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Man braucht warme Klamotten, Regenjacke, Handschuhe, Stöcke (nicht unbedingt), Trailschuhe (am besten wasserdicht), ne coole Mütze und 10 EUR!

Dafür bekommt man feinstes Fango infernale, beste Gesellschaft, Chips und Rotwein und ein paar Millionen Volt, wenn man(n) mal müde wird! ;o))

Olne-Spa-Olne stand an diesem Wochenende für das Pferdchen, Frau mainrenner und Dietzrun auf dem Wellnessprogramm.

Frau mainrenners Wetterfrosch, ein sehr zuverlässiges Exemplar mit direktem Draht nach oben hatte 2-5 Grad, keinen Regen und keinen Wind prophezeit.
So habe ich mich für volle Fangoschutzausrüstung fürs Fahrgestell entschieden.
Mit den neuen La Sportiva Crossover GTX, die wasserdicht und Gamaschenvollintegriert sind, hatte ich meine Hufe perfekt ausgerüstet.
Die Note hierfür: 1+*!
Wasserdichte Socken waren da nicht notwendig.

Leichte Regenhose war im Rucksack und anstatt Regenjacke entschied ich mich mutig für meine dünne Softshelljacke und coole Mütze, was perfekte Wahl war.
Von unten wurde es extrem feucht, von oben fast gar nicht.

Olne-Spa-Olne ist ein 69km langer Traillauf in großer Runde eben von Olne nach Spa und wieder zurück nach Olne mit ca. 2200 Höhenmetern.
Der Lauf hat ca. 500 Teilnehmer und meine Nachmeldung war nach kurzer Mailrückmeldung kein Problem, obwohl ich fast perfekt KEIN Französisch sprechen kann...oder was auch immer das dort war!?!

Der Lauf hatte 4 VPs bei Km 16, 32, 48 und 64 und für ein Finish gibt es 2 UTMB-Punkte, die für mich aber irrelevant waren.

Die ersten 16 km fielen mir ein bisschen schwer.
Der Rucksack mit 1,5 Ltr. alkfreiem Erdinger und die Schuhe mit jeweils 1 kg Schlick machten mir auch Mühe.
Irgendwie alles schlappi, aber was solls, gleich gibt’s Happi am VP1.

Da gabs nur Wasser und so einen süßen Kuchen.

Gut, dass ich zur Not völlig autark war und zwei Riegel, ein paar Gels, Salz und zum Testen diese komischen Coffeinshot-Gummibärchen im Rucksack hatte.

Wenn das so weiter geht, naja, was will man für 10 EUR schon groß erwarten?!

Beim Start und unterwegs traf ich noch meinen Bekannten Peter aus meinem Nachbarort, der mir sagte, dass es doch immer regnet dort und auf Mal lief der liebe Klada hocherfreut neben mir und wir quasselten leider viel zu kurz, weil ich irgendwie noch mit mir selbst beschäftigt war, um in den Lauf rein zu kommen. Sorry und schade, dass wir uns nachher nicht mehr getroffen haben.
An irgendeinem VP musst Du mich wohl heimlich überholt haben, als ich am schlemmen war! ;o)

Kurz nach VP1 lief Rene zu mir auf, eine Bekanntschaft vom ZUT und ich war über deutschsprachige nette Gesellschaft gemeinsam im Schlamm ganz erfreut.

Unser Tempo passte irgendwie und unser gegenseitiges häufiges Genussschweigen auch. Mal lief der eine vor, mal der andere, aber immer wieder kamen wir zusammen.

Der 2. VP war dann aber erheblich besser ausgestattet mit ISO/Tee, Riegeln, Obst und das beste waren Chips, eine große Schale salzige Chips, wo jeder zugriff.

Mittlerweile rollte es bei uns ganz gut, wir waren im Dauerlaufmodus, quasselten nur ganz dezent mal und genossen schweigend die Gegend und Trails.
Hoch sind wir meistens gegangen, runter und wellig locker gerollt oder gerutscht oder geschwommen.

Zigfach wurden riesige Pfützen umrundet, Schlammlöcher durchwartet und ich verstand, was damit gemeint war, dass die Belgier zwischen Bach und Weg keinen Unterschied machen!

Einmal war auf dem Feldweg ein riesiger Schlammsee.
Links war unpassierbare Hecke, rechts eine 10cm breite Schlickkante mit deutlichen Abrutschspuren in den See hinein und direkt daneben Stacheldraht zur Kuhwiese. Die Kühe dort sprachen auch eine komische Sprache!

Mit meinen Stöcken im See versuchte ich auf der Schlickkante zu balancieren und rutschte natürlich nach 3 Metern voll mit dem linken Fuß trotz Stützen in den See...und die Schuhe hielten dicht! :o)

Rene, mon dieu, sah, wie aussichtslos dieses Unterfangen ohne Stöcke war und rollte sich gleich unter dem Zaun durch in die Wiese. Dabei griff er mit behandschuhten Händen an den Draht und wurde erst mal ordentlich getasert.
Das Ding stand voll unter Saft und die Kollegin hinter uns sagte, ihre Stöcke hätten gebrezelt und gefunkt, als sie dran kam.

Rene war wieder hellwach und sagte, als Elektriker sei er ja standardmäßig mit 230V geimpft, aber das war auf jeden Fall mehr, als normal.

Sein Fazit: „Ist der Akku leer und down, pack an den Elektrozaun!“ :o)))

Am VP3 erwartete uns purer Luxus!
In einer kleinen Garage gab es leckeren Rotwein zur Verköstigung, dazu wieder viele Leckereien und wieder eine große Schale Chips.
Rene und ich ließen es uns nicht nehmen, in Ruhe mit der VP-Besatzung anzustoßen. Ein „Prost“ versteht ja jeder! ;o)

Vor dem Start konnte man für die jeweiligen VPs Dropbags in Wäschekörbe abgeben. Vorsorglich hatte ich mir zwei alte Radflaschen mit alkfreiem Bier Zuhause fertig gemacht, von denen ich eine für VP3 (km 48) abgegeben hatte.
Eine weitere Flasche hatten wir tags zuvor bei Km 55 versteckt deponiert.
So konnte ich an diesen beiden Punkten meine Trinkblase wieder auffüllen.

Ab Km 60 fing es an, dunkel zu werden und die steinigen Waldwege wurden schon in der Dämmerung kritisch.
Als Rene am VP4 seine Stirnlampe raus holte, stellte er fest, dass die wohl im Rucksack angegangen war und die Batterien leer waren.

Kein Licht!

Er wäre für immer in den belgischen Wäldern verloren gegangen, aber nicht mit mir! ;o)

Zusammen liefen wir die restlichen Kilometer durch die Dunkelheit, Rene immer im Lichtschatten meiner H14.
So kamen wir dann gemeinsam heile und sogar obenrum trocken ins Ziel, wo wir kurz die Speicher mit heißem Tee auffüllten und flott den Weg zu den heißen Duschen aufsuchten.

Im Tausch gegen die Startnummer gab es einen Buff und einen Gutschein für ein leckeres Kartoffelgemüse mit Bratwurst und Senf in der warmen Sporthalle.

Hier saß auch wieder die Wein-VP-Besatzung und lud uns gleich wieder zu einem Schlückchen Wein an ihren Tisch ein. Leider musste ich ablehnen, denn entgegen eigentlicher Planung war ich so fit, dass ich entschied, nicht noch mal zu übernachten, sondern direkt nach Hause zu fahren.

Frau mainrenner und Dietzrun kamen wenig später auf heile und in Fango gehüllt eingelaufen und nach dem Duschen quasselten und futterten wir etwas und scannten das ausliegende Angebot an belgischen Ultras.

Es war ein schlammiger anspruchsvoller Lauf in einer wunderschönen ruhigen anderen Welt mit toller Begleitung und super Preis-Leistungsverhältnis, den ich für Fangoliebhaber uneingeschränkt weiterempfehlen kann!!

Unsere Zielzeit war 09:39:14h, wobei sich Rene noch über eine neue PB freuen durfte. :o)) Wir hatten uns sub10 gewünscht und erfreulicherweise geschafft!:o))

Liebe Frau mainrenner, ich danke Dir vielmals für Deine Gastfreundschaft und noch viel mehr (Du weißt schon!) und Dietzi, Rene, Klada und Peter, für Eure teils viel zu kurze nette Gesellschaft!

Rene fragte mich zu Anfang unterwegs, warum wir sowas machen...ich sagte, diese Frage stelle ich mir eigentlich nie....wir wussten dann mal wieder, warum! ;o)

Lieben Gruß Carla-Santana

4.666665
Gesamtwertung: 4.7 (6 Wertungen)

Sante

tres chic, tres amusant, tres impressionant, cherie;-)

granreserva
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

Wie immer...

...hört sich so ein Lauf bei Dir sehr entspannt an.
Das ist auch gut so, damit die Leute denken:"Det kann ick och!"
Um dann im folgenden Jahr zu erkennen: "Mon dieu, was für ein Sch...lamm".
Bis zum Dunkelwerden fand ich es auch sehr gut, danach waren die Trails für mich wieder sehr prickelnd; hatte auch ne Scheixx -Lampe.

Fango invernale!

das trifft es auf den Kopf. Punkt! Passender kann man es nicht ausdrücken. Hach, Pferdchen, es war errlisch midd al dieseeee schööne Madsch. Ümmmeeer wieeeder görneee avec diesch.
PS hätte den flyer doch mitnehmen sollen, 93km 4500 Hm? war da so was? Meine Erinnerung ist vermatscht...ich drück Dich!
...to infinity and beyond...

Lockerleicht

gelaufen und geschrieben, und das mit den Ultra-Matschklumpen an den Füssen...
Gratulisierung, Du Rennpferd ;o)

LG,
Anja

Ist der Akku leer und down,

lies einen Ultrabericht von Carla und du wirst stau'n...
Danke für diesen beeindruckenden Bericht von einem für mich unvorstellbaren Lauf!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Vom Pferdchen zum "Dreckschweinchen"

Das has`te ja wieder toll hinbekommen - Trail sowieso - vor allem aber wieder der angenehm zu lesende Bericht. Und wenn man dich begleitet, steht man eh unter Strom (auch ohne solche Leitung).

LG
Many

Ihr habt doch einen an der Waffel

an der belgischen, wohlgemerkt ;-) Gab es die wenigstens auf der Strecke? Dann würde ich mir das ja auch mal überlegen, gibt es da eine Bambinidistanz???

Meine Güte, du reißt da einen Ultra nach dem anderen ab und immer klingt es nach Urlaub... Glückwunsch!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Hört sich

gut an...
Elektrozäune, Schlamm und Stacheldraht :-D
Den Lauf sollte ich mir für's nächste Jahr mal vormerken.

Glückwunsch!!!! super Leistung!

LG
Fraggle

noch so eine...

...die von nem ultra erzählt dat man denkt, se war aufm kaffekränzchen unterwegs. isch trau hier gezze gar keinem mehr!!! ;-)
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laufend mag zwar matsch, aber spa-t sich olne wohl doch besser: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Merci fürs Mitnehmen

Klingt nach richtig coolem belgischem Wellness-Abenteuer! Nix für mich, aber herzlichen Dank fürs Mitnehmen!!
Schön escrit und das mit viel Esprit :-) LG

Ein belgischer Lauf mit französischem Flair

und gesundheitsförderlicher Fangopackung zum Supersparpreis! Klasse gemacht, Du Schlammpferd.

Haaach, schluchzz, ...

... und bei mir is schon sooo lange Saisonschluß.
Klingt das geil, was du (ihr) da so schreibt!
Selbst diesen Dreck und Schlamm würd ich dafür ja in Kauf nehmen...
Haben wir eigentlich ne Chance uns in Göttingen im Februar zu sehen - so wir Glück beim Losen haben?
deutlich zu lange her, dass wir uns gesehen haben. Das ging mir so spontan beim Lesen durch den Kopf.
Ich will auch wieder Ultra!
;-)
PS: Alles Blödsinn! Klingt nach viel Spaß, klingt viel Ultra. Ich find es so schön, dass es so geil war!

Also das mit der

Millionen Volt, finde ich jezt nicht soooo strebenswert;-))) Aber ansonsten sei dir mein Neid gewiss! Einen ganz tollen Lauf hast du da absolviert, klasse!!! Aber sach ma, die Schlammpackung ist jawohl irre, deine Schuhe müssen doch sowas von schwer gewesen sein!?!? Hach ja.....ich will auch das, was das Pferdchen kann!!!

Lieben Gruß
Tame

5 Sterne von mir!

Und es war nicht Spa?

"Wenn Du eines Tages vor den großen Schiedsrichter trittst, so wird er Dich nicht fragen, ob Du gewonnen hast, sondern wie Du gespielt hast."

im pferdchen...

...steckt halt auch ein spa(r)samer schwabe! ;-)
____________________
laufend grinst sich eins: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Ich musste halt....

die ganze Zeit irgendwie unterbewusst an EDEKA denken! ;o)

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

EDEKA

Ein dummer Esel kauft alles??? Neeeee, du bist ein Pferdchen, ein ganz ganz schlaues;-)

Lieben Gruß
Tame

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