Nachdem ich am Samstag den Halbmarathon am Greifenseelauf gelaufen bin war ich zwar müde, konnte aber trotzdem nicht einschlafen da sich meine Gedanken um den Halbmarathon in Basel am nächsten Tag drehten.
6:30 klingelte der Wecker, ich ass ein weisses Brötchen mit Honig, duschte und machte mich auf den Weg zum Startgelände wo ich einen Laufkollegen traf der ebenfalls einen Startplatz gewonnen hatte. Da wir beide erst am Abend vorher in Basel angekommen sind mussten wir noch unsere Startnummern holen. Dies war schnell erledigt, kurz darauf ging er nochmals zurück da er beim anstecken der Startnummer merkte, dass er die Startnummer einer "Marion" in der Hand hatte. Als wir dann beide die richtige Startnummer am Shirt hatten fuhren wir nochmals mit der Strassenbahn drei Stationen zu seinem Hotel Hotel da wir ein Hotel-Klo (er das im Zimmer, ich das vom Restaurant) den ToiToi's vorzogen.

Das Startfeld war mit etwa 1000 Läufern recht überschaubar. Die ersten 500m ging es bergauf, ich schaute kurz auf die Uhr und stellte fest dass ich Zielpace schon erreicht habe. Also schickte ich meinen Kollegen mit der Aufforderung er solle schön unter 2 Stunden bleiben und im Ziel auf mich warten los. Die ersten paar km waren durch die Altstadt, immer schön hoch und runter Danach führte die Strecke in einen Vorort und die Strecke war nicht mehr so attraktiv. Ab km 10 wartete ich darauf dass meine Beine anfangen rumzuzicken, schliesslich waren sie ja schon am Tag vorher 21.1km gelaufen. Die Beine fühlten sich zwar nicht mehr ganz so locker an, aber wirklich Probleme hatte ich nicht.

Der Lauf trägt den Namen "run to the beat", also erwartet ich Musik an der Strecke. Zwei Läuferinnen erklärten mir, dass es ein "run to the beat radio" gäbe, man konnte also auf einer Frequenz über Kopfhörer die dazugehörende Musik hören.
Ich hatte aber keine Kopfhörer, also gab es für mich auch keine Musik.
Dafür konnte ich mich zwei Kilometer lang mit den zwei Läuferinnen unterhalten bevor ich sie leider ziehen lassen musste da ihr Tempo ganz leicht zu schnell war für mich.

Nach der Runde durch den Vorort ging es nochmals kurz durch die Altstadt und dem Rhein entlang, bevor noch eine Schlaufe durch Hafen und Industrie gemacht wurde. Bei km 18 holte ich die zwei Läuferinnen wieder ein und lief noch einen Kilometer mit ihnen bevor ich mich alleine auf die letzten 2km machte. Danach ging es auch schon wieder in die Stadt hinein wo es ENDLICH wieder mal ein paar Zuschauer hatte, einmal um die Kurve und ins Ziel. Mit 02:08:15 habe ich mein gesetztes Ziel (2:10) gut erreicht (und war nur 4 Minuten langsamer als meine Halbmarathon Bestzeit!).

Im Ziel gab es eine Medaille und man konnte sich in einer Fotobox fotografieren lassen. Irgendwas zu futtern gab es auch, ich hatte aber keinen Hunger. Offizielles Shirt gab es nur gegen Bezahlung. Aber immerhin gab es zum gewonnenen Startplatz noch ein Shirt vom Air France (sogar in Frauengrösse).

Das war es also. Zwei Halbmarathons in 2 Tagen. Die grösste Herausforderung hatte ich aber noch vor mir: die Wohnung meiner Kollegin bei der ich übernachten durfte war im 5. Stock... Ohne Lift...

Vielleicht fragt sich ein Leser wie man auf so eine verrückte Idee wie ein Doppel-Halbmarathon-Wochenende kommt. Naja, ich habe in den USA einige Läuferinnen kennengelernt die Läufe als social event machen und bei denen so ein double-weekend ab und zu vorkommt. Die meisten davon machen die Läufe relativ langsam (noch langsamer als ich an diesem Wochenende). Einfach so hätte ich das sicher nicht gemacht, aber als ich den Startplatz für den Sonntag gewonnen habe dachte ich mir "wieso eigentlich nicht, ist mal was anderes als immer zu versuchen die persönliche Bestzeit zu verbessern... ".

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Chapeau zum Doppelpack!

Interessante Kombination, du hast dir deine Kräfte ja offenbar prima einteilen können. Das ist sicher beste Vorbereitung für Luzern!
(Bin dort dann auch wieder dabei, aber diesmal nur die Kürzestvariante.)

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