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Laufen bedeutet für mich 55 Minuten mit mir allein zu sein.

Ich möchte diesmal Laufen und alles was dabei mit meinem Körper und mit meinem Geist passiert aufnehmen. Mit allen Sinnen dabei sein. Was macht das (regelmäßige) Laufen mit mir, mit meinem Körper, mit meinem Geist, vielleicht sogar mit meiner Persönlichkeit? Meinen Körper habe ich ja nun schon vermessen, das kann ich prüfen, vielleicht sogar sehen, ich habe Zahlen schwarz auf weiß. Aber was mache ich mit dem Rest? Bemerkt man, wenn man ausgeglichener wird? Was könnte noch passieren? Verändert sich der Ehrgeiz? Das könnte ich vielleicht feststellen, wenn ich irgendwann freiwillig an Wettkämpfen mitlaufe. Ich mag keine Prüfungssituationen, mag nicht gern mit anderen verglichen werden, mag mich nicht messen. Vielleicht ein überausgeprägtes Harmoniebedürfnis, weil schließlich im direkten Vergleich immer einer schlechter ist, vielleicht Versagensangst. Wahrscheinlich eine Mischung. Die Gründe, warum man an einem richtigen Lauf teilnimmt, sind allerdings wohl auch eher vielfältig und vor allem nicht auf einen Charakterzug zu reduzieren. Schwierig zu ergründen, was sich verändert ud ob dies überhaupt etwas mit dem Laufen zu tun hat. Gibt Laufen mit für den Rest des Alltags mehr Energie? Und wenn ja, warum? Wenn ich an drei Abenden in der Woche laufe, bleiben noch vier, an denen ich es durchaus nett fänd, nach der Arbeit etwas mehr Tatendrang zu besitzen und nicht nur Sofapflege zu betreiben (ist auch jetzt nicht immer so, aber wenn es sich irgendwie einrichten lässt, gerne...)
Und was passiert mit meinem Gehirn? Findet es das gut, ca. drei Stunden in der Woche zusätzlich mit Sauerstoff versorgt zu werden? Wird man durch das Laufen gar schlauer? Also, wenn irgendwann Blogeitrag Nr. 100 von keinem mehr verstanden wird, weil ich nur noch Fremdwörter verwende, weiß ich Bescheid... Obwohl, ihr seid ja auch alle Läufer und somit vielleicht von meinen jetzigen Einträgen unterfordert!?
Wie ist das bei euch? Könnt ihr auf einmal schreiende Kinder besser ertragen? Den Hausputz nebenbei mit links erledigen? Ist überhaupt etwas anders?

Schwierige Angelegenheit, aber ich habe ja noch 98 mal 55 Minuten Zeit, dies genauer zu ergründen.

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (4 Wertungen)

alles ändert sich!

na, gut, nicht alles aber einiges.
ZB. wird frau ruhiger und ausgeglichener. (natürlich nur so lange, bis dein Körper sich ans Laufen gewöhnt hat und er eine höhere Dosis fordert- wenn du ihm die dann nicht gibst..ojeoje, dann wird es unangenehm)
Ich beobachte mich dabei, wie ich manchmal die zu lösende Situation von außen betrachte- eigentlich so, als wäre ich gar nicht betroffen.
Man wird offener.
Der Haushalt erledigt sich leider nicht von selbst aber irgendwie gelingt es einem sich in die 'Zone', die man beim Laufen betritt, zu versetzen und der Geist ist wo völlig anders, dann ist das Klo geputzt eh man so richtig bemerkt hat, dass man angefangen hat.
Man hat manchmal auch mehr Geduld für pubertierende weibliche Kinder und vorpubertierende Zicken-Nachahmer. Lutig ist dann wenn die voll auf Krawall gebürstet sind und man ihnen sagt:' Wegen diesem Scheixx streite ich mich mit DIR nicht. Ich bin viel zu tiefenentspannt. Such dir jemand anderen. und NEIN, ich lass mich auch DAVON nicht provozieren. Chill die Basis (Kinder gucken ungläubig).'
Das sind so richtig coole Momente.
Also keep on running!
...to infinity and beyond...

Es tut sich was!

Ich stelle fest, dass du
- keine Ausreden für das Nichtlaufen mehr suchst
- läuferische Zukunftspläne schmiedest
- auf Veränderungen gespannt bist

Die Entwicklung gefällt mir. :-)
Möglicherweise musst du demnächst deine Zielsetzung ändern: 100 Läufe werden schon bald nicht mehr genug sein.

Weiter so!

Naja, ich schreibe ja auch

Naja, ich schreibe ja auch immer erst nach dem Laufen... Und die Anfangsmotivation ist natürlich hoch. Heute Morgen hat es schon so ein Stündchen gedauert, bis ich dann wirklich los bin. Warten wir mal noch zwei Wochen, dann kann ich euren Zuspruch bestimmt gut gebrauchen...
Und das will ich hoffen, dass ich nach 100Läufen nicht einfach aufhöre...

grins

mein Gehirn verändert sich: ich werde blöd durchs Laufen. Im Ernst! Plötzlich verlaufe ich mich auf todsicheren Strecken, weiß hinterher meine Telefonnummer nicht mehr oder schlafe im Unterricht ein... Naja, das ist einmal passiert (aber da saß ich zum Glück hinten ;-).

Schreiende Kinder besser ertragen: auf jeden Fall (habe vier Stück zwischen 8 und 19...)!!!! Pubertistendiskussionen vor allem! Und manchmal bin ich hinterher einfach zu müde um mich noch groß aufzuregen über Dinge, die sich eh nicht ändern lassen, das ist dann auch gut so! Und sonst hilft die Ansage: Zimmer aufräumen oder mitlaufen ;-)))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

was sich verändert

Der Hausputz erledig sich nicht mit links. Aber der Glaube, Hausputz wäre wichtig, der hat sich relativiert.
Wettbewerbe machen Spaß! Ich hab noch nie (und werde auch nie) einen gewinnen, aber man trifft dort Leute, die den gleichen Dachschaden haben wie man selbst. Das hat was!
Ob das Laufen für den Rest des Alltags mehr Energie gibt? Mir nicht. Aber es hilft mir, gelassener zu werden und die "Energiesauger" von mir fern zu halten. Also trotzdem positiv für die Energiebilanz.
Dabei ist es wahrscheinlich noch nicht mal das Laufen selbst, sondern eher die Zeit, die ich nicht "funktionieren" muss, wo niemand an mir herumzerrt, kein Telefon klingelt, kein Chef in der Tür steht und kein Kind den Popo geputzt haben will. Zeit - ganz für mich allein. DAS ist der wahre Wert des Laufens für mich.
Aber das kann bei Dir ganz anders sein.
Finde es raus - noch 98 mal...

frau macht sich wichtig :-D

Neben vielem, was schon gesagt wurde, änderte sich für mich das hier: mein Termin mit mir selbst ist ein sehr wichtiger Termin geworden. Ich habe gelernt, kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn andere Dinge und Menschen sich mit diesem regelmässigen Termin arrangieren müssen. Schliesslich bin ich sonst immer für sie da. Aber beim Laufen, da bin ich wichtig. :-)

Meine Kinder


aalso meine beiden Kinder haben öfters und nicht nur einmal zu mir gesagt, besonders wenn ich von der Arbeit heim kam "Mama, geh erst mal zum laufen...."und tatsächlich es hilft. ich bin entspannter, fühl mich gut und das reflektiert auch die Familie. Es tut einfach gut!! Egal welchen Plan man verfolgt, welche Ziele man hat und wieviel Zeit vergeht!
Lg Suchtsprinter

Liebe Leute,

das hört sich ja alles ganz wunderbar an. Das will ich auch!!! Danke für den Ansporn. Mal sehen, wann ich bewusst eine Veränderung wahrnehme...

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