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Eine Nacht habe ich jetzt über meinen verkorksten Halbmarathon geschlafen. Habe mich gefragt, was ich falsch gemacht habe. Dabei war ich super vorbereitet. Habe trainiert, sowohl lange Läufe als auch Tempoeinheiten absolviert. Es ist wohl nicht jeder Tag mein Tag.

Dabei fing es toll an. Anreise, war ja nicht weit, ohne großen Stau auf den Parkplatz. Die anderen von der Firma getroffen, Startnummer abeholt, schnell noch ein Gruppenfoto, noch etwas getrunken, WC-Gang nicht ausgelassen und es ging zum Start.

Bin diesmal nicht so schnell gestartet, sondern habe meine Pace etwas kontrolliert, weil ich meist zu schnell loslaufe. Bereits kurz nach dem Start habe ich mich gefragt, warum ich mir den HM antue, eigentlich habe ich dieses Gefühl selten. Wahrscheinlich wusste mein Innerstes, was mir noch blüht. Bin bewusster gelaufen, habe die Leute um mich herum wahrgenommen, einige Bekannte getroffen, auch am Straßenrand, was mir sonst nie auffällt, weil ich meist mit Scheuklappen laufe.

Ab Kilometer 7 fingen meine Magenkrämpfe an. So etwas kenne ich kaum. Nur von meinen Anfängen mit langen Läufen und dann erst zum Ende des Laufs. Oh Gott, wie soll das nur weitergehen? Dixis gab es leider keine. Büsche auch nicht, da wir ja noch in der Stadt unterwegs waren. Also erst mal nur gehen oder stehen bleiben. Seitenstechen kamen auch noch dazu. Man, was ist denn das? Irgendwas mit der Atmung falsch gemacht? Eigentlich nicht. Nach nem Kilometer ging es wieder und bei km 10 (eine Stunde unterwegs) dachte ich noch, ja, das kann noch ne gute Zeit werden. Mein Englisch-Lehrer hat mich hier überholt und gemeint "Du bis langsam unterwegs" Ich konnte ihm nur ein gequältes Lächeln entgegenbringen. Meine Magenkrämpfe fingen wieder an. Männo. An mein Frühstück gedacht. Aber das war wie sonst auch, nichts extravagantes oder ausgefallenes. Extra so wie immer.

Die Magenkrämpfe kamen und gingen wie ich auch. Bei km 15 wollte ich aufgeben, einfach mich fallen lassen und nicht wieder aufstehen. Die Krämpfe haben mich fix und alle gemacht. Bei km 18 kam ein Krankenwagen vorbei. Wäre am liebsten gleich mitgefahren. Okay, die letzten drei Kilometer schaffst du auch noch. Nach 2:18:xx h kam ich ins Ziel gekrochen. Mein Lauftrainer kurz vorm Ziel sah mir an, dass was nicht stimmte, denn er hat mich später noch befragt. Medaille entgegen genommen und das nächste Klo war meins. Danach ging es mir wesentlich besser, dann hätte ich auch weiterlaufen können.

So nen Lauf will ich nicht noch mal erleben. Keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe. Vielleicht sollte ich das nächste Mal den Kaffee weg lassen. Ich hatte den Tag zuvor Migräne, aber habe extra keine Tablette genommen, da die Kopfschmerzen noch erträglich waren. Bin früh zu Bett gegangen. Mein Trainer meinte, ich wäre zu warm angezogen. Von der Firma gab es nur ein langärmliges Shirt und 3/4 Tight. Vielleicht war es auch der Wetterumschwung, denn nach den kalten Tagen war es gestern ganz schön warm.

Mhm, eigentlich wollte ich im kommenden Jahr meinen ersten Marathon laufen. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wenn es mir dann auch so schlimm ergeht?
Vielleicht finde ich ja doch noch raus, woran es lag.

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Keine halbe Sache... son Halber!!!

Hallo Annettirene,

nachdem du diesen irren 30er hingelegt hast, wolltest du vielleicht den Halben hier mal so locker mitnehmen...?!?!
Ich hab selber grad wieder feststellen dürfen, welche Streiche einem so unterwegs gespielt werden... Manchmal werden wir durch unsere eigenen Psycho-Spielchen ausgetrickst... Mach dir nix draus, auch wenn du ne andere Strategie hattest!!!
Es ist mehr als nur ein Finish, wir dürfen nur nicht übermütig werden...

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit ♥ dabei
Gokhlayeah

Abhaken

und weiterlaufen. So Läufe gibt es, und je mehr du läufst umso eher wirst du solche Erfahrungen machen. Nicht laufen ist auch keine Lösung ;-) Von daher: aufstehen, abhaken, weiterlaufen. Nachdenken ist ok, aber wenn es nichts bringt (nichts Außergewöhnliches zum Frühstück usw.) hör auf. Vielleicht lag es wirklich am plötzlich warmen Wetter, vielleicht steckt irgendwo ein Infekt, vielleicht hast du dir zuviel Kopf gemacht. Es werden wieder andere Läufe kommen, versprochen!

Und natürlich läufst du den Marathon. Er wird nicht genauso schlimm werden. Vielleicht anders ;-) Aber er wird werden. Viel Erfolg!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ich hoffe

es geht dir heute wieder besser!
Magen ist vielleicht einfach "nur" Pech und Tagesform abhängig (Nachwirkungen der Migräne?), ggf. beim nächsten mal noch "leichter" frühstücken...
Hoffe es bleibt deine einzige Erfahrung in dieser Richtung!

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

Ich kenne das Thema,

Ich kenne das Thema, allerdings wohl nicht so extrem, wie Du es hattest. Aber es hat sich komplett erledigt, seit ich vor langen Wettkämpfen nur noch 2-3 weiße (wichtig!) Brötchen mit Honig oder Marmelade esse. Seither komme ich bei jedem Marathon ohne Dixi aus - vorher undenkbar.

Kann natürlich bei Dir auch andere Ursachen haben, die Migräne, die Kleidung etc.. Aber falles es an der Ernährung liegen könnte, dann hier noch zusätzliche Lektüre, die mir sehr geholfen hat (und ich bin ansonsten kein Greif-Fan): http://www.greif.de/ernaehrung-vor-dem-wettkampf.html

Es gibt einfach Tage im Leben...

... da wird man (auch Frau) nur Zweiter. Du wachst auf und weißt der Tag wird sch... Manchmal kommt das erst im Laufe des Tages.
Ist der nächste Tag dann automatisch auch so sch...?
Hacken dran.
Abwischen und weitermachen.
Bloß nich grübeln.
;-)
PS: Viel Spaß und Erfolg bei deiner M-Vorbereitung nächstes Jahr.

Vielen Dank für Eure

Vielen Dank für Eure Antworten und Ihr habt Recht. Nicht jeder Tag ist gleich. Aber es tut auch mal gut, wenn man hier mal über seinen Frust und die weniger guten Läufe schreiben kann.
Durch solche "Misserfolge" kann man die erfolgreichen Läufe viel mehr genießen.
Den Lauf habe ich abgehakt. Nach ein paar "faulen" Tagen ohne Laufen, geht es Freitag mit einem lockeren Lauf wieder los. :)

Danke.

Durchhalten

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