert und konnte sich Gott sei Dank noch an mir abfangen.
Er meinte dann, ich habe einen sehr harten Rücken. Auch ein harter Rücken kann entzücken, wenn man dafür nicht den Boden küssen muss.

Wir erreichen KM 6 und sammeln eine Läuferin ein. Es begann zu regnen. Die ersten Tropfen taten gut. Bei KM 7 gelang es uns, noch weitere drei zu überholen.

Niemals wird gegangen, das wird durchgezogen. Weiter oben sah man schon im etwas helleren Waldrand eine Wiese, über die wir noch hoch mussten, um dann die Passstrasse zu erreichen. Der Regen nahm zu. Hier und da begegneten uns schon Läufer aus den vorigen Startblocks, die den Abweg zu Fuss nahmen, weil sie nicht auf den Transportbus warten wollten.

Dann noch eine Linkskurve und man konnte den Zielkanal sehen. Wir gaben uns die Hand und rannten im strömenden Regen was das Zeug hielt. Garmin zeigte zwischen 4 und 4:16 min/km.

Gleichzeitig wurden wir im Ziel auf dem Allerheiligenberg abgescannt. 1:09 Std. Wir sind zufrieden. Und vor allem ich, das trotz meines
Eisenmangels ( Ferritin 6,0), der mir im März nur noch relativ kurze Trainingsdistanzen erlaubte.

Dann gab es lauwarmen Pfefferminztee, Orangenspalten und Früchtebrot, das wir dankbar annahmen.

Der Wind pfiff auf dem Allerheiligenberg, der Regen strömte und Menschenmassen warteten auf den Abwärtsbus.

Wir standen in der Kälte und der erste Bus kam. Alles wollten rein. Es sah aus, wie in Indien. Der Busfahrer musste einige zurückweisen, um die Tür schliessen zu können.

Dann kam der nächste Bus. Schnell reinschlüpfen. Da war es warm und die Scheiben beschlugen von den dampfenden Läufern.

Jetzt eine warme Dusche......

In der Turnhallte angekommen laufen wir sofort zur Dusche.

Ihr wisst sicher, was jetzt kommt. Nur noch kaltes Wasser.

ABER ... da gibt es noch die netten Turnhallenföns, diese höhenverstellbaren.
Da stellt sich Frau dann drunter und wärmt sich von allen Seiten.

Zufrieden fahren wir nach Hause und essen mal was.
Direkt nach dem Lauf kommt es mir vor, als habe ich das ganze nur von aussen betrachtet, nicht selbst gelaufen.

Deshalb hier mein Blog, damit noch mal alles Revue passiert und mir bewusst wird, welch schöner Lauf das war.

Im Wiederholungsfalle weiss ich jetzt, was in den Kleidersack gehört !!!

Teufelsschlucht

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