Benutzerbild von Schalk

... Eine für mich im ersten Moment etwas eigenartig erscheinende Reportage des MDR (zu finden in deren Mediathek, 16.10.2013). Der Faktor Sucht wird doch auch recht populistisch herausgestrichen und dann wieder relativiert. Es geht um Ausdauerleistungen und das prägnante Beispiel hat wohl mehr mit dem Sport und dem Leben ein mentales Problem. Das kam nicht vom Ultralaufen an sich.
Von Dresden mal eben nach Eisenach per Pedes zum Rennsteich anzureisen ist dann schon mehr Ultra. Das ist schon ziemlich Ultra. Ist es auch Sucht? Wie bewertet man dies? Ab wann ist es Sucht?
Der Beitrag läßt es offen. Warum?
Da erinnerte ich mich an die Beiträge von NDR2 zur BC. Schon Blöd, wenn Laien etwas berichten wovon sie selbst keine Ahnung haben. Vielleicht war es das, was mich die Reportage so eigenartig erscheinen ließ.
;-)
PS: Ich glaub ich muß mich als Ultraläufer bezeichnen. Ich mache das weil es mir Spaß macht. Ich muß mir nicht beweisen, daß ich 100 Meilen laufen kann. Ich weiß, daß ich das kann. Und anderen muß ich es gleich gar nicht beweisen. Und trotzdem mache ich so was. Weil ich es kann und weil es Spaß macht - auch ohne Endorphinausschüttung. Sch... Klischees.
Letzter Lauf vergangenen Samstag. Jetzt ist Freitag. Ich wäre gern gelaufen, hätte ich Zeit gehabt. War die ganze Woche on tour. Es paßte nicht. Is OK. Mir fehlt nichts.
Bin wohl noch nicht süchtig.
Oder ich habe die Sucht noch gut unter Kontrolle.
Wenn ich jetzt für einen Wettkampf trainiere und deshalb doch Laufen gehe - janz Rrüh, oder janz spät - bin ich dann so ne Art Quartalssuchtläufer? Bin ich dann von der Leistungsgesellschaft getrieben, nur weil ich ein Ziel verfolge und das erreichen will? Ist ein Angler süchtig, weil er die ganze Nacht wartet, dass ein Fisch anbeißt? Sind die Fagen das klare Zeichen für Verdrängung - der Beginn der Sucht?
Oh je!

3.90909
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Stimme dir voll zu

ich finde auch, dass der Begriff Sucht inflationär gebraucht wird, aber er macht sich eben gut. Sportmuffel nutzen gerne die Gelegenheit mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln, wenn das eigene schlechte Gewissen sich meldet. Und Sportler kokettieren auch mal ganz gerne stolz mit der Selbstbezeichnung süchtig.
Wenn Sucht etwas bezeichnet, was ich gerne mache und nicht missen möchte, dann bin ich süchtig. Ich oute mich hiermit als süchtig nach Laufen, Büchern, Sonnenschein, Schokolade und Cola und vor allem lieben wichtigen Menschen um mich herum, meine Familie an erster Stelle. Ohne das alles bin ich unleidlich, mir fehlt etwas, ich leide körperlich. Mal ehrlich, wer ist nicht süchtig in diesem Sinne nach irgendetwas???

Sucht definiert sich meiner Ansicht nach über einige entscheidende Punkte:
1) Der Süchtige braucht bei gleichem Genusslevel immer mehr davon. Meine Laufkilometer bleiben seit etwa 3 Jahren stabil, der Genuss ist derselbe. Punkt gegen die Sucht.
2) Typisch für eine richtige Sucht ist der Abbruch sozialer Kontakte. Nö, die haben sogar zugenommen, jogmap sei Dank ;-)
3) Das Alltagsleben leidet: der Job kommt zu kurz, es wird gelogen und getrickst um die Sucht zu verbergen. Och nö, noch kann ich mein Pensum vor meiner Umwelt vertreten ;-)

Vor allem der erste Punkt ist meiner Ansicht nach der Entscheidende. Ich laufe heute anders als früher, bin nicht mehr so zeitenfixiert (dafür müsste man ja trainieren), variiere gerne (lang-kurz, Trail-Asphalt, Berge-flach). Und wenn es nicht geht, wie bei dir diese Woche (solche Wochen hatte ich im Sommer viele), dann geht es eben nicht. Und wenn es geht dann geht eben auch mal mehr ;-)

Nur 100 Meilen habe ich noch nicht geschafft, aber frau braucht ja auch noch Ziele ;-)))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Tja lieber Schalk...

... Hier in diesem Forum wirst du keinen finden, der Dir wiederspricht.

Für denjenigen der mit Laufen soweit nichts zu tun hat, bist du nun wirklich süchtig. Sie sehen nur die Zahl der Kilometer, nicht die Zeit. Wichtig wäre da noch, ob du erster oder nur dritter geworden bist...
Ja selbst hier in diesem Forum geht man davon aus, dass der z.B.Schalk auch alles mal eben grad nach Hause läuft, "der Schalk macht das schon", wie gesagt, ich nehme dich nur mal eben als Beispiel. Und wenn man dann alles verfolgt und sieht das da andere um Stunden vor dir im Ziel sind, stimmt die ganze Läuferwelt auf einmal nicht mehr ;0)...

In meinem Umfeld versteht keiner, wie ich solche lange Läufe, trotz stressigen Arbeitstag bewältigen kann!?!
Also muss der Kawi ja Drogen nehmen, weil mit über fünfzig sollte man kränklich sein und einen fetten Wanzt haben, da kann man nicht so viel und weit laufen...

Und somit kann der Kawi nicht normal sein und ist damit süchtig :0).
Anderseits, wenn ich dann mal einen dicken Finger habe(weil ich mir mit dem Hammer draufgehauen habe), ein rotes Auge, Schnupfen und Husten... dann liegt das bestimmt am vielen Laufen, weil Laufen ist ja ungesund, für Knochen und Organe ;0)...
Wie gesagt, der Mensch sucht sich Alibis, die durch solche Reportagen noch unterstüzt werden...

Also, normal bist du nicht lieber Schalk, darüber diskutieren musst du mit deinem Umfeld ;0), musst du natürlich nicht, ich mache es schon lange nicht mehr...
Gruß,
Kaw.

Sorry an alle, die niemals angekommen sind, weil sie mich nach dem Weg gefragt haben...

Auf Droge...

... Da fällts mir wieder ein. Kaw, hattest du wärend des Sparthatlon jemals das Gefühl, das die Nichtwissenden mit runners high bezeichnen? Das wurde als Grund für das Laufen vonUltradistanzen angezogen. Gerade bei den beiden wirklich langen Läufen läuft man gegen sich, dafür den Lauf so gut wie möglich zu absolvieren, nicht einzubrechen, ... Aber doch nicht für irgendwelche "Glücksgefühle", die in der Form am Ende des Absolvierens von 100Meilen gar nicht da sind. Da war ich eher platt als im High.
Aber auch das stimmt. Wieso darum Gedanken machen? Einiges aus der Reportage ist richtig. Ganz weniges meiner Ansicht nach falsch. Die Verknüpfung hinterläßt den bleibenden Eindruck.
Und doch ärgert es, wenn so ein nebulöses Bild über das Ultralaufen gezeichnet wird.
"Weil ich das kann!" versteht wahrscheinlich der normale Bürger nicht als Antrieb 40h am Stück zu laufen. Irgendwo auch verständlich.
;-)

Auch ich kenn das, und dabei

Auch ich kenn das, und dabei lauf ich nicht mal die Hälfte der Kilometer von Schalk oder Kawie. Schalk du hast ganz recht wenn du schreibst, das es irgendwie immer komisch ist wenn Laeien berichte verfassen. Das ist nämlich genau der Punkt. Habe das auch schon in anderen Bereichen fest gestellt. Bei Fußball mag das ja noch gehen, da kann fast jeder irgendwie mitreden. Aber wie soll ein Aussendstehender der nicht Sportler is den Spirt und die Motevation eines Läufers oder in meinem Fall auch eines Ringers verstehen. Da wird dann halt gleich mal eine Schublade auf gemacht. Und wenn dein Kind einen gebrochen Finger hat ist es geleich beim Ringen passiert, da kannst du dann hundertmal erklären das es eine Kissenschlacht war. Die Erklärung kannst dir den auch gleich sparen, glaubt dir sowieso keiner. Oder die ganze Firma Rotzt und Schnieft seit Wochen. Wenn es dann dich als Läufer erwischt dann ist das Laufen schuld. Oder mann sollte auch nicht so Blöd sein bei Regen zu laufen.
Aber am meisten Nervt es mich wenn Läufer dann mit dem Finger kommen, das man zu viel laufen würde. Aber meistens sind es dann die Läufer die zwar locker einen Marathon laufen könnten, aber sich dann doch nicht trauen oder nicht die Diziplin aufbringen mehr zu laufen.
Ansonsten geht es mir da wie Strider. Falls ich süchtig bin dann sogar gerne.
Momentan führe ich gerade wieder Anfänger zum Laufen. Ich bin immer wieder erstaunt wie sich mit der Zeit Relaitäten verschieben. Mein Anfänger sind momentan ganz Stolz fünf Kilometer zu laufen. Die hätten nie gedacht so weit laufen zu können.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

was mich an solchen...

...reportagen immer am meisten ärgert ist, wenn die kollegen (die vom laufen keine ahnung haben) nicht richtig recherchieren und wirklich alle fakten beleuchten. es ist definitiv nicht damit zu entschuldigen, dass sie keine ahnung haben vom laufen. ich z. b. muss hier im lokalbereich auch immer wieder über themen schreiben, von denen ich im grunde keine ahnung habe. so what? dann muss ich mich eben damit beschäftigen und mich einlesen oder ausreichender informieren, damit ich auch weiß, wovon ich schreibe und auch alle fakten beleuchten kann.

erlebe das auch immer wieder im tv bei marathons. was die moderatoren da manchmal von sich geben ist einfach grauenvoll und oft nur halbwissen, hin und wieder abgemildert durch nen profi, der mitmoderieren darf.

und zur sucht, da sag ich gezz ma nix, ich hab nur eine und die ist allumfassend...
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laufend ist süchtig nach dem leben: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Sucht ist anders

Sucht definiert meiner Ansicht etwas krankhaftes. Schwindsucht, Alkoholsucht, Gelbsucht ect. Was anderes ist es wenn einem etwas Spaß macht. Dann macht man eben das mehr als andere. Nicht weil man süchtig wäre danach sondern, weil man es gut kann, weil man dabei Erfolg hat, seinem Körper und seiner Seele etwas gutes tut. Der Angler geht angeln obwohl er den Fisch besser und billiger haben könnte, der Bergsteiger klettert obwohl eine Gondel nach oben fährt u.s.w. Es gibt Leute die Pilze suchen obwohl sie keine essen.
Ich wundere mich, daß es noch immer so viele gibt die ihre Zeit lieber mit Chips vor dem Fernseher verbringen statt an der frischen Luft eine Runde zu laufen.
Das sind dann die, die mir sagen: Du mußt ja Zeit haben andauernd hier durch die Gegend zu rennen. Sind aber selbst aller 3 Wochen irgendwie kränklich, haben Allergien gegen Staub, Blüten, Pollen, Tiere u.s.w. Folglich gibt es ehr eine Sofa- oder Fernsehsucht oder wie auch immer man es bezeichnen möge nichts zu tun und drin zu hocken, denn das macht krank und kostet unterm Strich viel mehr Zeit und Geld als mal am Tag ´ne Stunde zu laufen.
Der Tierschützer setzt sich für Freiland- und artgerechte Haltung von allerlei Viehzeug ein. Der Mensch aber mästet und sitzt sich krank, aber keiner spricht hier von Sucht, wir nennen es Wohlstand.
In diesem Sinne – schönes Wochenende

Mal läuft´s und mal läuft´s besser.

Suche und Sucht

Bin auch bei der Reportage hängen geblieben und fand sie ganz interessant.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass Journalisten dazu in der Lage sind, (obwohl fremd im Metier) doch darüber berichten können. Leider müssen Journalisten auch immer eine "Story" stricken, deshalb wird gern der Blick auf Extremes gerichtet und dies herausgestellt. Schlagworte helfen die potentiellen Zuschauer (Leser) bei der Stange zu halten. Soweit so einfach. Dafür ist der Bericht doch ganz gut gewesen, wurde doch mehrfach betont, dass die allermeisten laufenden Menschen gesund sind (oder es sein wollen) und Spaß daran haben.
Ebenfalls ließ der Bericht offen, ab wann Sportler bzw. Läufener das Prädikat "süchtig" verdient haben. Wenn sich alles nur noch um "das Eine" dreht, darf man sich die Frage stellen: Bekomme ich in so einer Situation mein Leben noch gut geregelt?

Seinen Fokus nur auf eine bestimmte Sache zu richten und Prioritäten im Leben zu setzen ist das eine, sich nicht mehr davon lösen können, das andere. Und auf einem ganz anderen Blatt stehen körperliche und/oder psychische Einschränkungen. Da ist Laufen wohl noch eines der Dinge, was nicht zu gravierenden Folgen führt... =)

Interessant fand ich auch noch den Aspekt der persönlichen Suche nach den eigenen Grenzen. Wie weit kann ich gehen? Die Frage ist für mich persönlich der Antrieb überhaupt, hat aber sicherlich nichts mit Sucht zu tun.
Warum will ich das eigentlich wissen? Ich weiß es nicht! Insofern bin ich schon ein Getriebener auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage. Ich hoffe die Suche dauert noch lange an!

@ Linzgaurunner: anfixen nennt man das wohl... =)

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

Hast du den Beitrag gesehen Happy?

Wenn ja welche Stelle genau meinst du mit nicht richtig recherchiert?

Ich hab den Beitrag gesehen und bin zwiegespalten. Beim Nichtläufer wird ausgelöst: Klar alle süchtig, hab ich ja schon immer gewusst. Das interessiert mich aber nicht, was Nichtläufer denken. Ich als Läufer fand den Beitrag nicht schlecht. Es wurde ja am Ende offen gelassen, wer von den Personen (die ich alle persönlich kenne, außer der Dame in grün, die auch stationär behandelt wurde) süchtig ist und das ist auch gut so. Jeder kennt sich selbst am Besten und niemand muß sich entschuldigen. Man sollte den Beitrag als Läufer einfach als Denkanstoß nutzen, mehr nicht. Gut fand ich die Ausführungen des Arztes (der Beste für Läufer in Dresden zu dem "alle" gehen) zum Thema Regeneration.
Ich nehme für mich heraus:
- so lange ich nicht zwanghaft laufe, obwohl ich keine Lust habe (damit meine ich nicht eine Trainingseinheit vor einer Laufveranstaltung, auf die ich gerade keine lust habe)
- so lange ich auch lauf- und sportfreie Tage geniesen kann
- so lange ich nicht mit Infekt und Schmerzen laufe
ist alles in bester Ordnung.

Also ich fand den Beitrag

Also ich fand den Beitrag schon sehr reißerisch. Und mir ist es nicht egal was Nichtläufer denken. Und die Aussage die meisten Läufer würden Gesund sein und wären nicht betroffen kam meiner Meinung nach schon sehr kurz. Ganz ehrlich ich bin nicht ganz unfroh das der Beitrag auf MDR lief und nicht auf den großen Sendern. Sonst müßt ich mir nämlich wieder einiges, die nächste Zeit anhören, wie Ungesund das Laufen sei. Und ich würd meine Knochen kaputt machen. Gerade für nicht Sportler ist der Bericht ein weitere Entschuldigung weiter nichts zu tun. Frei nach Churchill Sport ist Mord, und Massensport ist Massenmord. Dann lieber mit Übergewicht auf der Couch liegen ein Bierchen oder zwei kippen und ein Zigarettchen rauchen. Weil Sport macht süchtig. Na ja die Kollegen werden es am Montag schon mit mir aushalten wenn ich am Montag schlecht gelaunt auf Arbeit komm , weil ich unzufrieden und mal wieder nichts am Wochenende erlebt hab. Es ist doch woll eher so das Sportler zufriedener sind als nicht Sportler.
Was ist schlecht daran beim Laufen aus dem Grübeln zu kommen. Das ist ja genau der Sinn dabei. Aus dem Alltag heraus zu kommen. Sind jetzt alle Buddhisten die Meditieren auch süchtig?
Zu den Kosten okay drei paar Laufschuhe ca 100 € sind 300 € ein neuer Rucksack der wieder fünf Jahre hält sind 70 € geteilt durch 5 Jahre sind 14 Euro. Neue Jacke 70 € Drei Laufhosen a 30 € zwei neue Shirts a25 € Komm ich dieses Jahr auf 524 € ich weiß nicht wie man im Bericht auf 1700 und paar zerquetschte Euro bei der Ausrüstung kommt.

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@ nicks Ja so ist es

@ nicks Ja so ist es wahrscheinlich :-))) Aber alle haben jede menge Spaß dabei und das ist alles was zählt.

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SUCHT ist nicht gleich Sucht, oder doch ?

Wohl jeder Mensch ist in einer gewissen Art und Weise süchtig ...

Die Frage ist doch nun nur: Wie ist das "allgemein Bild" zu dieser, meiner Sucht,
und wie stehe man selbst zu dieser, seiner Sucht ?

... ist es eine legal, oder illegale Sucht ?
... ist es eine gesunde, oder eine ungesunde Sucht ?
... usw.
... was ist noch normal und wo beginnt eine SUCHT ?

Wohl über 99% der hier angemeldeten Personen laufen, walken, schwimmen, radeln, ..., etc.
(be)treiben Sport, weil es Spass macht und die Personen Freude daran haben.
Egal ob es nun wöchentlich, mehrfach die Woche, täglich oder sogar noch öfter ist.
Die Personen machen das für sich selbst, weil Sie es können / wollen / es Ihnen gut tut / ... .
Ein jede/r hat dabei sein ganz eigenes Wunsch-Ziel und das ist auch gut so.

.

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden
( der sich selbst als rauchsüchtig bezeichnet ! )

Genau das meinte ich, Rosamia...

... Was? Den Eindruck, den der Beitrag bei Nichtläufern hinterlassen muß.
Genau das finde ich schlecht. Einem Läufer muß man nicht viel über Laufen und Sucht erzählen. Einem Ultraläufer gleich gar nicht. Der setzt sich eh damit auseiander - aber mit Leuten die die gleiche Sprache sprechen.
Nein, schlecht recherchiert ist das wirklich nicht. Das stimmt. Aber für die die nixhtlaufen, denen man auch das vielleicht näher bringen kann, sind alle Klischees bedient. Schublade auf. Rein. Schublade zu.
Die Aussage für mich ist ziemlich viel Nebel und jeder kann sich seine Bibel daraus selbst schreiben. Bloß nicht Stellung beziehen.
Egal.
Es gibt Leute, die Trinken von Januar bis Ostern kein Alkohol, auch (!) um sich zu bestätigen, dass sie nicht alkoholsüchtig sind. Ich brauch das beim Laufen nicht.
;-))

Genau mel72, das mein ich ja

Genau mel72, das mein ich ja das der Bericht überzogen ist. Jedem das Seine.

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Okay Lizgi...

... das Laufen günstig ist, muss man bilateral sehn!
Wenn ich nur meinem Hobby vor der Haustüre fröne, ist es günstig. Wenn ich aber die Spritkosten, Startgeld, Flugticket, Mietwagen, ohne Kleidung zusammen aufs Jahr verrechne, sind 1700€ grad mal nix :0)))...
Der Badwater z.B., ist gar nicht soooooo ein schwerer Lauf, aber die Kosten um an diesem Teilzunehmen, sprengt allen normal Bürger Rahmen, also wird dieser immer eine Exklusiv Veranstaltung bleiben! Wo wir wieder beim Thema Sucht ankommen, muss ich das unbedingt haben !? Und doch kommen wir vom eigentlichen Thema ab ;0)...

Sorry an alle, die niemals angekommen sind, weil sie mich nach dem Weg gefragt haben...

ja, das meine ich...

...ne schublade aufmachen!
ok, das wort "recherche" ist in diesem fall nicht ganz so korrekt, geb ich zu. aber die darstellung des ganzen hinterlässt bei einem "nichtläufer" schon einen falschen eindruck, finde ich. und sinn ist doch immer, möglichst viele zu erreichen und die dinge so aufzuziehen, dass auch lieschen müller sie versteht.
aber vielleicht ist das ja im tv anders als bei uns print-medianern.

bei einer reportage darf der reporter in die erarbeiteten fakten eigene eindrücke einbringen, aber er sollte nicht werten, kommentieren oder weglassen...
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laufend schreibt auch für lieschen müller: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Sucht ist ne Ansichtssache

Ich bin auch süchtig und zwar nach essen das mach ich jeden Tag:)

Um ein Ultra schaffen zu können muss man fast jeden Tag laufen. Ich hab zwar noch keinen Absolviert aber Trainingspläne sehe ich genug.

Ok wenn das Berufsleben und die Familie darunter leidet dann kann es zu Problemen kommen aber man schafft es auch alles unter einen Hut zu bekommen.

Also ist man süchtig wenn man ein Ziel vor Augen hat und dieses auch erreichen will, was ja bekanntlich ohne Training nicht gehen würde.

Ich hab meine Meinung darüber, Läufer sind ehrgeizige Sportler sonst würde man kein Marathon, 24h Lauf und Bergtrails usw. schaffen.

Grüße Sven

Was ist Sucht?

Ich hab mal irgendwo gelesen, dass es um den Verlust der Kontrolle über das eigene Verhalten geht.
Also: wenn Du demnächst unkontrolliert gelaufen wirst, dann bist Du süchtig.
Ist doch ganz einfach ;-)

ach Kawie ich hätt da so

ach Kawie ich hätt da so ein Träumchen von Hawai :-))))
So lange meine "Laufsucht" nicht die Kosten von 2 Schachteln Zigaretten pro Tag im Jahr überschreiten is alles guuut :-))

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Das Thema war: Kann langes

Das Thema war: Kann langes Laufen (etwas Gesundes) zur Sucht führen. Es war kein Beitrag über Sport allgemein, es ging auch nicht darum, dass Laufen und auch langes Laufen ungesund ist. Sondern, dass auch an sich gesundes unter bestimmten Umständen zu viel sein kann und sich ins Negative umkehren. Es wurde hier etwas Extremes betrachtet und das kam bei mir auch so an. Wenn Nichtsportler jetzt aus dem Beitrag entnehmen, dass langes Laufen grundsätzlich ungesund ist, dann haben sie den Beitrag eben nicht verstanden.
Und das ist meiner Meinung nach genau so falsch, wie der Aufschrei mancher Läufer "alles Mist, was die sagen". Das kommt mir vor, als würde man sich angegriffen fühlen, dabei ist das doch gar nicht nötig. Bei jedem Lauf stehen neben uns Läufer an der Startlinie, die ungesund trainieren, die mit Schmerzmitteln laufen, die einen Infekt haben. "Wir" sind das nicht, aber das gibt es trotzdem. Das sind Extreme und im Beitrag wurde von 3 % der Ultraläufer gesprochen, ich halte die Zahl gar nicht für so unwahrscheinlich. "Der Rest läuft nur viel" wie der Psychologe und der Arzt (welche beide selbst Ultra laufen/schon gelaufen sind) im Beitrag sagten.

ich habe den Beitrag gesehen...

...und finde ihn ausgesprochen gut!

Differenziert betrachtet, eben gerade NICHT generell wertend, sondern lediglich die Bandbreite aufzeigend, was möglich ist (von Genuss über Stolz bis hin zum Suchtverhalten).

Was mir gefallen hat: der Brückenschlag zur Leistungsgesellschaft. Ich denke, da ist 'ne Menge dran (nicht für jeden, aber für viele).

Ich laufe keine Ultras - und trotzdem habe ich mich bei der einen oder anderen Aussage "ertappt" gefühlt.
Und jeder, der gelegentlich die Warnsignale seines Körpers ignoriert, kann sich da durchaus auch mal an die eigene Nase fassen.

Natürlich sind die Grenzen fließend!

ICH höre aus dem Beitrag keinen Vorwurf heraus, sondern eher ein: passt auf Euch auf!

@ Rosamia: danke! Genauso

@ Rosamia: danke!
Genauso hab ich den Beitrag auch verstanden.

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

Ich habe den Beitrag auch

Ich habe den Beitrag auch gesehen. Und so unterschiedlich die Reaktionen hier sind, so ambivalent ist meine eigene Reaktion darauf.
Klar, natürlich bin ich nach Aussage meiner Umwelt süchtig, nicht normal, sowieso hab ich offensichtlich zu viel Zeit und meine Familie fristet ein bedauernswertes Dasein als ein vernachlässigter Haufen Menschen... ;-)
Sicher ist es nicht verkehrt, sein eigenes Tun und Handeln ab und zu zu hinterfragen. Und wenn mich ein Nichtläufer nach meiner Motivation fragt, bin ich auch gerne bereit, darüber zu reden, lasse mich dann auch auf die Diskussion des Umfangs und Häufigkeit meiner Läufe ein. Aber sauer werde ich, wenn andere Menschen mich als süchtig bezeichnen, die weder wissen, was ich warum wie mache, noch meine Motivation kennen, schon garnicht wie es mir dabei geht!
Da bin ich mir mittlerweile auch sicher, das der Faktor Neid eine große Rolle spielt. Und jemanden Laufsucht zu unterstellen, nur weil ein Läufer in der Lage ist, Ultra zu laufen und es dann auch noch gerne tut...das ist, finde ich zu einfach!
Im übrigen finde ich, wurde in diesem Beitrag ein wirklich extremes Beispiel angeführt. Dieser junge Mann repräsentiert doch nicht die Breite Masse aller Läufer. Und trotzdem würde ich ihn nicht als süchtig bezeichnen (anhand der spärlichen Fakten, die ich jetzt über ihn weiss)sondern lediglich als Extremsportler. Na und?? Solange es ihm gut geht, er sich wohlfühlt und er Spaß dabei hat?

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

ja, das kommt noch...

...für mich hinzu: der titel der reportage passt eigentlich nicht wirklich. beispiel auch: die junge frau, die sechs monate in eine klink ging, war nicht explizit nur sportsüchtig (betonung auf sport und nicht nur laufen), sondern auch noch essgestört. sie hätte auch genausogut in eine reportage über esssüchtige gepasst.

letztendlich ist es doch so, dass eine menge interpretationsspielraum bleibt, zum beispiel für nicht-läufer, die gern in die laufsucht-kerbe hauen, jeden, der mehr als dreimal die woche oder auch mal nen marathon läuft, schnell mal als suchtgefährdet einzustufen, ohne wirklich zu hinterfragen. dass es immer noch eine relativ gesehen gesündere sucht ist als extrem-couching, wird dann schnell ausßer acht gelassen...
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laufend fühlt sich wohl mit all ihren (sehn)süchten: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Ich habe die Reportage bewusst nicht angeschaut,

weil ich von all den Nichtsportlern in meinem Umfeld sowieso immer wieder mal als "nicht normal" bezeichnet werde. Ich weiß, dass ich nicht süchtig bin, ich laufe einfach gerne und niemand in meiner Familie leidet darunter, weil ich eine "Nischenläuferin" bin, also frühmorgens, wenn alle schlafen oder wenn ein Kind Training hat und ich sowieso nur hin und her fahren müsste. Aber Außenstehende, die keinen Sport machen und wenn, sich dann quälen, werden uns doch immer wieder vorwerfen, wir wären nicht normal. Ich denke mir immer, dass es Tabaksucht gibt und Alkoholsucht, Arbeitssucht oder Computersucht, Fresssucht und Magersucht. Da fahren wir Läufer mit unserer Sucht doch ganz gut. Im übrigen frage ich dann schon, was denn mit denen ist, die täglich ab 20.15 TV glotzen, sind die TV-süchtig? Nein, ich diskutiere das einfach nicht. Mir gehts saugut mit der Rumrennerei, ich muß nie Diät machen, habe keine Novemberdepression und gehe sehr aufrecht durchs Leben, weil ich weiß, dass ich was leisten kann. Basta!!

Nö, glaub ich nicht, Schalk!

Du bist nicht süchtig.
Das ist meine ganz persönliche Meinung gestützt auf das, was ich von Dir kenne.

Du bist ein fairer Wettkämpfer, teilst Deine Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge, und beißt Dir nicht die Zunge ab, wenn einer schneller ist, als du.
Es wird nämlich meistens einen geben.

Du rennst nicht einfach stumpf nach Plan weiter, wenn Deine Achillessehne oder Plantarsehne schmerzt.
Du weißt dann, was zu tun ist und tust es, denn ansonsten ist erst mal länger vorbei mit Laufen.

Und trotzdem läufst Du so verrückte Sachen, wie die Diagonale oder UTMB, aber alles in Deinem eigenen Rahmen, ohne Dich ernsthaft und vor allem dauerhaft zu gefährden, denn Du bist gut vorbereitet und willst auch danach noch laufen.

Da gibts auch hier ganz andere Fälle, die die Spätfolgen eben nicht im Blick haben, wenn man so etwas unvorbereitet macht. Trotzdem ist es jedem selbst überlassen, denn die Folgen hat auch jeder für sich selbst zu tragen.

Ich fand diese Reportage nicht schlecht, denn sie hat viel Wahrheit, versucht wertfrei zu bleiben, klärt medizinisch auf (natürlich nur grob) und bringt zum Nachdenken.

Als ich mich auf meine LD vorbereitet habe, hab ich auch vieles drumherum zurück gesteckt und Trainingszeit organisiert, wo es nur ging, um meinem Anspruch an dem Ganzen zum Erreichen des Zieles zu genügen. Danach hab ich erst mal fast ganz auf Schwimmen und Radeln verzichtet, weil der Kopf sagte, keine Lust. Ich wollte wieder in Ruhe laufen und wieder etwas normaler leben, nichts müssen für ein Ziel, nur ernten für die Mühe und genießen.
Nö, ich glaube nicht, dass ich süchtig bin...höchstens nach Schokolade in regelmäßigen kleinen Mengen! ;o) (ist das jetzt schon ne Essstörung??)

Als der Ultraläufer in Eisenach auf den letzten Metern sein "Ja" ausschrie, ging ein kribbeln durch meinen Körper und ich hatte Gänsehaut. Wohl einen kleinen Schub Glücksgefühl. Ich lasse es wirken und möchte es nicht diskutieren.

Ja, ich laufe gerne und viel, brenne dafür, ein gestecktes Ziel zu erreichen.

Genau Schalk, ist der Angler süchtig, weil er Stunden lang auf den Fisch wartet?
Ist der Rennfahrer süchtig, weil er Stunden lang an seiner Maschine rumschraubt?
Ist der Wanderer süchtig, weil er Stunden, Tage oder Wochen lang durch die Berge stöckelt?
Sie alle kommen hoffentlich gesund und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.
Besser, als das Sofa nie verlassen zu haben.

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Eins sehe ich genau wie ihr!

Der Titel der Reportage war unmöglich und auch der Ankündigungstext. Deshalb hab ich mir das Ganze auch wie wahrscheinlich die meisten hier vorurteilsbehaftet angeschaut und gleich am Anfang gedacht was für ein polarisierender Mist. Aber im Laufe des Beitrages änderte sich meine Meinung (siehe oben).

@Mel
Mir geht es in meinem Umfeld auch so, dass die meisten den Kopf schütteln und ich bin bisher nur ein paar Marathonläufe gelaufen (nie mehr als 2 pro Jahr). Das ist einfach so und ändert sich auch nicht, wenn ich versuche, es zu erklären. Meist sage ich von meinen Plänen gar nichts. Meine Familie versteht es zum Glück - das ist die Hauptsache :-)

Suchtverhalten

Ist meiner Meinung für jeden Menschen in mehr oder minder ausgeprägtem Maß ein Thema, oder auch nicht, je nach dem wie man sich die Begriffe definiert. Die Mechanismen wie Verdrängung, Vermeidungsverhalten, Belohnungs- und Bestätigungssuche sind ganz normale Verhaltensmuster, die uns ein Handwerkszeug im Alltag sein können. Die aber auch ihr Schädigungspotential entfalten können.

Ethymologisch hat Sucht, kommt von siechen, denkbar wenig mit Ultralaufen zu tun. In so fern finde ich es ungeschickt, ein selbstschadigendes Verhalten durch exzessives Laufen, wie es manchmal vorkommen mag als Sucht zu bezeichnen, auch wenn viele Parallelen bestehen mögen und gleichzeitig andere (Sucht-?) Erkrankungen vorliegen.

Mir selbst hilft das Laufen, Suchtverhalten (rauchen) loszulassen, nicht mehr kontrollieren zu müssen, unter anderem weil man sich den Kick selbst erarbeiten muss, weil die Voraussetzung, den Genuss weiter zu haben in einem sorgsamen Umgang mit dem körper liegt, in wenigen andern möglichen Suchtmitteln ist es so schnell möglich, sich selbst auszuknocken.

granreserva
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

Fernsehen

Schon mehrfach erwahnt, das Fernsehverhalten. Mit 242 minuten taglich im Bundesdurchschnitt weit aufwändiger und exzessiver als das Laufverhalten der Allermeisten Ultralaufer, damit könnte man wahrscheinlich lockere e350 km pro Woche laufen. Das schafft auch nicht der S hnitt der 100 Meilen Läufer. Und der Anteil der Suchtkranken unter den Fernsehschauern ist wahrscheinlich nicht geringer als der unter den Ultraläufern.

granreserva
der noch kein Ultraläufer ist.
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

(Ultra-)Langstrecke ist schon ein Grenzgang

Die Reportage habe ich nicht gesehen. Rund um Remscheid möchte ich dieses Jahr das zehnte Mal oberhalb der Marathondistanz unterwegs sein.

Welche Folgen Überbelastung auf den Bewegungsapparat hat - davon kann ich ein Liedchen singen, genau genommen sogar zwei.

Mit derzeit drei Trainingseinheiten in der Woche bei 60-65 Wochenkilometern schränke ich mein anderes Leben schon ein gutes Stück weit ein, aber durchaus noch im grünen bis hellgelben Bereich. Ich lasse mir auch einiges einfallen, um kompensierend gegenzusteuern.
Insbesondere die langen Kanten sind für mich schon ein Hausnummer und ich bemühe mich auch redlich, Regenerationstage geflissentlich einzuhalten. Insofern also ein Grenzgang. Ich weiß, dass ich meine Grenzen behutsam verschieben muss.

Ja, nicht pathologogisch betrachtet bin ich schon süchtig. Danach, mir irgendwo da draußen den Wind um die Nase wehen zu lassen, den Regen zu spüren, die Beine einfach laufen zu lassen (bspw. gestern bergan ganz mühelos), nach einem anstregenden Arbeitstag wieder ein Lächeln in's Gesicht gezaubert zu bekommen...
Klar, auf 'ner Ultradistanz (an manchen Tagen auch schon weit unterhalb) ist irgendwann Schluss mit lustig. Dann wird es richtig spannend - wie gehe ich damit um, was lasse ich mir einfallen, welche Entscheidungen treffe ich?

Und ganz besonders süchtig bin ich danach, mit anderen Bewegungsjunkies wieder irgendwoch am Start zu stehen und den ein oder anderen Kilometer gemeinsam zu teilen !


Danke

fürs Aufmerksammachen auf diese sehr interessante Reportage! Ich finde, sie beleuchtet gut sowohl die verschiedenen Aspekte einer Sport-/Laufsucht, als auch die Aspekte des normalen bis intensiveren Freizeitsports. Ich fand da nichts eigenartig dran.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ich hab extra noch einmal ...

... zugehört, was da erzählt wird. Hab ich da was falsch interpretiert? Nicht richtig zugehört?
Möglich. Ich glaube aber nicht.
Die Akzente setzt die Sprecherin. Nicht die Leute, die interviewt werden. Zu Beginn wird ganz klar über Sportsucht gesprochen und der umfang ausgemalt. Ja, auch die 3% fallen. Die Gefahr, dass sie in der Masse des anderen untergehen ist groß. Ich habe sie beim ersten Mal wirklich nicht aufgenommen.
Der Ultraläufer "meint" seine Lauferei im Griff zu haben. Er "glaubt" das. Suggeriert wird für mich damit ganz klar die Negation der Aussage. Aber das ist meine Lesart und jeder nimmt das Gesagte anders auf. Insofern habe ich das anders verstanden, gedanklich umgesetzt als ihr beide Nickdynamics und Rosamia. Is auch OK. Nich schlimm. Ich dachte nur beim Lesen ich hätte einen etwas anderen Beitrag gesehen. Nein, habe ich nicht. Nur anders verstanden. Interessant.
;-)

Genau Schalk...

... ich habe es auch so verstanden wie du, also ganz klar ne Ansage gegen dich ;0)!!

Okay, nehmen wir unsere Sportidole, ob im Boxen, Radfahren, Autorennen, Olympia, Fußball usw.! Sind die also nicht Süchtig!???! Ach ja :0), die verdienen ja Geld damit!!!

Mal ehrlich, da hat mir der Boris Becker als Sportsüchtiger Tennisspieler besser gefallen als heute! Jetzt ist der nur noch aufgequollen und fett.

Dann doch lieber "Sportsüchtig"...

Sorry an alle, die niemals angekommen sind, weil sie mich nach dem Weg gefragt haben...

Das Thema Sucht

Wenn Dich das Thema interessiert, lies doch einmal ein Buch über das Thema Sucht. also ein Fachbuch z.B. über Alkoholsucht. Du wirst feststellen, das die meisten Menschen mit dem Begriff Sucht falsch umgehen. Sucht ist Krankheit. Wenn du Alkoholkrank wärst, würde der Alkohol, bei manchen Menschen eine kurze Zeit, bei anderen sich über Jahre hinweg entwickelnd, zunehmend Dein einziges Lebensziel sein, weil Du von diesem Stoff abhängig bist. Im Krankheitsstadium dreht sich Deine ganze Welt um diesen Stoff, Beziehungen gehen nach und nach in die Brüche, um an den Suchtstoff zu gelangen wirst Du lügen, betrügen, andere austricksen, verheimlichen und Du brauchst immer mehr davon von diesem Stoff um im Beruf leistungsfähig zu sein, um Dich zu entspannen, um zu schlafen und und und! Und Du benötigst immer noch mehr von diesem Stoff, im Beruf wirst du weniger leistungsfähig werden, bis zur Leistungsunfähigkeit, Du machst Schulden verlierst lieber eine Beziehung als die Möglichkeit aufzugeben zu trinken, Du wirst nichts anderes mehr leben können, als Alkohol zu trinken. Du lebst in einem Teufelskreis und kommst an den Abgrund und du wirst Dich entscheiden müssen zu leben oder zu Grunde zu gehen und Freude gibt es da nicht mehr, nur noch Gier. Du hast jetzt die Möglichkeit "Trocken" zu werden, aber der Suchtfaktor Alkohol ist immer da, ein wenig in einer Soße, ein Schlückchen in einem Longdrink, die Beimengung von Alkohol in einem Kuchen, und der Teufelskreis kann von vorne beginnen. Jetzt übertrage das Ganze mit all der Rohheit der Realität in das Thema Laufen. Und dann frage Dich "Bin ich süchtig?" Weiterhin Spaß am Laufen

Das musste ja mal kommen ;))


Um meinem Benutzernamen Tribut zu zollen, möchte ich ein kleines Sätzel beitragen. Ich arbeite seit 15 Jahren in einer Suchtkrankennachsorgeeinrichtung für alkohol, drogen- und medikamentenabhängige Menschen. Ihr seid sicher alle total in OK!! Gewiss hat Laufen auch einen Suchtpotenzial, aber es gibt echt Schlimmeres! Die Fernsehmenschen sollten lieber Reportagen über Drogen Medikamente o. Bischöfe u.ä. machen wäre zur Aufklärung über süchtiges Verhalten sinnvoller... meine ich
Suchtsprinter

schlimmer...

...gehts immer.
Nur, weil es stoffliche Suchterkrankungen gibt, soll über zwanghaftes Verhalten (so würde ich die "Sportsucht" wohl eher nennen), nicht gesprochen werden?
Ich finde es sehr bemerkenswert, wie unterschiedlich der Beitrag hier aufgenommen wird. Auf jeden Fall ist die Diskussion darum für mich bereits Indiz dafür, dass das Thema soooo abwegig wohl doch nicht ist.
Das gelegentliche Nachdenken über das richtige Maß (nicht nur beim Laufen) finde ich durchaus sinnvoll.

Ich ...

... habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, weil es mir zu viele sind und ich möchte eigentlich auch ins Bette gehn. Aber meinen Senf muß ich noch dazu geben.
Ich verstehe unter Laufsucht, wenn man an nichts anderes mehr denken kann und immer meint, man muß unbedingt noch laufen gehen, da man sonst ein schlechtes Gewissen hat. Man steht unter Zwang und ist sehr nervös.

Kann ich von mir nicht sagen, ich bin die Ruhe in Person.
Ich laufe,weil es Spaß macht und meine Lebensqualität erhöht.
Ich fühle mich gut und super fit und habe viele Freunde.
Dementsprechend bin ich auch immer gut drauf.
Und super schlafen kann ich auch.

In diesem Sinne,
gute Nacht LS :))

PS: Die blöden Sprüche der anderen gehen mir schon lange am Hintern vorbei ;)

"Wenn du eine Düne erklimmst, verschwende deine Energie nicht damit zu beschreiben, was auf der anderen Seite sein könnte, warte, bis du oben bist, um es zu entdecken." Maxime Chattam

selektive Wahrnehmung

@ Schalk: kann sein, dass ich den latent negativen Unterton tatsächlich überhört habe, schaue mir den Bericht jetzt aber nicht nochmal an. =)

@ laufspaß: Zwang(haftes Verhalten) ist aber etwas ganz anderes als Sucht! ...nur mal so...

Gruß, Dominik
_____________________
"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

@nicksdynamics

Der Suchtbegriff wird unterschiedlich verwendet. Hier mal als Beispiel die Definition auf Wikipedia:
Sucht ist der umgangssprachliche Begriff für verschiedene medizinisch-psychologische Krankheitsbilder. In der Fachwelt ist er ersetzt worden durch die Begriffe
- Abhängigkeitssyndrom für substanzgebundene Abhängigkeiten und
- Impulskontrollstörung, Zwangsstörung oder Verhaltenssucht für nicht-substanzgebundene Abhängigkeiten;
in zahlreichen offiziellen und inoffiziellen Einrichtungen wird der Begriff „Sucht“ allerdings weiterhin verwendet.

Aber das ist doch hier in der Diskussion eher nebensächlich. M.E. maßgebend (für beides) ist der Verlust der Steuerung des eigenen Verhaltens - ob es nun Sport ist oder das (nicht-)Essen oder das Trinken von Alkohol oder was auch immer.

@ heroh

DNF, nach 10 min!

war Schluß, da hatte ich keinen Bock mehr mir das Geplaudere anzuhören. War statt dessen lieber ne Runde laufen. hohoho. Ne, ich war nicht laufen, trotzdem fand ich die ersten 10 min das übliche Blabla im TV. Das Gejammer des Ultraläufers übers schlechte Wetter und das es ja schon mal noch schechter war, die arme Süchtige, der man in der Therapie sogar die Schokolade weggenommen hat,die erst wieder neutralisiert werden musste, ihre Sinne wieder zum Leben erwecken musste, das war mir zu viel Klischee und Koketterie.
Der Bericht zeigt, dass es Menschen gibt, die ein zu viel an Sport nicht verarbeiten können, für die Sport das Leben definiert und die sich deshalb im Sport verlieren. Okay. Aber deshlab sind doch nicht gleich alle süchtig, die exzessiv Sport treiben.
Bin ich süchtig? Ja, ich bin süchtig. Ich bin süchtig nach der Bewegung an der frischen Luft, nach den Erlebnissen auf der Strecke, nach den schönen Treffen, mit gut gelaunten, entspannten Menschen, vorher und hinterher. Ja, mein Körper ist süchtig nach dem guten Gefühl etwas geschafft zu haben, abends glücklich abgearbeitet im Bett zu liegen. Mein Kopf ist süchtig nach der Ruhe, die ihm mein Körper immer dann gibt, wenn er in diesem Zustand ist. Süchtig? Voll erwischt! Oder nicht? Denn die letzten zwei Wochen bin ich fast gar nicht gelaufen...und es war auch schön. Habe ich was vermisst? Nö. Abgesehen davon, dass es einfach nicht in den Zeitplan gepasst hat. Also doch nicht süchtig! Würde ich gegen meinen Körper laufen, mit Schmerzen? Nö. Also ehr nicht süchtig.
...to infinity and beyond...

Neid

Ich denke das die meisten von uns laufen, weil sie Spaß daran haben oder auch um abzunehmen. Bedenklich wird es erst wenn, aus welchem Antrieb auch immer, die Lauferei dazu führt, dass gesundheitliche Grenzen überschritten werden, welche Verletzungen verursachen oder verschlimmern. Wenn also sportlicher Ergeiz zu einem kranken Körper führt. Das dürfte aber auf die wenigsten von uns zutreffen.

Neid: Das sehe ich auch so. Für jemanden der es nicht hinbekommt abzunehmen oder sich zu sportlicher Aktivität aufzuraffen - und dann auch dabei zu bleiben - für den ist es viel einfacher zu sagen, XYZ ist sportsüchtig, als sich an die eigene Nase zu fassen. Denn zu sagen "der ist Sportsüchtig" impliziert ja, das der Süchtige es nicht aus eigenem Antrieb macht, also auch über die Willensstärke verfügt durchzuhalten, sondern dass er von seiner Sucht getrieben wird. Einen Marathon oder Ultra zuende zu laufen wenn die Lust vergeht, zeugt von Willensstärke. Eine Willensstärke, den es lästernden Couchpotatos mitunter fehlt. ...

Übrigens war mein Fernseher dieses gesamte Jahr so viel an, wie bei vielen lästernden Couchpotatos an einem Wochenende.


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