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Ich habe mich inspirieren lassen. Vom Schalk. Auch mal längere Intervalle zu laufen. Die sieht mein HM-Trainingsplan zwar nicht vor, da tauchen nur 400er auf und dann unterschiedlich intensive Tempoläufe. Aber ich will ja auch in 2 1/2 Wochen auf den 42km eine gute Figur abgeben, schaut man sich die entsprechenden Pläne an, tauchen da 2000er oder 3000er Intervalle so 2-3 Wochen vorher durchaus auf. Na denn, das sollte einen Versuch wert sein. Ich nahm mir die 4 mal 2000m vor, wie sie in dem großen Bruder von meinem Halbmarathonplan drinstehen.

Fragt sich nur, wie schnell soll ich die angehen?

Letzte Woche war ich 9km Tempo gelaufen nach Gefühl, wegen technischer Probleme konnte ich den Schnitt nur schätzen, Zeit und Strecke sprachen für 4:15. Da ich den Marathon konservativ angehen will, sprich mit lockerem Tempo, gibt der Plan auch nicht so wirklich ne Orientierung. Ich entschied mich, eine 8:00 auf den 2000 anzupeilen.

Da mir Tempogefühl noch fehlt, vor Allem in diesen schnellen Bereichen, versuchte ich, vorher die 100m im geplanten Tempo abzumessen. Drei Versuche, die ersten beiden mit 22s zu schnell, der letzte mit 23,5 passte dann in etwa. Dann gings los, die ersten 2000. Nach 500m der erste Blick auf die Uhr: 1.53, Schxxx, viel zu schnell, bisschen rausnehmen. Bald darauf merkte ich auch, warum das zu schnell war, die Luft wurde langsam knäpplich, die Beine schwer. 1000m, die Uhr steht bei 3:53. Die zweiten 500 waren also in der geplanten Geschwindigkeit gelaufen. Aber jetzt wurde es richtig schwer. Nach ca 1500m war ich an einem Punkt, bei dem ich dachte, wenn du jetzt weiterläufst, machst Du genau ein Intervall, kippst dann um und kannst dich einliefern lassen. Also Abbruch, die 1500 waren auch in knapp 6 min runter, das passt schon. Bisschen trinken, locker traben und nach 3 min das nächste Intervall. Diesmal wirklich verhaltener, die ersten und zweiten 500 in je 2:05, der zweite km in 4:00. Das war hart, die Lunge ächtzte gewaltig und erinnerte mich daran, dass ich mal ein heftiges Asthma hatte, ich kam aber durch. Die Pause jetzt etwas größer, die Toilette rief, der Tee vom Frühstück meldete sich. Danach kamen die letzten beiden Intervalle, von der Luft etwas bequemer, dafür sah ich förmlich das Laktat aus den Beinen spritzen. Die wurden immer schwerer. Die Uhr blieb jetzt bei 8:23 und 8:18 stehen. Ich hatte mir etwas mehr erhofft, grade nach dem scheinbar nur unwesentlich langsameren Tempolauf in der Vorwoche. Aber ist ja nicht jeder Tag gleich, ich bräuchte eigentlich diese Woche eine Ruhewoche, war am Sonntag spät noch einen 32er in 5:00 - 5:15 gelaufen mit einer kleinen Tempospritze bei km 27 (3 km in 4:45/km). Die zwei Tage dazwischen auch trainiert, am Montag 2 mal 5 km (zur Arbeit und zurück), hin laaangsam, zurück gemütlich aber in der "Gazelle" (mein Fußtrainer-Schuh). gestern Lauf ABC und Techniktraining mit meinem Sohn zusammen, das waren zwar nur 3 km aber mit ein paar kraftraubenden Übungen. Außerdem hätte ich mehr schlafen können, ausgiebiger frühstücken, mich gründlicher warmmachen...sucht da etwa jemand nach Entschuldigungen? ;-oo

Das waren aber meine ersten längeren Intervalle, jetzt weiss ich, was ich davon halten kann, wenn ich mir das nochmal zumute (fühlt sich im Moment nicht danach an, bin doch zieemlich platt) werde ich wohl noch etwas verhaltener angehen. Die Taktik für den Marathon habe ich damit aber festgelegt: Ich werde in ca 5:00 starten, also in der Nähe der 3:30 er Pacemaker, zur Hälfte in mich reinspüren und dann entscheiden, ob ich noch zulegen kann oder ob ich mich irgendwie ins Ziel retten muss. Im Vordergrund steht ja das Ankommen, nur muss man sich ja schon entscheiden, wie man losläuft. Da ich bei 5:00 noch im GA1 Bereich bin müsste das eigentlich auch mit meinem etwas zu geringen Trainingsumfang ganz gut klappen.

Ach ja, da mein Pulsgurt seit 2 Wochen auf der Vermisstenliste steht, bin ich alles worüber ich hier berichte nach Gefühl gelaufen. Wenn also jemand irgendwo in der Nähe des Baldeneysees einen einsamen Pulsgurt angetroffen hat, gerne bei mir melden, das ist denn vermutlich meiner ;)

granreserva

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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten (Johannes Kepler)

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Jup; ...

... Genau das ist es. Einmal etwas schnell los und dann schwer bereuen.
Aber auch ich merke diesen kleinen Unterschied in der Geschwindigkeit, der sich richtig auswirkt. Das zu verbessern sind die hoffentlich wirklich gut. Nen 4er Schnitt lauf ich auch länger, aber bei ner 3:45 piept bald schon die Lunge. Grad mal 15s/km schneller. Und wenn die locker gehen, geht dann auch nen schnelleres Dembo länger. So der Plan.
Ich hoffe, er geht auf.
;-)
PS: heute wieder 3x3000 am Deister. Diesmal wird aber nicht auf 2000m reduziert. Heute gibts dafür keine Ausrede.

Der kleine Unterschied,

das trifft es. Ich hätte aber nicht gedacht, dass gut leben und fies sterben so eng beieinander liegen kann. Wobei mein Tempolauf und die ersten 500m doch ne halbe min / km auseinander lagen, ist bei Licht betrachtet nicht soo wenig.

granreserva
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

Für 'ne Ruhewoche

nicht schlecht, Herr Specht!

Aber "Laktat aus den Beinen spritzen" - hätt ich zu gern gesehen!

@ fazerBs

Zu sehen ist da nichts, aber zu spüren ;-)

granreserva
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Noch einer,

der diese Woche die Intervalle gepackt hat, klasse!!!
Ich sollte auch vor die Tür gehen und die Laufschuhe schnüren;-)

Lieben Gruß
Tame,
die immer ohne Pulsgurt läuft

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