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Der Ultratrail du Montblanc sollte in diesem Jahr mein Jahreshöhepunkt werden. Im Frühjahr sah es gar nicht danach aus, als ob das unterfangen klappen würde. Immer wieder waren Wochen mit keinen oder viel zu wenigen Kilometern zu verzeichnen oder war ich zu beabsichtigten Trainingsultras kurzfristig verhindert. Gegen Ende des Frühjahrs trat eine merkliche Besserung ein.
Der große Testlauf beim Eiger Ultratrail ließ ebenfalls Hoffnung schöpfen.

Am Mittwoch vor dem Event reiste ich nach Chamonix.
Ich freute mich vor allem darauf, Schalk, Klada und Andreas zu treffen, ebenso wie Flo aus der Wiener Gegend, den ich seit dem European Trailrunning Camp kenne und Ricarda.
Kurzfristig hatten Flo und ich noch ein Akklimatisierungläufchen für den Abend des Anreisetages vereinbart. Bei unserer ersten Annäherung an den Montblanc bekamen wir 12 km und 1000 Höhenmeter zusammen, damit hatte das „Läufchen“ dann die doppelten Dimensionen, wie ich es ohne die Verabredung auf eigene Faust gemacht hätte. Es hat aber Spaß gemacht und war genau so richtig, wie wir es gemacht haben.
Bis wir zurück waren, war es allerdings zu spät, um die Berliner zu treffen, deren Anreise viel früher begonnen hatte. Nachdem ich mich wieder salonfähig gemacht hatte, konnte ich es nicht lassen, den guten Kilometer nach Downtown Chamonix zu spazieren. Dort erlebte ich die unglaubliche Stimmung beim Zieleinlauf des TDS (sur les Traces des Ducs de Savoie, 119 km, 7250 Höhenmeter). Boah, war das geil! Menschenmassen säumten die letzten paar Hundert Meter dazu die Moderation und die Musik! Auch die folgenden Finisher wurden gefeiert.

Der Donnerstag begann mit einem Frühstück mit den Berliner Freunden. Für mich war es schon das zweite, denn ich musste ja für Weg in die City gestärkt sein ;-).
Dann hieß es in englischer Manier Schlange stehen, für die Registrierung, über die Laufmesse schlendern – endlich ein Weihnachtsmarkt, auf dem an jedem Stand ein verlockendes Angebot wartet.

Lecker war die Pasta, die die Outdoor Marke Patagonia für uns im Deutschen Haus gesponsert hat und ein netter Nachmittag war es obendrein. Den Tag ließen wir im Hotel der Berliner ausklingen.

Am Freitag, dem Tag des Starts stand ich um 9 Uhr auf. Rucksack und Dropbag gepackt, dann war es Zeit für die Pasta Party. Also zum Sportzentrum spaziert. Unterwegs hatte ich eine überraschende Begegnung. Rafael aus Spanien, auch ein Gewinner des European Trailrun Camps und Teilnehmer des TAR 2011 war da, um den UTMB zu laufen. Nach zwei Portionen Nudeln war ich für unser großes Vorhaben gerüstet. Wieder zur Unterkunft, denn der Handyakku musste dringend noch geladen werden. Vor dem Aufbruch zum Start hatte ich tatsächlich noch 20 Minuten Zeit, um mich auf der Terrasse in eine Hängematte zu fläzen und den Gletscher zu betrachten.
Danach spazierte ich gut beladen nochmal zum Sportzentrum, um den Dropbag abzugeben. Auf dem Weg von der Abgabestelle zum Start traf ich Klada, der sein Gepäck noch los werden musste. Wir wollten beide den Lauf verhalten angehen. Vielleicht ergibt sich ja, dass wir ein Stück gemeinsam laufen?
Hatte ich vorher gedacht, eine Laufzeit um die 40 Stunden wäre gut, rückte ich die Ambitionen zurecht, nachdem Klada von seiner Statistikauswertung der Vorjahrsläufe erzählt hatte: die Hälfte der Teilnehmer würde aussteigen, vom Rest würden die meisten 41 bis 42 Stunden benötigen.
Also war meine Einstufung nun folgendermaßen:
Priorität 1: Sich Gesund aus der Affäre ziehen.
Gut: Finishen
Besser: Mit einem Zeitpolster finishen, nach ca. 40 -44 Stunden
Sensation: Sub 40 Stunden finishen.

Ich enterte von einer Seitenstraße die Startaufstellung, eigentlich nur um von dort einen Blick durch das Starttor zu werfen.
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Ich wollte viel weiter hinten starten. Doch dann traf ich dort Flo, noch in Begleitung seiner Freundin.
Flo wollte die 30 Stunden unterbieten. Dafür stand er so viel zu weit hinten, wie ich für meine Ambitionen zu weit vorne stand. Vorweggenommen sei, dass Flo sein Ziel mehr als erreicht hat. Er finishte als 37. des Gesamtfeldes in rund 26:30 Stunden! Hammerhart, der Bursche!
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Die Moderatoren schworen uns auf den „Weltgipfel des Trailrunning“ ein, wie sich die Veranstaltung im Untertitel ganz unbescheiden nennt. Pünktlich erfolgte der Startschuss und zu „Conquest of Paradise“ begannen sich die Läufer den Weg zum und durch das Starttor zu bahnen. Ich hatte Gänsehaut pur. Dabei überlegte ich noch, ob mir nicht eher ein Höllentrip bevorsteht, als die Eroberung des Paradieses.

Die Begeisterung des Publikums war phantastisch. Für die ersten 200 Meter des Laufs hatte ich fünf Minuten gebraucht, dann konnte ein normales Lauftempo aufgenommen werden.

Am Ortsende ging es auf einen Waldweg, noch weitgehend flach. In Les Houches, dem nächsten Ort wollte die Berliner Damen an der Strecke stehen, ich habe sie verpeilt. Sorry.
Beim Einstieg in den ersten Berg lief uns ein Typ entgegen. Ich dachte zuerst: „Der sieht aus wie Kilian Jornet“, dann: „das ist Kilian!“. In dem Moment riefen hinter mir einige Läuferinnen und Läufer seinen Namen, als hätten sie den Messias gesehen. Im Grunde ist er das ja auch.
Wie fast alle in meinem Umfeld ging ich schon die Steigungen auf den Wegen und Wiesen (im Winter Skipisten), vor Respekt vor dem was noch kommen wird.
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Danach ging es runter nach Saint Gervais.
Nun hatten wir höhenmäßig „nur“ noch eine Mount-Everest-Besteigung vor uns. Allerdings von der Meereshöhe und nicht von Lukla oder gar vom Basecamp aus.

Irgendwo am langen Anstieg zum Col du Bonhomme packte ich die Stirnlampe aus und rüstete bekleidungsmäßig etwas auf. Beeindruckend war, wie auf freien Flächen sich eine endlose Lichterkette den Berg hochzog. So hatte ich einen Eindruck, wie weit sich die Steigung noch hinziehen wird. Dass man nicht zu schnell wurde, sorgten schon die anderen Läufer, die auf den Trails unterwegs waren. Ab und an war trotzdem ein Überholen erforderlich, wenn welche allzu gemächlich unterwegs waren.
Nach der Kuppe lief ich zunächst im Tross der anderen Läufer bergab. Bis mich ein Läufer überholte, der flott und sicher an vielen anderen vorbeizog. Ich hängte mich an ihn dran und ich konnte ihm tatsächlich bis ins Tal folgen. Bei der Wartezeit vor der Gepäckkontrolle an der Verpflegungsstelle ergab sich ein kurzes Gespräch mit ihm. Weil der Stau vor der Kontrolle des Pflichtgepäcks zu groß zu werden schien, haben sie nach ein paar Minuten den Check eingestellt.
Nach dem Verpflegungszelt sah ich, dass dort Ruhemöglichkeiten waren. Ich war jedoch noch so fit, dass ich sie nicht in Anspruch nehmen wollte.

Zum Col de la Seigne führte zuerst eine lange, leicht ansteigende Straße. Dort überholte ich viele Läufer. Auch als der Anstieg steiler und landschaftlicher wurde, lief es gut. Auf etwa halber Höhe, war es dann, als hätte man mir den Stecker gezogen. Die Dynamik war weg, ich schleppte mich den Berg hoch. Oben war der Grenzübertritt nach Italien. Auch bergab hatte ich nicht wirklich Lust zu überholen und lief einfach hinter den anderen her.
An den folgenden Verpflegungsstellen waren jedoch keine Ruhemöglichkeiten. Also weiter. Ich war so angezogen, dass es zum Laufen angenehm war. Bei den Aufenthalten an den VP’s, die bei mir immer eine Weile in Anspruch nahmen, kühlte ich regelmäßig aus und benötigte nach dem Loslaufen, bis mir wieder warm war.
Es wurde langsam hell, als ich am Anstieg auf den Mont Favre war. Die Ausblicke auf das Montblanc-Massiv waren selbst im fahlen Morgenlicht vor dem Sonnenaufgang eine Wucht.
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Die wärmenden Sonnenstrahlen habe ich sehnsüchtig erwartet.

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Nun ging es 1200 Meter runter nach Courmayeur, wobei ein sandiger, steiler Serpentinenweg die Krönung des Ganzen war.

In Courmayeur, es war inzwischen 7:30 Uhr am Samstagmorgen und 77 km lagen hinter uns, war der Dropbag abzuholen. Neben der normalen Verpflegung gab es auch Pasta. Ich verdrückte eine Portion, füllte meine Wasservorräte auf, tauschte die getragenen Klamotten. Meine Schuhe, die Inov-8 Roclite 285 waren mir noch immer wohlgesonnen, so dass ich nicht auf die alternativen Salomon XT-Wings umsteigen musste.
Ich legte mich auf einer freien Fläche auf den Sporthallenboden, um eine Stunde zu schlafen mit dem Dropbag als Kopfkissen. Ein paar Mal wachte ich dabei auf. Kurz bevor die Stunde um war, deaktivierte ich den Handy-Wecker, sonst wäre die TAR-Hymne „Keep on running“ durch dir Halle geschallt.
Ich setzte mich auf und wartete noch ein wenig. Dabei stellte ich mir die Frage „Willst Du jetzt wirklich weiterlaufen?“ Ich verbot mir eine Antwort und sagte mir „Geh raus und lauf los!“
Ok, für einen Kaffee und Kuchen musste noch Zeit sein.
Insgesamt habe ich zwei Stunden in der Halle in Courmayeur zugebracht, als ich dort aufbrach war noch eine halbe Stunde Zeit bis zum dortigen Cut.
Im UTMB-Ticker auf JM hatte jemand geschrieben dass Klada und ich gleichzeitig in Courmayeur gewesen seien. Ich habe ihn nicht gesehen. Vielleicht hat er am Eingang das Signal ausgelöst, als ich dies am Ausgang tat. Beim Lauf wusste ich allerdings nicht, ob er vor oder hinter mir unterwegs war.

Beim folgenden Anstieg rächte sich meine bekleidungsmäßige Nachlässigkeit der Nacht. Ich hatte mir einen Husten geholt. Ok, deshalb hieß es doppelt aufpassen, dass die Belastung nicht zu stark wird.

Endlos schraubten wir uns eine Serpentine hoch, ohne wirklich Abstand zu Courmayeur zu gewinnen.
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Ein Passant feuerte mich auf Deutsch an. Direkt danach sprach mich ein junger Läufer auf Deutsch an. Ich wunderte mich, dass er mit seiner französischen Flagge auf der Startnummer akzentfrei Deutsch sprach. Er sei halb Deutscher, halb Franzose, auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen und wohne jetzt in Paris. Ein kleiner Akzent trat dann doch zu Tage, allerdings ein Schwäbischer.
Eine Weile hatte ich einen gewissen Abstand zu ihm. Oben, wo es wellig weiterging schloss er wieder auf und sagte, dass ihm meine Art dort zu laufen gefalle: Laufen wo es möglich ist, sonst schnelles Gehen, eine Art Powerwalking. Er adaptierte den Stil und wir unterhielten uns eine ganze Weile.
Irgendwann zweifelte ein Knie an, dass dies ein schönes Spiel sei, was wir da machen. An der rechten Seite des rechten Knies verspürte ich einen leichten Schmerz. Ich hätte ihn übergehen können, nahm aber trotzdem etwas raus, um das Knie wieder zum Mitspielen zu animieren. Es funktionierte. Der Deutsch-Franzose hatte inzwischen ganz schön Abstand gewonnen. Allerdings muss er später irgendwo länger geruht haben, denn er kam erst zwei Stunden nach mir im Ziel an.
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Über diesen Höhenzug ging es in die Schweiz

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Zum VP Arnuva (1769m) mussten wir ganz runter in die Talsohle des Val Ferret, um dann den Aufstieg auf den Grand Col Ferret zu bestreiten. Der Grand Col Ferret war mit 2537 Meter der höchste Punkt der Strecke und der Übergang in die Schweiz. 99 km lagen nun hinter uns.
Dort oben zog es wie Hechtsuppe und ich kramte eine Jacke aus dem Rucksack. Der Husten war inzwischen übrigens weg.
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Rund 1400 Meter fast permantes Downhill auf rund 20 km standen uns bevor. Der nächste VP war erst in La Fouly. Da der Garmin längst verhungert war, arbeitete ich mit der Realzeit. An den VPs waren Tafeln mit der Distanz, dem Auf- und Abstieg und den Cut-Zeiten bis zum nächsten VP. Ich überschlug, wie lange ich für die Etappen bzw. bis zum jeweiligen Gipfel auf der Strecke wohl brauchen würde. Meist lag ich ziemlich richtig.
In La Fouly war ich wieder etwas länger und ich rüstete auf meinen Nachtanzug (nicht Schlafanzug! ;-)) um. Die zweite Nacht kann beginnen.
Bergab ging es nach La Fouly noch immer für ein paar Kilometer.

Beim Aufstieg nach Champex-Lac erinnere ich mich an ein paar kurze ziemlich steile Stücke.
Am VP in Champex-Lac war Volksfeststimmung. Eine Dudelsack-Combo spielte, viele Angehörige von Läufern warteten auf ihre Lieben. Mich fragte ein deutscher Läufer, ob ich schon mal hier gewesen sei. Er hätte gehört, dass der nächste Berg ziemlich schlimm sei. „Nö, ich bin hier zum ersten Mal, ich kann ihn ganz unbefangen angehen“, war meine Antwort. Seine Worte sollten mir noch in den Ohren klingeln.
Der Name „Bovine“ stellte für mich einen Bezug zu Rindvieh her, das als relativ gutmütig gilt, doch dieser Berg war mehr ein störrischer Esel. Wege mit Felsbrocken durchsetzt, dann mal wieder Geröll auf dem Pfad, oft steil, dann war mal wieder von Stein zu Stein zu balancieren, weil ein Bergbach und der Weg eins waren. Wie auf den meisten Bergen war oben ein Checkpoint, wo die Startnummern gescannt wurden. Am Bovine, dachte ich am Checkpoint ich wäre oben. Dieser tückische Geselle hatte noch die Überraschung parat, dass es noch weiter hoch ging. Statt durch Wald wie bisher war nun Weideland zu überqueren und es war zugiger. Dann ging es wieder 900 Meter runter, auf nur 6 Kilometer.

Vom langen Laufen mit der Stirnlampe waren die Augen etwas überlastet, ohne dass ich mich wirklich müde fühlte. Beim letzten Downhill schien der vom Lichtkegel erhellte Bereich wie in einem leicht verschwommenen Film vor den Augen vorbei zu laufen. Als mir dies bewusst wurde, fand ich es phänomenal. Du läufst auf einem ruppigen Trail und nimmst ihn nicht gestochen scharf wahr, sondern verschwommen und läufst sicher und ohne zu stolpern den Berg runter. Geil!
Reagierte der Körper vielleicht auf den Schlafmangel und fuhr einen Teil der Systeme runter? Hielt mich der Körper mit selbst produzierten Drogen in der Spur? Ich weiß es nicht.

Am VP in Trient wollte ich den Augen etwas Entspannung gönnen. Auf einer Brauereibank sitzend legte ich den Rucksack auf den Tisch, verschränkte darauf die Arme und ließ den Kopf darauf sinken. Das wollte ich machen, bis ich eine Tiefenentspannung erreichte. Bei der Entspannung wurde ich erst mal gestört, weil sich ein anderer daneben setzte und an seinem Essen oder Gepäck nestelte und mich mit seinem Ellbogen berührte. Dann gelang es doch. Ich entspannte mich so, dass eine Hand vom Rucksack auf die Tischplatte fiel. Mein Wecksignal. Ich war wieder weitgehend fit – und das nach nur 12 Minuten (incl. zwei Störungen).
John F. Kennedy wird nachgesagt, er habe gepflegt „Powernaps“ zu halten, indem er sich im Sessel sitzend den Arm seitlich runterhängen ließ und einen Schlüsselbund in die Hand nahm. Wenn er tiefenentspannt war, fiel der Schlüsselbund runter und er wachte erholt wieder auf. Ich habe dies in Trient erstmals praktiziert.

In Trient wurden wir so kreuz und quer an den VP und wieder weg gelotst, dass meine Orientierung etwas litt. Bis dort hin hatte ich immer eine Vorstellung, wo ich mich befand. Von Trient nach Vallorcine war diese vollständig flöten gegangen. Ich folgte nur den anderen Läufern oder den Markierungen, die ja absolut nicht zu übersehen waren.
Nach dem VP in Vallorcine war es wieder hell und die Orientierung war wieder da.

Ein paar Kilometer ging es leicht bergan, dann kam der Aufstieg nach La Tête aus Vents bzw. La Flégère. Der hatte es nochmal in sich. Große und kleine Stufen, Felsen und es ging endlos weiter. Man schien schon fast auf Höhe der Felswand zu sein, doch es ging immer weiter hoch. Oben führte der Weg über große Felsblöcke. Wer zu dem Zeitpunkt noch Zähne hatte, bekam sie dort gezogen. Immerhin wurde gelegentlich ein Blick auf das Ziel tief unter uns möglich.
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Es wurde wieder angenehm warm und nach und nach genehmigte ich mir eine Anzugserleichterung. Nach dem in der ersten Nacht eingefangenen Husten, hatte ich mich in der zweiten besser angezogen und hatte am Oberkörper maximal vier Lagen an. So laufe ich normalerweise selbst im tiefsten Winter nicht. Bei dem Lauf wurde die Regulierung der Körpertemperatur auf eine harte Probe gestellt.
Auch andere zogen sich die Klamotten an, mit denen sie auf dem Finisherfoto sein wollten.
Den letzten langen Downhill zelebrierte ich noch und ließ mir dabei genügend Zeit.
Beim Schaulaufen durch Chamonix standen zwar nicht mehr ganz so viele Zuschauer, wie bei den Siegern, aber man wurde phantastisch gefeiert. Nach 43:01 Stunden war ich im Ziel.

Im Ziel wurde ich von Ricarda empfangen, die bei km 94 leider aussteigen musste.
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Nach der Stärkung holte ich meinen Drop-bag ab, schaute den nachfolgenden Läufern etwas zu. Nun wurde ich doch müde und spazierte raus zu meiner Unterkunft, stellte mich unter die Dusche und legte mich hin. Nach zwei Stunden stand ich wieder auf, um die Finisherparty nicht zu verpassen, wo ich natürlich auch zu Fuß hin ging.
Statt zeitig ins Bett zu gehen, unterhielt ich mich noch bis tief in die Nacht mit einem lettischen Läufer und einem polnischen Touristen.

cherry65

5
Gesamtwertung: 5 (18 Wertungen)

"Wer bis dahin noch Zähne hatte, bekam sie gezogen" ...

... Vielen, vielen Dank! Genauso. Nur habe ich das so schon am drittletzten Berg empfunden - von den anderen beiden im Anschluß ganz abgesehen.
Absolut Ätzend.
Dnake für die Bilder. Ich wußte, ich kann mich auf dich verlassen. ;-)
Schade, dass wir uns nicht mehr gesehen haben. Aber als wir gen Berlin los sind, warst du leider grad noch auf den letzten 900Hm bergab. Hab immer wieder nach den Zwischenzeiten von dir und Klada geschaut. Er war bereits im Aufstieg, als wir am Col de Monets mit dem Auto durch sind. Bei ihm zu Langsam und bei dir zu schnell. ;-( Wir waren aber erst 22Uhr daheim. Insofern wäre warten echt doof gewesen. Genieß auch du diesen riesen Erfolg. Ich finde du hast einen ganz großen Lauf hingelegt. Wie schnell du doch in Vallorcine warst. Reschbeggd!
Grüße an die anderen drei. Und, wir sehen uns bald!
Ick freu mir
;-)

Cherry,...

einfach genial und traumhaft!!! :0)
Deine Bilder, Dein Lauf, Dein Bericht, einfach geeeeniaaaal!!!!!!!!!
Schon beim Verfolgen Deiner Tour auf dem Lifeticker bewunderte ich mal wieder, wie anscheinend kontrolliert und gleichmäßig (wenn das bei sowas überhaupt geht) Du das riesen Ding durchziehst!
Saustark und auch vor Dir verbeuge ich mich tiefstens und zolle Dir größten Respekt und Anerkennung!!
Auch Du hast Dir Deinen großen Traum erfüllt! :0)
Erzähl nicht zuviel davon den kleinen Kirschen, sonst musst Du sowas in ein paar Jahren noch mal machen!;0)
Danke für diese herrlichen Bilder und Impressionen.
Ganz herzlichen Glückwunsch zum Finish beim UTMB!!!!!!

Lieben Gruss Carla, die jetzt wieder Alpträume hat!;0)
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Herzlichen Glückwunsch...

...zu DEINEM tollen Lauf, der - für mich unvorstellbar lang und unvorstellbar hoch - für dich ja scheinbar optimal und recht einfach verlief...klar war's anstrengend, aber die Freude spricht aus jedem Satz!! Ich zieh meinen Hut vor deiner Leistung!!!
Und danke, dass du uns alle mitgenommen hast mit den tollen Bildern...da bekommt man mal einen richtigen Einblick!! Fantastisch!!!!

Ich liebe

deine Bilderblogs! Danke fürs Mitnehmen und tiefempfunden Respekt vor deiner Leistung!!!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Hut ab

und herzlichen Glückwunsch zu einer solch tollen Leistung !
Anhand der Bilder und Deines tollen Bericht kann man sich vorstellen warum sich jemand zu einer "solchen Qual" (für mich wäre es eine) aufmacht. Vielleicht werde ich es später mal verstehen.
Weiterhin viel Erfolg und jetzt erstmal gute Erholung.

Olaf

liebe kirsche...

...ganz vielen lieben dank für diesen wunderbaren bericht und vor allem die atemberaubenden fotos! einfach traumhaft! so konnte ich ein wenig mit dabei sein.

es ist einfach immer wieder toll zu lesen, wie diszipliniert und ruhig du deine läufe durchziehst. ich bewundere das sehr und natürlich auch, dass du so etwas schaffst...
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laufend gratuliert cherry ganz herzlich: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Bei den Bildern bleibt mir

Bei den Bildern bleibt mir ja die Luft weg, einfach atemberaubend dieser Trail.

granreserva
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Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
(Johannes Kepler)

Herzlichen Glückwunsch zum

Herzlichen Glückwunsch zum großartigen Finisch. Wieder einmal ein super Bilderbericht, der in vielen von uns die Sehnsucht nach den Bergen schürrt. Es ist immer Klasse wenn Spitzenläufer uns auf ihre Läufe mitnehmen. Gegrade weil für viele von uns solche Läufe nie realisierbar werden.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Vielen Dank, cherry,

dass du da gelaufen bist und uns so phantastische Bilder mitgebracht hast! Respektvolle Glückwünsche zu Lauf und Finish! Für mich Unvorstellbares hast du da geleistet!
Wir ging es dir in den Folgetagen mit Muskelkater, Schlafrhythmus und ähnlichem?

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Herzlichen glGlückwunsch

Herzlichen glGlückwunsch zum Finish und Vielen dank fürs mitnehmen.

Gruß Nicole

Sehr beeindruckend!

Und tausend Dank für diesen tollen Bilderblog, in den es sich wunderbar hineintauchen lässt! Ganz großen Respekt vor deiner Leistung, Hut ab!!!

Lieben Gruß
Tame

Nochmals einen riesen Glückwunsch

zu deinem Superlauf:)) Schade dass wir dich nicht gesehen haben:( Aber das nächste Wiedersehen ist ja nicht mehr lang hin und dann wird es uns sicherlich an Gesprächsstoff mangeln

LG Silke

"Geh raus und lauf los!"

So einfach kann man sich motivieren - ob man auf dem UMTB unterwegs ist oder einfach zu Hause seine Runde drehen möchte.

Hut ab und tiefe Verbeugung. Und wieder einmal taused Dank für's Mitnehmen und die beeindruckend Fotos, die Sehnsucht nach dem Laufen in den Bergen wecken...

Du bist den Lauf sehr gut angegangen, hast Dir Zeit für Pausen genommen und bist vor allem gesund angekommen. Ich bin tief bewegt, dass Du Dein als Jahreshöhepunkt gesetztes Ziel so gut erreicht hast.
Ich denke, dass ein solcher Lauf zu den ganz besonderen Momenten im Leben gehört. Es freut mich unglaublich, dass letztlich alles sehr gut 'gepasst' hat.

Deine Erfahrung und die zahlreichen Laufkilo- und -höhenmeter haben sich ausgezahlt.

Bin gespannt, was Du Dir für nächstes Jahr vornimmst...

Auch wenn es nur eine 'Kurzstrecke' sein sollte, machst Du dann wieder so tolle Fotos???


Bisschen Husten...

...bisschen Knie sonst alles i.O.
Allerdings auch noch 168km und x-tausend Hm.
Danke für Deinen Bericht mit den athmosphärisch beeindruckenden Bildern.

Das...

...gefällt mir.

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"What day is it?" asked Pooh.
"It's today" squeaked Piglet.
"My favorite day" said Pooh.

Herzlichen Glückwunsch

Was für eine gigantische Belastung. Mehr als vierzig Stunden fast ununterbrochenes Laufen in diesem Profil, dass ich mir kaum als Wanderer zutrauen würde. Es ist einfach wahnsinn, was ihr UTMB-Finisher zu leisten in der Lage seid.

Herzlichen Dank für den großartigen Blog. Ein Lauf fürs Leben. Unglaublich.

Grüße
Uhrli

Danke cherry

für's mitnehmen :-)
Ein schöner Bericht und super Fotos.
Da will ich auch mal hin.

LG Fraggle

Im Laufolymp angekommen...

Unfassbar, wie du diese eigentlich unmenschlichen Strapazen einfach so "wegläufst". Wenn ich mir dein Bild am Grand Col Ferret anschaue, denk ich mir, du wärst grad eben frisch zu einem Läufchen aufgebrochen und nicht schon 100km und 23h unterwegs...

Ich gratuliere dir von Herzen zu dieser unfassbaren Leistung und zum guten Gelingen und es wäre mir eine Ehre, wieder einmal ein paar Kilometer mit dir gemeinsam zu drehen...

Gruß maecks


Wir sind BORN, laufen wie bekloppt!

"dann werde ich doch ein bisschen müde"

irgendwie herrscht bei dir NIE auch nur ein bisschen Zweifel, dass du das, was du vorhast, auch erfolgreich durchziehst. Mit einer Ruhe und Sicherheit - absolut faszinierend !
Genauso wie die Bilder, welche du uns immer wieder lieferst ! gxxl !!!

Ich gratuliere dir ganz herzlich zu dieser unbefangenen, tiefenentspannten Hammerleistung !
Einfach gut ... :-)

VG
Uwe

Menno!

Immer diese schäbigen Bilderblogs von so hässlichen Läufen, mit denen hier JM vollgespammt wird! Was nervst Du uns ständig damit wie wenig Training man für solche Leistungen braucht?

Nee, echt jetzt - das ist so schön. Genau so hab ich mir das vorgestellt und gegen letztes Jahr habt ihr perfekte Bedingungen gehabt. So wunderschön sind die Berge, so tolle Aussichten kann man dort genießen und so hart hast Du gekämpft.

Zwei so kleine Kirschen müssen ganz schön Feuer unter den Füßen machen, dass Du so durch die Berge düst!

Genieße die Erinnerung an diesen speziellen Lauf noch recht lange und ziehe daraus viel Kraft für den Alltag und all die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens. Ich finde euch alle "verrückt".

Unvorstellbar...

... aber mit den vielen Fotos geht's doch irgendwie - nicht die Vorstellung, so etwas jemals laufen zu können, aber die, dass es welche gibt, die das können und tun. Vielen, vielen Dank für diesen wundervoll illustrierten Blick in eine faszinierende Laufwelt.

yazi

Klasse Bild-Blog ...

... wie immer sehr schön und umfangreich geworden. Ja, in Courmayeur müssen wir ein Weile zur gleichen Zeit gewesen sein. Aber ich bin ziemlich sicher nach dir angekommen. Hab' dann noch auf einen Berliner Mitläufer gewartet, mit dem ich losgelaufen war und die Cut-Off-Zeit hinter der Kontrollmatte komplett runterlaufen lassen. Aber er hat's leider nicht mehr rechtzeitig geschafft. Bin dann allein weiter, na ja, nicht wirklich alleine. Mal war ich mit einem Engländer unterwegs, mal mit einem Chinesen, mal mit einem Bayern.

Wer meinen Bericht vom UTMB vermisst: den gibt's schon bald in einem großen deutschsprachigen Laufmagazin ;-) ...

Dir auch noch mal schriftlich meinen allerherzlichsten Glückwunsch zum Finish. Ich weiß nur zu gut, was du da geleistet hast ;-)

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

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