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Nachdem ich den Bericht gestern auf meinem Blog veröffentlicht habe, darf er hier natürlich auch nicht fehlen. ;-)

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Sonntagmorgen, 5 Uhr: während ich mich früher um diese Zeit in den Sitzen des nächstbesten Taxis zurückgelehnt habe, auf dem Heimweg vom Partymachen, klingelt da heute der Wecker. Raus aus der warmen Bettdecke, im Halbschlaf Kaffee kochen und dann mit dem Hund raus. Es ist dunkel, kalt und regnet, und es ist der Tag des RheinEnergieMarathons in Köln. Zusammen mit 14.000 anderen Läufern, unter anderem mit ragnarök, habe ich mich für die Halbmarathondistanz gemeldet. Insgesamt gehen 25.800 Athleten an den Start.

Die Laufklamotten habe ich gestern Abend schon zurechtgelegt; die Startnummer mit Sicherheitsnadeln an meinem Trikot zu befestigen, ohne mir ein paar neue Piercings zu stechen, ist der Hallo-wach-Test. Mittlerweile ist auch ragnarök auf den Beinen, und als wir auf dem Weg zur Straßenbahn im Auto sitzen, ist die Temperaturanzeige nicht gerade berauschend: 5,5° C.

So gut wie jeder in der Straßenbahn trägt eine der charakteristischen blau-weiß-roten Tüten bei sich, in denen man im Vorfeld auf der Marathon-Expo die Startunterlagen ausgehändigt bekam – zusammen mit einem bedruckten Kölschglas, jeder Menge Gratisverpflegung und Produktproben übrigens.

Heute sind das unsere Kleiderbeutel, in denen die Wechselklamotten abgegeben und per LKW vom Start- zum Zielbereich transportiert werden.

Der Beste und ich kommen zeitig in Deutz an und warten erstmal eine halbe Stunde im Gedränge im Bahnhofsgebäude.

Als dann die Dämmerung anbricht, stopfe ich die Winterjacke mit einem wehmütigen Blick in den Kleiderbeutel und gehe raus – UARGH, ist das kalt. *_* Zumindest hat es aufgehört zu regnen.Die Helfer sind sehr freundlich und ich tausche meinen Kleiderbeutel gegen ein aufmunterndes “Viel Spaß! ” ein. Nochmal aufs Klo, der Psyche wegen? Nee, Dixi. Is nich so dringend.
Also auf zum Startbereich, der farblich gruppiert ist. Ich bin orange, irgendwas in der Mitte, und im Schneckentempo schieben sich die Massen vorwärts.
Um 8.30 fällt der Startschuss für die erste Gruppe, und eine Viertelstunde später ist auch Orange dran. Passend zum Motto des Laufs, “Der Dom ist das Ziel!”, erschallt aus den Lautsprechern Highway to Hell. ^^ Ein letztes Mal vergewissern, dass die Uhr auch eingeschaltet ist, langsam lostraben, da ist auch schon die Startmatte, drüber, Uhr starten, LOS!

Der erste Kilometer führt über die Deutzer Brücker auf die andere Rheinseite, dann geht es mit einem Schlenker zum Neumarkt und dann zum Rudolfplatz. Da ich in letzter Zeit weitaus mehr auf dem Crossbike und im Schwimmbad unterwegs war als denn auf der Laufstrecke, habe ich mir einen 7er-Pace vorgenommen, sieben Minuten für jeden Kilometer also. Ziemlich bald stellt sich heraus, dass das GPS-Signal der Garmin nicht ganz genau ist und ich mich auf deren Pace-Anzeige nicht verlassen kann. Möp. Ich laufe also nach Gefühl und schlage ein ruhiges Tempo an, um bei jeder Kilometermarke die Zeit abzugleichen. Das kommt ziemlich gut hin, ich bin ein bisschen schneller als geplant, aber es läuft. :)

Die Strecke mäandert durch diverse Kölsche Veeddel, unter anderem an der Uni vorbei, durch Sülz, am Melatenfriedhof vorbei, zum Mediapark und kreuzt dabei dreimal aus jeweils unterschiedlichen Richtungen den Rudolfplatz, wo ich ja arbeite. Mittlerweile habe ich mir zwei Minuten Zeitpuffer erlaufen und freue mich, als mit Kilometer 11 schon mehr als die Hälfte geschafft war. Wirklich viele Zuschauer sind trotz des usseligen Wetters gekommen, um uns mit Musik, Rasseln und Plakaten (“Lauf schneller, ich steh im Halteverbot!”) anzufeuern. Es herrscht eine tolle Stimmung. :) Bemerkenswert ist übrigens jene Läuferin, die eine Wette verloren hatte und deswegen mit Bikini, Schwimmflügelchen und… Schwimmflossen laufen muss. ^^

Irgendwann zwischen Kilometer 15 und 16 bekomme ich plötzlich stechende Rückenschmerzen und ich nehme Tempo raus, um das wieder hinzukriegen. Bei mir rutschen die Wirbel so oft ineinander, dass mein Rücken jedesmal von oben bis unten knackt, wenn der Beste mich in den Arm nimmt oder ich mich morgens strecke, oft reicht es auch, mit den Händen an bestimmten Stellen auf den Rücken zu drücken. :D Diesmal bin ich leider nicht erfolgreich, es knackt nicht und so laufe ich dann halt mit Rückenschmerzen weiter, muss erstmal meinen Rhythmus wiederfinden. Lustigerweise stören mich Muskelschmerzen nicht sonderlich, da kann ich gut weiterlaufen. Rückenschmerzen, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen gehen aber so gar nicht. *_* Meine Laune ist etwas ramponiert und die letzten drei Kilometer ziehen sich länger hin als die ganzen achtzehn davor.

Noch drei Kilometer, zweieinhalb, etwas mehr als zwei, anderthalb, nur noch ein paar hundert Meter… über die Hohe Straße geht es um einige Kurven endlich ins Ziel. Örx. Eine 2:27:22 ist es geworden, was einen Pace von 6:59 bedeutet. :)
ragnarök ist eine beachtliche 2:10:58 gelaufen und hat damit seine bisherige Bestzeit um fast sechs Minuten verbessern können.

Im Zielbereich erwartete uns das Rewe-Verpflegungsdorf, eine große Fressmeile. ;)
Medaillen gab’ s auch für jeden Finisher.

Von der Ziellinie bis zum Kleider-LKW brauchte ich vor lauter Gedränge fast eine halbe Stunde, was dann schon verdammt kalt war, ebenso wie der restliche Heimweg. Zuhause gab’s denn erstmal eine heiße Dusche und danach selbstgemachte Pizza mit ein paar Folgen Battlestar Galactica…. perfekt, auch wenn ich trotz mehrerer Lagen Kleidung immernoch nicht wirklich aufgetaut bin. ^^

4.166665
Gesamtwertung: 4.2 (6 Wertungen)

Wege nach dem Lauf

gestern nun habe ich meinen 8 Kölner HM nacheinander absolviert und mit 3 Hundertstel auch meinen alten Rekord aus 2007 unterboten.

Aber ich gebe Dir recht, die Wege nach dem Verpflegungsdorf waren unermüdlich lang und es wurde kalt, vor allem bei einem, der beim Laufen ziemlich schwitzt. Was war das doch frööher schön en de Messehalle, wen Du dich ee bissje opwärme konnst....

Aber im nächsten Jahr findet der Lauf ein Monat früher statt, was zumindest eine bessere "Außentemperatur" erwarten darf. Habe mich dann auch bereits heute angemeldet und hoffe im nächsten Jahr auch wieder gesund und munter antreten zu können. Dann erstmals in der Altersklasse 60!!!

Schönen TAG

Ein schöner Bericht von

Ein schöner Bericht von deinem Lauf. Klasse, dass Du trotz deiner Rückenprobleme dich wacker geschlagen hast und deine Durchschnittszeit halten konntest. Was macht dein Rücken nun?

Es war sehr kalt, da muss ich Dir recht geben. Die Witterung während des Laufes mit leichtem Regen war aber optimal, jedenfalls für mich. (Keine übermäßige Überhitzung) Das Verpflegungsdorf fand ich diesmal besser. Etwas breiter und nicht dieser Drang da gleich wieder rauszulaufen. Auch der Drang danach sich in eine gewisse Abfolge zu begeben war nicht so wie im Vorjahr. Das hat mir sehr gefallen. Allerdings habe ich auf die Kleiderbeutelabgabe verzichtet. Geduscht habe ich auch daheim. Ich hatte meinen Wagen in der Lanxess Arena abgestellt, somit konnte ich noch (obwohl ich schon um 7 Uhr da war) im noch etwas im Trockenen ausharren und hatte keine 300m zum Startplatz. Für mich, der 120km Anreise hatte, war das auch angenehmer. Dafür war der Rückweg nicht so geschmeidig, es bot sich aber an den Marathonstart noch anzuschauen ! ;)

Alles in allem, war es wieder Klasse. Das Publikum hat sich vor dem Wetter nicht gescheut und die Stimmung war Bombe! Besonders auf den letzten km war das quasi ein Feuerwerk des Anfeuerns. Das mag ich so am Kölner Lauf !

PS: von der Schwimmflossenläuferin habe ich auch gehört. Respekt an die Dame, ich will nicht wissen wie Ihre Füße danach aussahen.

Verlorene Wette

Hi
schöner Bericht und Gratz zum Finish. Bin gestern auch den HM in Köln gelaufen und habe meine PB um 6min auf 1:58.40 verbessert. Aber das nur nebenbei. Die Läuferin mit der "verlorenen" Wette ist eigentlich eine Gewinnerin :-) Sie ist mit in unserem Laufteam und ist vor 14 Tagen noch mit mir in Berlin den Marathon gelaufen.
Sie hatte über ein facebook-voting den ersten Platz gemacht. Es wurden 5 verrückte Wetten gesucht und die Voter konnten bestimmen welches die verrückteste ist. Zu gewinnen gab es eine Laufreise nach Lissabon.
Sie hatte gewettet das sie einen HM im Bikini, Flossen, Schwimmflügelchen und Taucherbrille finishen kann.
Sie hat das Voting gewonnen, hat es in der vorgeschriebenen Zeit geschafft und darf nun nach Lissabon :-)
LG: Didi

Prima Bericht

War es dein erster HM? Herzlichen Glückwunsch zum Finishen! Und danke für den unterhaltsamen Bericht - besonders gut gefielen mir die Stellen mit dem Startnummernpiercing, Highway zum Höllendom und dein lapidares "Örx" im Ziel.
Gratulationes!
yazi

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