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Jaja... nach der Saison ist vor der Saison. Bei mir ist es jedes Jahr das Gleiche. Kaum ist der Herbstmarathon rum, sage ich: "Puh, Gott sei Dank, keine langen Läufe mehr am Wochenende." Mal wieder ausschlafen dürfen und ohne auf das Läufergewissen ("Denk dran, gleich stehen noch 17 Kilometer auf dem Plan") hören zu müssen, mal am Samstagmittag in der Pizzeria schon ein Bier trinken. Finde ich toll, und da freue ich mich jedes Jahr drauf. Beine baumeln lassen, ab und zu zur Regeneration ein lockeres Läufchen und gut ist.

Und dann nach ein paar Wochen kann man so allmählich überlegen, wo denn im folgenden Jahr der Frühjahrsmarathon hingehen könnte und vielleicht so gar schon ein klitzekleines bisschen auf den Herbst spingsen. So wäre es bestimmt auch dieses Jahr gewesen. Aber genau am Tag des Trainingsbeginns für den Herbstmarathon (ich hatte mich in Ulm angemeldet) kamen beruflich ein paar Termine rein, die eine gezielte Vorbereitung so gut wie unmöglich gemacht hatten. Also entschied ich mich ziemlich zügig, aus dem Marathon einen halben zu machen und mich darauf zu konzentrieren. Und weil es so schön war, wollte ich gleich vierzehn Tage vorher noch den Halben auf der Reichenau mitnehmen (Sch...Idee, über das Desaster habe ich schon geschrieben). Ulm lief zwar deutlich besser (schlechter als am Bodensee wäre wirklich nicht gegangen) hat mir aber gezeigt, dass ich mit der Trainingsvorbereitung a la Steffny für die 21,1 Kilometer überhaupt nicht klar komme.

Deshalb fällt diesmal diese Gott-bin-ich-froh-dass-ich-nicht-trainieren-muss-Phase viel kürzer aus, denn ich will wieder 42 Kilometer laufen...

Seit Wochen überlege ich mir schon, wo es im Frühjahr hingehen könnte. Was liegt nahe:
Hamburg (war ich schon zweimal, aber beim letzten Mal hat mich der Veranstalter so dermaßen verarscht, dass ich da nicht mehr hingehe),
Düsseldorf (toller Lauf, war ich aber in diesem Jahr, zweimal hintereinander ist langweilig),
hm... Wien wäre mal wieder toll (waren wir 2009; toller Lauf, super Wetter, klasse Stadt, gern wieder). Also Wien, und dann kam der Blick auf die Flugpreise: Uff, über 500 Euro, pro Person????? Alternative 8 Stunden Auto fahren oder 10 Stunden Bahn fahren mit 4 mal umsteigen(ooch Wien ist doch nicht so toll).

Also wieder die üblichen Veranstaltungslisten durchschauen, ein Stadtmarathon muss es schon sein und toll soll die Stadt auch sein (Junge, Junge, bin ich anspruchsvoll). Mannheim wäre okay, aber Dämmerlauf liegt mir nicht (wie war das mit dem anspruchsvoll?), Mainz ginge auch, haut mich aber nicht so um...
Okay, also Ausland, aber die Sprache muss man schon verstehen und zu heiß darf es auch nicht sein (Oh Mann, so wird das nie was), London hätte Charme, ist aber schon ausgebucht.
Und plötzlich lese ich EDINBURGH, die Hauptstadt Schottlands, genial. Das ist es: die Stadt kenne ich (da waren wir im Frühjahr während unserer Schottland-Rundreise), Sprache verstehe ich auch (naja, mehr oder weniger, nach zwei Pint ist auch schottisch verständlich) und das Beste: Es ist der schnellste Lauf in UK. JUCHHU! Hoffentlich muss man nicht im Kilt laufen. Egal, wenn's hilft.

Also: 25. Mai, Start um 9:50 Uhr.
Ich freu mich!

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Moin Wüstenwolf, ich bin

Moin Wüstenwolf,

ich bin Edinburgh dieses Jahr gelaufen und sehe es von zwei Seiten. Plan um den Lauf großzügig herum. Die Stadt ist wirklich toll, es gibt eine ganze Menge zu sehen. Die Menschen sind toll und mir haben auch zwei Pint nicht geholfen um die Sprache zu verstehen...das hat es noch lustiger gemacht.

Der Marathon selber ist extrem gewöhnungsbedürftig. Die ersten paar km sind in der eigentlichen Stadt, da kommt auch kurz sowas wie Sightseeing-Gefühl auf. Schnell ist es auch, dann irgendwie haben es die Veranstalter geschafft - Edinburgh besteht nur aus Hügeln - besagte km fast nur bergab zu führen. Dann kommst Du an der Küste an und jetzt ist der Kopf gefragt. Ich glaube bei km9 läufst Du am Ziel vorbei, Du musst jetzt aber eine 16,5km-Wendepunktstrecke laufen. Also 16,5km vom Ziel weg und das gleiche zurück. Auf der Karte sieht es attraktiv aus...alles entlang der Küste. De facto läuft man aber auch an Kraftwerken vorbei und außer den Teilnehmern um einen rum sieht man keinen einzigen Menschen. Wenn Du das im Kopf alles ausblenden kannst: Ja, dann ist die Strecke wirklich schnell. Mir wurde es zu monoton und nach meiner 3:08 in Hamburg hat es dann nur noch zu einer mühsamen 3:32 gereicht.

Ach ja, und viel Zeit für die Rückfahrt vom Ziel einplanen. Das Ziel ist in-the-middle-of-nowhere und die Shuttlebusse brauchen locker eine Stunde zurück in die City.

Also wie gesagt...wenn man seine Erwartungshaltung entsprechend aufbaut, kann es ein wirklich tolles Rennen sein. Ich hatte nur etwas anderes erwartet.

Und im Kilt laufen musste ich nicht ;-). Und allerherrlichstes Laufwetter hatte ich - nix schottischer Regen oder so.

Hier mein

Hier mein Edinburgh-Blog:

http://www.jogmap.de/civic4/?q=node/347789

@dfrobeen

danke für die Hinweise. Hatte beim Blick auf die Karte auch das Gefühl, dass es nicht nur durch die Stadt geht und auch ein paar Stellen dabei sind, wo nix los ist. Gut zu wissen, dass es wirklich so ist.

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