Benutzerbild von mani pejuta

Heut ging es mit meiner lieben Sportfreundin Peg auf ein kleines Läufchen in den Abendwald, den Fotoapparat im Gepäck, denn der Sonnenuntergang war nicht mehr weit. Wir wollten nur eine kleine Runde drehen und die Natur genießen.
In unserem Wald wurden vor ein paar Jahren Rinder ausgewildert, die natürlich keinem etwas tun, wenn man sich an die Regeln des Respekts gegenüber diesen Tieren hält. So hielten wir auch gebührend Abstand als ein einsames Tier „rufend“ auf unserem Weg entlang trabte und seine Herde suchte.
Außerhalb des Waldes liefen wir an den Feldern vorbei. Dort ist auch eine Weide für Hochlandrinder. Es war eine traumhaft schöne Stimmung im Abendlicht, so kurz vor der Dunkelheit. Diese Tiere – eins mit sich und der Natur. Sie standen alle ganz friedlich und dösten vor sich hin. Ein Kalb schmuste mit seiner Mutter, wie es um die Uhrzeit wohl auch die meisten Menschenkinder gerade tun. Wir versuchten ein paar Fotos zu machen, obwohl es schon fast dunkel war. Apropos ... wir sollten langsam den Rückweg antreten, denn wir haben noch ein kleines Stück durch den Wald zu laufen und langsam ist es gruselig.
An den Teichen saß noch ein einsamer Angler. Wir liefen vorbei und sahen schon das Gatter, durch das wir durch mußten. Aber: zwischen uns und dem Ausgang aus unserem Wald stand ein Rindvieh und starrte uns (vermutlich) an. Es rückte und rührte sich nicht. Links und rechts überall weitere Rinder. Auweia, was jetzt? Es war schon viel zu dunkel, um die Situation richtig ein- und abschätzen zu können. Wir versuchten ein Stück neben dem Weg uns durch Bäume und Gestrüpp zu schlagen, aber wir wurden genau beobachtet und ein/zwei Tiere setzen sich in unsere Richtung in Bewegung. Also husch husch zurück in Lauerposition. Sehen konnte man nicht mehr wirklich was. Auf einmal kam der Angler hinter uns. Ein junger, großer, kräftiger Mann. Wir gleich ... zack ... hinter seinem breiten Rücken verschwunden, in der Hoffnung, dass er uns erretten möge. Da wir uns aber nicht in einem Märchen befanden, hatte unser starker Ritter genauso die Hosen voll wie wir. Er hatte schon mit Rindern im Stall gearbeitet. Aber diese hier leben halt frei und wild. Und ihm war das Risiko zu groß, auszuprobieren, wie sie auf uns in der Dunkelheit reagieren würden.
Was nun? Irgendwie zur weiterentfernten Straße, die aber auch nach Hause führt? Nein ... alles Landstraße ohne Wege daneben und wir alle Drei in Schwarzen Klamotten (sehr schlau losgelaufen, liebe Christiane ...) und auch zu weit weg.
Wir erinnerten uns, dass es auf der anderen Seite der Teiche noch ein Gatter gibt. Also loslaufen und einfach schauen, was passieren wird.
Was macht man so am Dienstagabend, wenn man kaputt von der Arbeit kommt? Man kann auf der Couch liegen, in eine Kuscheldecke gehüllt und eine DVD schauen. Kann man, muß man aber nicht. Man kann auch mit einem wildfremden Mann durch den finstren Tann schleichen und sich den A... abfrieren ...
Auf jeden Fall war es der richtige Weg und wir waren nach kurzer Zeit an der Straße. Nachdem der Weg übers Feld an einem tiefen Graben scheiterte, kamen wir die 50 m auch noch heil an der Straße entlang bis zu unserem Feldweg, der uns nach Hause führte. Der Hund, der plötzlich in der Dunkelheit auftauchte und uns ankläffte, konnte bei uns kaum noch Emotionen hervorrufen und hörte zum Glück auch auf Herrchens Pfiff.
Einige Tees später, denk ich mir jetzt: Wenn noch mal in der Dämmerung in den Wald, dann nur noch mit Stirnlampe oder vielleicht doch lieber gar nicht mehr ...

5
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Gar nicht?

Das wäre aber irgendwie auch schade - ich liebe Abenteuergeschichten. Und Deine von den wilden Rindern gefällt mir ausgesprochen gut. Kühe sind super!

Liebe Grüße
yazi

Mir fehlen nur noch die Bilder

in jogmap - im Kopf hab ich sie schon :grins:.

War aber gestern auch überrascht, wie schnell es dann doch wieder dunkel ist. Der Lauf war auch so schön in der untergehenden Sonne mit dieser besonderen "Feierabendstimmung".

Auf jeden Fall nächstes Mal andere Klamotten anziehen und eine Lampe mitnehmen - und alles wird gut. Bloß nicht bleiben lassen und auf der Couch vor der DVD hocken!

Stadt ist viel gefährlicher als Wald

Ok, Rindviecher in der Straße hat man wohl weniger, aber ich bin im Wald schon eher Wildschweinen begegnet, das ist allerdings nicht immer so ganz ungefährlich ;-)

Stirnlampe und helle Kleidung (ich habe so ein dünnes Neonteil von Brooks zum Überziehen) sind auf jeden Fall eine gute Idee, Couch und DVDs auch - für hinterher ;-)

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

oh je, bei einer

oh je, bei einer widschweinrotte hätt ich mir wohl postwendend in die hosen gemacht ...
und fotos konnte ich früher mal hier einstellen. inzwischen schreib ich hier so selten, daß ich vergessen hab, wie ich das gemacht hab. :-(

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