Benutzerbild von --Thomas--

Liebe Jogmapper,

im April hatte ich mein persönliches Läufer-Waterloo. Leider musste ich den Hamburg-Marathon bei km 30 aufgrund starker Schmerzen im ISG abbrechen.
Es folgte eine Odyssee bei verschiedenen Ärzten mit verschiedenen Untersuchungen:
Die Szintigraphie brachte kein Ergebnis, die anschließende MRT brachte dann eine Arthrose im 5. Lendenwirbel zu Tage.
Insgesamt habe ich 2 Arten von Schmerz verspürt. Ich nenne sie den ISG-Schmerz und den Arthrose-Schmerz.
Aber eine Lädierung des ISG konnte nicht festgestellt werden. Erst nachdem ich wieder das Lauftraining aufgenommen hatte, kam die Ursache für den Schmerz heraus: Es war mein Handy, welches ich bei langen Läufen in der Hecktasche meiner Hosen ausgeführt habe und immer sanft gegen den Beckenknochen schlug. Teilwise merkt man es gar nicht, aber der ISG-Schmerz stammte eindeutig dorther.

Aber nochmal chronologisch:
Die ersten Wochen nach HH habne ich mich gar nicht getraut, einige km zu laufen. Erst eine Dienstreise an die Nordseemachte mich mutig genug, morgens vor der Schulung einige km zu laufen... und es funktionierte. 5 km ohne Schmerzen, toll...

Am nächsten Tag das Gleiche... wieder schmerzfrei... phantastisch.

Dann ein Besuch bei meinem behandelnden Arzt. Der lässt normalerweise durch Handauflegen Knochen wachsen, wo vorher keine waren :-)
Und was sagt der zur Arthrose?

"Der Knochen ist kaputt, den kann man nicht mehr heilen, such die eine andere Sportart."

Auf drängen meinerseits hat er mich an einen Kollegen überwiesen. Keinen Arzt, sondern Sportwissenschaftler, der in seinem Institut für Bewegungstherapie auch einige gute Physiotherapeuten beschäftigt.
Nach der ersten Doppelstund dachte ich, was ich denn da soll. Die "Krankengymnastik" erinnerte an die ersten Turnstunden im Kindergarten. Doch nach und nach wurde die Hüfte immer stabiler und der Arthrose-Schmerz wurde ebenfalls immer weniger. Boah...
Jedesmal gab es eine Massage nach der Turnstunde; manchmal händisch, manchmal mit der Matrix-Rhythmus-Therapie. Und ich machte jedesmal Fortschritte.

Ich habe mich auch wieder meiner Yoga-Gruppe angeschlossen. Den Kurs hatte ich vor ca. 2 Jahren zugunsten von Spinning aufgegeben. Doch die Turnübungen in der Bewegungstherapie haben fast alle Yoga-Grundlagen, und so konnte ich meinen Körper zusätzlich stabilisieren.

Uns so langsam habe ich auch wieder viele Kilometer abgelaufen. Der heiße Sommer kam mir dabei sehr zugute. Die Läufe, insbes. am Wochenende, habe ich frühmorgens begonnen. War das schön, die Natur erwachen zu sehen.

Und da merkte ich auch, wie schön das Laufen doch sein kann, wenn man wieder nach links und rechts schaut und einfach nur genießt. Die Läufe wurden länger und länger... Sogar meinen Langen über 34 km lief ich alleine und erfreute mich an allem was ich sah.

Das ist auch der große Unterschied zum Frühjahr. Ich sah alles zu verbissen, wollte mit Gewalt eine neue Bestzeit, unbedingt den HH-Mara ins Ziel bringen und trainierte mit Zwang.

Jetzt seh ich alles wieder locker und freue mich, auch gleich bei Regen noch eine kleine Runde zu laufen.

Letzets Jahr habe ich mich für den Berlin-Marathon angemeldet, und womit ich nicht gerechnet habe:

Ich werde schmerzfrei nach 42 km durchs Brandenburger Tor laufen und den Zieleinlauf genießen...

Die Zielzeit ist mir egal. Während ich in HH noch eine Bestzeit von 4:15 (4 Stunden 15 Minuten) angepeilt habe, habe ich eine solche Ambition zu den Akten gelegt. Vielleicht schaffe ich den Mara in 5 Stunden, vielleicht auch mehr, total egal...

So, das wars eigentlich.
Das Schreiben fällt mir diesmal sehr schwer, ich könnte allerdings Stunden von meinen Reha-Maßnahmen, den Rumpf-stabi-Übungen, Ärzten, Therapeuten und den Sonnenseiten des Laufens erzählen...

Vielleicht sehen wir uns ja auch in Berlin...

Danke fürs Lesen,

Thomas

5
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schoen!

mit dieser einstellung wird der marathon ein riesengrosses schoenes erlebnis werden!

cour-i-euse

Ich freue mich für dich!

Schön, dass du schmerzfrei laufen kannst. Ich freue mich wirklich für dich und wünsche dir einen schönen Mara in Bärlin :-)
Deine Einstellung gefällt mir, da die Zeit eher überbewertet wird.
Es ist zwar schön seine Ziele zu erreichen. Nur finde ich auch sehr schön, einfach dabei zu sein, Lauffreunde zu treffen und den Lauf zu geniessen.
Viele Grüße und danke für deinen Bericht
JT

ach herrjeh...

...na, da haste ja ne odyssee hinter dir! aber ich freu mich, dass du nun einfach das beste draus machst: genussvoll laufen!
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laufend hofft auch, den --thomas-- in bärlin zu treffen: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

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