Benutzerbild von Thor3108

Ich glaube, über kaum etwas kann man ähnlich kontrovers diskutieren, wie über Trainingspläne und Sinn oder Unsinn bestimmter Trainingsinhalte. Man fragt fünf Läufer und erhält sechs Meinungen…

Vieles wurde hier schon oft diskutiert und besprochen. Trainingspläne für Anfänger ähneln sich ebenso wie die meisten Trainingspläne für 5, 10 km oder Halbmarathon… Die Trainingslehre ist sich weitgehend einig wie man bestmöglich ins Ziel kommt. Ausgewogenes Training sollte es sein, Das Verhältnis zwischen Distanz (Ausdauer) und Tempo sollte in einem gewissen Verhältnis stehen. Die Kilometerumfänge sind vergleichbar. Hier unterschieden sich die meisten Philosophien nur marginal…

Anders sieht es schon beim Marathonplan aus. Hier treffen bereits nicht wenige kontroverse Ansichten aufeinander. Die einen propagieren hohe Umfänge, Trainingswochen mit 90 – 100 km oder teilweise noch darüber werden vom Freizeitläufer verlangt. Mindestens fünf bis sechs Einheiten, zweimal Tempo, Intervalle und TDL und immer wieder Umfänge, Umfänge Umfänge! In der direkten Vorbereitung summieren sich die langen Läufe schon auf Distanzen bis 36-38 km und wenigstens 5, besser 6 dieser „langen Kanten“ sollte man mindestens gelaufen sein um das Ziel Marathon in GREIFbare Nähe zu bekommen.

Nicht wenige sehen das komplett anders. Lange Kanten über 25 km sind für einen Marathon nicht erforderlich, Umfänge zum Schutz vor Verletzungen sollten nicht mehr als 50 – 70 Km/Woche betragen und 3 – 4 Einheiten in der Woche reichen völlig aus… Etc. – etc … Ich denke, die Liste ließe sich noch um etliche Varianten erweitern.

Was passiert aber danach? Wieweit gehen Trainingspläne, Tips und Empfehlungen auseinander nach 42,195? Das sich Marathonpläne für nen 50er, sicher auch für 70 oder 80 km adaptieren lassen ist mit etwas Grundwissen und Phantasie je nach Philosophie planbar… was aber kommt danach?

Wie lassen sich Trainingspläne für 100km, 160km oder gar 24 Stunden (durch)läufe anpassen? Reicht es aus nur die Gesamtkilometer aufzubohren? Läuft man dauerhaft in der Vorbereitung extrem hohe Umfänge? 120 – 140 km/ Woche… reicht das für 100 Meilen? Oder besser 160 – 200 km/Woche

Welcher Unterschied besteht in der Trainingslehre wenn ich 6 x 20 = 120 km laufe?

Oder z.B. Dienstag 25km, Mittwoch 10km, Freitag 10km und Samstag/ Sonntag je 40 = 125 km laufe?

Viele große Ultraläufer schwören auf die Wirksamkeit von Doppeldeckern oder sogar Triples… laufen in der heißen Phase auch schon mal 2 Ultras oder drei Marathons einfach hintereinander weg… Gibt das Ultrahärte oder richtet das mehr Schaden als Nutzen an?
Wie seht ihr das? Es gibt hier im Forum ne Menge erfahrener Ultras, die auch auf den ganz langen Distanzen zuhause sind…

Von Bergen und Höhenmetern mal ganz zu schweigen. Nen „kleinen“ Landschaftslauf mit 600 – 1200 Höhenmetern kann man sicher „überleben“ wenn man ein paar Bodenwellen trainiert hat. Was passiert auf länger werdenden Distanzen im dreistelligen Bereich, wenn auch noch mehr als 3.000 evtl. sogar 5.000 oder noch mehr Höhenmeter ins Spiel kommen?

Ich selbst bin ja eher ein Freund von hohen Umfängen. Ich denke einfach, wenn man eine Distanz von sagen wir mal 100 Meilen (rund 160 km)am Stück laufen möchte, muss man in der Lage sein auch mal 120 bis 140 km in der Woche ohne Probleme zu bewältigen. Auch sogenannte Doppeldecker mit Umfängen von 100 km an einem WE sollte man locker laufen können, wenn man sich auf solche Distanzen einlässt… Diverse Distanzchecks (60 – 80 km) sollten auch aus der normalen Trainingswoche heraus möglich sein… Sind das Irrwege?
Einige, die mich ja nun durchaus etwas näher kennen, durften in den letzten 2 Jahren einige „Try and Error“ Versuche mit mir teilen. Haben mich auf diversen Irrwegen begleitet. So auch bei der im Nachgang nicht verwunderlichen These, dass an zwei Tagen 4 x 20 km zu laufen nicht gleich 2 x 40 Km ist… Sinn und Unsinn dieser Zeitmangelsplits (morgens 20 und abends 20) ist mir inzwischen klar, klar sind 2 x 20 mehr als 1 x 20 am Tag aber Zielgerichtet für ein effektives Ultratraining sind se auf jeden Fall nicht… Der entscheidende Faktor meiner Überlegungen ist aus meiner jüngsten Entwicklung geboren.
Getrieben von der Philosophie der hohen Umfänge ließ ich mich dazu verleiten in zu viele „leere“ km zu investieren. Um meinem selbst gesteckten Ziel nahe zu kommen, setzte ich mich in den Umfängen derart unter Druck, dass ich selbst unter der Woche in diverse Splits flüchtete. Diesen Stress möchte ich mir und meinem Umfeld in der Zukunft nicht mehr antun. Was ist also Sinnvoll? Was eher kontraproduktiv?
Sicher, ich komme da natürlich auch noch mal auf meine derzeitige Lage zu sprechen. Die letzten ca 15 Monate waren geprägt von diversen Verletzungen und Überlastungen. Immer wieder zwangen mich diverse Wehwehchen zum pausieren. Der Gipfel war wohl im 2. HJ 2013 erreicht als in sehr kurzen Abständen erst 12 Wochen und dann noch mal 6 Pause auf mich warteten. Dieses Jahr sollte also alles besser werden und ich nahm mir vor ruhiger zu werden und mir nicht soviel Stress wegen der fehlenden Einheiten zu machen. Ich trainierte in den Spitzen erheblich weniger… konnte auch diverse lange Läufe aufgrund von latenten Beschwerden nicht machen. Ebenso mussten auch in diesem Jahr einige WK’s dran glauben aber zwischen Wunsch und Wahnsinn gibt es ja noch eine schmale Grenze und diese habe ich dieses Jahr definitiv nicht überschritten. Im Spätsommer diesen Jahres ist vermutlich (ich bin immer noch verhalten) endlich der Verletzungsknoten geplatzt und die Ursache der meisten meiner Beschwerden gefunden… Den Verdacht hatte ich schon mal im Frühjahr, traute mich aber nicht den Gedanken konsequent zu Ende zu denken.
Erst eine wirklich professionelle Laufanalyse bei einem großen Sportorthopäden und Bewegungsanalytiker brachten mich auf die bislang richtige Fährte. Dort wurde mein Bewegungsablauf im Detail vermessen und analysiert, ich wurde an diversen Stellen beklebt, an Muskeln, Gelenken ect wurden Markierungen angebracht, den ganzen Rücken rauf wurden alle Wirbel markiert, Schulterblätter, Beckenknochen usw. bemalt… Kameras wurden eingestellt. Es wurden mehr Kamerapositionen aufgebaut als bei nem Pornodreh…

Ergebnis nach einer Stunde Rechenleistung und Analyse der gemachten Aufnahmen: Es konnte an verschiedenen Punkten meines Bewegungsablaufs eindeutig nachvollzogen werden woher einzelne Beschwerden kommen… und wie ich die vermeiden könnte…
Zweite Erkenntnis war: einen Großteil dieses „schlechten“ Bewegungsablaufs habe ich nur auf dem Laufband… Verdammt! Wann habe ich das gekauft? Ende Januar 2012… grübel, grübel … Wann fingen die Beschwerden an? April 2012? Kurz vor dem Rennsteig SM? Hmmm…
Ich hörte mir also die Tips und Ratschläge des ausgebildeten Fachpersonals an und begann zu verstehen was da "schief gelaufen" war. Parallel erinnerte ich mich an diverse Blogs nicht nur über natural running, sondern auch über so exotische Angelegenheiten wie ChiRunning (Danke sarossi) … Dinge deren Existenz ich nicht grundsätzlich in Frage stelle aber deren Sinn und Wirksamkeit sich mir nicht immer erschließt. Nichts desto trotz beschäftigte ich mich ein wenig damit und schaute einige Einführungsvideos auf YouTube an. Das deckte sich großflächig auch mit den Empfehlungen des Analysten. Also in entsprechende Literatur investiert und begonnen mich damit eingehender auseinanderzusetzen. Ich bin immer noch am Anfang, viele Übungen habe ich noch gar nicht begonnen umzusetzen. Die anderen erfordern ein erhebliches Maß an Konzentration und Übung. Das Verändern eines eingefleischten Laufstils ist echte Arbeit!

Fakt ist, trotz inzwischen wieder deutlich gesteigerter Umfänge sind die letzten noch spürbaren Beschwerden im Schienbein erheblich zurückgegangen und selbst ein aus der normalen Trainingswoche heraus gelaufener Röntgenultra hat keine weiteren Beschwerden gebracht. Das lässt mich mein evtl. noch geplantes Läufchen im November durchaus als machbar ansehen, bringt mich aber in der Planung evtl. weiterer „Schweinereien“ in 2014 wieder an den Ausgang meiner Fragen…
Welche Philosophien verfolgt ihr Ultras bei der Vorbereitung auf Läufe deutlich jenseits der 100 km Marke?

Danke für die Geduld beim Lesen, bin halt Ultra, da dauert‘s schon mal was länger … ;-)

Gruß Thorsten

4.333335
Gesamtwertung: 4.3 (3 Wertungen)

Also:

Vor meinem ersten 100meiler 2011 (MIAU-München Insbruck) habe ich einige Doppeldecker gemacht und bin damit ganz gut gefahren.Ergebnis 26:00h.

Feb:2 mal 50k

März: 50k+6h // Mara+50k

April: Mara+25k sowie 10.04./17.04/23.04 Mara

auch immer wieder 1/2M 30er Wettkämpfe

29.04.100 Meilen MIAU, der wenig Hm (~1500)hatte.
-------------------------------------------------------
2.100meiler im gleichen Jahr 2011 Thür.-Ultra (3000 Hm)(26:45H)
lediglich noch einen DD SH-Trail // 1Mara und weitere kürzere WKs.
Nach diesem Lauf konnte ich mich kaum bewegen, und schrie als mich meine Frau in die Dusche verfrachtete.
NIIIEEE MEHR....dachte ich!

Lange Trainingsläufe mache ich gar nicht, wenns mal ein 20er wird bin ich schon froh.

Verhältnis WK/Training zwischen 30/70 bis 40/60 %
Lange Läufe sind bei mir Wettkämpfe, die ich aber nicht als solche betrachte.

In diesem Jahr dann doch wieder Berliner Mauerlauf. (23:41h)
Keine DD, weiterhin viele WK über "alle" Distanzen und auch weiterhin max.20er Trainingsläufe.
---------------------------------------------------------------------------------
Was man beim 100meiler (mehr hatte ich noch nicht) bedenken sollte, man hat normalerweise 30Std Zeit, das ist ein 11er Schnitt!!!
Lernen langsam zu laufen ist eines der obersten Gebote.
Die Frage ist auch immer : will ich "nur" ankommen oder mehr?
Auf jeden Fall konservativ beginnen man hat unterwegs genug Zeit die Ziele heraufzusetzen.
-----------------------------------------------------------------------------
Es geht also auch ohne Pläne,(wenn man nicht wirklich leistungsorientiert ist) die ich als Zwang empfinde.
Vielleicht ist Gerüst das bessere Wort um ein Laufziel zu erreichen.
Uwe

Hallo dietzrun

Ja, Gerüst klingt erheblich besser...
Ich versuche die langen Dinger auch als betreute Trainings-WK's zu sehen, da ich mich zu distanzen jenseits der 40Km vor der eigenen Haustür einfach nicht aufraffen kann ...

If you see me collapse,
pause my Garmin...

Also, jede Menge Senf...

und a Leberkässemmel dazu:
Vor meinem 100Meiler habe ich 4 Wochen jeweils einen 100km oder 80km Lauf am WE gemacht, dann 3,4 Wochen Pause und nur kurzes Zeugs.
Einen Doppeldecker, wie zB den SH mit insgesamt 120km musste ich sausen lassen- wäre vielleicht aber sinnvoll gewesen. Ansonsten bin ich der Meinung, dass weniger mehr ist und man deutlich von einem bis ns kleinste regenerierte und reparierten Körper profitiert. Irgendwann ists eh nur noch die Birne, auf die es ankommt und die dann den entscheidenden Ausschlag zum Erfolg gibt. Außerdem sorgt weniger laufen auch für mehr Lauflust zum gewünschten Zeitpunkt- dann gehen die ersten 100km einfach so weg, die nächsten 35km sind Spaß und die letzten paar sind Wettkampf und Arbeit:)
...to infinity and beyond...

ich hab ja...

...noch wirklich nicht sehr viel erfahrung, bis jetzt nur den rennsteig, aber den satz von mainrenner: "Ansonsten bin ich der Meinung, dass weniger mehr ist und man deutlich von einem bis ns kleinste regenerierte und reparierten Körper profitiert" kann ich nur unterstreichen! ich habe zum rennsteig-termin hin eine woche eher mit dem tapern angefangen, als im (recht ambitionierten) plan stand und war am tag selbst fit und frisch wie´n turnschuh...
____________________
laufend ist gespant auf weitere erfahrungen und saugt sie förmlich auf: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

@meli :0)...

... Wow! Welche Laufschule hast du denn besucht!?!
Applaus Applaus Applaus... :0))

Sorry an alle, die niemals angekommen sind, weil sie mich nach dem Weg gefragt haben...

Der Theoretiker:

Bin ja im Gegensatz zu mel wirklich nix ultra, kenne mich aber berufsbedingt a weng mit Verletzung und Wehwehchen aus. Da gilt grundsätzlich: Abwechslung schützt vor Verletzung. Das gilt sowohl für das getragene Schuhwerk, Intensitäten, Umfänge, Streckenprofile aber auch Trainingsinhalte. Hier scheinen die Triathleten eine ganze Ecke voraus zu sein, machen die doch trotz eh schon abwechslungsreichem Trainingsmix mit 3 Disziplinen noch reichlich allgemeines und spezifisches Krafttraining.

Von "jeden Tag 20k" wäre also ebenso abzuraten wie von ausschließlichem Lauftraining oder nur Distanz trainieren. Was Du schilderst würde ich zuallererst das Laufband verscherbeln und mir stattdessen ein schicken Fahrrad-Ergometer hinstellen, nimmt ja auch weniger Platz weg ;).

Die Koordinatin und möglichst gute Lauftechnik ist natürlich auch ein wichtiger Schutz vor Verletzungen, hier lohnt sich jede investierte Minute. Auch wenn es mal Monate oder Jahre dauern kann, bis eingefleischte Gewohnheiten wirklich verändert sind.

Und das Wichtigste, eng mit mellis Beitrag verwandt, der effektivste Verletzungsschutz, egal ob ultra oder nano, ist zu spüren bevor Du in eine Verletzung läufst und dies zu respektieren. Und ergo lieber heute auf die letzten 10k zu verzichten als morgen gar nicht mehr laufen zu können.Leicht ist das auch nicht, aber der Körper sendet diese Signale im Allgemeinen und mit etwas Übung bekommt man die auch mit. Gerade ein Training in Extrembereichen kann immer nur im Einklang und guter Kommunikation mit dem Körper stattfinden, niemals gegen ihn.

Viel Spaß beim Saisonausklang und gesundes 2014 wünscht:

granreserva

_________________________________________________________________________________
Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

bin für Doppeldecker

aus dem einfachen Grund, dass ich nie an einem Wochenende Zeit für einen 80km Lauf finden würde ;-)))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Musste

erst mal deinen Beitrag eine Zeit lang auf mich einwirken lassen.

Ein unrunder Bewegungsablauf scheint wohl auf dem Laufband nichts Ungewöhnliches zu sein. Bin ja momentan auch noch auf Ursachensuche wegen meines Ischias- und Schienbeinproblems und hatte kürzlich ebenfalls eine Audienz bei der Uniklinik zwecks Ganganalyse. Dort musste ich ja auch auf's Laufband, wobei es mir ähnlich wie dir erging. Bei mir stellte man fest, dass ich mit jedem Schritt mit dem Becken-/Hüftbereich seitlich wegkippen täte, was mich dann doch sehr stutzig gemacht hatte. Zumal ich ja wirklich regelmäßig Krafttraining mache. Daraufhin hatte ich mich "live" auf der Laufstrecke (hier: Waldautobahn) begutachten lassen, wo man mir sagte, da würde nix wegkippen, im Gegenteil, mein Laufstil sei ein "ganz Sauberer". Da ja die Wahrheit bekanntlich in der Mitte liegt, vertrete ich nun die Theorie, dass die seitlichen Kippbewegungen wohl vor allem auf weichen Untergründen auftreten. Dazu zähle ich auch das Laufband, weil dieses beim Auftreten wohl etwas nachgibt. Im Umkehrschluss sind ja weiche Untergründe auf Ultratrails keine Seltenheit, woraus ich nun schließe, dass mein bisheriges Krafttraining für die TAR-Ochsentour nicht ausreichend war. Ich hatte mir ja einen speziellen Krafttrainingsplan erstellen lassen und diesen akriebisch 2 x/Woche befolgt, wobei der Hund wohl im relativ kurzen Trainingszeitraum von 8 Wochen begraben sein dürfte. Was ich zuvor über einen sehr langen Zeitraum trainiert hatte (Pilates, Bauch-Beine-Po-Kurse) mochte zwar für Ein-Tages-Läufe reichen, nicht jedoch für Etappenläufe im Hochgebirge.

Bezüglich Philosopie, zwar bin ich bis jetzt noch nicht Ü 100 km am Stück gelaufen, aber meines Erachtens ist die eigene Intuition, das eigene Bauchgefühl, der beste Ratgeber. Ultras werden größtenteils mit dem Kopf gelaufen, das muss man eh mit sich selbst abmachen. Trainingspläne können da allenfalls ein Grundgerüst sein, bzw. ich halte mich sehr gerne an Vorbilder wie Schalk und Cherry65. Von ihnen und auch von lokalen Lauffreunden habe ich die Doppeldecker und Triples übernommen. Diese pushen das Selbstvertrauen ungemein und klar, wer Etappen laufen will, muss auch Etappenläufe trainieren! ;-))

Da ich selber erst wenige,

und nur kleine Ultras gelaufen bin, kann ich wohl nichts sagen, worauf du bauen kannst. Vielleicht ein paar Worte aus dem Bauch heraus. Ich finde es immens wichtig, so zu trainieren, dass du noch echte Freude dran hast! Natürlich hat niemand wirklich Freude vom 1. bis zum 50sten Trainingskilometer. Wenn es einem aber bereits Tage zuvor davor graut, dann kann man den Trainingseffekt vergessen und man läuft große Gefahr, sich zu verletzen. Deshalb kann ich meine langen Kanten und ganz überhaupt meine Doppeldecker (auch wenn, oder weshalb, ich erst ganz wenige bewältigt habe), nicht von langer Hand planen. Es sei denn, es ist ein betreuter Trainingslauf (Wettkampf). Wenn man wie fast alle Männer und auch viele Frauen (ich darf mich da ausschließen) voll berufstätig ist, sind Wochenkilometerumfänge von 100 und mehr sowieso ganz schlecht unterzubekommen. Aber die allermeisten haben 2 freie Tage in der Woche und an denen würde ich "aus dem Bauch heraus", also dann, wenn dir danach ist und wenn es dir gut geht, meine langen Läufe oder Doppeldecker laufen. Stell dir einfach am SA den Wecker auf 5 Uhr mit dem Gedanken, du könntest ihm ja eins auf den Kopf geben. Aber meist steht der Läufer dann doch auf, weil die innere Uhr nicht nur Mo-Fr funzt. Ach ja, und dann unbedingt die Uhr abkleben oder am Rucksack baumeln lassen und nicht nachsehen, wie schnell du unterwegs bist. Einfach versuchen, "einen halben Tag lang in Laufschuhen zu genießen". Wenn du das schafft, ihn wirklich zu genießen, bist du 1. hinterher fit wie nur was, anstelle von geschafft und 2. bringt dieses Training mehr als hättest du den Longjog in einer schnelleren Pace zurückgelegt. GENUSS heißt das Zauberwort für einen guten Trainingseffekt, da bin ich absolut sicher!
Ähem, jetzt ist es doch wieder ein Roman geworden;-))
Ich wünsche dir alles Gute für dein großes Rennen und bleib fortan unbedingt gesund!

Lieben Gruß
Tame

Für's erste Mal...

...halte ich etwas Hilfestellung (meist auch Trainingsplan genannt) für nicht verkehrt, wenn dieser mit Sinn und Verstand umgesetzt wird. Irgend etwas kann ja bekanntermaßen immer dazwischen kommen.
Aber ein Plan kann helfen, für sich selbst die richtige 'Linie' zu finden und insbesondere wenn man sich gut fühlt, des Guten nicht zu viel zu tun. Dies meine Erfahrung bis 100 km. Darüber kann ich aus eigener Erfahrung nix sagen.

Zufälligerweise hat mich meine Frau mit etwas beglückt, wo sich auf Seite 100 ein 24-Stunden-Trainingsplan mit der Zielleistung 160 km findet. Weniger km oder mehr h für diese Distanz findet sich nicht - also bist Du, lieber Thorsten, dort bestens aufgehoben (Voraussetzung ist eine M-Zeit von 4h).

Ich finde dort Tage mit Krafttraining, Schwimmen, Radfahren und auch Ruhetage. Also richtig schön abwechlsungsreich mit - wie schon über mir geschrieben - ordentlich Verletzungsminderungspotenzial.

12 Wochen gibt's mit folgenden Laufwochenkilometern: 65, 75, 85, 50, 95, 100, 55, 90, 100, 75, 50, 176. In der zweiten Hälfte sind drei Läufe über 50 km im Programm - für die Vorbereitung auf 100 km (mit Zielzeit 12h) war es bei mir einer.

Allein für den Leadville Trail 100-Bericht hätte ich in's Portemonnaie gegriffen.

Das Dingen trägt den Titel 'Das große Buch vom Ultramarathon' und wurde von Hubert Beck geschrieben: Ausrüstung, Trainingspläne, Ernährung, Erfahrungsberichte. Alles sehr lesenswert, denn es stehen ja lange Winternächte an.

Bei der Vorbereitung wünsche ich Dir viel Erfolg. Bin gespannt, wann Du mich nächstes Jahren Pfingsten überholen wirst...


@ MC

Das seitliche Abkippen des Beckens ist meist kein Kraft- sondern ein Stabilitätsproblem der Hüfte / Lendenwirbelsäule / Beinachse. Evtl. auf dem Laufband durch das "wegdriften" des Bodens / Bandes provoziert (ist nunmal kein normaler Input, das muss der Kopf erstmal verarbeiten). Instabilität kann übrigens durch Krafttraining sogar provoziert werden, da bei den Meisten Kraftmethoden primär große, kräftige,l oberflächliche, globale Muskeln trainiert werden, während die Stabilität der Gelenke durch kleine, schwache aber ausdauernde, tiefliegende, lokale Muskeln gewährleistet wird. Und die Kraft ist nicht das entscheidende sondern das zeitliche Zusammenspiel. Evtl. könnte ausführliches Koordinations- und Gleichgewichtstraining also zielführender sein als "reines" Kraftprogramm.

Ich hoffe, jetzt micht mehr Verwirrung als Klärung geschaffen zu haben...ggf. bitte nachfragen.

Gute Besserung,

granreserva
_________________________________________________________________________________
Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

Danke dir für den Hinweis! :-)

Balanceübungen (Therapiekreisel, Aerostep, etc.) waren in meinem "Krafttraining" ebenfalls enthalten. ***grübel*** Ende November habe ich jedoch nochmals einen Termin bei der Ärztin. Dort werde ich dieses Thema gleich mal ansprechen.

Ich muss wohl auch noch diziplinierter stretchen. Das vergisst man ja immer wieder gerne...
;-)

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links