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Das Warten hat ein Ende. Vor ein paar Stunden hat die B.A.A., die Boston Athletic Association die Rückmeldungen auf die eingegangenen Anmeldungen zum Boston Marathon 2014 versendet. Insgesamt 25.654 Marathonies hatten in den vergangenen 2 Wochen ihre Meldung zur 2014er-Ausgabe des ältesten Marathons der Welt, dem Boston-Marathon abgegeben. Jeder davon hat die ohnehin schon strengen Qualifikationsvorschriften erfüllt, in meinem Fall - männlich, Altersklasse M35 - also einen der zertifizierten Qualifikationsläufe nach dem 22.September 2012 in unter 3:10 Stunden absolviert.

Ich persönlich bin beim diesjährigen Hamburg-Marathon eine 3:08:41 Std. gelaufen und war mir damals sicher damit beim 2014er Boston-Marathon, dem Jahr 1 nach den Anschlägen, mit dabei zu sein. Die 3:08:41 Std. sind umgerechnet 11.321 Sekunden. Mit der eMail der B.A.A. von vor ein paar Stunden habe ich gelernt, das diese 11.321 Sekunden exakt 19 zu langsam waren um eine Startnummer für das Rennen in Boston zu erhalten. 19 SEKUNDEN(!!!), die mir fehlen mir den Traum zu verwirklichen, den ich seit immerhin schon über 1 1/2 Jahren konsequent verfolge. Zufällig habe ich heute meinen allerersten Blog als Läufer nochmal gelesen. Dieser datiert vom 5.April 2012 und handelt u.a. auch schon davon, dass ich versuche die Boston-Qualifikation zu erreichen.

19 SEKUNDEN!!! Wie gehe ich jetzt damit um. Ich weiß nicht, ob das jeder so verstehen kann. Aber für mich bricht eine Welt damit zusammen. Ohnehin schon vom Boston-Marathon begeistert, habe ich seit der erreichten Qualifikationszeit noch mehr mit dem Mythos dieses Rennens beschäftigt. Jetzt ist aber eigentlich der Worst Case eingetreten. Ich hatte einige Artikel, insbesondere in der US-Ausgabe der runnersworld gelesen, dass die Nachfrage nach Startplätzen durch die letztjährigen Anschläge nochmal deutlich gestiegen ist und ggf. die erreichte Qualizeit kein Garant für einen Startplatz ist. Wenn jetzt die Nachfrage derart hoch gewesen wäre, dass ich mehrere Minuten an der definitiven Quali gescheitert wäre, dann hätte ich es akzeptiert, dass ich einfach nicht gut genug war und allen Teilnehmer viel Erfolg und Spaß gewünscht. Aber 19 SEKUNDEN ist auf einen Marathon gesehen so knapp, dass man sich im ersten Schritt die Frage stellt, wo ich die wohl verloren habe, bzw. hätte schneller sein können.

Ich könnte mich jetzt also darüber ärgern, dass ich beim Hamburg-Marathon einmal kurz anhalten, ins Dixiklo verschwinden und überschüssige Flüssigkeit loswerden musste. Das hat garantiert länger als 19 SEKUNDEN gedauert. Oder ich ärgere mich über meine Gedanken so etwa bei km39 als ich langsam ein Lächeln auf mein Gesicht gesetzt hatte und anfing mich über die sub3:10 zu freuen. Ich wollte damals nichts mehr riskieren und sagte mir "lieber etwas Tempo rausnehmen und eine solide 3:09 ins Ziel bringen, als auf eine 3:07 zu rennen und zu riskieren bei km41 mit Krämpfen auf dem Bürgersteig zu sitzen". Ich bilde mir ein wenn mir damals jemand gesagt hätte ich müsse eine 3:08:22 laufen um in Boston mit dabei zu sein, dann hätte ich das wohl noch geschafft. Aber das ist rein hypothetisch und Blödsinn sich darüber rückwirkend aufzuregen.

Stattdessen könnte ich mich auch ein wenig über die Organisatoren des Boston-Marathon ärgern, die mich erst mit der erfreulichen Überraschung erreichten, dass das Teilnehmerfeld für 2014 wegen der hohen Nachfrage um 9.000 erweitert wird. Wenn man jetzt aber die genauen Zahlen liest, dann merkt man, dass von den 9.000 zusätzlichen Plätzen 4.615 an Läufer vergeben wurden, die im vergangenen Jahr durch die Bomben keine Gelegenheit hatten die Ziellinie zu überqueren - soweit ok, das gönne ich jedem einzelnen der Läufer. Aber von den dann noch verbleibenden 4.385 Plätzen gehen nur 400 Plätze an zusätzliche Zeitqualifikanten und der Rest an Charity-Läufer. Für 2013 wurden insgesamt 21.600 der insgesamt 27.000 Startplätze an Zeitqualifikanten vergeben, für 2014 sind es leider nur 22.000 der insgesamt 36.000 Teilnehmer. Da - finde ich - stimmt leider das Verhältnis nicht. Aber es ist auch nicht mein Stil den Fehler an meiner verpassten Qualifikation bei anderen zu suchen.

Was bleibt ist also statt der Frage warum es über die Zeitquali nicht geklappt hat, der Blick nach vorne. Ich sehe derzeit drei Handlungsalternativen, die ich gerade für mich abwäge:

1 - weitertrainieren und in der soeben begonnen Qualifikationsperiode für den Boston-Marathon 2015 eine Zeit laufen, mit der ich garantiert über die Zeitqualifikation ins Teilnehmerfeld rutsche. Dies werde ich auf jeden Fall tun und ich habe mir schon ein paar Gedanken gemacht, wie das in meine Wettkampfplanung für 2014 passt. Ich werde es nochmal ein, zwei Nächte sacken lassen, aber es spricht vieles dafür, dass ich am 13.April beim Wien-Marathon versuchen werde eine Zeit unter 3:05 zu laufen. Damit sollte ich doch für 2015 sicher dabei sein. Meine jüngsten Bestzeiten über den Halbmarathon (1:26:59) und 10km (38:56) ergeben über die gängigen Umrechnungsfaktoren eine mögliche Marathonzeit zwischen 3:01 und 3:03. Der frühe Termin liegt günstig für meine sonstige Wettkampfplanung und in einem ersten Frusttelefonat vorhin mit einem Freund sicherte dieser mir schon zu, dass er mich nach Wien begleiten und dort den Halbmarathon laufen wird.

2 - also sogenannter "bandit" in Boston mitlaufen. Bandit ist in den USA ein gängiger Begriff für Läufer, die an ausverkauften Marathonrennen teilnehmen und ohne offizielle Startnummer hinter dem eigentlichen Feld die Strecke ablaufen. In Boston werden die bandits offiziell geduldet und es gibt eine Kodex unter ihnen, der sagt, dass man die offiziellen Teilnehmer nicht stören darf und keinerlei Ressourcen des Rennens, wie z.B. Getränkestände, Finishermedaillen, Massagen etc., in Anspruch nimmt. Es wäre eine Möglichkeit das Erlebnis Boston trotzdem zu verbuchen und da die Strecke recht schwer sein soll, hätte ich dort sowieso keine Bestzeit von mir erwartet, die ich offiziell gemessen hätte haben wollen. Aber ganz ehrlich...so ganz ist es nicht das gleiche und ich müsste meinen ohnehin für irgendwann in 2014 geplanten USA-Urlaub daran ausrichten.

3 - doch noch einen Startplatz für 2014 über eine Charity zu erhalten. In Deutschland kaum vorhanden, ist es in den USA ziemlich üblich, dass man Läufe für eine Charity läuft. Man sammelt eine Mindestsumme für einen bestimmten guten Zwecke und erhält als Gegenleistung einen Startplatz im ansonsten ausverkauften Rennen. Das Problem in Boston ist, dass die Mindestsumme, die gespendet werden muss bei 4.000 USD liegt - also kein Pappenstiel, erst recht nicht für einen Läufer aus einem Land, wo dies kaum üblich ist. Ich habe aber dennoch mal die offiziellen Charities gecheckt und rausgesucht, ob da nicht eine dabei ist, die ich auch selbst persönlich unterstützen würde. Denn klar ist, dass wenn ich bei Freunden, Verwandten und Bekannten um Unterstützung für das Projekt nachfrage, dass es dann auch etwas sein soll, hinter dem ich stehe. Mein aktueller Favorit ist "Tedy's Team" aus der American Heart Association. Einer Organisation, die für Aufklärung in der Schlaganfallvorsorge und -notfallbehandlung arbeitet. Mein Onkel hatte im Alter von 41 Jahren, 3 Tage vor seiner Hochzeit, einen Schlaganfall. Die Frau eines sehr guten Freundes hat in noch jüngeren Jahren kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes einen Schlaganfall erlitten und meine eigene Schwester wird am 1.1.2014 als frisch gebackene, studierte Medizinerin einen Krankenhausjob mit dem Schwerpunkt Schlaganfallbehandlung antreten. Das sollten doch Anhaltspunkte sein. Das Problem bei diesem Ansatz ist einerseits, dass ich mich bei der Charity erst bewerben muss, d.h. allein die Bereitschaft die 4.000 USD zu spenden reicht nicht - es muss auch noch eine akzeptierte Story dahinter sein. Zweitens muss ich die 4.000 USD auch tatsächlich zusammen bekommen - aus eigener Tasche hätte ich das Geld nicht so locker abzugeben. Ich habe zwar ein paar Ideen, wie ich es angehen würde, aber das ist schon ein Haufen Geld. Hat hier zufällig jemand Erfahrung mit Fundraising? Oder Ideen?

Ich werde jetzt mal ins Bett gehen und ein, zwei Nächte über alles schlafen. Der Schock sitzt noch ganz schön tief - 19 SEKUNDEN! Sobald ich mich sortiert habe und konkretere Ideen was ich tun werde, werde ich es an dieser Stelle verkünden.

4
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erstmal

doch, ich denke, ich kann es dir nachfühlen. 19sek ist ein Witz im Marathon und selbst wenn man akzeptiert, dass irgendwo die Grenze ist tut es einfach weh. Ich glaube, ich würde als bandit mitlaufen; einfach weil ich dafür trainiert und alles entsprechend geplant habe. Zumal wenn es akzeptiert ist!

Zum Charity laufen: bei uns gibt es das Afrika Projekt Dr. Schales, ein Gynäkologe, der nach dem Krebstod seiner Frau seinen alten Traum verwirklicht hat und nach Simbabwe gegangen ist um dort ein Krankenhaus aufzubauen und Albert Schweitzer nachzufolgen. Eine ganze Reihe Läufer und Wanderer läuft/wandert für dieses Projekt. Wie das offiziell läuft kann ich dir allerdings leider nicht sagen. http://www.afrikaprojekt-schales.de/verein/index.php

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Idee: 19 Spenden für 19 Sekunden

Eine Idee zum Fundraising

Grundlage:
Du hättest 19 Sekunden benötigt, umgerechnet auf 4000 USD (oder ca. 2965 Euro) macht gerundet 160 Euro pro Sekunde.

Ziel:
Finde 18 Personen oder auch Familien, die jeweils 160€ für einen guten Zweck deiner Wahl spenden. Die erste Sekunde solltest Du natürlich selbst spenden!

Kanidaten:
im Kreise der Familie, alter Schulfreunde, Arbeitskollegen, Geschäftsfreunde, Mit-Läufer ...

Die Idee kommt von unserem Fussballverein in der Stadt! Die haben je Meter Brunnenbohrung 50 Euro spende kassiert und haben jetzt eine eigene Beregnungsanlage für den Platz! Da finde ich eine Spende für Schlaganfallforschung sogar wichtiger und Weihnachten steht auch vor der Tür! Ist das nicht traditionell immer die Zeit, in der die Menschen spendenbereiter sind?

Ein Versuch wäre es wert, denk ich

aNGUS SchuAn.


Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

Grübel nicht zu lange ...

... dabei geht wieder wertvolle Zeit verloren. Du kannst die Organisation nicht beeinflussen, du kannst deine gelaufene Zeit für 2014 nicht mehr beeinflussen. Du kannst nur deine Ziele neu definieren und dich entscheiden, welches es sein soll! Ich überlege und grübele auch oft viel zu lange, über Dinge die man nicht ändern kann, statt loszulegen und durch eigenes Zutun die Sache anzupacken.

Also kurz die Wunden lecken, dann aufstehen, den Staub abklopfen, die neue Richtung wählen und loslaufen.

Nochmal in aller Kürze deine Möglichkeiten:
- Entweder du machst einen Trainingsplan für die Sub 3h in Wien oder
- du buchst deinen Urlaub in Boston 2014 oder
- du gründest deine eigene Fundraising-Geschichte.

aNGUS SchuAn.

PS: Ich habe lange überlegt, ob ich das jetzt öffentlich schreibe oder dir lieber per Nachricht schicke, aber hier mein Angebot:

Wenn die Schlaganfallgeschichte funktioniert und das Geld in die Richtigen Bahnen läuft (das solltest du prüfen und dir glaubhaft versichern lassen), du selbst auch tatsächlich voll dahinter stehts (also nicht nur etwas suchen, womit du am ehesten konform bist), dich über die Opfer und ihre Probleme richtig informierst und diese Infos dann auch über die Spender hinaus weiterträgst ... dann bin ich bereit, meine jährliche Spende an eine Hilforganisation so zu splitten, dass mir auch Eine deiner Sekunden gehört! Du darfst mich darauf festnageln und anschreiben, wenn es losgehen sollte! Ich stehe dazu, deshalb mach ich es hier jetzt auch öffentlich!


Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

PS:

Irgendwie taucht das folgende, nachträglich eingearbeitete in meinem letzten Kommentar nicht auf, wenn ich nicht angemeldet bin. Hier also nochmal, damit es auch tatsächlich lesbar ist. Falls es jetzt doppelt auftaucht, sorry.

PS: Ich habe lange überlegt, ob ich das jetzt öffentlich schreibe oder lieber per Nachricht schicke, aber hier mein Angebot:

Wenn die Schlaganfallgeschichte funktioniert und das Geld in die Richtigen Bahnen läuft (das solltest du prüfen und dir glaubhaft versichern lassen), du selbst auch tatsächlich voll dahinter stehts (also nicht nur etwas suchen, womit du am ehesten konform bist), dich über die Opfer und ihre Probleme richtig informierst und diese Infos dann auch über die Spender hinaus weiterträgst ... dann bin ich bereit, meine jährliche Spende an eine Hilforganisation so zu splitten, dass mir auch Eine deiner Sekunden gehört! Du darfst mich darauf festnageln und anschreiben, wenn es losgehen sollte! Ich stehe dazu, deshalb mach ich es hier auch öffentlich!


Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

Tragisch und bitter.

Tragisch und bitter. Wegen 19 Sekunden, die du offenbar locker noch drauf gehabt hättest.

Ich verstehe deine Frustration und Enttäuschung absolut und finde es wirklich stark, dass du schon an Plan B arbeitest.

Ich glaube, ich würde für Boston 2015 den nächsten Versuch planen. Dann hat sich die post-Anschlags-Hype auch wieder beruhigt und du kannst dort deinen Traum verwirklichen. Ich glaube, als bandit zu laufen, ist nicht das selbe, wie im Hauptfeld dabeizusein, auch wenn es toleriert wird. Und z.B. 19 Leute zu finden, die 160 Euro spenden, kommt mir nicht besonders einfach vor.

Ich drücke dir die Daumen, für was auch immer du dich entscheidest.

Gruß
Uhrli

Alternative...

Hallo dfrobeen,

ich verfolge deinen Blog schon länger und kann nachvollziehen wie wichtig der Boston Marathon für Dich ist.
Für den New York Marathon hatte ich mich damals mit dem 9+1 program (9 Qualifizierungsläufe und 1 Volunteer) bei den New York Road Runners qualifiziert, da meine damalige Bestzeit noch keinen garantierten Startplatz hergab ;-).

Als ich letztes Jahr die Qualizeit für Boston zum zweiten Mal erreicht hatte, und der Lauf natürlich wieder komplett ausgebucht und die Registration geschlossen war, hatte ich mich an interair gewendet. Ich möchte jetzt keine Schleichwerbung machen, kann aber nur sagen, dass ich das jederzeit wieder so machen würde. Die Organisation der Reise und die Betreuung nach den Anschlägen war absolut super.
Aufgrund der Qualizeit war der Startpreis nicht höher als bei der normalen Registrierung.
Hotels sind in Boston sowieso teuer und der enthaltene Flugpreis war auch ok.
Da London ähnlich problematisch ist, werde ich das bestimmt auch wieder bei diesem Reiseveranstalter buchen.

PS: Boston ist wirklich ein einmaliges Erlebnis

Wow, erst einmal vielen Dank

Wow, erst einmal vielen Dank für die ersten Rückmeldungen. Da stehen tolle Worte, die mich weiter aufbauen.

Nach einer doch eher kurzen Nacht bin ich wieder ein Teil dieser Welt und blicke noch weiter nach vorne. Ich werde gleich mal einen Flug nach Wien buchen - ich habe aus meinem früheren Jobleben noch ein paar Meilen über, die am 30.9. verfallen. Wenn ich da noch ein paar drauflege, dann sollte es für einen Flug zum Wien-Mara reichen. Denn der Plan für Boston 2015 eine echte Qualizeit zu laufen, der ist fix.

Etwas beruhigt hat mich auch, dass ich nochmal meine Splits vom Hamburg-Mara gecheckt habe. Ich bin alle 5er-Intervalle bis km 35 exakt zwischen 4:26 und 4:29-Pace gelaufen. Den Lauf sollte ich mal als Bewerbung für Pacemaker einreichen. Dann 35 bis 40 in 4:37, aber ein wenig Ermüdung muss man sich wohl eingestehen - das sollte nicht der "locker lassen"-Effekt sein, zumal die km41 und 42 dann wieder in 4:31 raus gingen. Da habe ich also die 19 Sekunden nicht unnötig verloren.
@Uhrli, vielen Dank für Dein Vertrauen in meine Möglichkeiten, aber bei "locker drauf" muss ich wohl zumindest aus eigenem Selbstschutz widersprechen ;-)

Und für Boston 2014 geht mein Trend klar in Richtung Charity.

@GHRunner, ich habe vorhin tatsächlich auch mal nach Reiseveranstaltern mit garantiertem Startplatz gegoogelt. Interair scheint tatsächlich ein guter Anbieter zu sein, denn deren Reise für 2014 ist schon ausgebucht. Es gibt noch die Dertour-Reise, die für 4 Hotelübernachtungen 750EUR (ohne Flug) plus 325USD Startgebühr kostet. Unter ökonomischen Gesichtspunkten wahrscheinlich der vernünftigere Weg, aber irgendwie will ich mich aus Prinzip auf dem Weg nicht einkaufen. Wenn ich einen Haufen Geld zusammenkratze, dann soll der wenigstens einem guten Zweck dienen.

Und da wären wir beim Thema.
@Angus Schuan - VIELEN VIELEN DANK schon mal vorab für Deine Ideen und das Angebot eine erste Sekunde zu erwerben. Meine Gedanken gehen in eine ähnliche Richtung, allerdings glaube ich auch, dass es nach einer Ersteuphorie schwierig wird insgesamt 18 (natürlich würde ich die erste Sekunde selbst spenden) Freunde, Verwandte und Bekannte zu finden, die 160€ geben. Mein Trend geht dahin die 42,2km des Rennens zu filetieren und einzelne 100m-Stücke zu "verkaufen".
Obwohl ich noch nie dort war, kenne ich über Recherche und Bücher die Strecke mittlerweile schon fast auswendig und könnte wahrscheinlich zu jedem 100m-Stück eine kleine Story schreiben. Über Streetview@googlemaps könnte ich jedem "sein" Stück sogar visualisieren. Ich hätte also 422 100m-Stücke zu verkaufen, die ich mit unterschiedlichen Werten belege. Die 100m-Stücke des Zieleinlaufs, den Stellen der 2 letztjährigen Bomben, den Heartbreak Hill hoch oder die Startlinie würde ich teurer "verkaufen", als so die Stellen dazwischen. So kann ich "günstige" Stücke für 5 bis 10 EUR verkaufen und die Highlights gehen dann für gute dreistellige Beträge über den Tisch. Vielleicht bekomme ich ja meinen Arbeitgeber, mein Fitness-Studio oder andere Unternehmen der Region dazu z.B. für die Ziellinie einen mittleren 3stelligen Betrag zu geben.

Da ich mich ein wenig mit Webseiten-Programmierung auskenne, könnte ich das ganze wohl auch etwas greifbarer visualisieren.
@strider, vielen Dank auf für Deinen Vorschlag. Leider muss man für eine der zertifizierten Charities spenden. Da ist vieles aus der Region Boston drin, mit dem ich mich und wahrscheinlich meine potentiellen Supporter zu wenig identifizieren können. Für die Supporter soll es um den guten Zweck und nicht um mich gehen - daher muss es etwas sein was überregional und auch für Deutsche greifbar ist. Wie gesagt, derzeit geht mein Trend zur Schlaganfallaufklärung, da ich da tatsächlich persönlich schon einige Berührungspunkte habe. Alternativ lacht mich noch das amerikanische Rote Kreuz an, das kennt hier in D ja auch jeder.

Mal sehen...

Das war leider zu befürchten

Letztes Jahr wurden alle die sich registrierten angenommen.
Die Registrierung wurde um zwei Wochen verlängert.
Es tut mir herzlichst leid dass es bei Dir nicht geklappt hat.
Ich kann nachfühlen wie Du Dich fühlst, die Boston Qualifikation geschafft zu haben und trotzdem nicht akzeptiert zu werden.
Nicht sicher wie Dein Budget aussieht, aber es gibt Möglichkeit 4.
Jeder internationale Läufer kann sich über einen zertifizierten Reiseveranstalter für den Boston Marathon anmelden.
In Deinem Fall würde das die verringerte Startgebühr bedeuten.
Leider gibt es diese Reisen nur als Gesammtpaket. (Flug, Hotel, Startgebühr)
Aber auf Grund der erwarten Nachfrage musst Du so früh als möglich buchen.
Es wäre doch schade so eine gute Quali Zeit ungenutzt zu verschwenden.
Boston ist pure Gänsehaut, 2014 wird alle vorherigen Jahre in den Schatten stellen.

Ich wünsche Dir von Herzen eine 2014 Teilnahme, Du hast es verdient!

lg,

Markus

Nach 10 Jahren...

Hallo dfrobeen,

Ich kann Deinen Frust nachvollziehen, 19 Sekunden sind in der Tat lächerlich. Ich selbst bin der Boston-Qualifikation 10 Jahre im wahrsten Sinn des Wortes hinterher gerannt, mal mit mehr, mal mit weniger Abstand zur Soll-Zeit (2009 waren’s 53 Sekunden, 2012 41 Sekunden). Aber wenn man am wenigsten daran glaubt, passiert’s dann doch: 2013 beim verregneten Mittelrhein-Marathon (mein insgesamt 15. Marathon) bin ich mit 3:17:42 zu meiner eigenen Überraschung über 7 Minuten unter meiner Soll-Zeit für die M45 geblieben (und das bei mittlerweile verschärften Quali-Zeiten) und hab nebenbei noch meine ebenfalls 10 Jahre alte PB um knapp 3 Minuten gedrückt. Seit Dienstagabend weiß ich endlich, dass ich nächstes Jahr dabei bin! 11 elendig lange Tage lagen zwischen Anmeldung und Bestätigung – ich glaub, ich hab noch nie so oft meine Mails gecheckt.

Wie ich sehe, bist Du derzeit in der M35, also genau die Altersklasse, in der ich auch war, als ich 2003 meinen ersten Versuch startete (und grandios scheiterte). Du hast immerhin die geforderte Boston Quali-Zeit geschafft, und das kann nicht jeder Marathoni von sich behaupten. Wenn Du dieses Niveau auch nur hältst, bist Du 2015 „auf sportlichem Wege“ bestimmt dabei, dann ist vielleicht auch nicht mehr der große Andrang wie dieses Jahr. Ich hoffe natürlich, dass es bei Dir nicht wie bei mir 10 Jahre dauert, aber (Achtung Phrasen) es gibt immer ein nächstes Mal und der Weg ist das Ziel…

19 Sekunden sind zwar bitter,

aber was ist die Aussicht auf eine reguläre Teilnahme ohne Brimborium in 2015 gegen die Tatsache, dass Leute wegen 9 Sekunden aus dem Hawaii-Triatlon genommen wurden? Die hatten schon die Anreise und Startgebühren finanziert.

Verschieb es einfach ein Jahr! Und freu Dich umso länger.

Ich war auch nicht bereit einem Reiseveranstalter für New York ca. 800 Euro MEHR in den Rachen zu stecken um dort zu starten (ich hab die Quali auch locker unterboten, aber aufgrund des Ausfalls letztes Jahr wurden die ganz wenigen freien Startplätze auch verlost).

Ich kenn einen, ...

... dessen Bestzeit auf nem M liegt bei 03:00:01h netto. Trainiert auf sub3 und an die K-grenze gelaufen. 2 Sekunden auf 42,195km zwischen Winner und Loser? Das is auch ziemlich bitter. Aber es ist nicht dieser Unterschied. Und man lebt auch damit weiter.
Hier stehen ne Menge guter Gedanken wie du einmal in Boston am Start stehen kannst.
Die Wichtung mußt du für dich vornehmen. Ich find 4000US$ auch ne Menge Holz.
Ne sichere Quali in 2014 laufen wär mein Favorit. Bei mir ging das Jahr warten auf den UTMB auch rum. Man füllt es sinnvoll mit anderem. ;-)
Ich wünsch dir viel Erfolg!
;-)

Enttäuschung und was daraus wird

Es ist sehr sehr schade, dass Deine tolle Zeit in Hamburg nicht mit einem Startplatz für Boston belohnt wurde; egal wo die Grenze liegt.
Es ist toll zu sehen, was aus dieser Enttäuschung wachsen kann und ich bin mir sicher, dass Du für Dich den richtigen Weg finden wirst.
Ich persönlich würde dem Start in 2014 nicht so viel Gewicht beimessen, auch wenn es toll wäre "im Jahr 1 des jetzt-erst-recht-Zeitalters" dabei zu sein.
Aber da du ja mehrere Optionen einplanst wird sich das Ziel Boston auf alle Fälle für dich realisieren lassen!
fundraising kann aber auch motivierend sein, Deine Ideen finde ich unterstützenswert (auch wenn ich mir die Ziellinie nicht werde leisten können!).
So oder so: viel Erfolg weiterhin auf diesem Weg, den ich gerne mitverfolge!

Gruß, Dominik
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"Wochenenden zählen nur, wenn man sie mit völlig sinnlosen Dingen verbringt!"

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