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Benutzerbild von krazykat

Bei fast schon frühlingshaften 4°C (also mal eben 16 Grad wärmer als letzte Woche) ging es von Teltow aus weiter entlang des ehemaligen Mauerstreifens. Immer noch über reichlich Schnee, inzwischen angetaut und verharscht. Recht kühl im Waldschatten, auf den wenigen sonnigen Passagen aber so warm, dass ich die Jacke ausziehen muss. Nur wenige Spaziergänger, ein Reiter, ein paar aufgeregte Wildschweine und vereinzelte Langläufer, mit denen ich mir den Wald teile. An Kleinmachnow vorbei, am Griebnitzsee wird es hochherrschaftlich: kleine schicke Privatschlösschen direkt am Ufer, sowas kann nur Filmstars oder der Mafia gehören ... Am Jungfernsee in der Mittagssonne inmitten der ganzen Wochenendausflügler möchte ich am liebsten sitzenbleiben, ist aber noch etwas frisch für den Biergarten. An der Pfaueninsel vorbei zum Großen Wannsee, dann hört die bis dahin recht gute Beschilderung urplötzlich auf (wie mich heute das Netz belehrt, sollte man da wohl die Fähre nehmen, aha). Gut, macht nichts, laufe ich halt auf der falschen Seite im Westen (der hier im Osten liegt) um den See, Strandbad, Havelhöhenweg, Grunewaldturm auch hübsch, und da geht bereits die Sonne über der Havel unter (sehr malerisch, wäre von drüben nur halb so schön gewesen, also alles richtig gemacht). Erreiche nach einigem auf und ab, das langsam anstrengend wird, bei Kilometer 40 die Heerstraße, erste Gelegenheit, wieder ans andere Ufer und zum eigentlichen Mauerweg in Staaken zu stoßen. Da ist es auch schon finster und weil ich noch keine Lust auf Aussteigen habe, kaufe ich schnell einige Schokoriegel und hole die Stirnlampe raus. Hier geht es viel durchs Gestrüpp am Straßenrand und die Autos kommen immer wieder unangenehm nahe. Dann endlich wieder Wald und freies Feld, Sternenhimmel, Stille. Wo es allerdings auf den abgetauten und wieder gefrorenen Asphaltstrecken spiegelglatt ist, also im wackligen Stirnlampengefunzel ständig zur Seite in den verschneiten Kartoffelacker ausweichen. Nach inzwischen 50 km etwas kräftezehrend, aber was solls: rechts die Havel, links die Wallachei, vor Hennigsdorf kommt da auch keine Bushaltestelle mehr. Noch durch einige stockdunkle Waldstücke, noch ein letztes Mal einen Kilometer zurücklaufen und die verlorenen Handschuhe wieder auflesen (muss das denn sein?) und sich zuguterletzt noch auf einem Betriebsgelände verlaufen und über einen stachligen Zaun klettern müssen ... dann sind es nur noch wenige Meter und ich bin am S-Bahnhof Hennigsdorf. Uhr sagt: 68,2 km! Na, das ist ja schon fast der Rennsteig. Nächste Woche Plänterwaldlauf, aber übernächste Woche wird die Runde dann bis Kreuzberg vollendet.

kk

5
Gesamtwertung: 5 (7 Wertungen)

Chapeau

Toller Bericht und noch beeindruckendere Leistung für eine "einsame" Sonntagnachmittagrunde....

Viele Grüße

Jogger63

Wie meine Omma zu sagen pflegte: Essen und Trinken schmeckt und bei der Arbeit sticht's

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