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Am gestrigen Samstag, den 5. Oktober 2013, stand bei mir eine Premiere an: Die ersten "Westdeutschen" (Verbände Nordrhein, Westfalen und Rheinland, politisch dem Gebiet der Bundesländer NRW und einem Teil von Rheinland-Pfalz entsprechend) im Halbmarathon, die heuer unweit der Heimat in einem beschaulichen Örtchen namens Straberg (Ein Ortsteil von Dormagen, einer Kleinstadt zwischen Köln und Neuss/Düsseldorf hart an der Grenze der Alt-Kölsch-Linie) ausgetragen wurden.

Für mich zur Abwechslung nach dem erfolgreichen Trainingsmarathon drei Wochen zuvor mal ein "volle-Kanne-Test" ohne Handbremse. Der Termin passte super als Generalprobe in die Marathon-Vorbereitung für Frankfurt, für Läufer mit dem Marathon-Ziel Essen, Köln oder München lag der Termin dagegen eher bescheiden. So war dann wohl die Meldeliste etwas kürzer als in den vergangenen Jahren, aber das war mir eher latte. Ich sah den Lauf sowieso mehr als Generalprobe für Frankfurt, dennoch freute ich mich, zur Abwechslung mal bei einer Meisterschaft am Start zu sein.

Denn in den Welten von Verbänden, Vereinen, Startpässen und Meisterschaften wird der Läufer, der so oft auf Veranstaltungen als Einzelkämpfer unterwegs ist, auch zum Mannschaftsläufer, da hier weitgehend in Vereinsfarben gelaufen wird und es neben dem "wir-Gefühl" auch um Meisterehren in den Mannschaftswertungen geht.

So freute ich mich auch, dass sich mein Verein TV Refrath auch mit einer schlagkräftigen Truppe vor Ort einfand. Die stärksten 5 HM-Läufer unseres Vereins, basierend auf den Ergebnissen der Deutschen HM-Meisterschaft im April, waren zwar diesmal nicht dabei, aber dennoch konnten wir insgesamt 10 Teilnehmer aufbieten und damit eines der zahlenmäßig stärksten Aufgebote.

Die Meldeliste hatte ich am Vortag ausgiebig studiert, sehr viele starke Läufer schienen nicht am Start und so begann ich doch schon an eine ordentliche Platzierung zu denken und vor allem in der Mannschafts-Gesamtwertung sollte ein Treppchenplatz her.

Vor Ort dann ein großes "Hallo", das übliche Vorgeplänkel mit Startnummernausgabe und den gewohnten Rennvorbereitungen und der ganz normale Austausch unter Läufern. "Wie läufts?", "Was macht die Vorbereitung?", "Was sind deine Ziele heute?"...
Ich persönlich wollte im Rahmen meiner Bestzeit laufen und wenn möglich das ein oder andere Sekündchen drauf packen, wenn es gut laufen sollte.

Die Strecke bestand nach einer kurzen Einführungsrunde aus einem 4 Km langen Rundkurs über die Felder am Rande des Ortes, Streckenführung komplett über Straßen und asphaltierte Wirtschaftswege, der 5 mal zu durchlaufen war.

Von der Meldeliste her gab es mit Christian Biele einen eindeutigen Favoriten (einziger Läufer im Feld mit einer HM-Bestzeit weit unter 1:10h) und so war ich auch nicht verwundert, das nach dem Startschuss ein Läufer ziemlich schnell nach vorne verabschiedete und schon bald nicht mehr gesehen ward. Auf Platz 2 und 3 bildete sich ein Verfolgerduo und dahinter dann eine 5er-Gruppe, in der ich mich mit einem Vereinskollegen, zwei U23-"Jungspunden" (den einen kenne ich noch vom April und der DM HM) und dem späteren 2. der M40 Vadim Penner wiederfand. Diese Gruppe rollte gut zusammen, wir wechselten uns in der Führung ab und liefen einen schönen KM-Schnitt zwischen 3:33 und 3:36 min/Km.


Unsere 5er Gruppe bei KM 5


Km 9 - gleich übernehmen die "Jungspunde"

Nach 35:38 war die 10 Km Marke erreicht und langsam wurde die Gruppe kleiner. Die beiden "Jungspunde" machten eindeutig den stärksten Eindruck in der Gruppe und nachdem erst Vadim Penner verschütt ging, musste kurz darauf auch mein Teamkollege Dirk Heuschen einen Gang rausnehmen. Ich hielt noch eine weitere Runde durch, aber bei Kilometer 14 musste ich auch abreißen lassen. Das letzte Drittel des Rennens also dann der Kampf allein gegen die Uhr, aber immer noch etwa im Bereich der persönlichen Bestzeit und auf Platz 6 der Gesamtwertung liegend. Die letzte Runde dann, wie so oft bei mir auf den "kurzen" Distanzen, ganz im Tunnel, weder nach rechts noch nach links blickend.

Ich sehnte das Ziel herbei, doch irgendwann ist auch eine letzte Runde vorbei. Nach vorne keine Chance, nach hinten keine echte Gefahr, die Zeit nicht im Blick, so zog ich die letzten beiden Kilometer dahin. Ein angedeuteter Schlussspurt und dann der Zieleinlauf. Klar, ich war platt, aber es war jetzt auch nicht der Kampf um die letzte Sekunde. Im Nachhinein etwas ärgerlich, denn die Uhr stoppte mich bei 1:16:04, fünf Sekunden wären sicher drin gewesen und auch die 14 Sekunden zur persönlichen Bestleitung waren nicht völlig utopisch an diesem Tag. Aber "hätte, hätte, Fahrradkette...", alles in allem ist es wie es ist und die Zeit war schlussendlich absolut in Ordnung. In der Altersklasse M30 (im Gegensatz zur DM wird diese AK bei Westdeutschen Meisterschaften ausgeschrieben) bin ich hinter dem Gesamtsieger Vizemeister).

Direkt hinter mir trudelten die Vereinkameraden Dirk (Sieger M45) und Manuel (Sieger M40) ins Ziel, wir haben als 6., 7. und 8. des Gesamteinlaufs eine geschlosse Mannschaftsleistung erbracht. Das sollte für einen Treppchenplatz reichen, aber für welchen? TuS Deuz und die LG Lahn-Esterau machten wir schnell als die die größten Konkurrenten aus... TuS Deuz mit dem Vizemeister Tim Dally hatte auch schon drei Läufer im Ziel, die LG Lahn Esterau mit den beiden Youngstern auf Platz 3 und 4 in jedem Fall zwei ziemlich schnelle. Überhaupt sind wir so etwas wie die "Oldies" da vorne, alle Läufer vor uns sind in den 80er oder 90er Jahren geboren.

Kurz darauf kommt dann die Gewissheit: Wir sind dank unserer geschlossenen Mannschaftsleistung Westdeutscher Meister in der Teamwertung, beiden Konkurrenten fehlte letztlich der starke dritte Mann und so kann ich mich über meine ersten "Meisterehren" oberhalb der Kreisebene freuen. Mit dem Mannschaftstitel in der M30/M35 kommt sogar noch ein weiterer hinzu, aber hier sind wir trotz der Zusammenlegung der Klassen das einzige Team in der Wertung.


Siegerehrung Mannschaft - 124 Jahre Erfahrung haben sich durchgesetzt...

Aber auch insgesamt kann sich die Vereinsbilanz sehen lassen: Der Verein erreicht mit seinen 10 Startern 9 Podiumsplätze, davon 6 Meistertitel (Mannschaft gesamt, M30/35 und M40/45, Einzel M40, M45 und W35), was natürlich entsprechend auf der Siegerehrung beklatscht und gefeiert wird (Ergebnisse). Ein toller Manschaftsauftritt, der einem mal wieder verdeutlicht, dass auch der Straßenlauf ein Teamsport sein kann.

Und ich persönlich? Ich bin ziemlich zufrieden. Generalprobe gelungen, Platzierung gut, Zeit etwa auf PB-Niveau. Die Beine sind müde, aber fühlen sich nicht gänzlich erschlagen an. Ich fühle mich gerüstet für Frankfurt...

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Ja ...

... dann wünsche ich dem Meister des Straßenlaufs viel Erfolg da in Frankfurt ;0)...
Und dich so als Oldi zu bezeichnen!?!? Hmm was bin ich denn dann !?! Ein Aldi... :0)))))
Gruß,
Kawi

Sorry an alle, die niemals angekommen sind, weil sie mich nach dem Weg gefragt haben...

Glückwunsch...

zu deiner persönlichen Leistung und zum Team-Titel.

BORN - sind sie zu stark, bist du zu schwach!

Runnersmap

Moritz, Du bist....

ein echter Knaller!!! :o))
Die Generalprobe war jawohl granate und Frankfurt wird ne Wucht!!
Teamsport ist schon was echt tolles und tot geglaubte leben länger! Hihiiii....;o))
Haste wieder verdammt gut gemacht!
Herzlichen Glückwunsch und für Frankfurt drück ich die Daumen! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Äscht ey, wo kriegt man die ganzen Termine her?

Du bist echt der Knaller - und Deine Mannschaftskameraden auch! Glückwunsch zu multiplen Meistertiteln! Absolut geniales Ergebnis.

Viel Erfolg in Frankfurt - lass es ordentlich krachen!

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