Benutzerbild von funrunner

Auch von mir eine kleine Jagdgeschichte.

Am letzten Samstagvormittag zog es mich bei einigen Grad plus und Sonne zu einer gemütlichen Runde in den nahegelegenden Wald. Kaum war ich aus dem Ort raus, hörte ich sehr weit in der Ferne einige merkwürdige Laute, wie von Kindertröten. Dann knallte es ein paarmal...aber nicht aus der Richtung der Anlage des örtlichen Schützenvereins. Aha, "irgendwo da hinten" findet wohl eine Jagd statt? Dabei habe ich mir erst mal nicht viel gedacht.

Im Wald angekommen, waren dann links einige Nebenwege mit dreieckigen Warntafeln abgesperrt, "Vorsicht Jagd". Aber der Wald ist ja groß genug. Dann meide ich den Bereich halt großzügig und laufe einfach andersrum? So bin ich erst mal geradeaus weitergetrabt. Einige Zeit später ballerte es auf einmal RECHTS vor mir im Wald. Mehrere Schüsse. Da ich in meinen dunklen Laufklamotten von Schwarzwild farblich schwer zu unterscheiden bin, find ich nun an, mir langsam Sorgen zu machen. ;) Dem Schußfeld wollte ich mich keinesfalls weiter nähern.

Alldiweil, links oben im Wald knallte es nun auch! Da war ich dann doch dankbar, als ich einen Jagdhelfer mit Warnweste auf seinem Ansitz gesehen habe. Der Mann kann mir hoffentlich Rat und Hilfe geben, wie ich unbeschadet aus der Nummer wieder rauskomme. "Ei ja da oben da sitzen überall die Jäger...und in dem Waldgebiet da unten wird auch gejagt...noch am ehesten wenn sie da lang laufen..." Danke. :-) Ich hab ihn dann noch gefragt, warum man nicht deutlicher drauf aufmerksam macht, worauf er treuherzig meinte "ei man könnte ja auch nicht alles absperren". Nochmal danke. :-)) Das einzig ermutigende an dem Gespräch war, daß die Jagd zeitlich begrenzt ist.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl bin ich dann weiter. So langsam wurde mir klar, daß an diesem Morgen wohl das gesamte Waldareal im hessisch-bayrischen Grenzgebiet bejagt wird, von zwei unterschiedlichen Zuständigkeiten. Und ich mitten drin. Oo

Letzten Endes hat mich dann doch kein Jäger aufs Korn genommen und ich habe auch keine panisch flüchtenden Wildtiere gesehen - nur einige Rehe und Wildschweine, die leider weniger Glück hatten als ich und schon tot am Wegesrand lagen - aber insgesamt eine Erfahrung, die ich so nicht nochmal machen möchte.

Mein Appell an die Jägerschaft: Ich weiß nicht, ob und inwieweit ich da im Wald wirklich gefährdet war. Aber wenn so großräumig gejagt wird, wäre ein prominenterer Hinweis an den Hauptwegen, die in den Wald führen, wünschenswert. Dann hätte ich den Wald an dem Tag gar nicht erst betreten!

Funrunner

4
Gesamtwertung: 4 (5 Wertungen)

neonfarbene Klamotten

...sind bei Wild eher selten, daher für die Sicherheit der Jogger durchauch hilfreich.
Und denk immer dran: jedes Wildschwein, was die erlegen, kann Dich nichtmehr erschrecken ;-)
Allzeit sichers Laufen wünsch ich!

Statistisch gesehen

Statistisch gesehen warst du im Wald während einer Jagd deutlich weniger gefährdet als ich heute beim Lauf durch Berlin-Wilmersdorf. Aber wie schon gesagt, entsprechende Warnkleidung hilft immer.

@kurialves

Was war los in Wilmersdorf?

Ja das kann...

..im Herbst schon mal passieren.
Ich bin mal in der Schweiz mit meiner Familie beim Wandern in eine militärische Übung der dortigen Armee gelandet.
Über Telefon wurden verschiedene Stellen informiert, damit wir unbeschadet durch das Gebiet gelangen konnten.

Wilmersdorf

nichts. Wollte nur darauf hinweisen, dass Läufer und Fußgänger selten erschossen werden und viel zu häufig überfahren.

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links