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Liebe Jogmapper,

nach 10 Jahren im großen-und-ganzen verletzungsfreien Hobby-Laufens (25-30 km pro Woche) hat mich Ende April ein heftiger Bandscheibenvorfall im letzen Lendenwirbel kalt erwischt. Nachdem neurologische Ausfälle und beginnende Lähmungen da waren, wurde ich nach fünf Tagen sofort operiert. Die OP ist gut verlaufen, ich war gleich schmerzfrei, der Heilungsverlauf war bisher sehr gut. Geblieben ist mir bisher allerdings leider die Taubheit im linken Fuß (äußere drei Zehen, äußere Fußhälfte und Ferse), von der die Ärzte meinen, sie könnte noch verschwinden, wenn ich Pech habe, kann sie auch bleiben. Leider habe ich auch noch Spreizfüsse, links ausgeprägter als rechts (der rechte Fuß macht mir kaum Probleme), und das ist momentan mein Problem: durch die Taubheit rollt man den Fuß nicht normal ab, und die Spreizfußbeschwerden werden eher schlimmer (und ja, man kann in einem tauben Fuß trotzdem Schmerzen haben).
Ich habe Einlagen mit Pelotten und sensomotorische Einlagen, beides bringt mir im Moment keine wirkliche Besserung.

Seit der OP bin ich auf Walken umgestiegen (ca. 8:30 min/km), würde aber sooo gerne wieder laufen, wenigstens im Wechsel mit Walken und mal kurze Strecken. Ich habe immer mal wieder versucht, kurze Laufabschnitte in meine Runden einzubauen, aber das Laufen auf dem tauben Fuß fühlt sich einfach nicht gut an, weder das Landen noch das Abrollen oder Abstoßen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und weiß vielleicht Rat? Den Ärzten fällt nicht viel dazu ein...

Danke!
Beffi

Leider....

... kann ich Dir da auch wenig Hoffnung machen.

Das mit den Bandscheiben ist so eine Sache, es klingt nach einer Nervbeteiligung und Nerven können sich zwar regenerieren (was dann zu Beschwerdefreiheit führen würde), aber das dauert.

Das einzige, was mir dazu also einfällt: Geduld!

Lieben Gruß und Gute Besserung!
Caia

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Ich übe noch!

Laufen neu lernen

Ich bin kein Experte, aber ich stelle mir vor, dass Dein Fuß bzw. Dein Körper das neue Laufen lernen muss. Insofern finde ich Deine Vorgehensweise richtig. Aber so ein Prozess braucht wirklich Zeit. Vielleicht könnte ein guter Physiotherapeut Deines Vertrauens Dir mit Rat und Tat weiterhelfen, damit Du nichts falsch machst.
Ich wünsche Dir sehr, irgendwann wieder frei und unbekümmert laufen zu können.

Gabriela

Laufen macht glücklich!

Nach einem Bandscheibenvorfall...

... im Bereich der Halswirbelsäule (keine OP, nur Krankengymnastik) hatte ich noch lange (ein Jahr?) danach taube Finger.
Ich hatte damals irgendwelche Tabletten bekommen (weiß aber leider nicht mehr was es war, meine aber Phlogenzym), die den Heilungprozess beschleunigen sollten. Ich weiß nicht, ob es mit den Tabletten jetzt schneller ging, aber gedauert hat es trotzdem lange.
Mein Vorteil damals... ich bin noch nicht gelaufen und wenn, dazu braucht man keine Finger ;-)

BS-Vorfall

Periphere Nerven regenerieren vom zentral nach peripher mit einer Geschwindigkeit von 1 mm/Tag, vorausgesetzt, dass der Weg frei ist (Keine Op-Narben zwischen Start und Ziel). Also bei einem Beinlänge von 80 cm sind das von L5 ca 3 Jahren... Nach deiner Beschreibung würde ich sogar vermuten, dass auch motorische Ausfälle noch vorhanden sind. (Muskel, die Ihre Nerven verlieren, gehen in wenigen Wochen ein) Rede mit einem erfahrenen Physiotherapeuten ob spezielle Kraftübungen für geschwundene Muskeln notwendig oder sinnvoll wären. Ich hatte selber eine linksseitige L5-S1 Vorfall, glücklicherweise habe ich keine Op benötigt (war knapp). Trotzdem habe ich 2 Jahre lang nicht gelaufen, nur Rückenschule gemacht. Denk daran, beim Laufen muss du eine sehr stabile LWS haben, du kommst fliegend auf en Fuss an...
Zum Trost: Heute ( 5 Jahre nach dem BSV) habe ich 10,5 km in 53 min gelaufen.

Gute Besserung

mangia bevi ama forte non ave paura della morte

Auch wenn

der Nerv sich nicht wieder regeneriert, man kann mit einem solchen Handicap laufen (und zwar bis hin zur Marathon-Strecke!). Bei mir hat es ca. ein Jahr gedauert, bis sich der Körper an das Manko gewöhnt hatte (gleiches Ausmaß der Taubheit wie bei Dir). Nachdem ich mit dem Laufen begann, 7 Jahre n. OP im LWS-Bereich, waren die Anfänge für das Bein hart. Das mangelhafte Abrollen durch den tauben Fuß fällt beim Gehen nicht auf, wird aber anfänglich beim Lauftraining mit viel Muskelkater bzw. Dehnbeschwerden "belohnt". Ein bisschen Aufpassen muss ich noch immer bei unebenem Gelände, da hilft dann auch schon mal Laufen auf Sicht, d.h. das Auge kompensiert das fehlende Gefühl. Hab Geduld, Dein Körper benötigt einige Zeit um sich an die Veränderungen zu gewöhnen.

Gute Besserung
Sammy

Danke

für die aufmunternden Worte, Geduld ist nicht so meine ganz große Stärke, muß ich aber wohl haben.
Ich nehme Keltican Forte (ein Vitamin B12-Präparat), das der Regeneration der Nerven helfen soll, und mache auch noch Physiotherapie.
Ich werde mich wohl noch eine Zeit lang mit dem Walken begnügen, um nicht durch zu viel Ehrgeiz noch Knie oder Hüfte zu verkorksen, und meine Laufversuche erst später wieder starten.
Beffi

Knie und Hüfte...

...genau auf die musst Du aufpassen.

Mir wurde vor ca. 8 Jahren bei einer Fuß-OP vermutlich der Nerv, der den Großzeh ansteuert, durchtrennt. Seitdem kann ich den nichtmehr aktiv bewegen (nur noch passiv). Heißt: Ich "platsche" den beim Laufen etwas anders (kraftloser) auf als den vom anderen Fuß. Dadurch enteht ein leicht asymetrischer Laufstil, was sogar gemessen wurde, da die Schrittlängen links und rechts etwas unterschiedlich sind (auf der Seite mit dem tauben Zeh ist der Schritt etwas kürzer).

Ich habe nun, Jahre danach, fiese Probleme mit dem ISG und mit diversen Muskeln rund um die Hüfte, da sich (trotz sensomotorischer Einlagen) muskuläre Dysbalancen eingestellt haben. Rückblickend habe ich wohl die Kräftigung von Bauch- und Gesäßmuskeln vernachlässigt.

Mein Rat an Dich daher: walken (noch besser: nordic) und (wenn möglich) mit physiotherapeutischer Unterstützung gezielte Kräftigung im Rumpf, Bauch und Oberschenkelbereich. Denn dort wird das Koordinationsmanko der Füße letztlich aufgefangen.

Alles Gute und viel Geduld wünsche ich Dir!

Versuch´s mal ...

...mit einem individuellen Laufcoaching samt Barfusslaufen. Hab selbst sehr gute Erfahrung gemacht mit einem Einzel-Laufcoaching bei einem Physiotherapeuten sowohl mit Laufschuhen als auch mit Barfuss-Einheiten; das Nervensystem bekommt beim Barfusslaufen nochmal ganz andere Impulse und viele Fehlstellungen können korrigiert werden (natürlich langsam einsteigen, da die Fußmuskulatur durch das Schuhetragen geschwächt ist; es gibt gute Bücher dazu). Viel Erfolg und gute Heilung!

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hallo,

wollte dich mal fragen wie es dir heute mit deinem Fuß geht, denn ich habe das selbe problem seit 1 monat nur das ich keine op hatte sondern nur einen vorfall in der Lws...

lg

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