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Benutzerbild von lancealot

Nach jahrelangem Passivlesen kann ich mich mit einem hoffentlich amüsanten Beitrag revanchieren:
Das neue Jahr war wenige Stunden alt, der Wettergott hatte brauchbare 6° spendiert, ab und an lugte die Sonne hervor. Nach 3 km sehe ich am Horizont etwas schwarz/weißes - ohne Brille kann das alles mögliche sein. Es bewegt sich - wohl ein Hund. Hektische Blicke - wo ist der / die Hundeführer(/in)?
Wir haben uns schon mal gesehen, damals hat er mich ordentlich erschreckt, wie er sein radelndes Herrchen "begleitet" hat. Er schoß kreuz und quer über den Feldweg, spektakulär dicht an den Läuferbeinen vorbei. Damals half auch kein Bitte, den Hund kurz zu nehmen: Der tut ja ni....
Diesmal fehlte das Herrchen und er hatte mich entdeckt / gewittert. Er schoß heran. Wie stand es im Überlebenshandbuch für Läufer? Kein Blickkontakt, positive Grundeinstellung annehmen, sich intern auf die Begegnung freuen - aber nicht zuviel Zähne zeigen - oder wie?
Zu spät, dicht passierte er mich, wendete und hechelte an der anderen Seite vorbei. "Schön schnell bist du, toller Hund!" sendete ich auf allen telepathischen Frequenzen. So ging das einige Zeit und mit jedem Baum dachte ich - so jetzt kehrt er bestimmt um. Na aber hier am Wald endet doch sein Gassi-Revier? Und prima, er schoß in den Wald. Uff - geschafft. Ein freudiges Grinsen gefror im Gesicht, weil er voll Stoff wieder aus dem Wald kam - direkt vor meinen Füßen lang. Kurz checkend, in welche Richtung es weitergeht, rannte er voraus. Aber im nächsten Ort ist dann bestimmt Schluss! - und die Hoffnung stribt zuletzt.

Wir erreichten das Ortsschild und ihm schien es Spaß zu machen. "So ein toller Lauf, wenn der blöde Zweibeiner nicht so lahm wäre" dachte er bestimmt. Ich dachte derweil an andere Hunde oder an Autos, die auf der nahen Hauptstraße fahren. Gut am Neujahrsmorgen ist nicht unbedingt rush-hour, aber alle Hunde müssen Gassi. Kaum zu Ende gedacht, kam einer vorbei. "Ist nicht mein Hund" keuche ich, "aufpassen". Aber mein Begleiter, wohl ein deutscher Jagdhund, schnupperte nur und lief weiter.

Ich dachte an meine Freunde und Helfer, wünsch' dennen doch mal ein Frohes Neues! Handy rausgekramt, Mucke aus und 110 gewählt. Mich gleich bei der netten Stimme für mein Keuchen entschuldigt - bin am Laufen - und habe meine Lage geschildert. "Nein ich fasse den Hund nicht ans Halsband." fiel ich der Dame ins Wort - "keine Chance". "Die Kollegen kommen gleich." Das gleich dauerte, Hundi rechts und links ins Feld, die Rehe ignorierend, prima. Plötzlich entdeckte mein neuer Freund einen Radfahrer am Waldrand. Weg war er, direkt über den Acker, Was für ein Tempo - mit kamen die Tränen - nicht vor Neid, war wohl der kalte Wind ;-)
Aber jetzt bin ich ihn los, vergnügt bog ich links ab. Ein verstohlener Blick zurück - man soll das ja nicht machen - da war er wieder. Und immer dicht an den Beinen vorbei, demoralisierend. Zeit für eine weitere Statusmeldung bei der netten Dame in der Leitstelle: "Ich bin jetzt kurz vor Wedelheine" "Aber sie waren eben doch noch in Ohnhorst" "Gehen sie mal von einem Tempo von 9 km/h aus... Ihre Kollegen dürfen mich auch gern anrufen".
Hundi zeigte keine Spur von Schwäche - dabei ist er alles mindestens 3 mal gelaufen.
Endlich höre ich einen Motor und ein silberblauer T5 schließt auf. "Na, tolle Pace gelaufen?" werde ich begrüßt. "Gestoppt wird erst am Ende, aber so lange wollte ich ihn nicht bei mir haben." Hundi fand das Treffen interessant und kam auf Pfiff des Polizisten auch angerannt. Ich glaube der kennt auch nur eine Gangart. Wobei es eine "Sie" war, wie man mir nachher versicherte. Kann man an der Art "auszutreten" erkennen.
Das Einfangen war unspektakuär: Betäubungsgewehr geladen... ;-)
Nein ganz einfach: Ein Polizist lockte mit Leckerli, der andere griff ins Halsband, schwupp war eine Leine dran. Cool. Sie fand es bestimmt doof, in den Bulli eingesperrt zu werden.
Mit einer kurzen Erklärung, in Höhe welches Bauernhofes sie sich mir angeschlossen hatte, verabschiedete ich mich von meinen Freunden und Helfern.

Und ja, etwas schneller als sonst bin ich meine erste Runde in 2014 gelaufen...

Am Besten gehst du sie das

Am Besten gehst du sie das nächste mal direkt abholen und spannst sie mit einem Gurt vor Dir, dann bist du richtig flott :-)

Das war ja ein schöner

Das war ja ein schöner Einstieg in das neue Laufjahr.

Wir hatten mal ein ähnliches Erlebnis beim Wandern in Frankreich, als uns in einem kleinen Städtchen ein herrenloser Hund folgte, den die Kinder sooo süß fanden und ihm damit wohl suggerierten, er hätte eine neue Familie gefunden. Nachdem er uns über 2 km auf einem Wanderweg gefolgt war und ich ihn auf keinen Fall mit auf den Campingplatz nehmen wollte, musste ich schweren Herzens den bösen Mann spielen und ihn mit verbaler Gewalt vertreiben. Das ungewisse Schicksal des armen Tieres lastet noch immer schwer auf meinem Gewissen.

Gruß

Sirius
...der seitdem mit schlechtem Gewissen rennt.

Schöner Bericht ;-))

Was passiert dann eigentlich mit dem Tier, Halterfeststellung, kriegt der dann Ärger, oder wie?

Aber gelacht habe ich doch, auch wenn ich es in den Blog packen würde ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ein wirkliches Abenteuer -

Ein wirkliches Abenteuer - toll!

Die wollen nur spielen...

Als Läufer im Ländlichen habe ich recht häufig Begegnungen mit Hunden.

Am liebsten sind mir unterwegs die großen Hunde. Da sind sich offenbar Herr- wie Frauchen bewusst, dass es mal ins Auge gehen kann und leinen ihre Hunde immer an und halten ihn kurz, wenn ich angetrabt komme. Kleine Hunde bleiben häufiger unangeleint und hüpfen mir dann laut kläffend gerne zwischen die Füße - und ich bin auch noch so nett, passe auf und versuche, die Kleinen nicht zu treffen. Selten werden die mal gerufen o.ä. Einmal fragte mich ein Hundebesitzer im Vorbeilaufen, ob es mich stören würde, worauf ich entgegenete "Nö. Aber wenn ich eine Pfote oder den Schwanz zermatsche, ist das nicht mein Problem." Herrchen wusste ja nicht, dass er auf 10km schon der vierte oder fünfte war, der seinen Hund auf meine Beine losließ. Ich bin, wie gesagt, immer vorsichtig, aber zumindest Gedankenspiele vom (natürlich völlig unabsichtlichen) Kick gegen den nächsten Baum ergaben sich schon mehrfach...

Hinweise in NSGs und Nationalparks, dass Hunde anzuleinen sind, klemme ich mir inzwischen völlig (keine Ahnung, wie sich das rechtlich in der sonstigen freien Landschaft zwischen Feldern und Wäldern verhält). Da kommt schnell ein unfreundlicher bis aggressiver Kommentar - oder mehr. Hoffe zwar auf den nächsten Förster, habe in all den Jahren aber nie einen gesehen...

Frei laufende Hunde ohne sichtbaren Besitzer hatte ich auch schon dreimal. Einmal habe ich einen sehr großen Bogen geschlagen, da hat mir der Hund schon von weitem Bauchgrummeln verursacht und ich war weit und breit allein. Das andere Mal war's ein Schäferhund, der wohl einen kleinen selbständigen Ausflug unternahm. Da die Strecke neben einer Straße lag und der Hund auch vorbeifahrende Radler nicht weiter beachtete, habe ich es gewagt. Hat keinerlei Notiz von mir genommen. Und einmal musste ich ganz dringend etwas umfänglicher. Und während ich da so im Unterholz hockend mit dem Zellstoff rumnestelte...

Die meiste Sorge bereiten mir aber die vielen großen Hunde, die hier in meiner Gegend auf dem mit kniehohem Zäunchen umgebenen heimischen Grundstück frei rumlaufen und heftigst alles anbellen, was sich vorbeibewegt - Radler, Fußgänger, Jogger... Hunde, die bellen (und mit dem Schwanz wedeln), sollen ja angeblich nicht beißen. Halte mich auch immer an den allgemeinen Tipp, ruhig und langsam weiterzulaufen und nach vorn-unten zu schauen. Aber häufig geht mir echt die Muffe, und ich weiß nie, was den Hund davon abhält oder irgendwann auch mal nicht, einfach über den ihn kaum aufhaltenden Halbmeterzaun zu hüpfen. Gerne sind die Zäune bei frei stehenden Häusern auch nur Richtung Straße gezogen, zum Feld hin ist dann alles offen.

Und gerade letzten Mittwoch hatte ich wieder einmal einen Herzrasen-Moment. Da hörte ich nur einen schwerlich in Buchstaben zu fassenden Laut von links, schaue hin, und da kommt ein heftig muskulöses braunes Ungetüm mit kurzen O-Beinen über den Rasen gerast bis an den in dem Moment als homöopathisch empfundenen Zaun. Gebellt hat der nicht einmal, einen Schwanz zum Wedeln hatte der Hund auch nicht. Stand dann einfach da und machte "rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr". Da hat mein Herz aber mal kurz heftigste Purzelbäume geschlagen, musste dann auch etwas weiter sicherheitshalber die Trockenheit meiner Hose checken.

Hoffentlich wollen die wirklich immer alle nur spielen, wie Hundebesitzer gerne versichern (bevor Fiffi sich dann in Arm, Hals oder Gesicht verbeißt) - und ich habe einfach nur zuviel Schiss...

Oh, ganz schön lang geworden, mein Kommentar. Trotzdem, schöne Grüße aus dem windigen Norden und allzeit gesunde Waden!

PS: Weiß denn hier jemand, wie man als Jogger nun richtig mit Hunden umgeht/an denen vorbei läuft?

den besten Spruch

hörte ich vor einigen Wochen im Wald: Drei Hunde samt zwei Frauchen kommen uns entgegen, zwei Hunde werden an die Leine genommen, einer nicht, der gehöre nicht dazu. Was hat man gelernt? Genau: stehenbleiben. Wir warten also. Frauchen taucht auf, sieht die Situation und meint nur: "Sie dürfen nicht stehenbleiben! Laufen Sie weiter, dann lässt der Sie in Ruhe!"

Aha.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

@ forestfriend

benutze mal die suchfunktion, hier wurde schon sehr viel darüber geschrieben.
irgendwo steht ganz genau, wie du dich verhalten solltest.

lg ls :))

"Wenn du eine Düne erklimmst, verschwende deine Energie nicht damit zu beschreiben, was auf der anderen Seite sein könnte, warte, bis du oben bist, um es zu entdecken." Maxime Chattam

danke für den bericht :)

den vorschlag von ZoZo01 finde ich gut ;)

lg ls :))

"Wenn du eine Düne erklimmst, verschwende deine Energie nicht damit zu beschreiben, was auf der anderen Seite sein könnte, warte, bis du oben bist, um es zu entdecken." Maxime Chattam

Toller Bericht

Ein toller Bericht und schön zu lesen. Vielen Dank dafür.

Du hattest diesmal in dieser ach so unsicherer Welt für einen Lauf einen Beschützer dabei. Gleichzeitig konntest Du sicherlich feststellen, mit wie viel Freude ein Lauf mit Hund verbunden sein kann. Kennst Du das Herrchen/Frauchen? - vielleicht darfst Du ihn (sorry, eine "sie") öfter ausführen.

Viele Grüße

Harry

Habe mich jetzt durch

Habe mich jetzt durch etliche Threads gewühlt. Ja, hier wird viel darüber geschrieben. Nur "irgendwo steht ganz genau" habe ich nicht finden können.

Die Tips: Mal langsam im großen Bogen weiterlaufen, mal eher stehen bleiben. Mal heißt es, die Arme hochreißen, mal wieder nicht. Mal soll man den Tieren in die Augen sehen, mal nicht. Mal kleine Steine oder Stöcker nach dem Hund werfen, mal doch lieber nicht. Für den Ernstfall passive Bewaffnung (Pfeffer, Ultraschall...) mit mir rumzuschleppen, davon halte ich gar nichts.

Dass es kein Patentrezept gibt ist mir klar. Dass ich es nicht komplett verkehrt mache, scheint mir auch klar, habe ja bislang jede Begegnung unverletzt überlebt. Nur ein allgemeiner Rat von jemandem, der Ahnung hat, wäre mal nicht schlecht.

hähä

deshalb nehme ich meinen hund auch gern mit....dann interessieren sich die anderen hunde mal gar nicht für den jogger sondern meiner hält mir die vom leib und hat gleich nen spielkumpel *G*

Finde es schwierig da

Finde es schwierig da Empfehlungen zu geben. Hab selbst einen Hund der natürlich "nix tut" und "nur spielen will".
Ist aber ein ziemlich Großer und da er gerne mal Menschen anspringt (ist noch jung und wir üben natürlich) würde ich ihn im Moment niemals unangeleint laufen lassen. Er würde mit Sicherheit nicht beißen, aber wenn man volle Pulle von einem 36kg-Hund angesprungen wird, ist das ungesund ;-)

Gestern ist mir übrigens genau das gleiche passiert. Hatte plötzlich einen fremden Hund neben mir der fröhlich mitgejoggt hat. War aber sehr klein, also eher ein "Hundekonzentrat" (irgendwas weißes, flauschiges was ununterbrochen kläffte) hab ihn auf den Arm genommen und in den nächsten Ort zurückgebracht. Im Ort kam mir der aufgeregte Hundebesitzer im Auto entgegen und war sehr dankbar das er seinen Liebling zurückbekam.

Prust

"Hundekonzentrat" - den merke ich mir ;-)

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

@ forestfriend:

Wenn es einer wissen muss, dann Herr Rütter -- und wenn er von Herrn Achilles interviewt wird, dann scheint mir das ganz plausibel:

Interview

7 Tipps

Ich hab sie aber noch nicht ausprobiert... ;-)

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

Tipp 5

Vor allem Tipp 5 finde ich toll - wenn ich als Hundebesitzerin einfach mal nur Gassi gehe.
Hab ein etwas "überfreundliches" jugendliches Modell, der ein etwas schnelleres Gehtempo durchaus zu schätzen weiß (deshalb laufen wir auch gemeinsam) - und er würde furchtbar gern auch mal ein Stück Begleitung für andere Jogger spielen. Wenn sie mir entgegenkommen ist das kein Problem; Gefahr rechtzeitig erkannt, Gefahr gebannt.
Wenn aber Jogger von hinten kommen und ich vielleicht grad noch mit dem Trecker von rechts und dem Hunderudel von vorne beschäftigt bin.... dann ist es zwischen den Jahren auch mal schief gegangen.
Schief insofern, als mein kleiner 30 kg-Drecksack ausgerechnet eine junge Dame ausgesucht hat, die offenbar große Angst vor Hunden hatte.
Hat mir furchtbar leid getan, hab mich auch x-mal entschuldigt - aber meine Chancen wären einfach besser gewesen, wenn ich ne Info gehabt hätte, dass von hinten auch noch was ankommt.

Also ich freu mich immer über ein kurzes "Joggeralarm!" oder "klingelingeling" oder so....

Die mit dem Hund läuft

5 Sterne - Oberhammer

Wo ist der Button geblieben für die 5 Sterne?
Toller Bericht :o)

Toller Bericht, in den

Toller Bericht, in den meisten Fällen tuen Hunde wirklich nix, solange man die mehr oder weniger ignoriert. Die Geschwindigkeit drosseln ist trotzdem gut um halt die Lage besser zu checken insbesondere bei Hunde die auf einen direkt zulaufen, gerne springen die mal, und so ein 20kg und mehr Hund können einen im Lauf sehr gut ausm Gleichgewicht bringen.

Am schlimmsten sind die Halter von den Tretthupen, weil die Tiere rennen einen wirklich um die Beine wie doof. Halter von "größeren" Hunden haben meist ihr Tier besser im Griff / an der Leine.

Haben auch selber einen Hund und ich bin auch ehr jemand der den Hund sehr zeitig hält daher gehe ich recht selten mit ihm joggen. Liegt wahrscheinlich daran, das er das nicht von klein an kennt das er wirklich am Fuß bleiben muss beim Laufen. Beneide wirklich Leute die das können mit Ihren Hund.

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