... für meine ersten Einzel-Wettkämpfe im ersten Jahr meiner Läuferkarriere war, nach dem Laufdebüt in der Staffel Anfang Mai, schnell geschmiedet. Das Training lief zu diesem Zeitpunkt ohne Probleme, der Staffellauf hatte mir richtig Feuer gemacht und so waren alle Eisen schön heiß für eine engagierte Planung. Erst Trainingsumfänge bis an die 40 Wochenkilometergrenze heran ausbauen, dann einen Probelauf im Urlaub, um das Wettkampfgefühl kennen zu lernen, erste Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, was schon geht. Dann noch ein paar Kilometer drauf packen und erste schnellere Einheiten im Frühherbst mit Fahrtspielen, Tempoläufen und vielleicht auch schon Intervallen. Der Saisonhöhepunkt sollte dann die 10km Strecke beim Glauchauer Herbstlauf werden, den ich engagiert laufen und eine erste Bestzeit unter 50 min aufstellen wollte. Ich war, sagen wir es mal vorsichtig, richtig motiviert, voll dabei, heiß ... aber manchmal läuft es eben anders.

Bis August war alles gut. Die Trainingsläufe waren meistens etwas länger als geplant und auch ein paar Schnellere (unter 6:00 min/km) waren schon dabei! Ich riß sogar die 40 Wochen-KM-Marke, was eigentlich erst im Spätherbst auf dem Plan stand. Dann war Urlaub mit dem Eichenlauf mittendrin und den Strandläufen, die auch schon mal barfuß gelaufen wurden. Und was soll ich sagen, es kam, wie es kommen musste. Schienbein: erst Druck, dann Zwicken, dann Schmerz. Google meinte ich habe dem Schienbein die Kante gegeben.
Eigentlich wollte ich doch vernünftig sein!? Meine Läuferkarriere langsam aufbauen!? Eigentlich wollte ich die dummen Anfängerfehler nicht machen!? Und nun das, Überlastung.

Sofort verzichtete ich auf eine Trainingswoche und beschloss danach die Umfänge zu belassen, 19km im langen Lauf sollten für einen 10er ja auch reichen, und nur noch am Tempo zu arbeiten. Die ersten langsamen Läufe nach der „Freizeit“ waren auch vielversprechend schmerzarm. Aber am nächsten Tag eines zugegeben ungeplanten Fahrtspiels waren die Schmerzen wieder da. 2 Tage später folgte ein weitere kurzer Versuch den Schmerz wegzulaufen, der jedoch zum Abbruch nach 4km (von geplanten 6) führte. Wieder war Zwangspause angesagt und mein Saisonhöhepunkt, der Glauchauer Herbstlauf, rückte in weite Ferne. Ich war drauf und dran die Veranstaltung abzusagen.

2 Wochen Zwangspause später startete ich jedoch einen weiteren, letzten Versuch eine Vorbereitung durchzuziehen. Da nur noch 3 Wochen von der Vorbereitungszeit übrig waren, wurde mir bereits zu dem Zeitpunkt klar, dass keine neue Bestzeit mehr drin sein wird. Aber hey, die 50 min-Marke hatte ich ja schon beim Eichenlauf, den ich engagiert aber nicht an der absoluten Grenze gelaufen war, deutlich unterboten. Mein Jahres-Zeit-Ziel war also bereits erreicht. Warum nicht den hier so oft beschworenen „Genuss-Wettkampf“ oder auch „betreuten Trainingslauf“ meiner noch geringen Lauferfahrung hinzufügen!? Ich hatte ja erst einen Staffellauf an der absoluten Leistungsgrenze und den besagten Eichenlauf als Wettkämpfe absolviert. Genuss-Lauf – in der alten Heimat – an 2 Seen entlang – im goldenen Oktober, klingt doch eigentlich gar nicht so schlecht.

Aber auch dieser will vorbereitet sein. Diesmal wählte ich jedoch einen anderen Ansatz. Ich lief öfter (fast täglich) aber nur wenige KM (2-6) und langsam (7er Schnitt). Der Hund musste ohnehin täglich seine Runden drehen und so schloss ich mich an, jedoch bei weitem nicht in seinem Tempo. Laila hetzte immer 200m voraus, kam zurück, verschwand wieder um die nächste Biegung, um plötzlich hinter mir wieder aufzutauchen. Sie hatte Spass an unseren abendlichen Runden. Ich glaub sie lief dreimal soweit und soviel. Nur ich kam mir irgendwie alt vor, ausgelaugt, nicht fit. Aber ... ich lief.
Und es ging ganz gut. Keine Schmerzen, nur ein Zwicken und Druck im Schienbein jeweils zu Beginn der Läufe, die jedoch nach wenigen Metern deutlich abnahmen. Die Hoffnung keimte auf doch noch an den Start gehen zu können, was ich mir jedoch bis zur letzten Stunde offen ließ. So schlich ich ganze 2 Wochen durch meine direkte Nachbarschaft. Immer die selbe Runde (600m), um bei einem Abbruch nicht so weit zurück zu müssen und irgendwie scheint mir, haben sich schon Spurrinnen auf den Flurbereinigungswegen meiner Schafhofrunde gebildet. Eine Woche vor dem Lauf gingen die kurzen Runden dann wirklich ohne das Schmerzen und Zwicken durch. Auch der etwas längere Annäherungslaufversuch (8km), am Montag vor dem Wettkampf, veränderte nichts am guten Befinden. Nur das Druckgefühl zu Beginn der Läufe blieb mir erhalten.
Am folgenden Wochenende machte ich mich dann tatsächlich auf den Weg nach Glauchau. Nach einigen Recherchen im Jogmap-Forum, hatte ich noch den geplanten Testlauf 3 Tage vor dem Wettkampf gekürzt und strich auch das Einrollen am Vor-Vormittag, ließ also 2 komplett lauffreie Tage zum Kräftesammeln verstreichen!

Aber noch stand ich nicht an der Startlinie, noch konnte viel passieren, noch immer war ich mir nicht endgültig sicher!

... der Wettkampfbericht folgt ...

Grüße von aNGUS SchuAn.

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Also mich haste jetzt schon

Also mich haste jetzt schon mal neugierig gemacht. Glauchauer Herbstlauf ist toll :-) VG Ute

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