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Ich gehör nun wirklich nicht zu den Schönwetterläufern. Bislang ist es mir meist gelungen, meinen inneren Schweinehund kleinzuhalten, wenn es darum geht Training und Wetter in Einklang zu bringen. Regen, Schnee, Wind stören mich zwar wie jeden anderen Läufer auch, aber sie halten mich in der Regel nicht vom Training ab.

Natürlich versuche ich, das Training in die guten Wetterphasen zu legen. Deshalb war ich auch gestern Nachmittag etwas besorgt, als die große dunkle Wolke allmählich den blauen Himmel und den Sonnenschein über uns verdrängte. Also die schnelle Entscheidung: Jetzt aber los, bevor es richtig an zu schütten fängt. Obwohl Regen eigentlich nicht angesagt war, war mir die Sache nicht geheuer. Also besser gleich mal losrennen. Laufschuh an und los ging's.

Kaum ein paar Minuten unterwegs spürte ich diese dicken typischen Sommerregentropfen auf dem Schirm meiner Laufkappe. Und sofort stieg dieser eigentümliche Duft von der Straße auf, der immer dann entsteht, wenn die Straße warm ist und die ersten Regentropfen darauf fallen. Eigentlich mag ich den ja. Und ein bisschen Abkühlung an diesem schwülen Tag kommt auch gut.
Rein in den Wald, der Regen schneit ein bisschen stärker zu werden, denn in den Baumkronen prasselt es jetzt schon ein bisschen. Aber dank des üppigen Baumbestands und des Blätterdachs kommt fast nicht unten an. Toll, so muss es sein. Sommerregen ist prima!

Tja, nur leider hat auch irgendwann das dichteste Blätterdach ein Ende, und eine Lichtung folgt. Ups, scheint doch etwas mehr zu regnen, als ich gedacht habe. Um genau zu sein, schüttet es wie aus Eimern. Kennt ihr das, wenn ihr innerhalb von einer Minute bis auf die Knochen nass seid? Wenn keine Stelle am Laufhemd mehr trocken ist, alles am Körper klebt und die Schuhe beim Laufen dieses schmatzende Geräusch machen? Sommerregen ist vielleicht doch nicht so prima!

Irgendwann laufe ich wieder Richtung zu Hause, und je mehr ich mich der heimischen Wohnung nähere, umso trockener wird die Straße. "Hier hat's aber schnell getrocknet", denke ich mir. Auf den Treppen zur Haustür ist tatsächlich keine nasse Stelle mehr zu sehen. Mit Ausnahme meiner nassen Fußabdrücke natürlich.

"Was ist denn mit dir passiert?", fragt die beste Läuferfrau von allen. "Sehr witzig, wie soll man schon aussehen, wenn es so schüttet." "Wieso schüttet? Es hat doch nur ein bisschen getröpfelt..."

Sommerregen hat schon so seine Eigenheiten. Zwischen "ganz viel" und "gar nichts" liegen manchmal nur zwei Kilometer.

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Das nenn ich optimales

Das nenn ich optimales Timing !

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