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Am Sonntag bin ich offiziell zum "Helden" geworden. So behaupten es zumindest die Veranstalter des Heldenlaufs... Meine Heldentat bei meiner ersten Teilnahme an diesem Lauf war zwar nicht besonders hervorragend, aber in manchen Momenten dieses Tages fühlte ich mich durchaus ein wenig als Held.

Der Heldenlauf selbst hat einige Vor- und Nachteile: Auf der Habenseite steht vor allem die landschaftlich wunderschöne Laufstrecke in und um Blankenese, direkt an der Elbe entlang, durch einige Elbparks und einige Elbhänge hinauf und hinab. Positiv zu erwähnen ist auch, dass der Lauf selbst sehr gut organisiert und die Strecke sehr gut ausgeschildert ist.
Von Nachteil ist, dass der Lauf von einer Event-GmbH organisiert ist. Auswirkungen: Relativ teuer (Halbmarathon 36 EUR und relativ wenig Service (Lauf-Homepage mit einigem Verbesserungspotenzial, Teilnehmerliste sind zum Beispiel nicht verfügbar, die Urkunden weisen nicht den Gesamtplatz, sondern nur den AK-Platz aus).

Die Nachteile blendete ich aus und machte mich am Sonntag gut gelaunt nach Blankenese. Meine Ziele waren: Spaß haben, nicht voll verausgaben (Zielzeit 1:55-2:00 h), Hügel-Erfahrung sammeln für mein Jahres-Highlight, den Röntgen-Ultralauf, die ersten 10 Kilometer deutlich zurückhaltend laufen und nicht zu schnell anfangen, um noch Körner für die später kommenden Berge zu haben...

Mein Rennverlauf

Kilometer 1-7: Start am Elbufer und die ersten Steigungen

Start ist um 11.30 Uhr, es ist sonnig, etwas windig und die Elbe präsentiert sich von ihrer besten Seite…

Foto: Helden am Start

Ich setze die Vorgaben um: Mein Renntempo für die ersten sieben Kilometer beträgt ca. 5:20 min/km. Erleichtert wird die Sache dadurch, dass es kaum schneller geht: Zu Beginn sind die Läuferinnen und Läufer noch zu dicht beieinander und die Strecke oft zu schmal, als dass man überholen kann . Die ersten Kilometer sind direkt an der Elbe, wir blicken auf die Elbe, das Airbus-Werksgelände auf der anderen Elbseite, leider nicht auf vorbeiziehende Containerriesen, dafür auf vorbeischippernde Boote. Grandios! Dann der erste Hügel, ich lasse mir bergauf Zeit, bergab beschleunige ich etwas. Klappt gut. Beine gut. Kopf gut. Die wirklichen Berge kommen ja noch…

Kilometer 7,1-14: Geduldig durch Parks und bergab durch Blankenese
Meine Mitmenschen bescheinigen mir ein gewisse Geduld, die will ich auf den nächsten Kilometern anwenden. Also postiere ich mich mehrmals neben der Strecke und mache Fotos.
Dann nehme ich mir Zeit zum Essen und Trinken an der Verpflegungsstation bei km 8. Anschließend geht es zwei Kilometer bergab mitten durch Blankenese (Blankeneser Hauptstraße) zum Elbufer, habe dabei viel Spaß und verbessere ganz nebenbei meine Durchschnittsgeschwindigkeit, ohne erschöpft zu sein. Besonders nett: Mehr Anwohner als gedacht stehen an der Straße und feuern uns an, auch der eine oder andere grüßt jovial vom Balkon seiner vornehmen Blankeneser Stadtvilla. Besonders nett: Ein junger Familienvater klopft auf seinem Balkon mit Holzlöffeln einen Samba-Rhythmus auf seinen Tisch und hat mindestens so viel Spaß wie sein daneben sitzender Sprößling :-)
So gelange ich nun relativ frisch bei Kilometer 12,5 an den Beginn der ersten von mehreren – zum Teil sehr steilen – Anstiegen. Für alle Radsportfans: Dieser erste Anstieg ist in unmittelbarer Nähe des Wasebergs.


Foto: Helden bei km 13. Der untere, flachere Teil der ersten Steigung. Ganz oben geht es rechts zum Waseberg, die Helden gehen halb links den Hang hinauf

Kilometer 14,1-21,1: Viele Anstiege und Bergab-Flug ins Ziel
Hier wie auch bei den folgenden Anstiegen gehen/powerwalken viele (so auch ich), um Kraft und Körner zu sparen.


Foto: Helden beim Treppensteigen (etwa bei km 13,5)...

Nach den Elbtreppen am Waseberg (sensationell gut: am Ende der Treppe, mitten im Park, steht eine Sambaband und feuert uns an!) folgt eine Bergabpassage zur Erholung, dann eine kurze, giftige Steigung (Falkenschlucht), dann ein sehr langer Anstieg in einer langgezogenen Kurve und, nach kurzer Erholung, schließlich bei Kilometer 18 noch eine allerletzte Gemeinheit, die auf teils sandigen Passagen durch ein Waldgebiet nochmal steigende Anforderungen ans Herz und an den Durchhaltewillen jedes Helden stellt. Spätestens hier wird mir klar, dass das Training der letzten Wochen mit zum Teil hügeligem Gelände und Treppen-Training nicht vergebens war :-). Für Remscheid muss ich hier weiter dran bleiben.

So fühle ich mich insgesamt auf diesem Streckendrittel gut, meine Beine sind noch relativ in Ordnung, so dass ich nun mehr und mehr Läufer (die meisten davon auf den Bergab- oder auf den flachen Passagen unmittelbar nach einem Anstieg) überhole. Ab Kilometer 19 geht es nur noch bergab und es gibt kein Halten (und keine Fotopausen) mehr. Ich folge meinem Herzen: Endbeschleunigung! Alles ist gut! Runner’s High! Ich überhole noch den einen oder anderen und fliege ins Ziel :-)

Ergebnis: Ziele erricht, Zeit 1:50,00 h
Die Uhr bleibt für mich bei 1:50,00 h stehen, etwas schneller als geplant, aber die letzten Kilometer konnte ich nicht anders :-). Ich fühle mich recht gut und bin nicht völlig ausgepowert. Die nächsten Tagen werden zeigen, ob dieses Gefühl trügt. Alle meine gesetzten Ziele habe ich weitgehend erreicht :-)

Meine Lauf-Bewertung

*Strecke: Traumhaft schön - eine der schönsten Laufstrecken Hamburgs! Wer Landschaftsläufe mag und die eine oder andere Steigung nicht abschreckt, ist hier genau richtig.

*Mein persönliches Strecken-Highlight: Die winzig kleine Rampe zwei Meter vor dem Ziel, nachdem man zwei Kilometer lang bergab lief. Fast wie ein roter Teppich. Dort fühlte ich mich als Held!

* Verpflegung: Sehr gut organisiert.

* Publikum: Nicht sehr viele Zuschauer an der Strecke, aber an manchen Stellen richtig gute Stimmung. Im Ziel grandiose Stimmung. Sensationell: Die Sambaband mitten im Elbhang etwa bei Kilometer 14.

* Sonstiges: Siehe oben (Vor- und Nachteile). Neben dem Halbmarathon gibt es auch noch zwei andere Distanzen, 6 km und 11 km, außerdem meist einen Sonderlauf (dieses Jahr “Bergziege” mit über 1.000 Treppenstufen).

* Fazit: Ein grandioser Landschaftslauf, den man zumindest ein Mal gelaufen sein sollte und damit zum Helden /zur Heldin für einen Tag wird!

* Link: www.heldenlauf.de

4.666665
Gesamtwertung: 4.7 (3 Wertungen)

Wow....

....da bekommt man wirklich sofort Lust, sich anzumelden! Landschaftsläufe sind wunderbar und wenn sie dann auch noch mit Hügeln und Berge gespiekt sind, einfach genial! Aber 1:50h mit angezogener Handbremse...mein lieber Scholli! Herzlichen Glückwunsch zum super schönen Lauferlebnis und toi, toi, toi für deinen Röntgen-Ultralauf!!! Dem kannst getrost entgegensehen, denn ein Held bist du ja schon;-)

Lieben Gruß
Tame

Schöner Lauf, schöner Bericht

Danke für den Bericht. Man merkt, dass du ortskundig bist. Jetzt weiß ich auch, wie die Treppen und Schluchten heißen, die wir gestern gelaufen sind.

Glückwunsch zu deiner tollen Renneinteilung, die den Lauf zu einem idealen Trainingslauf gemacht haben. In der Tat ein gutes Training für den Röntgenlauf, bei dem es auch mehr oder weniger ständig auf und ab geht.

Ich war gestern zum zweiten Mal beim Heldenlauf dabei. Beim ersten Mal habe ich den Lauf wirklich unterschätzt. Als Schwarzwälder dachte ich zuerst ... jaja, die Norddeutschen und ihre "Berge". Aber der Lauf ist wirklich nicht einfach. Gestern ist mir das nicht passiert und ich hatte durchaus Respekt vor den "Elbtreppen am Waseberg" - und die Band oben war wirklich großartig. So konnte ich den Lauf auch als schnellen Trainingslauf (inklusive Beinkraft-Training) nutzen und es hat großen Spaß gemacht.

Viel Erfolg beim Röntgen-Lauf
Gruß
Uhrli

P.S. Ich habe mal einen Blog über den Röntgenlauf geschrieben. Vielleicht zum Einstimmen hier klicken

Ich war auch dort :-)

Danke für Deinen tollen Bericht. Ich wollte auch schon bloggen, aber Du hast alles treffend wiedergegeben. Ich kann Deine Erfahrungen nur bestätigen - mit der kleinen Einschränkung der Zielzeit. :-) Als ich (3818) nach 2:19:20 ins Ziel kam, hattest Du sicher schon Dein zweites Alkoholfreies. :-))) Trotzdem: Auch ich hatte mir die Strecke von Beginn an wegen der herausfordernden Steigungen ab Km 13 entsprechend eingeteilt und es hat funktioniert. An den Elbtreppen am Waseberg bin ich aber nicht gegangen, sondern den Trampelpfad unmittelbar daneben gelaufen und habe etwa 20/25 Mitläufer überholt. Die von "unten" hörbare Sambaband spornte schließlich an. :-)
Ja, die "kühlen" Hanseaten am Streckenrand waren wirklich toll: "Noch 250 m, dann ist die Steigung vorbei, dann geht es bis zum nächsten Anstieg erstmal wieder bergab" - War einmal mehr gut zu wissen. ;-)
Für den Schlussspurt hatte ich noch reichlich Luft, noch eine Dame überholt (nur der Mitt-Sechziger neben mir war hartnäckig und ließ den zehn Jahre Jüngeren einfach nicht vorbei :-)) und habe meine Wunschzeit von 2:30 sauber unterboten. Auf der Rampe im Ziel bin ich vor Freude über diesen tollen Lauf - und meinem ERSTEN HALBMARATHON - in die Luft gesprungen. ;-) Auf das Zielfoto bin ich noch gespannt (hoffentlich nicht zu albern ;-))
Schade aber, dass es kurz vor der Siegerehrung stark geregnet hat. Die Stimmung wäre bei einem vollen Marktplatz (wie 30 min zuvor) sicherlich noch besser gewesen.
Die zwei Stunden Anfahrt haben sich aus meiner Sicht echt gelohnt - und bei 80 Euro Spritkosten gesamt fallen die üppigen Startgebühren auch nicht mehr ins Gewicht. ;-)

Ich denke, ich bin am 31.8.2014 wieder dabei. Und vielleicht mache ich den 10,6-km-"Christmas Run to tree" im Dezember in HH als Test für den Osnabrücker Silvesterauf auch noch. Hört sich ebenfalls ganz nett an.

Mein persönliches Fazit vom Heldenlauf: 1. Halbmarathon locker gemeistert - Und ich bin somit seit gestern nicht mehr Abnehmläufer, sondern GENUSSLÄUFER!!

Und Dir: Besten Glückwunsch zu dem erfolgreichen Lauf und Deiner tollen Zeit. ;-)) Vielleicht sieht man sich 2014.

LG Dirk

Herzlichen Glückwunsch, Du Held! :0)

Der Röntgenlauf kann kommen, bist jetzt gut trainiert dafür!!
Dieser Heldenlauf klingt sehr interessant, wie Du es beschreibst.
Alles Gute und Gesundheit für Dein weiteres Training!

Lieben Gruss Carla-Santana
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Vielen Dank für die netten Kommentare

Vielen Dank für die netten Kommentare!

@ Tame: Herzlichen Dank, Ottonen-und 101-km-Rüningen-Heldin! Ich hoffe, Du hast Dich gut erholt!! Hast Du noch Herbst-Pläne? Liebe Grüße! Sag unbedingt Bescheid, wenn Du Dich mal zum Heldinnen- und Heldenlauf anmeldest.

@ Uhrli: Klasse, Freiburg-Ahrensburg-Held! Danke für Deinen Röntgen-Bericht-Link, den ich gleich mal verschlungen habe. Sehr schade, dass Du damals alleine unterwegs warst... Schön hingegen, dass Du am Sonntag auch Spaß hattest! See you, vielleicht mal beim Lümmel-Lauf (den kenne ich noch nicht)!

@ Dirk: Danke! Super-Hero! Da hast Du Dir ja einen netten Lauf als ersten Halbmarathon ausgesucht: Herzlichen Glückwunsch, auch zum Luftsprung!! Und weiter viel Spaß beim Laufen!

@ Carla-Santana: Herzlichen Dank, Ultra-Roth-Zugspitz-etcetc.-Heldin! Muss Dir aber leicht widersprechen, der Röntgenlauf darf jetzt direkt noch nicht kommen, er soll noch warten.... Ich bin froh, dass ich in den nächsten Wochen noch trainieren kann und der Wettkampf erst Ende Oktober ist! Dir auch alles Gute und ich wünsche Dir angesichts Deines unglaublichen Pensums (auch an Wettkämpfen) in diesem Jahr, dass Du gesund bleibst und die Regeneration nicht vernachlässigst!!

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