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Benutzerbild von sarossi

Im Januar hatte ich mich angemeldet: Zum Nordic Walking Viertele im Rahmen des Fischbacher Halbmarathons im April. Die Idee war mir zwar etwas peinlich aber ich wollte unbedingt dabei sein, wenn sich 17 Kollegen auf die Strecke machten. Mit einer gut durchdachten Vorbereitung und jeder Menge Spaß wollte ich die gar nicht so geringe Herausforderung bewältigen. Der Wettbewerb ist inzwischen vorbei. War er das nun? Der Umstieg vom Läufer zum Walker?

Schon nach den ersten Test-Walks im Januar wurde mir klar: Ich bin zu langsam und die ungewohnte Belastung gibt ganz schön Muskelkater. Also musste ein Plan her. Erst einmal langsam an die 10km herantasten… die Orthopädie an die ungewohnte schnelle Geh- und Schubbewegung gewöhnen. Danach auf kürzeren Strecken das Tempo erhöhen. Ich wollte 2 bis 3-mal die Woche Gehen und weiterhin 1 bis 2-mal die Woche Laufen… letzteres damit ich zwischendrin auch mal auf einen ordentlichen Puls kam. Die Zeit war dabei ein richtiges Problem.

Das Problem mit der Zeit bekam ich in den Griff. Der Weg zum und vom Büro wurde kreativ zum Training genutzt. Und zügig stellten sich die Erfolge ein… im Flachland. Das kupierte Gelände des Halbmarathons blieb eine Herausforderung. Dieser stellte ich mich aber erst im Wettbewerb. In den 10 Wochen Vorbereitung bin ich in 24 Einheiten 131km gegangen. Und in 15 Einheiten bin ich 77 km gelaufen. Die zwei Wochen vor dem Wettbewerb habe ich das Laufen zugunsten des Gehens eingestellt. Insgesamt fühlte ich mich gut vorbereitet, um zumindest nicht als Allerletzte durchs Ziel zu gehen.

Dann kam der grosse Tag. Hibbeln wegen dem bisschen Nordic-Walking? Irgendwie schon ein bisschen. Schon bei der Anreise per Fahrrad war ich ziemlich kopflos und wäre beinahe zu spät gekommen. Dann hat aber alles geklappt. Startnummer geholt. Gruppenfoto für den Firmenblog gemacht. Gewitzelt. Geschwätzt und Spaß gehabt. Dann ging es bei idealem Laufwetter los mit unseren 3 Halbmarathonis in einer 200-Läufergruppe. 10 Minuten später starteten die Viertele-Läufer. Kurz danach das kleine Häufchen Walker.

Die Ankündigung war super. Wir fühlten uns wie richtige Athleten. Dann kam der Startschuss und los ging’s… langsam und steif. Mir kam der Begriff der Stockente in den Sinn. Wackelnde Enten mit Stöcken… und einem dritten Stock verschluckt. Ich hatte das Gefühl, wir kämen nie aus dem Stadion raus. Und trotzdem zeigte meine Pulsuhr 30 Schläge mehr als normal. Wo sollte das enden? Gleich nach dem Stadion ging es den Hang rauf und wir Stockenten wackelten zur nächsten Kuppe. In der Ebene verteilte sich langsam das Feld und irgendwo im ersten Drittel kamen meine Kollegin und ich langsam in unseren Rhythmus. Und was soll ich sagen. Wir hatten jede Menge Spaß. Ohne Ehrgeiz wurde jeder, der uns überholte angegriffen. Zumindest sollte er keinen weiteren Abstand gewinnen. Wir merkten sofort, wenn wir wieder zu sehr verliebt in die Natur waren oder zuviel schwätzten. Danach gaben wir wieder Gas, damit wir nicht zu sehr im hinteren Feld landeten.

Unsere Groupies beamten sich von einer Ecke zur nächsten und feuerten uns frenetisch an. Zwei Kollegen chillten in ihrem Liegestuhl vor der Haustür und motivieren uns zu Bestleistungen. Der Trommelwirbel einer Band brachte uns in einen Rausch und spornte uns an mehr Tempo zu machen. Und dann kam der Berg des Schweißes. Viele Läufer waren dort inzwischen ins Gehen übergegangen. Wir Stockenten waren nun klar im Vorteil und konnten mit kräftigem Abdruck das Feld der Viertele-Läufer von hinten langsam aufrollen. Ok. Sehr langsam. Aber 1-2 haben wir überholt ;-)

Der Zieleinlauf war dann deutlich dynamischer als der Start. Jetzt wollten wir zeigen was in einer Stockente so alles steckt. Unsere Zielzeit hatten wir am Ende um 15 Minuten unterboten und landeten satt im Mittelfeld. Für meine Kollegin und mich war es der erste Wettbewerb überhaupt und wir waren hinterher immer noch wie berauscht.

Natürlich gehört die ganze Ehre den Läufern, die wirklich ordentlich was geleistet haben. Aber dabei zu sein war einfach klasse. Und das Feiern mit den Kollegen auch. Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein.

Bleibt die Frage, ob ich nun die Disziplin wechsele vom Laufen zum Nordic Walken. Seit dem Wettbewerb habe ich die Stöcke nicht mehr angefasst und war jeden zweiten Tag laufen… trotz eines ziemlichen Hüftmuskelkaters. Die Antwort ist damit klar. Es kann aber durchaus sein, dass ich den Wettbewerb wieder Walke. Denn ein paar Vorteile habe ich ausgemacht. Beim Stockentenwettbewerb hatte ich noch Reserven. Durch das Geh-Training habe ich meine Grundlagenausdauer deutlich verbessert. Der Wechsel der Gangart tut meiner Orthopädie gut. Und das schnelle Gehen lässt sich sehr gut mit dem asphalt-lastigen Weg zum Büro verbinden.

Stockente sein ist also gar nicht schlimm :-)

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Nordic Walking

Liebe sarossi,

ich habe auch im Jahr 2000 mit dem Laufen angefangen und habe auch Halbmarathons gejoggt. Zum Marathon-Walking bin ich 2004 gekommen, als ich in Bonn eine Marathon-Walkerin sah. Ich dachte, was die kann, kann ich auch. Was ich im Laufen nie geschafft habe, habe ich als Nordic Walkerin geschafft. Ich habe den Rennsteig, Monschau-Marathon und Bad Harzburg-Marathon hinter mir. Es ist durchaus überhaupt nicht schlimm, wenn man sich als "Stockente" gesünder bewegt. Ich finde es toll, dass Du das gemacht hast. Klasse, meine Bewunderung. Siehst "Du" (entschuldige, wenn ich Dich gleich duze) aber unter Sportlerinnen kommt das immer gut finde ich.

Liebe sarossi, ich wünsche Dir von Herzen weitere gute Nordic-Walking-Wettkämpfe. Mein nächster Halbmarathon ist im Juli diesen Jahres in Davos in der Schweiz. Vielleicht sieht man sich......

Alles Gute und viele weitere schöne Wettkämpfe. elfephoenix

Ich gratuliere Dir

zur gelungenen Stockentenpremiere und beneide Dich gerade gluehend um dieses Erlebnis.
Ja, laufen bzw joggen und walken im Wechsel sind richtig gut fuer die Orthopaedie
Gruss Petra

Ein grandioses Erfolserlebnis!

Meine allerherzlichsten Glückwünsche!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Klasse Event

Hey, gutes Wetter, gutes Event und vor allem nette Leute. Da kann doch nichts mehr schief gehen ... egal ob mit oder ohne Stöcken. Ich fand's klasse.

Sind wir nicht alle "Sieger", die mitgemacht haben?! verloren hat doch nur der, der sich nicht von der Couch aufraffen konnte.

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