Benutzerbild von Wüstenwolf

Herbstzeit ist Wildzeit. Das erkennt man nicht nur, wenn man auf die Speisekarte der regionalen Gasthäuser blickt, sondern auch, wenn einige Teile des heimischen Waldes abgesperrt sind, damit das Wild, das sich dann auf der oben genannten Speisekarte wiederfindet, waidgerecht erlegt werden kann.

Und eben jenes passierte dieses Wochenende mal wieder. Auf meiner sonntäglichen Laufrunde sah ich schon von weitem, dass ein grünweißes Band quer über den Weg gespannt war. Daran hing ein dreieckiges Schild mit der Aufschrift „Vorsicht Treibjagd. Weg gesperrt. Lebensgefahr“. Ganz klar, dass sich auch der mutigste Läufer bei so einer charmanten Aufforderung denkt. „Hier wollte ich heute sowieso nicht herlaufen. Die Waldstrecke ist auch viel zu dreckig. Ich kehr lieber wieder um, und laufe die Strecke durch den Park.“

So habe ich es natürlich gemacht, und da kam mir wieder die Geschichte, die ich vor ein paar Jahren - damals noch in Frankfurt - erlebt habe. Damals war es auch Herbst, damals war auch Treibjagd (auch hessische Gasthäuser mögen Wild auf der Karte), aber damals hing kein Band mit dreieckigem Warnschild über dem Weg…

Ich lief seinerzeit früh morgens an der Nidda entlang und sah von weitem eine rote Warnweste. „Komisch“, dachte ich „Bauarbeiten hier am Fluss und das am Sonntag?“ Als ich näher herankam stellte ich fest, dass die Warnweste zu einem Menschen mit grünen Klamotten gehörte, der sich leicht verborgen bei einigen Bäumen aufhielt, und der ein Gewehr dabei hatte. Dass er mich genauso irritiert ansah, wie ich ihn, ist wohl selbstredend. Hund dabei und den obligatorischen Hut mit Feder. Alles klar: Jäger auf der Pirsch. Aber hier und um die Zeit? Naja, was soll’s. Fröhlich lief ich weiter auf meiner Strecke, bog um die nächste Ecke und was sah ich? Genau: rote Warnweste, grüne Klamotten, Hund, Hut und Gewehr. Isses wahr? Von da an folgte das gleiche Spiel die nächsten zwei Kilometer. Alle 150 Meter stand ein grünbejackter Mensch mit roter Warnweste.

Ich habe noch nie so viele Jäger gesehen, die aufgereiht wie an einer Perlenkette hintereinander standen und auf ein leeres Feld glotzten. Zu sagen, dass das zum „Schießen“ aussah, verkneife ich mir an dieser Stelle. Die Guten schauten übrigens völlig verblüfft, weil sie vermutlich noch nie einen Läufer vor der Flinte hatten. Da ich mir nicht sicher war, ob die Jungs wussten, dass Läufer auch im Herbst Schonzeit haben, hab ich mein Tempo etwas verschärft, und geschaut, dass ich möglichst zügig aus der Schusszone komme.

Keine Ahnung, ob und was sie erlegt haben. Die Speisekarte unseres Stammitalieners hatte jedenfalls auch die kommenden Tage nur Frutti di mare als Tagesangebot.

4.69231
Gesamtwertung: 4.7 (13 Wertungen)

Schonzeit

denke schon, die meisten Jäger wissen, dass Läufer ganzjährig geschützt sind.
Wenn ich mir aber manche Herren dieser Gilde genauer betrachte, glaube ich nicht, dass sie aus entsprechender(Schussweite) Entfernung einen Läufer von jeglichem Wild unterscheiden können. Außerdem gibt's auch noch Djangotypen unter diesen Herren, die erst schießen und dann genau hinsehen. Nee, im Ernst, Kenne einige persönlich. Ist kein einziger Django dabei. Allerdings wurden heuer in unserer Gegend schon drei Treiber angeschossen. Also besser nicht die Nähe dieser Herren im Wald suchen

Fjerler

werde mitglied

werde doch mitglied im oertlichen jagdverein. da kannste dann schiessen lernen und freunde treffen
:-D
cour-i-euse

Deshalb haben sich graue

Deshalb haben sich graue oder braune Laufklamotten auch nicht durchgesetzt. Der Verwechslungsgefahr wegen.

Gruß

Sirius
...der besser nicht getarnt rennt.

"So fand der Außenminister den Tod"

Alles richtig gemacht. An einer Diplomatenjagd wolltest du dich sicher nicht beteiligen.

Ab heute

wird zurückgebissen ^^
http://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/bad-brueckenau/Jogger-in-Bad-Brueckenau-von-Wildschwein-gebissen;art14323,575093

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links