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Heute war "Abschlusstraining". Eine kleine Lockerungsrunde am Samstagmorgen und die üblichen Radfahrten zur Arbeit ausgenommen. Und es lief richtig gut. Ich fühlte mich frisch und kraftvoll, die veranschlagten fünf Kilometer im MRT mit Trabpäuschen gingen locker und leicht von der Hand, oder besser der Sohle.

Ich versuchte bewusst und flüssig zu laufen, dabei noch so eben in 4-4 Atmung zu bleiben, das sollte eine ganze Weile durchzuhalten und, wenn noch Körner vorhanden, hintenraus zu steigern sein. Die Uhr blieb bei überraschenden 4:35 bis 4:45 stehen. Den letzten Durchgang ließ ich "rollen", jetzt waren nur noch 4:15 nach 1000m zu verzeichnen.

Der Puls aber blieb in einem vertretbaren Bereich, bei den ersten 4 Abschnitten um die 75-78% HfMax, nach dem letzten vielleicht 80%, genau weiß ich es nicht, weil mein Pulsgurt immer noch verschollen ist und ich so von Hand stoppen musste. Außerdem, das Beste daran, mein Fuß war jetzt friedlich.

Fuß?

Ach, da war ja noch was.

Der Herr granreserva hat doch tatsächlich mal wieder gemeint, für ihn gälten so Empfehlungen für Pausenwochen nicht! Er war ja eigentlich auf ganz anderen Trainingsplanungen unterwegs, die Pausen- und Belastungswochen waren auf einen Halbmarathon Ende November ausgelegt. Dann kam der geplante "Trainingslauf" über 42 Kilometer näher, immerhin der erste Versuch diese Entfernung in Laufschuhen am Stück zurückzulegen. Und wie der 13.10. näherrückte stiegen Respekt und Vorfreude auf den Lauf. Und der Gedanke kam auf, an die 3 aufeinanderfolgenden Belastungswoche noch eine vierte dranzuhängen um dann ein Tapering für die letzten 2 Wochen hinzubekommen. Natürlich mit hohem Umfang und Intensität. Was für mich Wochen mit 50-55 km sind und darin 2 Tempoeinheiten.

In der letzten geplanten Tempoeinheit dann der Schock, ein plötzliches Stechen an der Fußaußenkannte zwang mich sofort rauszunehmen. Und heimwärts zu humpeln. Nach ein paar Minuten konnte ich auch wieder schmerzfrei leicht antraben. Aber als es leicht bergauf ging, war der Ofen wieder aus. Ich fühlte mich auch in meinem Schuh nicht wohl, kurzer Hand zog ich Schuhe und Socken aus und probierte es barfuß. Wunderbar, das ging problemlos. Degenerierte Zivilisationsgesellschaft dachte ich, die völlig überteuerte Schuhmode macht doch nur den Bewegungsablauf kaputt! Runde 6 km Barfußlauf gingen zwar gemütlich aber dann doch versöhnlich nach Hause.(Keine Angst, ich werde Sonntag nicht Barfuß starten;o) )

Am nächsten Tag wollte das Gehen selbst nicht so recht munden, also kleine Selbstuntersuchung, vermutlich eine Peronäussehnenreizung mit einer kleinen artikulären Überlastung am Übergang zwischen Fußwurzel und Mittelfuß. Ursache war neben der Trainingsüberlastung klar, meine verhunzte Beinachse im rechten Bein, an der ich schon länger rumbastle, aber irgendwie inkonsequent und offenbar noch nicht ausreichend.

Naja, eine Woche die Füße hochnehmen, den letzten Langen klemmen und dann in der letzten Woche wieder Spannung aufbauen. Das sollte doch hinhauen.

Vergangenen Sonntag dann wieder raus, 12 km MRT mit Einlaufen. Das Einlaufen ging gut, sonst wäre ich langsamer geblieben. Der Tempolauf war dann richtig zäh, die Muskulatur völlig eingepennt, die Atmung schwer. Nur der Fuß schien brav. Schien. Bis ich stehen blieb. Nach den 12 km. Da hat er gemeckert. Grrr, so war das nicht geplant. Gedanklich stelle ich mich also auf ein langsameres, Sehnen- und Gelenkschonendes Tempo ein.

Also nochmal 2 Tage Pause, heute dann die auch als Kuschelintervalle bekannte Einheit an die Reihe, mit obigem erfreulichen Ergebnis.

Schaut man sich die Zeiten dabei an, müsste ich schneller angehen als die geplanten 5:00 Minuten. Schaut man sich meinen Trainingsaufbau und die kleine Verletzung an, kann man nur sagen, sei froh, wenn Du überhaupt durchkommst. Aber die Intervalle heute stimmen mich zuversichtlich, gut durchzukommen und eher defensive 5:00 sollten dazu auch noch beitragen.

Außerdem ist auch für Support gesorgt: Meine Frau und Kids sind zwar anderweitig verplant, mein Schwiegervater wird aber an der Strecke sein, ebenso wie 1-2 Kollegen, ein Patient der selbst laufen würde, wenn er nicht letzte Woche eine neue Hüfte Bekommen hätte und die Klassenlehrerin meines Sohnes, die als ambitionierte Läuferin vor Allem deshalb nicht starten kann, weil sie für den Veranstalter TUSEM läuft. Und, last but not least, werden ja einige Jogmapper da sein, darauf freue ich mich besonders. Und die Atmosphäre die ich als Zuschauer schon kennen gelernt habe, entspannt aber voll positiver Energie wird ihr übriges tun um mich und die anderen Läufer ins Ziel zu tragen.

granreserva
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

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Das wird gut werden! :0)

Passt jetzt alles!
Eine Marathonvorbereitung läuft selten nur geradeaus...ganz normal und scheinbar immer richtig reagiert!
Wünsche Dir viel Spass, Glück und Erfolg!
Hätte Dich dort gern mal live kennengelernt.:0)

Lieben Gruss Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

das wird!

Das Grübeln und Zweifeln ...

... gehört doch zum Tapern wie ein Training zu nem M.
Wenn ich mich nicht schon so oft selbst dabei erwischt hätte und es dann doch lief, würde ich glatt wieder grübeln.
Ich wünsch viel Spaß am Sonntag!
;-)

Das Grübeln und Zweifeln ...

... gehört doch zum Tapern wie ein Training zu nem M.
Wenn ich mich nicht schon so oft selbst dabei erwischt hätte und es dann doch lief, würde ich glatt wieder grübeln.
Ich wünsch viel Spaß am Sonntag!
;-)

Meine Daumen sind gedrückt!

Toi, toi, toi! Ich freu mich auf deinen Bericht :-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Danke für die guten Wünsche,

@ Carla: Wer sich vornehmlich auf so exklusiven Veranstaltungen wie dem Pfalztrail rumtreibt muss sich nicht wundern, so Normalsterbliche eher selten zu Gesicht zu bekommen ;o). Mich hätt's aber auch gefreut, Dich kennen zu lernen;-), wer weiss was sich im nächsten Jahr ergibt.

@ strider: Gönn Deinen geschundenen Gräten noch ein bisschen was morgen, dann fluppt das am Sonntag. Um Hügelich brauchen wir uns ja keine Sorgen zu machen, der steile Anstieg zwischen km12 und km15 ist nach geschätzen 10 hm auch schon vorbei ;o).

@ Schalk: Das Grübeln kannte ich vor dem Sport eigentlich bisher nicht, auch bei größeren Sachen bin ich sonst einfach los. (Habe sonst aber nie Wettkämpfe gemacht)

@ sonnenblume: Bin auch mächtig gespannt, was es zu berichten geben wird :).

granreserva
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

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