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Eins vorab - dies ist kein Wettkampfbericht. Ich bin weder in Frankfurt, noch in New York gelaufen. Ich ziehe meinen Hut vor all denjenigen, die diese beiden Rennen in jeweils schwierigsten Bedingungen gelaufen sind und finde es toll die Stories der Läufer in den verschiedenen Foren und Blogs zu lesen. Ich für meinen Teil aber war bei beiden Events passiv dabei - ich habe zu beiden Läufen die jeweilige Live-Übertragung im Fernseher gesehen. Noch vor ein paar Monaten, obwohl ich ja auch da schon selbst aktiver Läufer war, hätte gedacht, dass nur Nerds sich eine Marathon-Liveübertragung in voller Länge anschauen. Aber ich war/bin immer noch begeistert es jetzt mal getan zu haben und es sind einige interessante Aspekte hängen geblieben, die ich nochmal reflektieren und/oder diskutieren möchte.

Negativer Split ist "in"

Für die meisten Marathon-Neulinge undenkbar. Und auch obwohl ich mich schon habe überzeugen lassen, dass es die bessere Renntaktik ist - in der Praxis habe ich es erst einmal geschafft (und das war auf einem Marathon (Portland 2011), den ich locker als Sightseeing angegangen war und erst später merkte, dass ich die Power habe auf Zeit zu laufen).

In Frankfurt noch moderat, wahrscheinlich weil auf der zweiten Hälfte die fast orkanartigen Winde aufkamen. Aber ganz krass in New York zeigte sich, dass um den Lauf erfolgreich abzuschließen, man den zweiten Halbmarathon z.T. erheblich schneller laufen musste. Anna Hahner läuft eine sensationelle 2:27:55, u.a. da sie ab der Hälfte merkt, dass "heute was geht". Trotz der heftigen Winde läuft sie nach 1:14:32 auf den ersten 21,1km, die zweiten in 1:13:23.

Heftig fand ich die Renntaktik von Prisca Jeptoo. Schon kurz nach dem Start setzt sich in einer Zweiergruppe u.a. die Ethiopierin Buzunesh Deba ab, die immerhin mit einer 2:26-Bestzeit gemeldet ist und am Ende auch in 2:25:56 über die Ziellinie läuft. Mit-Favoritin Jeptoo lässt diese Läuferin gemütlich gewähren und hat zum Halbmarathon einen Rückstand von rund 3,5 Minuten. Jeptoo läuft die erste Hälfte im Elite-Hauptfeld in 1:16:00 und beschleunigt dann. Die zweite Hälfte läuft sie in 1:09:08 (!) und gewinn den New York-Marathon mit 49 Sekunden Vorsprung auf Deba.

Ähnlich macht es Männer-Sieger Geoffrey Mutai, der die erste Hälfte in 1:05:06 läuft und durch die 1:03:18 auf der zweiten Hälfte den Sieg sicherstellt.

Was heißt das für uns "Normal-Läufer". Ein Unterschied ist sicher der, dass sich die Renntaktik signifikant unterscheidet, ob ich ein Rennen gewinnen will oder - wie die meisten von uns - eine bestimmte Zielzeit erreichen will. Aber auch für uns wird ja gerne empfolen am Besten gleichmäßig zu laufen, bzw. wenn, dann die zweite Hälfte etwas schneller zu laufen. Ich finde es schade, dass man es so selten ausprobieren kann, was für einen die beste Renntaktik ist. Einen Marathon läuft man halt nicht jedes Wochenende und wenn man läuft, dann hat man meist ein konkretes Ziel vor Augen und sich auf keine Experimente einlassen will.

Ich versuche es meist noch mit der Taktik ein möglichst gleichmäßiges Tempo 42,2km durchzulaufen. Einmal (Berlin 2012) bin ich mit der Methode kläglich gescheitert vorne raus ein paar Minuten Puffer zu erlaufen um die später eintretende Ermüdung zu kompensieren. Ich bin am Tag zuvor vorgewarnt worden mit den Worten "denk dran, jede Sekunde die Du vorne rausläufst, bekommst Du hinten raus in Minuten wieder drauf". Meist war es so, dass ich die Pace meiner Zielzeit mehr oder weniger schnell getroffen habe und auf den letzten km diese nicht mehr ganz halten konnte und dann 2-3 Minuten hinter der gewünschten Zeit blieb. Dies sehe ich sehr häufig. Leute, die eine sub3:30 laufen wollen und dann in 3:31:xx über die Ziellinie gehen. Meistens kann man damit dann ja auch top zufrieden sein. Allerdings bin ich die letzten beiden Jahre der Boston-Quali hinterhergelaufen und da gibt es halt schwarz-weiß. Im meiner Altersklasse bedeutet 3:09:59 oder besser, dass ich mich anmelden darf und 3:10:00 oder drüber, dass ich es nicht darf. Dann ärgert es einen schon, wenn man nach o.g. Taktik eine 3:12 und eine 3:13 in einem Jahr läuft.

Dann habe ich es mal mit dem Grundsatz probiert: "ein Marathon ist ein 17km-Rennen mit 25km locker einlaufen". Das ging eigentlich ganz gut, allerdings war es der Spaßmarathon (Köln 2012) 2 Wochen nach dem eigentlichen Höhepunkt (Berlin) und meine Körnchen wohl doch schon verbraucht. Nachdem ich viele km mit den 3:15-Pacemakern mitgelaufen war, hatte ich ab km25 beschleunigt und war schon auf Zielzeit 3:11 unterwegs. Aber auf den letzten 2-3 km ließen die Kräfte nach und es wurde doch nur die 3:13.

Wie gesagt...schwierig zu überlegen, wie ich meinen nächsten Rennhöhepunkt, Rotterdam 2014 angehen will. Ich möchte eine 3:04 laufen um ganz sicher in Boston 2015 dabei zu sein (nachdem die Quali für 2014 trotz der 3:08:41 dann doch um 19 Sekunden nicht gereicht hat). Eigentlich schließe ich gerne die Pacemaker in meine Taktiküberlegungen mit ein, aber die 2:59-Jungs könnten je nach Vorbereitung doch was flott sein...mal sehen.

Zwillingsforschung sei dank

Meine Ex-Frau hat in der Oberstufe so eine Forschungsarbeit zum Thema Zwillingsforschung geschrieben. Das sind total dankbare Forschungsobjekte, erst recht, wenn sie eben aufgrund verschiedener Umstände dann doch (trotz identischem Genmaterial) in verschiedenen Gegebenheiten unterwegs sind. In Frankfurt sind erstmals die beiden Hahner-Zwillinge gemeinsam einen Marathon gelaufen. Lisa hat sich nach allen Regeln der Laufkunst vorbereitet und ist letztlich auch eine tolle 2:30:17 gelaufen, womit sie die Qualifikationsnorm für die EM 2014 in der Tasche hat. Anna Hahner hat sich aber im Sommer verletzt und musste ihre Vorbereitung unterbrechen. Laut der Fernsehkommentatoren hat sich viel Mountainbike-Training im Schwarzwald und Aquajogging gemacht um nicht komplett die Form zu verlieren. Eigentlich wollte/sollte sie keinen Herbstmarathon laufen, hat dann aber nach einer unerwartetetn Halbmarathon-Bestzeit doch für Frankfurt gemeldet. Letztlich läuft sie eine phantastische 2:27:55, weit besser als dass, worauf sie sich vorbereitet hätte, wenn sie nicht verletzt gewesen wäre.

Ich nehme für mich mit, dass es manchmal durchaus hilft auch mal lockerer zu trainieren, Fahrradfahren oder Schwimmen, statt vieler Laufkilometer. Ich denke umgekehrt auch, dass ich in der konkreten Wettkampfvorbereitung um schnell zu laufen, auch schnell LAUFEN muss. Aber das gilt dann halt eher für die 8-12 Wochen vor dem Wettkampf. Ich glaube, dass viele Freizeitläufer (mich eingeschlossen) oft zu hart und wenig auf Jahreshöhepunkte fokussiert laufen. Wir alle, die wir uns nach Greif, Steffny, Marquardt oder sonstwelchen Trainingsplänen vorbereiten, gehen schon zu ermüdet in die Pläne rein. So sind wir 3-4 Wochen vor dem Wettkampf erschöpft und retten uns nur noch durch die letzten Einheiten. Dabei sind es doch genau die, die wichtig sind um die Leistungsspitze aufzubauen. Wenn Ausdauer, Tempohärte und Schnelligkeit zusammengeführt werden, nachdem wir alles vorher getrennt trainiert haben. Ich werde in diesem Winter gaaanz viel langsames Grundlagentraining machen, um auf diesen Grundlagen dann meine Tempospitze auszuarbeiten. Ich glaube es bringt nix, wenn ich im Februar sagen kann, dass ich "schnell" bin, das ist genau 2 Monate zu früh.

Die Frage "Wieviele Marathons im Jahr?"

Ich bin Vielläufer, es macht mir Spaß Wettkämpfe zu laufen. 2011 bin ich im Jahr meines ersten, insgesamt 5 Marathons gelaufen. 2012 waren es 4 und in diesem Jahr werde ich wohl "nur" auf drei kommen. Ich bin eigentlich immer gut damit klar gekommen, bin in 2011 und 2012 sogar meine jeweiligen Bestzeiten im "Marathon danach" gelaufen. Ich plane gerne mit einem sportlichen Höhepunkt, auf den ich hintrainiere und dann einen Spaß- und/oder Sightseeingmarathon hinterher.

In New York war es aber eigentlich ganz offensichtlich, dass genau diejenigen Athleten hinter ihren Erwartungen blieben, die neben einem Frühjahrsmarathon auch im Sommer an der WM in Moskau teilgenommen haben. So konnte beispielsweise Sabrina Mockenhaupt, die in Moskau "nur" die 10.000m (bzw. davon 8.000m) gelaufen war in New York vor der Marathon-Weltmeisterin Edna Kiplagat ins Ziel laufen. Bei den Herren siegte Mutai, der bekannterweise die großen Stadtmarathons den offiziellen Meisterschaften vorzieht. Das sind nur zwei Beispiele, der Trend zieht sich durch. Das spricht eigentlich für die vielzitierte These, dass es nur Sinn macht 2 Marathon im Jahr (zumindest auf (Best-)Zeit) zu laufen.

Auch hier glaube ich, dass es einen Unterschied macht, ob ich im Elitefeld um den Sieg laufe oder als Freizeitläufer meine Bestzeiten verfolge. Der Eliteläufer muss noch extremer am Tag x sein Maximum aus sich rausholen, u.a. gemäß o.g. These glaube ich, dass wir Freizeitläufer dank der Trainingspläne oft zwar "gut" vorbereitet sind, allerdings damit das absolute Maximum unserer Leistungsfähigkeit noch nicht abrufen. Ich finde meinen Ansatz immer noch gut, Vorbereitung auf den Punkt zu einem sportlichen Höhepunkt, dann gleich im Anschluss weitere Rennen, wo es nicht unbedingt auf Bestzeit ankommt. Gestern habe ich auch für Hamburg 2014 gemeldet, obwohl ich 3 Wochen vorher Rotterdam laufe. Aber Hamburg ist einfach der geilste Marathon, den ich bisher gelaufen bin und möchte ihn allein aus positiver Erinnerung auch 2014 nochmal laufen.

Ich habe einen neuen Helden: Yuki Kawauchi

Jetzt kommt gleich im Anschluss die Gegenthese. Im stark besetzten Elitefeld in New York wird der Japaner Yuki Kawauchi starker 11. Wenn ich die Übertragung nicht gesehen hätte, wäre diese Information für mich völlig uninteressant. Aber dank des Reporters weiß ich, dass es in diesem Jahr Kawauchis 9ter Marathon (alle im Bereich 2:08:14 (PB) bis 2:12) war (zwei in 2013 sollen noch folgen). Hinzu kommt noch ein 50km-Ultralauf und diverse Halbmarathons. Und er läuft jedes seiner Rennen am Anschlag.

Ein wenig Recherche weiter, weiß ich jetzt auch, dass er sich als Freizeitläufer bezeichnet. Er war während der Schulzeit ein Jahr verletzt und dadurch zu langsam um in das japanische Fördersystem reinzukommen, wo erfolgreiche Läufer einen voll bezahlten Job erhalten, aber komplett von der Arbeit freigestellt werden um zu traineren. Kawauchi ist Büroangestellter an einer japanischen High School und arbeitet jeden Tag von 12:45 bis 21:45 Uhr. Sei Training besteht daraus, dass er täglich die 2 Stunden zur Arbeit joggt. Leider konnte ich keine Informationen finden, wie er die Läufe gestaltet, also ob da unterschiedliche Trainingsziele enthalten sind - wahrscheinlich schon. Interviewanfragen koordiniert er so, dass er sie in die Pausen seiner Arbeit legt. Nach einem Sieg bei einem japanischen Marathon sagte er vor laufender Kamera das Siegerinterview ab, da er noch schnell seinen Zug bekommen muss um am nächsten Tag pünktlich in der Arbeit erscheinen zu können.

Es ist wohl nicht ganz einfach eine objektive Schlussfolgerung aus diesem Einzelfall zu ziehen. Kann sein, dass er nach der "Zwei-Marathon-Theorie" in der Lage wäre in Bereiche 2:04/2:05 rein zu laufen. Kann sein, dass er einfach eine extrem gute Regeneration hat und damit sein Mammut-Programm gestämmt bekommt. Kann sein, dass... . Aber das ist mir eigentlich auch egal - ich finde es total cool und Kawauchi super sympathisch.

Und dann war da noch: Sabrina Mockenhaupt

Hier gibt es eigentlich wenig Laufphilosophisches rauszuziehen, außer vielleicht, dass man nach Misserfolgen nicht den Kopf in den Sand stecken soll und auch wieder bessere Zeiten kommen. Auch "Mocki" finde ich extrem sympatisch und bekomme über Facebook auch regelmäßig Meinungen, (Trainings-)Infos und andere Neuigkeiten. Sie ist da sehr offen und sehr ehrlich. Ich glaube da ist kein Werbestratege im Hintergrund, der in ihrem Namen die Posts sendet. Jedenfalls hat sie kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie selbst von sich sehr enttäuscht war, wie sie bei der Leichtathletik-WM im 10.000m-Finale das Rennen aufgegeben hat. Hinterher regnete es auch noch laute und öffentliche Kritik vom Verband. Kritik kennt sie ganz gut, denn auch nachdem sie ihre Meinung zum sehr kurzfristigen Ausfall des 2012er New York Marathon kundgetan hat, regnete es viel Kritik aus der Öffentlichkeit.

Sie lief in New York auf Rang 7 und war mit ihren 2:29:10 schneller, als z.B. die in allen Medien hochgepushte Lisa Hahner oder - wie schon erwähnt - im gleichen Rennen die aktuelle Weltmeisterin Edna Kiplagat (die übrigens ein Interesse hatte in New York schnell zu laufen - wenn sie vor Jeptoo ins Ziel gekommen wäre, hätte sie den 500.000 USD World-Major-Marathon-Jackpot erhalten).

Es freut mich ungemein für die sympathische Mocki und lese mit großem Spaß auch da wieder ihre Mitteilungsfreudigkeit. Toll finde ich ihre Dankes-Formulierung. Man kann pflichtbewusst sein obligatorisches Danke-Geschwätz runterbeten, oder man macht es so, dass man zwischen den Zeilen das freudige Grinsen bildlich erkennen kann. Totgelacht habe ich mich über das kurze Video, wie sie ab Abend des Marathon auf dem Weg zum Dinner eine Treppe runtergeht...bzw. versucht dies zu tun. Ich bin absolut kein Facebook-Junkie, aber die Mitteilungen von ihr lese ich immer sehr gerne und/oder interessiert, weil wie wirklich eine Meinung hat und was zu sagen hat.

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

gute Gedanken!!!

noch eine Ergänzung: ich denke bei Anna Hahner (habe das Rennen auch gesehen ;-) spielte eine große Rolle, dass die Erwartungshaltung nicht dieselbe wie bei ihrer Schwester war. Lange Verletzungspause, bzw. Alternativtraining, da läuft man einfach lockerer, weil man eigentlich nicht mit Bestleistung rechnet. Und wenn man dann merkt, dass es doch geht, kann man Gas geben, tolle Erfahrung. Hatte ich 2011, als nach jahrelangem "Kampf" die 4h Marke endlich fiel, obwohl ich vier Wochen lang kaum gelaufen war.

Als bekennende Vielläuferin (10 Marathons/Ultras in diesem Jahr bislang ;-) kann ich nur sagen, dass ich zwar ab und an nochmal Zeiten angehe (oder zumindest im Visier habe). Aber ich würde niemals meine Vielstarts zugunsten eines fokussierten Trainings aufgeben! Zum einen weil ich weder das Talent noch die Grundschnelligkeit habe um jemals in meinem Leben etwas gewinnen zu können. Was mir auch gleichgültig ist. Zum anderen aber vor allem, weil Laufen mein Hobby ist und nicht mein Beruf. Und wenn ich mich auf EIN Rennen gezielt vorbereite und dann kommt was dazwischen (Verletzung, Krankheit oder familiäre Katastrophen) frage ich mich wofür eigentlich und falle in ein Loch. So habe ich immer noch Plan B in der Tasche ;-) Und dann läuft Essen eben nicht, weil ich mich im Mittelteil nicht motivieren kann, aber dafür völlig unerwartet der Albmarathon ;-)

Negative Split hatte ich schon. Halte ich im Prinzip auch für eine gute Taktik. Nur habe ich schon feststellen müssen, dass ein langsames Angehen ein noch langsameres Aufhören nach sich ziehen kann ;-)))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Franz Löschke

muß ich mal in dem Zusammenhang erwähnen. Sein 2. Marathon überhaupt, soweit ich weiß. Beeindruckend wie gleichmäßig er laufen kann, seine Zielzeit war 02:25, trotz widriger Bedingungen super gemeistert. Gut, dafür ist er Profi aber auch nicht jeder Profi schafft das so bravorös.

Split Uhrzeit /Zeit min./km /km/h
5 km 10:47:00 /00:16:54 /03:23 / 17.75
10 km 11:03:54 /00:33:48 /03:23 / 17.75
15 km 11:20:28 /00:50:22 /03:19 / 18.11
20 km 11:37:27 /01:07:21 /03:24 / 17.67
Halb 11:41:11 /01:11:06 /03:25 / 17.59
25 km 11:54:11 /01:24:05 /03:20 / 18.01
30 km 12:11:05 /01:41:00 /03:23 / 17.75
35 km 12:27:57 /01:57:51 /03:23 / 17.80
40 km 12:44:38 /02:14:32 /03:21 / 17.97
Netto 12:52:12 /02:22:06 /03:27 / 17.40

Schade, daß solche Leistungen nicht weiter gewürdigt werden, nicht einmal hier in der Lokalpresse wo er doch hier seine ersten Trainigseinheiten absolvierte.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Schön, dass Du Franz

Schön, dass Du Franz Löschke erwähnst. Ich hatte ihn auch noch auf der Agenda, aber wollte den Blog nicht noch länger machen. Hast Du die live-Berichterstattung auch gesehen? Er wurde im hr-Fernsehen angemessen gewürdigt. Sein Ergebnis war sogar die Grundlage, dass Dieter Baumann lautstark Kritik an der deutschen Herren-Marathonszene übte. Sinngemäß: "wie kann es sein, dass ein Triathlet (ergänzende Anmerkung von mir: KURZDISTANZ-Triathlet) beim zweitgrößten deutschen Marathon der zweitbeste deutsche Teilnehmer wird".

Seit er als bis dato eher durchschnittlich bekannter Triathlet diesen Sommer in Hamburg als Schlussakteur die Team-Staffel zum WM-Titel führte, habe ich ihn schon arg lieb gewonnen ;-).

Das ausgerechnet er, der nie eine Wettkampfdistanz > 10km läuft, als Post-Saison-Spaßevent einen Marathon in 2:22 finished, fand ich schon sehr beachtlich.

Auch das ist so ein Wink in Richtung Alternativtraining: jemand, der ein Großteil seines Trainings mit Radfahren und Schwimmen verbringt, kann auch schnell laufen (z.B. schneller als alle deutschen Marathonläufer in Frankfurt, bis auf einen). Vergleichbar mit den Brownlee-Brüdern und Javier Gomez, die mit ihren 10km-Zeiten aus dem olympischen Triathlon (wohlgemerkt NACH 1,5km schwimmen und 40km Radfahren) im olympischen 10.000m-Bahnrennen nicht letzter geworden wären.

@dfrobeen

Habs leider nicht gesehen, war zu der Zeit gerade selbst bei einem Lauf. Franz läuft hin und wieder hier eine Trainigseinheit mit, wenn er mal in der Gegend ist. Sehe ihn aber dann auch nur am Start, wie die Meisten hier. Ok, bei 10.000 m im Stadion kommt er dann ein paar mal vorbei getrabt, da sieht man ihn dann öfter. Er war allerdings seiner Zeit Junioren-Weltmeister, also schon nicht ganz unbekannt und mit 24 Jahren kann er schon noch einiges erreichen.

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Ich stimme Dir vollkommen

Ich stimme Dir vollkommen zu. Wie gesagt, seit Hamburg verfolge ich auch seinen Pfad und trage natürlich die Hoffnung, dass er uns Triathlonnation noch viel Spaß bereiten wird.

Das Ding mit dem Junioren-Weltmeister - ok - damit ist man in der Szene dann nicht mehr unbekannt. Offen bleibt die Frage, ob es der (ITU-)Triathlonsport schafft, dass ein Junioren-Triathlonweltmeister es in die allgemeine und/oder Lokalpresse schafft. Wenn er auf Hawaii Neunte oder so geworden wäre, dann hätte er es wegen des Schlagwortes IRONMAN sicher in die Lokalpresse geschafft. Aber damit wären wir weitestgehend dann bei meinem Blog vom 2.November.

Richte ihm doch bitte mal (unbekannterweise) viele Grüße und Glückwünsche zu Hamburg und Frankfurt aus.

Ein paar kleine Anmerkungen

...zu Deinem interessanten Blog:

Ich habe in New York mal wieder gute Erfahrungen damit gemacht, dass ich im Training auf den langen Läufen zum Schluss versucht habe, einige Kilometer im geplanten Renntempo zu laufen. Diese Endbeschleunigung (zumal wenn's hoch geht) zu üben, hat sich ausgezahlt, so wurde ich trotz des Profils nicht langsamer - im Gegenteil. Falls Du das nicht ohnehin schon einbaust, kann ich es nur empfehlen, die Grundschnelligkeit holst Du Dir auf der Bahn und bei Tempoläufen.

Rotterdam war in diesem Jahr mein anderer Marathon. Dafür, dass das mal die Weltrekordstrecke war, hat sie doch ein paar kleine Tücken. Die Erasmusbrücke muss man gleich am Anfang zum ersten Mal hoch - dort bloß nicht zu schnell loslegen, sondern schön gemächlich drüber. Eine weitere Brückenüberquerung, eine folgende Straßenunterführung und eine kleine Welle am Schluss, die man sonst nicht merken würde, kosten ebenfalls Kraft. Und mit dem Wind weiß man auch nie. Dieses Jahr wurde es nach Regen am Morgen im Rennen um einiges wärmer, als die Sonne rauskam, das tat vielen Leuten um die Mittagszeit sehr weh.

Ach ja, die Pacemaker: Am Sonntag stand der Hase mit dem 3:05er-Schild in meiner Nähe. Er war am Start weg, ich habe ihn nicht mehr gesehen, obwohl ich dann mit meiner Taktik wunderbar unter diese Marke kam. Die Jungs neigen dazu, am Anfang zu schnell zu sein, wie mir auch mal in Berlin auffiel. Das kann für einen selbst übel enden, wenn man da mitgeht. Daher lieber an den eigenen Plan halten und besser auf der zweiten Hälfte anziehen.

Viel Erfolg (und einen Startplatz für Boston - ein Spitzenlauf) wünscht
Robert

Ja @docrob, das ist m.E.

Ja @docrob, das ist m.E. genau der Punkt. Auch wenn man viel zu wenige Marathon läuft um zuverlässige Erkenntnisse zu sammeln, so bilde mich mir ein von Marathon zu Marathon dazu zu lernen, dass genau diese harten Einheiten zum Ende der Vorbereitung (d.h. vor dem Tapering) die wichtigen sind. Auch wenn es wehtut, langer Lauf mit Endbeschleunigung ist nicht zu ersetzen. Was bringt es, wenn Du Deinem Körper beibringst kalt vom Start weg 10km Dein Marathontempo zu laufen. Er muss es auch noch nach 2,5-3 Stunden können...sonst kommt der Mann mit dem Hammer - oder zumindest der Gummiband-im-Rückeneffekt auf den letzten km.

Ich werde mich da durchquälen. Und was dann in Rotterdam passiert ist eine andere Geschichte - Wetter, Wind und andere Faktoren kann ich nicht beeinflussen. Das hat in allen Marathons bisher aber auch jeweils hingehauen.

All true and good...

aber manchmal kommt es halt auch erstens anders und zweitens als man denkt. Ich wäre gern gleichmäßig oder mit negativem Spliting gelaufen, allein, meine linke Ferse hat nicht mitgespielt. Und so musste ich eben langsam nach hinten rausnehmen, obwohl ich von der Kondition her, wie man an den Pulswerten sieht, überhaupt nicht abgebaut habe. War trotzdem geil!

Blog

All true and good...

aber manchmal kommt es halt auch erstens anders und zweitens als man denkt. Ich wäre gern gleichmäßig oder mit negativem Spliting gelaufen, allein, meine linke Ferse hat nicht mitgespielt. Und so musste ich eben langsam nach hinten rausnehmen, obwohl ich von der Kondition her, wie man an den Pulswerten sieht, überhaupt nicht abgebaut habe. War trotzdem geil!

Blog

@joaum, hatte Deinen Blog

@joaum, hatte Deinen Blog schon gelesen, bevor ich meinen geschrieben habe. Dein Blog war wesentliche Grundlage für den dritten Satz meines Blogs ;-).

Herzlichen Glückwunsch zum Finish in sub3. Da möchte ich auch noch hinkommen, dass ich mal schmerzbedingt Tempo rausnehme und "nur" sub3 laufe. Ich hoffe, dass ich fit im April in Rotterdam eine 3:04 laufe, alles andere ist dann Zukunftsmusik. Die sub3 gehe ich dann mal für Boston 2015 an ;-).

Bislang habe ich immer gesagt, dass ich 1000mal Boston laufen würde, bevor ich NYC angehe. Aber seit ich NYC im TV gesehen und die begeisterten Läuferblogs gelesen habe, scheint sich ein neues Must-Do zu entwickeln. Allerdings wird es wohl über Quali weder über die volle, noch halbe Distanz bei mir nicht reichen. Eine 2:45 sehe ich bei mir bis auf weiteres nicht. Eigentlich bin ich kein Freund von "einkaufen", aber in NYC wird es wohl darauf hinaus laufen (denn die 9+1-Regelung werde ich mangels Präsenz in den US auch nicht schaffen).

negativer Split

ich bin auch alle meine Marathons im negativen Split gelaufen. Auch für uns Amateure ist das einfach die bessere Wahl. Man ist nämlich permanent am Überholen! Meine Taktik ist immer: die ersten 3km langsam, dann in den Rhythmus kommen. Bisher habe ich dann immer von km3 bis km42 ca. 1-2000 Läufer überholt. Das ist 1. ein gutes Gefühl und 2. bietet es bei Wind die Möglichkeit sich immer einen Windschatten zu suchen und nicht davon abhängig zu sein, wer da gerade läuft oder von hinten vorbei kommt.

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